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FACTORING

ist der Verkauf von Forderungen aus Lieferungen oder Dienstleistungen an eine Bank, den Factor. Dieser zahlt dem Verkäufer bis zu 80 Prozent des Rechnungsbetrages. Den Rest erhält der Verkäufer, sobald der Schuldner gezahlt hat.  Nach längerer Zusammenarbeit kann die Vorfinanzierung auf 90 Prozent erhöht werden. Der Prozentsatz bezieht sich auf den Bruttobetrag der Rechnung, als inklusive der MwSt. Was noch auf den Gesamtbetrag fehlt, erhält der Verkäufer sobald der Kunde bezahlt hat.
Seit Mai 2005 dürfen Geschäftspartner ihren Lieferanten kein absolutes Zessionsverbot mehr auferlegen. Bis dahin konnten Kunden den Gläubigern untersagen, ihre Forderungen an ein Factoring-Institut abzutreten (auch Inkasso-Unternehmen dürfen seither "notleidende" Kredite kaufen).
Weltweit gibt es mehr als 600 Factoring-Institute, in Österreich sind es drei: VB-Factoring (Marktanteil 20 %), Intermarket Bank (Marktanteil 55 %), FactorBank (Marktanteil 25 %).
 

Der Factor übernimmt mehrere Aufgaben

  • er kauft die Forderungen seines Kunden und bevorschusst diese bis zur Fälligkeit
  • er trägt das Risiko des Forderungsausfalls
  • er führt für seinen Kunden die Debitorenbuchhaltung und das Mahnwesen und betreibt das Inkasso
Beim offenen Factoring enthalten die Rechnungen des Vertragspartners den Hinweis, dass die Forderung an einen Factor abgetreten wird und daher folglich mit befreiender Wirkung nur an Factor-Institut gezahlt werden kann. (siehe FACTORING-VERTRAG)

Beim halb offenen Factoring weist der Lieferant in der Rechnung auf die Verbindung zum Factor hin, der Kunde kann mit befreiender Wirkung entweder an das Factor-Institut oder an den Lieferanten zahlen.

Beim stillen Factoring zahlen die Kunden an den Lieferanten, der die eingegangenen Zahlungen an das Factor-Institut weiter leitet.

Vorteile des Factorings:

  • Der Lieferant erhält den Großteil seiner Forderung (70 bis 90 Prozent) innerhalb von zwei Tagen. [Im Schnitt kommen nach Abwicklung des Forderungsverkaufs 93 bis 97 % des Forderungsbetrages beim Unternehmen an]
  • dadurch verfügt er über höhere Liquidität und kann als "Barzahler" Skonti in Anspruch nehmen
  • er benötigt kein Kredite für Zwischenfinanzierungen
  • er ist gegen Kundeninsolvenz bzw. Zahlungsausfall bei Exporten abgesichert.
Vor dem Vertragsabschluss wird vom Factor die Bonität des Kunden geprüft. Auf einem Fragebogen muss er genaue Angaben über seine Geschäftsdaten (Umsätze*, Kundenanzahl, Rechnungsanzahl, Gutschriften, Außenstände, Umsatzaufschlüsselung, ...) machen. 

* die Factor-Banken verlangen Mindest-Jahresumsätze zwischen 300.000.-- und 1 Mio. € (je nach Institut).

Factoring-Kosten:

  • Abhängig vom Jahresumsatz und der Anzahl der Rechnungen werden Gebühren zwischen 0,1 % und 1,5 % des Jahresumsatzes verrechnet. Für das reine Finance-Factoring (= nur die Bevorschussung der Forderung) beträgt die Gebühr 0,1 %. Weitere in Anspruch genommenen Dienstleistungen (Mahnwesen, Debitoren-Management) erhöhen den Prozentsatz. Der Lieferant kann bestimmen, ob er das Risiko eines eventuellen Zahlungsausfalls trägt oder der Factor-Bank "aufhalst". Letzteres kostet ihn natürlich zusätzliche Gebühren.
  • dazu kommt ein Factor-Zins (5 % bis 7 %) für die durch die Bevorschussung der Forderungen (siehe FACTORING-VERTRAG) entstehenden Refinanzierungskosten der Factor-Bank, die Kosten für das Einziehen des Rechnungsbetrags (Mahnwesen, Debitoren-Management, Versicherung gegen Zahlungsausfall)
  • und an den Staat ist - wie bei einem Kredit - eine Gebühr von 0,8 % zu entrichten
  • in Krisenzeiten steigen die Factoring-Kosten erheblich über die oben angeführten Prozentsätze.

 

Zentrale Ost:

7521 Bildein 03323/1324

Zentrale Mitte:

4351 Saxen 07269/7765

Zentrale West:

6832 Röthis 05522/9121

   
 
 

 

FACTORING - VERTRAG

Die Firma KUMMER & SORGE - im folgenden Lieferant genannt - verkauft der INTERfact AG alle Forderungen aus Warenlieferungen und Leistungen im Inland, die im Betrieb ihres Unternehmens ab dem 1. März 2004 entstehen.

In Erfüllung des Kaufvertrags tritt der Lieferant diese Forderungen hiermit der INTERfact AG ab.

Der Kaufpreis für die jeweiligen Forderungen richtet sich nach dem Rechnungsbetrag, vermindert um 0,8 % (bzw. 0,6 % bei Übermittlung der Rechnung mittels Datenträger) zuzüglich USt. Sind zwischen dem Lieferanten und seinen Kunden Nachlässe, z. B. Skonti, vereinbart und werden diese in Anspruch genommen, vermindert sich der Kaufpreis weiter um diese Beträge.

Der Kaufpreis wird mit dem Eingang der Zahlung des Abnehmers bei der INTERfact AG fällig. Die INTERfact AG leistet jedoch binnen 10 Tagen nach Übergabe der die Forderung ausweisenden Rechnungskopie einen Vorschuss (Vorauszahlung auf den Kaufpreis) in der Höhe von höchstens 80 %, für alle Forderungen jedoch insgesamt nicht mehr als € 100.000.-- .

Dieser Bevorschussungsrahmen wird zunächst bis 28. Februar 2009  eingeräumt.
Für den Vorschuss verrechnet die INTERfact AG einen Abschlag, der bis zur Kaufpreisfälligkeit jeweils zum Monatsende auf der Basis einer kontokorrentmäßigen Verzinsung in der Höhe von 7 % p. a. ermittelt wird. Bei Änderungen der Marktsituation, insbesondere bei Änderung der Bankrate, ist die INTERfact AG berechtigt, diesen Zinssatz neu festzusetzen. 

Der Lieferant verpflichtet sich

  • seinen Kunden schriftlich mitzuteilen, dass alle ab dem in diesem Vertrag genannten Zeitpunkt entstehenden Forderung zediert wurden und Zahlungen mit schuldbefreiender Wirkung daher nur mehr an die INTERfact AG geleistet werden können.
  • auf jeder Rechnung und Rechnungskopie gut sichtbar den Vermerk über die Abtretung der betreffenden Forderung an die INTERfact AG anzubringen.

Diese Vereinbarung kann von jedem Vertragssteil unter Einhaltung einer Frist von sechs Monaten zum 31. 12. eines jeden Jahres gekündigt werden.

Alle mit der Errichtung und Abwicklung des Vertrages verbundenen Gebühren und sonstigen Kosten trägt der Lieferant.

Dieser Vertrag wird mit der firmenmäßigen Unterzeichnung durch die Vertragspartner wirksam.

Bildein, 14. Februar 2004                                                                                                                     INTERfact AG

 

 

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