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DIENSTZEUGNIS aus 1932    DIENSTZEUGNISSE mit MS-WORD


Das DIENSTZEUGNIS

1. Vollständige, qualifizierte Zeugnisse beinhalten:                               BEISPIEL 1     BEISPIEL 2
  • Angaben zur Person, Tätigkeit, Beschäftigungsdauer
  • Beschreibung der Position und der Aufgaben; eventuell Vollmachten (Prokura)
  • Beurteilung der Leistungen (Motivation, Belastbarkeit, Fachwissen, Eigeninitiative, Selbständigkeit, Zuverlässigkeit, Zielerreichung, ...
  • Verhalten gegenüber Kollegen und Vorgesetzten bzw. Kunden oder Lieferanten, ...
  • Schlussformulierung: Dank, Bedauern des Ausscheidens, Empfehlung, Zukunftswünsche, ...
  • bei Vorgesetzten: Mitarbeiterzahl, Art der Mitarbeiter, Zufriedenheit der Mitarbeiter, ...

Qualifizierte Zeugnisse geben stets auch subjektive Eindrücke wieder. Viele Formulierungen sind so gewählt, dass sie unterschiedlich ausgelegt werden können. Der Arbeitnehmer beurteilt seine Leistung oft anders als der Dienstgeber. Daher kann es zwischen den beiden Parteien zu Differenzen über den Zeugnistext kommen.
Dann wird sich der Dienstgeber auf das gesetzliche Mindestmaß, ein einfaches Dienstzeugnis, beschränken.
Sind Zeugnisse wahrheitswidrig verfasst und erwachsen dem neuen Dienstgeber dadurch Schäden, kann er vom vorherigen Dienstgeber Schadenersatz fordern.

In Österreich hat der OGH entschieden, dass dem Dienstnehmer auf Verlangen ein einfaches Zeugnis ausgestellt werden muss, wenn man ihm wegen andauernder Pflichtverletzungen in einem qualifizierten Zeugnis nicht die Bestbewertung geben kann. (OGH 9 Oba 164/08w 17. 12. 08)

 

2. Vollständige, einfache Zeugnisse beinhalten:                                 BEISPIEL 3      BEISPIEL 4
  • Angaben zur Person
  • Art und Dauer der Tätigkeit

Die Angaben in einfachen Zeugnissen sind klare Fakten, über deren Wortlaut und Inhalt keinerlei Unstimmigkeiten entstehen können. 

Beispiel 1: Qualifiziertes, schlechtes Zeugnis
 

ZEUGNIS 

Frau Beate Jasomir war in meinem Unternehmen vom 1. Februar bis 31. Oktober 2008 als Sachbearbeiterin im Verkauf beschäftigt. 

In diesen acht Monaten war sie insgesamt neun Wochen wegen obskurer Leiden im Krankenstand. Zwei Wochen war sie auf Urlaub, zwei Tage fehlte sie wegen eines Wohnungswechsels, weitere fünf beanspruchte sie Pflegeurlaub.

In der Zeit ihrer Anwesenheit nahm sie weder Anordnungen noch Ratschläge an.  1)

Sie verstimmte mit ihrem Umgangston mehrere Stammkunden, von denen zwei aus diesem Grund ihre langjährigen Geschäftsbeziehungen zu meinem Unternehmen beendeten.  

Kursangebote zur Verbesserung ihres Umgangstons und ihres EDV-Wissens lehnte sie als Zumutung ab. 2)

Von allen seit Firmengründung bei mir Beschäftigten war sie mit Abstand die schlechteste. 3)

Während ihrer Tätigkeit verdoppelte sich der sonst für diesen Arbeitsplatz benötigte Bürobedarf. Frau Jasomir hat zwei schulpflichtige Kinder.

Ihr nächster Arbeitgeber tut mir jetzt schon leid.

 

Unterschrift

Wien, 2. November 2008

 

Auch wenn es der Wahrheit entspricht, so darf ein Zeugnis nicht verfasst werden. Zwar ist wichtigster Grundsatz bei der Zeugniserstellung die Wahrheitspflicht, dem Arbeitnehmer darf jedoch sein weiteres berufliches Fortkommen nicht unnötig erschwert werden.
In der geänderten Fassung bleibt die inhaltliche Aussage des Zeugnisses bestehen, andere Formulierungen - mit * gekennzeichnet - lassen es aber auf den ersten Blick durchaus akzeptabel erscheinen:

 

ZEUGNIS 

Frau Beate Jasomir, geboren am 13. 5. 1981, war in der Zeit  vom 1. Februar bis 31. Oktober 2008 in unserer Firma als Sachbearbeiterin im Verkauf beschäftigt. 

Ihre Tätigkeit erforderte korrekte und höfliche Behandlung unserer Kunden und Gewissenhaftigkeit bei der Auftragsbearbeitung.

Frau Jasomir begegnete diesen Anforderungen mit einer sehr individuellen Arbeitseinstellung und einem ausgeprägten Selbstvertrauen. 1*

Angebote zur Fortbildung im Kundenbeziehungsmanagement und im EDV-Bereich trafen auf ihr Interesse. 2*

In der firmeninternen Mitarbeiterbewertung hat sie einen Platz eingenommen. 3* 

AUF DANK FÜR DIE LEISTUNGEN UND BEDAUERN ÜBER DAS AUSSCHEIDEN KANN HIER VERZICHTET WERDEN. AUF ZUKUNFTSWÜNSCHE EBENFALLS, ALS AUSDRUCK DER ERLEICHTERUNG KÖNNTE MAN ABER SCHREIBEN: 

Wir wünschen ihr für die Zukunft alles nur erdenklich Gute. DAS GLAUBT NACH DEM LESEN DIESES ZEUGNISSES OHNEHIN KEINER!

 

Unterschrift

Wien, 2. November 2008

 

Das Wort beschäftigt im ersten Satz lässt auf passive Arbeitseinstellung schließen, "tätig" würde auf aktive Mitarbeiter hinweisen.

 

Beispiel 2: Qualifiziertes, gutes Zeugnis:
In der Personaltabelle der Übungsfirma sind mehrer Personen für eine Kündigung vorgemerkt. Eine davon ist Frau Stiller, deren schwere Krankheit in den letzten Monaten zu längeren Krankenständen geführt hat. Sie ist eine gute, von Vorgesetzten und Kollegen geschätzte Mitarbeiterin, deren Absenzen jedoch die Arbeitsabläufe ihrer Abteilung schwer beeinträchtigen. Für sie wird folgendes Zeugnis ausgestellt:

 

ARBEITSZEUGNIS 

Frau Nicole Stiller, geboren am 6. März 1952, war seit 1. März 1999 in unserem Unternehmen beschäftigt. 

Nach einem Jahr als Sachbearbeiterin im Verkauf wurde sie wegen hervorragender Leistung in das Lektorat versetzt, wo sie die wichtige Position als Abteilungssekretärin übernahm.

Zu ihren Aufgaben zählte neben den üblichen Sekretariatsaufgaben die Abrechnung der Autorenhonorare, die Betreuung der vertraglich an unseren Verlag gebunden Schriftsteller und die Evidenzhaltung urheberrechtlicher Vereinbarungen.

Frau Stiller hat alle ihr übertragenen Tätigkeiten immer zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt. Sie hat in einer Abteilung, die ein sehr bestimmtes und dennoch in der Gesprächsführung verbindliches Einfordern vertraglicher Verpflichtungen der Autoren erfordert, stets hohe Flexibilität gezeigt und Umsicht bewiesen.

Auch in Stresssituationen blieb ihr Umgangston immer freundlich, neben ihrer steten Hilfsbereitschaft ein weiterer Grund, weshalb sie bei Kolleginnen und Kollegen sehr beliebt war.

Ihre Vorgesetzten schätzten sie als besonders tüchtige und vertrauenswürdige Mitarbeiterin. 

Deshalb bedauern wir es sehr, dass Frau Stiller seit einigen Monaten an einer schweren Krankheit leidet, die es verhindert, in nächster Zeit ihren beruflichen Aufgaben nachzukommen.

Aus diesem Grund sind wir gezwungen, das Arbeitsverhältnis in beiderseitigem Einvernehmen mit 31. Mai zu lösen.

Sobald Frau Stiller von ihrer Krankheit genesen ist, werden wir sie gerne wieder einstellen.

Wir danken Frau Stiller für ihre wertvolle Mitarbeit und wünschen ihr eine möglichst rasche Wiederherstellung ihrer Gesundheit.
 
Unterschrift (Dr. Angel)

Wien, 1. Juni Jahr

 

Kündigungen im "beiderseitigem Einvernehmen" weisen im Normalfall darauf hin, dass dem Dienstnehmer die Kündigung wegen Eigenverschuldens (schlechte Leistungen, Verhaltensprobleme, mangelnde Zuverlässigkeit, ...) drohte und ihm deshalb aus Gründen der besseren Optik die "beiderseitige" Lösung vorgeschlagen wurde.
Daher ist im Fall der Frau Stiller der unübliche und auf den ersten Blick unsensible Hinweis auf ihre
schwere Krankheit als Auflösungsgrund durchaus positiv und angebracht.

 

Beispiel 3: Einfaches Zeugnis
 

Ort, Datum

Herr Jakob Mesonitsch, geboren am 12. 12. 1980 in Krems, war in der Zeit vom 1. August 1999 bis 30. Mai 2000 in unserer Wollstoffabteilung als Verkäufer beschäftigt.

Herr Mesonitsch verlässt uns auf eigenen Wunsch.

Textilwaren Vogt

Gerhard Vogt

 

Beispiel 4: Einfaches Zeugnis - ausführlich dokumentiert
 

Ort, Datum

Herr Gottfried Kluger, geboren am 30. 10. 1977 war vom 1. August 1992 bis zum 28. Februar 2009 in unserem Konzern tätig.

Nach seiner Lehrzeit, während der er in verschiedenen Abteilungen eingesetzt wurde, arbeitete Herr Kluger bis 15. Juli 1992 als Laborant in der Qualitätskontrolle. In den Jahren 1997 bis 2002 besuchte er in Abendlehrgängen die Bundeslehranstalt für Chemie, die er am 10. Juni 2002 mit der Matura abschloss. 

Wegen seiner dabei erworbenen Qualifikationen übernahmen wir Herrn Kluger am 16. Juli 2002 in die Abteilung für Produktentwicklung und Anwendungstechnik. 

Dort entwickelte er ein neues, kostengünstiges Verfahren für die Microfaser-Synthese und hatte mit seinen Ideen großen Anteil an der Verbesserung der Rückgewinnungsraten organischer Lösungsmittel.

Im Jänner 2006 übertrugen wir Herrn Kluger die Leitung dieser Abteilung, die er bis zu seinem Ausscheiden inne hatte. In dieser Funktion waren ihm 15 Mitarbeiter unterstellt.

Herr Kluger hat sein Dienstverhältnis mit 28. Februar 2007 beendet, weil er ein Vollzeitstudium für Biochemie beginnen möchte.

Wir danken ihm für seine sehr erfolgreiche Mitarbeit in unserem Unternehmen und wünschen ihm für seinen zukünftigen Lebensweg alles Gute.

TEX-CHEMIE

Unterzeichner

Bei dem Zeugnis für Herrn Kluger fehlt nur noch die Beurteilung seiner Führungseignung, seiner Leistungen und seines Verhaltens um daraus ein qualifiziertes Zeugnis zu machen.

In die Beurteilung der Führungsleistung werden Zahl und Art der Mitarbeiter, der Abteilungserfolg, die Arbeitsatmosphäre und die Mitarbeiterzufriedenheit einbezogen

 

Fritz Karre
Bäckerei
BAD ISCHL

ZEUGNIS

Josef Wiesinger war bei mir vom 1. Februar 1932 bis 12. März 1932 als Mischer beschäftigt.

Er har sich wärend dieser Zeit durch seinen Fleiß, Ehrlichkeit und Tüchtigkeit im Mischen sowie beim Ofenarbeiten meine vollste Zufriedenheit erworben.

Ich kann im Grund dessen Jedermann bestens empfehlen.

Er verlässt seinen Posten wegen Mangel an Arbeit.
 

Original zur Verfügung gestellt von Herrn MMMag. Thomas WALLISCH Bad Ischl am 12. III. 1932
 
Fritz Karre
Dampfbäckerei
Bad Ischl

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