POLITIK    SPORTSCHIEDSGERICHT TAS    MERCHANDISING    SPONSORING    www.dopinglist.com

 

Olympia 2008    Olympia 2012

 

 

Bis zur Pubertät muss man leichtere Übungen vornehmen und dabei erzwungene Diät und gewaltsame Anstrengungen meiden, damit dem Wachstum kein Hindernis bereitet werde.             ARISTOTELES

Notfälle; Bild: WEBSCHOOL



Die aktuelle Verbotsliste ist ein Anhang des BGBl. III Nr. 190/2016  www.ris.gv.at

 

BUNDESGESETZBLATT
FÜR DIE REPUBLIK ÖSTERREICH
Jahrgang 201
6   Ausgegeben am 23. Dezember 2016   Teil III

 

 

 

 

DOPING

Politik und Sport - eine alte Beziehung:
Schon in der Antike haben sich Städte und Staaten mit dem Ruhm "ihrer" Olympiasieger geschmückt.
Im 20. Jahrhundert sollte mit sportlichen Leistungen die Überlegenheit von Ideologien bewiesen werden. Kommunismus gegen Kapitalismus hieß das Duell. Das der Kommunismus mit der Devise: "Mehr Mittel, weniger Skrupel" gewann. Während in der DDR und der Sowjetunion schon großflächig gesiebt, gespritzt und geschluckt wurde, mussten sich die westlichen Sportler mit Training und Talent behelfen. Nur eine langsam wachsende Gruppe Innovativer versorgte sich aus dem Fundus der überlieferter Naturheilmittel (Arsen, Strychnin, Opium) oder gustierte ein paar Kostpröbchen aus den Sortimenten der Chemiekonzerne.

Die biologischen Dynamiker schworen auf Kaffee, die guten alten Mohnprodukte und den Kokastrauch. Wie zum Beispiel Diego Maradona. Der Besitzer der "Hand Gottes", die in einem WM-Spiel  (es handelte sich nicht um Handball, wie Unwissende vermuten könnten, sondern um Fußball!) das entscheidende Tor erzielte und mit der er sich vor den Spielen ein kleines Kokain-Gässchen (manchmal wurde auch eine Straße daraus) nasenlochgerecht legte. 

Immer vom Selben wird fad:
Als sich bei der WM 94 im Urin von Maradona gleich fünf verbotene Substanzen - u. a. Ephedrin - nachweisen lassen, wird er vom weiteren Verlauf der Weltmeisterschaft ausgeschlossen.
Das leistungssteigernde Ephedrin ist auch bei dopenden Amateuren ein Renner, ebenso Asthmamedikamente, letztere gerne auch aus der Tiermedizin (Pferde) und Hormonpräparate für Rinder. Gut zu beziehen, wenn auch nicht ohne Risiko über Internet-Apotheken.

 


Bild WEBSCHOOL

In den letzten zwanzig Jahren hat die Wirtschaft den Sport zum Marketing-Instrument gemacht. Gekauft wird, was die Sieger tragen, konsumieren, benutzen (siehe Merchandising  Sponsoring). Der Tee, den sie Trinken, das Parfüm, das ihren Namen trägt, der Baumarkt, der ihnen die Ziegel liefert, ihre bevorzugte Automarke, die Bank ihres Vertrauens, den Produzenten ihres Tiefkühlmenüs, ... wir kennen sie alle.
Wenn sportlicher Ruhm Geldquellen erschließt, werden Fairness und Moral zur Geschäftsstörung. Wer an die Spitze kommen und dort bleiben will, der wird versucht sein, leistungsfördernde Substanzen zu verwenden.
 
Doping
nannten die südafrikanischen Kaffern den starken Schnaps, den sie bei ihren Festen tranken.  In England stand der Begriff für eine Mischung aus Opium und Narkotika, die bei Pferderennen zum Einsatz kam.
Schon bei den ersten Olympischen Spielen der Antike verwendeten die Athleten leistungssteigernde Substanzen. Das Sortiment bestand aus stimulierenden Pilzen, alkoholischen Getränken, Stierblut und Stierhoden. Im Laufe der Jahrtausende wurde das Angebot riesig und zunehmend unübersichtlich.
 

1886 - gab es den ersten Dopingtoten der Neuzeit: Beim Radrennen Bordeaux - Paris starb der Fahrer Arthur Lynton. 

1960 - das erste olympische Dopingopfer: Der dänische Radrennfahrer Knut Jensen fällt tot vom Rad. Todesursache: Amphetamine

1967 -  während der Tour de France stirbt am 13. Juli der dreißigjährige englische Radprofi Tom Simpson. Der ehemalige Weltmeister kann sich in der glühendheißen Steinwüste des Mount Ventoux kaum mehr auf dem Rad halten. Er hält an. Sein sportlicher Leiter hilft ihm in den Sattel. Wenig später sinkt Simpson an den steinigen Wegrand. Er stirbt Stunden später im Spital von Avignon. Die Todesursache: Herzversagen. Bei der Obduktion findet man eine Mischung aus Amphetaminen und Alkohol.  In den Trikottaschen des Fahrers befinden sich die gleichen Mittel. Das Aufputschmittel hatte seine Leistungs-reserven total ausgeschöpft, das Betäubungsmittel die Schmerzen unterdrückt.

1967 - gründete das Internationale Olympische Komitee eine medizinische Kommission für eine weltweite Dopingbekämpfung. Diese Kommission erstellte eine Liste von verbotenen Substanzen , die heute fünf Substanzklassen (Stimulanzien, Narkotika, Anabolika, Diuretika so wie Peptid- und Glykoprotein-Hormone) umfasst. Dazu kommen einige Stoffe, deren Verwendung eingeschränkt ist (Alkohol, Cannabis, Lokalanästhetika, Kortikosteroide und Betablocker). Die Dopingliste (siehe unten) ist somit "offen", sie nennt für jede verbotene Klasse lediglich einige Beispiele.

Darüber hinaus sind spezielle Methoden wie Blutdoping und Manipulationen der Dopingproben verboten. Blutdoping ist keine allzu schwierige Sache: Dem Athleten wird Blut abgenommen - vorheriges EPO-Doping erhöht sogar den Anteil an roten Blutkörperchen  - das Plasma erhält er sofort wieder zugeführt, die Feststoffe werden gekühlt und bleiben bis zu sechs Wochen haltbar. In den Feststoffen ist künstliches EPO nicht nachweisbar! Knapp vor dem Wettkampf bekommt der Athlet die festen roten Blutkörperchen mit einer Transfusion unverdünnt wieder zurück (dauert 30 Minuten). Für die Verdünnung sorgt der Körper mit seinen Wasserreserven.

Wird den Sportlern ihr "Originalblut" - also Blut inkl. Plasma - innerhalb von 42 Tagen (= max. Haltbarkeit von Blutkonserven bei einer Temperatur von 4 Grad C) wieder verabreicht, wächst das Blutvolumen über das Normalmaß, bis nach 90 Minuten die überschüssige Flüssigkeit ausgeschieden ist. Nur die roten Blutkörperchen verbleiben und gesellen sich zu den vorhanden.
Mehr rote Blutkörperchen = gesteigerte Sauerstoffaufnahme = Leistungssteigerung bis zu 15 % = erhöhtes Thromboserisiko(!)

Es kann auch Blut einer anderen Person gleicher Blutgruppe transferiert werden. Besonders gefährlich dabei ist die mögliche Übertragung von Antikörpern, Bakterien und Viren. Fremdblutdoping ist seit 2004 nachweisbar. Als erster Sportler wurde Tyler Hamilton ertappt (siehe Olympia 2004). Sein Klubkollege im Team PHONAK, Santiago Perez, war der nächste "Transfusions-Sünder". Ein Test während der Vuelta 2004, die er als Zweiter beendete, überführte ihn. Die B-Probe bestätigte das Ergebnis.

 

DOPINGLISTE

Stimulanzien - sind Aufputschmittel, die eine kurzfristige Leistungssteigerung bewirken und die Stimmung heben. Der Energieumsatz wird gesteigert und die Ermüdung verzögert. Sie werden während des Wettkampfs eingesetzt.

Mögliche Folgen: Unrast, Aggressionen, Depressionen; das körpereigene Warnsystem wird ausgeschaltet und die autonomen Energiereserven verbraucht, das kann zu Erschöpfungszuständen mit Todesfolge führen.
 
Narkotika
- die im Sport verbotenen N. sind starke Schmerzmittel aus der Klasse der Opiate (z.B. Morphin, Heroin, Methadon). Wettkampfdrogen für Kampfsportarten (Boxen).
Mögliche Folgen: psychische Störungen und Abhängigkeit, in hohen Dosen Bewusstseinstrübung, Lähmung des Atemzentrums, Tod.
 
Diuretika
- fördern die Urinausscheidung. Führen in kurzer Zeit zu großem Flüssigkeitsverlust und dadurch zur Gewichtsreduktion (wichtig für Sportarten mit Gewichtsklassen). Dienen aber auch der Verdünnung verbotener Substanzen im Urin und werden deshalb auch als "maskierende Substanzen" bezeichnet.
Mögliche Folgen: stören den Wasser- und Salzhaushalt, Muskelkrämpfe, Nierenschäden.
 
Anabolika
- führen zu einer Zunahme der Muskelmasse und damit zur Kraftsteigerung. Zu dieser Gruppe gehören die vom männlichen Sexualhormon Testosteron abgeleiteten androgen- (vermännlichend) anabolen (aufbauend) Steroidhormone und die Beta-2-Antagonisten (Wirkstoffe zur Behandlung von Asthma). A. werden in der Wettkampfvorbereitung oder der Erholungsphase verwendet, daher werden Trainingskontrollen durchgeführt. In kleiner Dosierung wird die Erholungsfähigkeit verbessert und man kann härter trainieren. Alle A. machen aggressiv und helfen den "Fighting Spirit" aufzubauen.
Mögliche Folgen: die körpereigenen hormonellen Regelkreise werden gestört oder sogar ausgeschaltet. Führt bei Männern zur Schrumpfung der Hoden und Reduzierung der Spermienproduktion, Verweiblichung, Wachstum der Brüste. Bei Frauen: tiefere Stimme, die Brüste bilden sich zurück, Wachstum der Klitoris, Ausbleiben der Regelblutungen. Bei Jugendlichen wird das Größenwachstum vorzeitig beendet.
 
Peptid- und Glykoprotein-Hormone
- zu dieser Klasse gehört das Wachstumshormon (HGH). Es sorgt für eine Kraftzunahme und die Reduzierung des Körperfetts. Findet Verwendung in Kraftsportarten, Kurzstreckenlauf (100m bis 400m), Bodybuilding, für lange körperliche Beanspruchungen (Rad-Etappenrennen)
Mögliche Folgen: Hände, Füße, Kinn, Stirnwölbung, Nase und innere Organe beginnen zu wachsen (sehen Sie mal im Lexikon unter "Akromegalie" nach). Gelenkschmerzen, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, erhöhtes Krebsrisiko. Der Kiefer wächst, dadurch sitzen die Zähne nicht mehr richtig fest die Sportler benötigen Zahnspangen.
 
Erythropoietin
(EPO) - körpereigenes Hormon, seit 1987 als Arzneimittel im Handel (Behandlung von Blutarmut bei Nierenkranken), fördert die Produktion der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Dadurch wird die Sauerstoffaufnahme und damit die Ausdauerleistung verbessert. Das Mittel musste dreimal wöchentlich gespritzt werden.
Bei den Weiterentwicklungen Darbepoetin alfa (bzw. NESP new erythrpoiesis stimulating protein), Neorecormon - ab 2001 - reichte eine Injektion / Woche. [Eine frühe Darbepoietin-Konsumentin war die Russin Larissa Lasutina, ertappt in Salt Lake City, Olympia 2002.]
Im Juli 2007 brachte Hoffmann-La Roche mit MIRCERA die dritte EPO-Generation auf den Markt [CERA = Continuous Erythropoiesis Receptor Activator]. Es bleibt im Körper länger wirksam, dadurch benötigten die Patienten nur ein bis zwei Injektionen / Monat. Die möglich geworden bessere Feineinstellung des Hämatokritwerts (Referenzbereich 43 - 52 %) schätzen auch Sportler.

Roche hat der WADA einen Test zur Verfügung gestellt, mit dem MIRCERA nachzuweisen ist. Er basiert auf einer Reaktion mit dem für die längere Wirkungsdauer des Medikaments verantwortlichen Molekül.  siehe Tour de France Juli 2008
Der Absatz von EPO im Sportbereich soll den im Medizinsektor um das Sechsfache übertreffen.
2008 kamen preisgünstige EPO-Generika, manche sogar mit kürzeren Nachweiszeiten, auf den Markt.
Noch während der klinischen Erprobung (2009) konnten Sportler an das Anämie-Medikament HEMATIDE kommen und es als EPO-Ersatz verwenden. Das Mittel des US-Pharmazieproduzenten Affymax wirkt wie EPO, hat jedoch eine andere Molekularstruktur.
Ein noch in der Testphase stehendes Medikament namens Gas6 (Growth-arrest-specific-gene-6), das vermutlich die Wirkung von EPO verstärkt, soll angeblich beim Giro 2013 und der Tour de France 2013 eingesetzt worden sein.
 

Die nächste Generation von Mitteln gegen Blutarmut regt die Erzeugung von körpereigenem EPO durch einen Eingriff in den Chemiehaushalt der Zellen an. Die Wirkung entspricht dem Training in großen Höhen. [Die HIF-Prolyl-Hydroxylase (HIF-PH) kontrolliert und bremst die EPO-Produktion in der Zelle. Neue Wirkstoffe blockieren HIF-PH und setzen somit die EPO-Bremse lahm]
Die Mittel müssen nicht wie EPO gespritzt sondern können als Tablette verabreicht werden.

Mögliche Folgen: Bluthochdruck, wegen des dickflüssigeren Blutes kann es zu Gefäßverschlüssen kommen.
 
GENDOPING: Neue Gene werden in die Körperzellen eingeschleust. Das geschieht innerhalb des Organismus (Viren dienen als Transportmittel) oder im Labor (die genmanipulierte Zelle wird wieder dem Körper zugeführt). Es können auch Stoffe in die Zellen eingeschleust werden, welche vorhandene Gene zu stärkerer Produktion (Z. B. von Hormonen wie EPO, Enzymen...) anregen oder verlangsamen.
AICAR (Aminoimidazol-Carboxamid-Ribonukleosid) und GW1516 regen den Stoffwechsel von Säugetieren an. An Mäusen getestet verbessert GW1516 deren Laufleistung um 70 %. GW1516 fördert die Bildung von Enzymen, welche die Energiegewinnung aus Fetten begünstigen. Noch extremer ist die Wirkung von AICAR. Ohne Training wird eine Leistungssteigerung von 45 %! erzielt. Kliniken testen die Substanzen im Hinblick auf die Behandlung von Fettleibigkeit bzw. Stoffwechselstörungen. Die WADA hat GW1516 und AICAR in die Dopingliste aufgenommen, seit 2009 sind die Substanzen nachweisbar. Der Test ist kostengünstig und schnell - gesucht wird nach den Abbauprodukten im Blutplasma.
Die französische Zeitung Libération macht im Juli 2010 Angaben zu den Kosten für eine "Kur" mit AICAR: 500.000,- Euro
Der Wachstumsfaktor IGF-1 wird in den Muskel injiziert und forciert das Muskelwachstum. Derzeit nur an Mäusen getestet.
In den Körper eingeschleuste Gene unterscheiden sich im Aufbau von den körpereigenen, das macht sie nachweisbar. Ein diesbezügliches Testverfahren wurde an der Uni Mainz (Dr. Perikles Simon) 2011 entwickelt. Der Bluttest erkennt Fremd-DNA aufgrund fehlender DNA-Abschnitte (Introns).
Mit dem Wachstumsfaktor VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) erzielt man einen verstärkten Muskelaufbau.
Schaltet man das Eiweiß Myostatin, das den Muskelaufbau hemmt (Muskelbremse) aus, wachsen die Muskeln ungebremst.
Aktuell gerne injiziert wird ein Mix aus dem Wachstumshormon HGH mit den Wachstumsfaktoren IGF (Insulin Growth Factor) und MGF (Mechano Growth Factor).
Mögliche Folgen: Unbekannt, weil die Substanzen noch nicht getestet bzw. erst in Erprobung sind. Eingeschleuste DNA bewirkt, dass auf diese Weise Gedopte mit den hormonellen Veränderungen lebenslang fertig werden müssen.
 
Laut "Journal of Applied Physiologie" USA verbessert das Potenzmittel VIAGRA in Höhenlagen die Leistungsfähigkeit von Sportlern um bis zu 15 Prozent.
[Im Auto des Vaters von Radprofi Andrea Moletta - Team Gerolsteiner - wurden während des Giro 2008 82 Packungen Viagra gefunden]

Die Substanz S107, (noch) nicht auf der Dopingliste, besitzt eine hohes Missbrauchspotential. Für die Behandlung von Herzrhythmusstörungen entwickelt, zögert sie auch die Muskelermüdung hinaus und ist daher für Sportarten mit starker Laktatbildung (z. B. Ski-Langläufer, Mittel- und Langstreckenläufer, Eisschnellläufer, ...) besonders verlockend. Die Herstellung des Mittels ist nicht schwierig, was vermuten lässt, dass es schon über illegale Kanäle erhältlich ist. Ein Medikament, das S107 enthält ist noch nicht im Handel. 01/2009

 

Nicht nachweisbar, weil aus verschiedensten Wirkstoffen kombinierbar, sind Substanzen, welche dem Organismus eine Unterversorgung mit Sauerstoff simulieren. Als Reaktion produziert der Körper vermehrt rote Blutkörperchen, wodurch die Ausdauerleistung verbessert wird. Als indirekter Nachweis für diese Art von Doping dienen Vergleiche mit dem Blutprofil, welches im Blutpass der Leistungssportler festgehalten ist. Signifikante Abweichungen davon lassen den Schluss auf Doping zu. Erstes ertapptes "Opfer" der Methode war 2009 die Deutsche Eisschnellläuferin Claudia Pechstein (siehe Juli 2009)

 

Mit 1. Jänner 2005 hat die Antidoping-Weltagentur WADA Änderungen an der Dopingliste vorgenommen:
Die Verwendung von kortisonhaltigen Cremen und Tropfen muss nicht mehr deklariert werden.
Dagegen sind Medikamente mit Beta-2-Antagonisten, die zur Behandlung von Asthma eingesetzt werden, nicht nur vor den Wettkämpfen, sondern auch im Training anzumelden.
Die Benutzung von Finasterid (Wirkstoff gegen Prostata-Leiden und Haarausfall) ist verboten. Mit diesem Mittel ist es möglich, Dopingsubstanzen zu maskieren.
Ebenfalls verboten sind intravenöse Infusionen zu nichtmedizinischen Zwecken.

Die Liste der verbotenen Substanzen gibt es auf der Website des Österreichischen Anti-Doping-Comitès www.nada.at

Die gesetzliche Regelung zur Bekämpfung des Dopings findet man in folgenden Bundesgesetzblättern:
 


Strafrechtlich können dopende Sportler wegen Betrugs belangt werden. Im Österreichischen Strafgesetzbuch (StGB) enthält der § 47 (Schwerer
Betrug) eine diesbezügliche Regelung. Bei einem Schaden >50.000.- ist ein Strafrahmen von 1 bis 10 Jahren vorgesehen.

 

Auf der Website des Radweltverbandes UCI findet man eine laufend aktualisierte pdf-Liste aller Gesperrten: www.uci.ch
http://www.uci.ch/includes/asp/getTarget.asp?type=FILE&id=Nzk5OTY       Antidoping rule violation 2014.pdf

 

Bis in die Fünfziger Jahre zurück untersuchte die Turiner Staatsanwaltschaft den Medikamentenmissbrauch unter Profi-Fußballern in italienischen Vereinen. Anlass gab das Ausmaß der Verbreitung von ALS (Amyotrophe Lateralsklerose, endet mit dem Erstickungstod), einer  tödlichen Muskelkrankheit, unter den Spielern. Sie erkranken 24 mal häufiger an ALS als die "Normalbevölkerung". Gesamt sind unter den italienischen Fußballern 47 Fälle nachgewiesen.
Allein aus dem Team von Sampdoria Genua (Saison 1958/59) starben drei Spieler an ALS, darunter Ernst Ocwirk, Österreichs berühmtester Spieler (Kapitän der Weltauswahl).

1960 - Olympische Spiele in Rom. Während des Rad-Mannschaftsbewerbs stürzt der Däne Knud Enemark Jensen und stirbt kurz darauf. 2000 gesteht ein involvierter Arzt, dass eine Überdosis von Aufputschmitteln zu Jensens Tod geführt hat.
1
968 - der Boxer Jupp Elze bricht im Kampf gegen Carlos Duran in der letzten (15.) Runde bewusstlos zusammen und stirbt kurze Zeit später. Todesursache: das Amphetamin Pervitin.

1969 - Beim Radrennfahrer Rik van Steenbergen findet die belgische Polizei 10,5 kg Rohopium und  verdächtigt ihn, damit Fahrerkollegen zu versorgen. Doch der beteuert, damit hätte er nur seinen Eigenbedarf decken wollen.

1987 - Birgit Dressel, deutsche Siebenkämpferin, stirbt mit 26 Jahren an einem "allergischen Schock". Über Jahre  hinweg hat sie mehr als 100 Präparate eingenommen.

1988 - Bei den Olympischen Spielen in Seoul (Südkorea) wird der kanadische Sprinter Ben Johnson nach seinem Sieg im 100 Meter Finale positiv auf Anabolika  (Stanozolol) getestet und disqualifiziert (sein Trainer sagte später aus, dass Johnson bereits seit 1981 verbotene Substanzen verwendet hat).  Der Finalzweite, Carl Lewis, selbsternannter Saubermann und Moralprediger, wurde dadurch Olympiasieger. 

Im Dezember 2003 wurde Lewis wegen Trunkenheit am Steuer der Führerschein abgenommen.
Ebenfalls  2003 wurde eine Vermutung bewiesen: Die positiven Dopingproben amerikanischer Spitzenleichtathleten wurden über Jahre hinweg nicht veröffentlicht!

1987 bis 1992 - in diesem Zeitraum starben 18 belgische bzw. holländische Radfahrer und sieben schwedische Orientierungsläufer an Herzversagen!

GAUDI - Ende der Durststrecke; Bild: WEBSCHOOL
Bild WEBSCHOOL

 

1994 - Fußball-WM. Dem Argentinier Diego Maradona wird die Verwendung von Stimulanzien nachgewiesen. Er wird vom Turnier ausgeschlossen.
1997 - WM in Trondheim, der russischen Langläuferin Ljubow Jegerowa (5fache Olympiasiegerin) wird die  Verwendung des anabolen Steroids Bromantan nachgewiesen.
1997
- der Tennisprofi Andre Agassi kann nix dafür. In seiner Dopingprobe wird
das Aufputschmittel Crystal Meth (Methamphetamin) gefunden. Ganz verschreckt teilt er mit, dass er aus Versehen einen Schluck aus der Flasche seines Freundes getrunken und dabei unabsichtlich dessen Drogen eingenommen habe. Der ATP fand das total glaubwürdig.
1998
- der Festina-Skandal. Beim Masseur dieses Profi-Rad-Rennstalls werden am belgisch- französischen Grenzübergang verbotene, leistungsfördernde Medikamente in Großhandelsmengen  gefunden. Es folgt ein Geständnis über flächendeckendes Doping. Mit einer Ausnahme (Richard Virenque) gesteht das Festina-Team die Einnahme von EPO und wird von der Tour de France ausgeschlossen. Bei Razzien werden auch bei anderen Teams Dopingmittel gefunden.
 

1998 - Florence Griffith-Joyner (USA), die mehrfache Olympiasiegern und Trägerin der längsten Fingernägel in der Leichtathletikgeschichte, stirbt an Herzversagen. Ihre Weltrekorde von 1988 (!) über 100 Meter (10,49) und 200 Meter bestehen heute noch. Auch bei ihrem Tod stellte sich die Frage, ob er mit der nie zugegebenen Verwendung von leistungs- und wachstumssteigernden Medikamenten zusammenhängen könnte. 

1998 - Yuan Yuan (China, Schwimmerin) wird bei der Anreise zur WM am Flughafen von Perth mit einem Rucksack voller Dopingmittel erwischt. Das zieht eine Reihe von Razzien und Untersuchungen nach sich. Innerhalb von 18 Monaten werden mehr als 40 chinesische Schwimmerinnen + Schwimmer gesperrt.

1999 - alles im (am) Arsch? - nach der ersten Etappe der Tour de France wird Lance Armstrong, der spätere Sieger, positiv auf Kortikoide getestet. Nach 14 Tagen erklärt Armstrong in einer Pressekonferenz nie ein kortikoidhaltiges Medikament angewandt zu haben. Drei Tage darauf teilt der Rad-Weltverband mit, dass Armstrong wegen Sitzbeschwerden eine Kortisonsalbe verwendet und den Weltverband davon informiert habe. 2005, nach seinem 7. Tour-Sieg, gab Armstrong seinen Rücktritt vom Radsport bekannt. Fünf Wochen danach wurden zu wissenschaftlichen Zwecken ein paar seiner Proben aus 1999 überprüft. EPO-Nachweis POSITIV. Im Oktober 2008 lehnte Armstrong ein Ansuchen der französischen Anti-Doping-Agentur auf nochmalige Untersuchung seiner 1999er Proben ab.

2001 - Nandrolon steht bei prominenten Fußballern der italienischen Serie A hoch im Kurs. Ertappt werden Josep Guardiola (2x), Edgar Davids, Jaap Stam, Frank de Boer und Fernando Couto.

2001 - Mika Myllylä, finnischer Ski-Langläufer, Olympiasieger, Mehrfachweltmeister, und fünf Teamkollegen werden bei der WM in Lahti positiv auf die EPO-Maskierungssubstanz HES getestet. Myllylä streitet EPO-Doping ab, denkt ein paar Jahre darüber nach und bekennt sich 2010 doch dazu.

2002 - im Alter von 48 Jahren stirbt der ehemalige Diskus-Weltrekordler Ben Plucknett (USA) an den Folgen eines Hirnschlags. In seiner aktiven Zeit gehörte er zur Trainingsgruppe der kalifornischen "Big Men". Diese Diskuswerfer und Kugelstoßer steigerten ihre Leistungen mittels der damals verfügbaren Pharmazieprodukte in neue Höhen. Plucknetts letzter Diskusweltrekord wurde außerhalb der USA nie anerkannt. 

2003 - im Verfahren gegen das kalifornische Doping-Labor von Victor Conte stellt sich heraus, dass mehrere Weltklasseleichtathleten auf der Kundenliste des Labors aufscheinen. Neben dem Labor besitzt Conte auch die Firma BALCO, Herstellerin des anabolen Steroids THG (Tetrahydrogestinon, Deckname: "The Clear").  Eine interessante Kombination unternehmerischer Aktivitäten. BALCO soll laut Anklage mit dem Verkauf seiner - unter Spitzensportlern nicht unbeliebten - Produkte Millionenbeträge an den Steuerbehörden vorbei geschwindelt haben. Der Dopingverdacht war lange Zeit für die Behörden nur mäßig interessant. Im Juli 2005 kam es zu einem Schuldeingeständnis Contes, der damit einen öffentlichen Prozess verhinderte.
Zu den Kunden zählten
Kelly White (siehe unten), Tim Montgomery  - s. Urteil Dez. 2005 - Weltrekordhalter über 100 Meter, seine Lebensgefährtin, die mehrfache Olympiasiegerin und Weltmeisterin Marion Jones und deren Ex-Gatte, der im Jahr 2000 des Dopings überführte Kugelstoßer C. J. Hunter.  Weitere Konsumenten sind der Hammerwerfer John McEwen und die Hammerwerferin Melissa Price. Price wurde im Juni 2003 und später erneut nach einer Trainingskontrolle ertappt. Eine zweijährige Dopingsperre hat ihr Ehemann, der britische Kugelstoßer Carl Myerscough bereits hinter sich.
Auch Europas schnellster Sprinter, der Brite Dwain Chambers, wurde nach einer Trainingskontrolle (1. August 2003 in Deutschland) positiv auf THG getestet. In Erster Instanz erhielt er eine Sperre von zwei Jahren. Sein Trainer, Remi Korchemny, stand im Rahmen des Verfahrens gegen Conte ebenfalls unter Anklage.
In seiner Biographie "Race Against Me" (3/09) bekannte sich Dwain Chambers zur Verwendung von EPO, THG, HGH + Testosteron. 2009 wird er per Gerichtsbeschluss seine WM-Teilnahme erzwingen.

2004 - 20. Jänner  Philippe Gaumont und weitere Profis vom Team Cofidis werden auf dem Pariser Flughafen Orly von Drogenfahndern festgenommen. Vor dem U-Richter nennt er Einzelheiten seiner Dopingpraxis, Namen von beteiligten  Ärzten und Betreuern. In seinem Haar finden sich Kokainspuren, im Urin Anabolika.

2004 - Marco Pantani stirbt am 14. Februar 2004 im Alter von 34 Jahren nach einer Überdosis Kokain an Herzversagen in Verbindung mit einem Hirn- und Lungenödem. Eine Woche davor starb Lauro Minghelli (31 Jahre alt), Mittelfeldspieler bei Torino, an ALS (amyotrophe Lateralsklerose). An der äußerst seltenen Muskelkrankheit, nach einem US-Baseball-Star auch als Lou-Gehrig-Syndrom bezeichneten, sind innerhalb weniger Jahre 30(!) italienische Profi-Fußballer gestorben.
Im Mai gestand die US-Sprinterin
Kelly White die Einnahme von THG und EPO seit dem Jahr 2000. Als Bezugsquelle nannte sie BALCO. Die Goldmedaillen von der LA-WM 2003 (Siegerin über 100 und 200 Meter) wurden ihr aberkannt.
Die Zweitplatzierte, ihre Mannschaftskollegin Torrie Edwards, wurde nachträglich Weltmeisterin. Im April 2004 wurde auch Edwards ertappt. Das Stimulanz Nizethamid fand sich in ihrer Dopingprobe. 

2004 - zu Beginn der Tour de France sickert die Kunde vom Gebrauch eines neuen "Super-EPO" durch: CERA. Dabei handelt es sich um ein Medikament des Chemie-Konzerns ROCHE, dessen Markteinführung erst 2007 erfolgen soll. Der Letztplatzierte der Tour 2004 hätte mit seinem Stundenschnitt die Tour 1994 problemlos gewonnen!
Im Juni gesteht der Zeitfahrweltmeister
David Millar Doping mit EPO (obwohl daraufhin bis Juni 2006 gesperrt, bekommt er schon im Sommer 2005 einen Vertrag für die nächste Saison!) , im Juli wird der Mountainbike-Weltmeister Filip Meirhaege und im August der Straßen-Weltmeister von 1998, Oscar Camenzind positiv auf EPO getestet. 

2004 - beim Golden-League-Meeting in Paris (23. Juli) wird der US-Läufer Jerome Young (2003 Weltmeister über 400 Meter, Staffelolympiasieger) positiv auf EPO getestet. Schon im Vorjahr fand der Zoll in seinem Gepäck EPO. 1999 wurde er der Einnahme von Nandrolon überführt. Im November 2004 verhängte die US-Antidoping-Agentur (USADA) über ihn eine lebenslängliche Sperre.

2004 - am 2. August erstattete der Deutsche Leichtathletik Verband (DLV) Anzeige gegen den Trainer Thomas Springstein, weil er Mitgliedern seiner Sprint-Gruppe verbotene Doping-Substanzen verabreicht haben soll. In Springsteins Haus, das er gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin, der 400-Meter-Läuferin Grit Breuer, bewohnt, fand die Polizei am 29. September bei einer Hausdurchsuchung das Dopingmittel Testosteron-Undercanoat. Der DLV hat 1992 schon einmal auf die Dienste Herrn Springsteins verzichtet. Damals wurden "seine" Athletinnen, Katrin Krabbe und Grit Breuer der missbräuchlichen Verwendung des Kälbermastmittels Clenbuterol (stand damals noch nicht auf der Doping-Liste) zur Leistungssteigerung überführt. 1999 wurde Springstein wieder engagiert, 2002 zum "Trainer des Jahres" gewählt.

2004 - September. Christian Pfannberger, Rad-Profi aus Österreich, wird positiv auf Testosteron getestet. Zwei Jahre Sperre. Wie man 2009 sehen wird, wird es ihm keine Lehre gewesen sein.

2004 - September. Adrian Mutu, rumänischer Fußballprofi in Diensten des FC Chelsea, positiv auf Kokain getestet. Er verzichtet auf die Öffnung der B-Probe. Mildes Urteil: 7 Monate Sperre. Nicht verzichten wollte er jedoch auf 17,2 Mio. €, die er von der FIFA als Abfindungszahlung an den FC Chelsea aufgebrummt bekam. Er ging vor den CAS, der 3 x (2005, 2007 2009) gegen ihn entschied. Im Jänner 2010 kam er erneut in "Schwierigkeiten".

2004 - Ende Oktober werden die vier Erstplatzierten und weitere fünf Teilnehmer der Guatemala-Radrundfahrt des Dopings überführt. Acht Fahrer hatten mit EPO, einer mit Testosteron gedopt.

 

2004 - Olympische Spiele in Athen
 

Getreu ihrem bewährten Motto: "Es ist Dopingkontrolle, aber ich geh´ nicht hin", handelten der griechische Sprinter Kostas Kenteris und seine Mannschaftskollegin Ekaterini Thanou auch bei den Olympischen Spielen in ihrer Heimat. Schließlich war ihre Verweigerungshaltung noch nie bestraft worden. Ein vorgetäuschter Motorradunfall mit nachfolgendem mysteriösen Spitalsaufenthalt half auch nicht weiter. Es drohten Sanktionen. Um den Schaden möglichst gering zu halten und einem Ausschluss zuvor zu kommen, zogen sie ihre Akkreditierung zurück.
Zwei Tage danach fand die Polizei bei einer Durchsuchung der Wohnung ihres Trainers, Christos Tzekos, 1.400  Packungen Anabolika! Genug, um komplette Nationalmannschaften damit zu versorgen. Schon 2003 hatte man bei ihm ein Anabolika-Lager gefunden. Damals gab´s allerdings nur 14.800 Euro Geldstrafe.
Wo sich wohl der griechische Gewichtheber und Bronzemedaillengewinner Leonidas Sabanis das Zeug beschafft hat? Jedenfalls war er nach positiver (zu hoher Testosteronwert) A- und B-Probe seine Medaille wieder los. Das schmerzte die griechische Post. Sie musste eine Sonderbriefmarke, auf der Sabanis abgebildet war, vernichten.

Im Dezember 2004 sperrte der Internationale Leichtathletikverband (IAAF)
Kenteris und Thanou für zwei Jahre. Nach langer Überlegungsdauer fasste der griechische Verband am 20. März 2005 den Beschluss, die beiden Sünder NICHT zu sperren. Sie seien unschuldig, denn sie wären nur deshalb nicht zu den Dopingtests erschienen, weil ihnen ihr Trainer die Termine verschwiegen habe! Herr Tzekos fasst dafür eine vierjährige Sperre aus.
Die Russin Irina Korscharenko, Siegerin im Kugelstoßen, konnte sich auch nur 48 Stunden über ihre Goldmedaille freuen. Positiver Dopingtest. Das Mittel: Clenbuterol, bewährt in der Kälbermast und - vor einigen Jahren - bei der deutschen Sprinterin Katrin Krabbe (siehe oben). Im selben Bewerb wurde die Usbekin Olga Tschukina Letzte. Sie hatte vergeblich auf Clenbuterol gesetzt. Als weiteren Fan dieses Anabolikas enttarnten die Chemiker den weißrussischen Hochspringer Aleksei Lesnitschi.
Robert Fazekas
, ungarischer Sieger im Diskuswerfen, geizt mit seinem Urin. Deshalb wollte er ihn nicht für eine lächerliche Doping-Probe verschwenden und verweigerte den Test. Als die Kontrollore darauf bestanden, versuchte Fazekas seinen Urin gegen einen fremden auszutauschen. Die Goldmedaille wurde ihm aberkannt aber nicht abgenommen. Er hatte sich mitsamt der Medaille schon in die Heimat abgesetzt.
Sein Landsmann, der Gewichtheber Zoltan Kovacs, ließ es auch nicht fließen. Er versuchte keine Manipulation, er ging einfach. Mannschaftskollege Ferenc Gyurkovics, verlor seine Silbermedaille nach dem ihm die Verwendung von Oxandrolon (anaboles Steroid) nachgewiesen werden konnte. Zoltan Kecskes war schon vor Wettkampfbeginn positiv getestet worden. Ebenso wie:
Wafa Ammouri
(Marokko), Victor Chislean (Moldawien), Tratima Kumari Na (Indien), Shabaz Sule (Türkei) und Khine Nan (Myanmar).
Ein weiterer starker Ungar, Adrian Annus, Olympiasieger im Hammerwurf, wollte besonders schlau sein. Er reiste hurtig nach Hause, gab sofort seinen Rücktritt bekannt und dachte, er sei fein raus. Doch solange die Spiele dauern, muss sich jeder Olympiateilnehmer für Dopingtests bereit halten. Rücktritt nützt da nichts. Da das IOK ihn der Urin-Manipulation verdächtigte, ordnete es eine neuerliche Dopingkontrolle in seiner Heimatgemeinde an. Annus ließ das Anti-Doping-Team "verscheuchen" und kam einem neuerlichen Termin, tags darauf am österreichisch-ungarischen Grenzübergang Schachendorf, nicht nach. Olympiasieg aberkannt.
Olena Olefirenko
, ukrainische Ruderin im Frauen-Doppelvierer, war mit dem Stimulans Ethamivan gedopt. Dadurch verlor die Ukraine die Bronzemedaille.
Wieder erwischt es zwei Damen aus der Gewichtheberriege: Albina Chomitsch (Russland, positiver Steroid-Nachweis) und Sanamacha Chanu (Indien, Diuretika-Einnahme).
Der Einnahme von Stanozolol wurden der russische 400-m-Läufer Anton Galkin (er war im Semifinale ausgeschieden) und Mabel Fonseca, Ringerin aus Puerto Rico, überführt.
In der Probe von Maria Luisa Calle Williams (Kolumbien) fand sich Heptaminol, damit war die im Punktefahren gewonnene Bronzemedaille wieder weg.

Tyler Hamilton
, Sieger im Rad-Straßenzeitfahren, wurde positiv auf Doping mit Fremdblut getestet. Das IOK teilte jedoch mit, dass er die Goldmedaille behalten dürfe. Grund: die B-Probe war nicht tiefgefroren, sondern nur gekühlt aufbewahrt worden und daher nicht mehr für eine Untersuchung verwertbar. Vier Wochen später wurde Hamilton erneut ertappt. Nach dem Zeitfahren an der Vuelta (Spanienrundfahrt), das er gewonnen hatte, enthielt seine Dopingprobe wieder Fremdblutanteile. Sperre: 2 Jahre
Im Dezember (!) wurden
Kostas Kenteris und Ekaterini Thanou wegen mehrmaliger Umgehung der Dopingtests vom Weltverband (IAAF) bis auf weiteres gesperrt. 

Bei den hier angeführten "Sündern" waren leicht nachweisbare Substanzen gefunden worden. Vielen Athleten zeigten unerklärliche Leistungssteigerung, trotzdem waren ihre Dopingtests negativ. Vielleicht bringt die Zukunft Licht in die Sache:
das IOK veranlasste, dass alle Proben acht Jahre lang eingefroren werden, damit sie späteren neuen Testverfahren unterzogen werden können.

Crystal Cox, DeeDee Trotter, Monique Henderson und Monique Hennagan (alle USA) gewinnen Olympiagold in der 4x400m-Staffel. Im März 2010 disqualifiziert die IAAF die Staffel und verlangt die Rückgabe der Medaillen. Die Startläuferin hatte gedopt.

 

2005 - nach einem positiven Test im März fasste im Juni (rückwirkend mit 1. April) der deutsche Radprofi Danilo Hondo eine zweijährige Sperre  und eine Geldstrafe in der Höhe von 65.000,- Euro aus (die Hälfte der beiden Strafen jeweils auf 5 Jahre Bewährung). In seiner B-Probe war das verbotene Aufputschmittel Carphedon nachgewiesen worden. Die Substanz war für die ehemalige Rote Armee entwickelt worden, um die Leistungsfähigkeit der Soldaten zu steigern und sie kälteunempfindlicher zu machen.
Am 17. März 2006 hob das Kantonsgericht in Lausanne per Einstweiliger Verfügung die Sperre auf. Hondo hatte damit argumentiert, dass die Substanz über verunreinigte Nahrungsergänzungsmittel in seinen Körper gelangt sei. Am 28. März hob auch der Weltverband UCI die Sperre auf.
Ende April 2007 verfügte das Waadtländer Kantonsgericht, dass Hondo die 2006 unterbrochene Sperre "nachzusitzen" habe. Verlängerung der Sperre somit bis 31. Jänner 2008.
 
2005 - wird Lance Armstrong bei einer Nachkontrolle einer Probe aus dem Jahr 1999 EPO-Doping nachgewiesen. Es wird kein Verfahren eingeleitet. Kurz danach spendet Armstrong dem UCI 100.000 Euro.

2005 - im Mai beschlagnahmte die Polizei vor dem Start zur ersten Bergetappe des Giro d´ Italia  im Mannschaftsbus des Teams Saunier-Duval ein umfangreiches Arsenal an Glukose-Infusionen. Seit Jänner verboten, rinnen die Glukoselösungen trotzdem unvermindert in die Athletenkreisläufe. 

2005 - die Schweizer Olympiasiegerin (Triathlon, Sydney 2000) Brigitte McMahon wird bei einer Trainingskontrolle im Juni positiv auf EPO getestet. 

2005 - am 12. Juli, knapp ein Drittel der Tour de France war gefahren, fand die Polizei an der  französisch- italienischen Grenze im Auto der Signora Frigo eine Ladung Dopingnachschub. Tags darauf wurde ihr Ehemann, der Rad-Profi Dario Frigo, vor dem Start zur 11. Etappe festgenommen. 

2005 - im September erhielten 193 ehemalige DDR-Sportler je 10.400 Euro Entschädigung für das von der DDR an ihnen vorgenommene Doping. 

2005 - Aitor Gonzalez, Sieger der diesjährigen Tour de Suisse, wird während der Vuelta positiv getestet (Methyltestosteron). 2 Jahre Sperre.
10 Monate nach einem positiven Dopingtest - Nandrolon - wird der Fußballer Everton Giovanella vom spanischen Verband für zwei Jahre gesperrt.
 

2005 - Die Einnahme von Clenbuterol, - wie schon bekannt, das von Kälbermästern gerne georderte anabole Steroid - war 2003 dem argentinischen Tennisprofi Mariano Puerta nachgewiesen worden. Dafür wurde er damals für 10 Monate gesperrt. Im Juni 2005 probierte er was Neues. In seiner Urinprobe, abgegeben nach dem Finalspiel des French Open, konnte die verbotene Substanz Etilefrin nachgewiesen werden.*
 
2005 - Der Spanier Alberto Heras, Bergspezialist (!) und vierfacher Vuelta-Gewinner (2000, 2003 - 2005),  wurde am vorletzten Tag der Spanienrundfahrt (17. Sep.) auf einer flachen Strecke Zweiter im Zeitfahren (!). Erklärung: sowohl in seiner A- als auch der B-Probe wurde EPO nachgewiesen. Die Aberkennung des Sieges und zwei Jahre Sperre waren im Feber 2006 die Folge.


2005
- Lang hat´s gedauert: im Dezember fasst der Sprinter
Tim Montgomery  - s. Info über das Doping-Labor von Victor Conte 2003 - eine Sperre bis Juni 2007 aus. Seine Ergebnisse, darunter ein 100m-Weltrekord, werden rückwirkend bis 31. März 2001 annulliert.

2005 - * 20 Dezember: Acht Jahre Sperre- rückwirkend ab 5. Juni -  fasste Herr Mariano Puerta für sein Etilefrin-Doping während des  French Open aus. Die seither gewonnenen 720.000 Euro Preisgelder muss er zurückerstatten, die ATP-Punkte werden aus der Wertung genommen. 

2005 - im Dezember wurde der österreichische Springreiter Thomas Frühmann wieder einmal positiv getestet. Im Jahr 2000 waren es Betablocker, 2005 das Diuretikum Hydrochlorothiazide. Die Einnahme der Präparate begründete der Athlet mit seinem Bluthochdruckleiden.

 

2006 - Jänner. Zweimal wurde im Vorjahr der 16jährigen Tennisspielerin Karatantschewa die Verwendung von Nandrolon nachgewiesen. Jetzt gabs das Urteil: zwei Jahre Sperre, Ergebnisse ab dem Zeitpunkt des Dopings gestrichen. 

2006 - Im Feber fasste der slowakische Tennisspieler Karol Beck eine zweijährige Sperre aus. Er war im September des Vorjahrs im Davis-Cup-Halbfinale positiv auf Clenbuterol getestet worden. 

2006 - 16. Feber. Die russische Biathletin Olga Pylewa war die erste ertappte Dopingsünderin bei den Olympischen Winterspielen in Turin. Carphedon hatte auf ihrem "Speisezettel" gestanden. Die Substanz wurde in Russland für die Rote Armee entwickelt und ist nur dort in Medikamenten enthalten. Sie steigert die Leistungsbereitschaft und vermindert die Kälteempfindlichkeit. Der deutsche Radprofi Danilo Hondo hatte 2005 Carphedon auch schon mal "probiert". 

2006 - 22. April. Der 100-m-Weltmeister und Olympiasieger Justin Gatlin liefert eine positive Dopingprobe ab. Das Mittel seiner Wahl: Testosteron. Die B-Analyse bestätigte das Ergebnis, das aber erst im 29. Juli an die Öffentlichkeit kam. Da er schon 2001 positiv auf Amphetamine (Aderall) getestet worden war, fiel die Strafe saftig aus: 8 Jahre Sperre. Sie wurde Ende 2007 durch die American Arbitration Association (AAA) auf vier Jahre reduziert. [Wie Marion Jones, Tim Montgomery und Shawn Crawford wurde er vom - am 16. Juli 2008 von der USADA lebenslänglich als Trainer gesperrten - Trevor Graham betreut]

2006 - 30. Juni. Drei Sieganwärter werden von einer Teilnahme an der Tour de France ausgeschlossen: Jan Ullrich, Ivan Basso, Francisco Mancebo. Ihre Namen waren in Zusammenhang mit einer Untersuchung wegen Dopingpraktiken gegen den spanischen Arzt
Eufemio Fuentes
aufgetaucht.
Zwei Jahre dauerte das zwischenzeitlich einmal eingestellte Ermittlungsverfahren gegen Fuentes, bis es im Oktober 2008 mit der Begründung, dass nach der 2006 geltenden Rechtslage keine strafbare Handlung vorlag und den betroffenen Athleten kein gesundheitlicher Schaden entstand, endgültig ad acta gelegt wurde. 

2006 - 20. Juli. Nach einem Einbruch am Vortag gewinnt Floyd Landis überlegen die 17. Etappe der Tour de France und legt damit den Grundstein für seinen Gesamtsieg. Am 27. Juli gab das Phonak-Team bekannt, dass bei Landis nach dem Etappensieg in der Dopingprobe ein zu hoher Testosteron/Epitestosteron gemessen worden war. Nach Veröffentlichung der ebenfalls positiven B-Probe (künstliches Testosteron nachgewiesen) kündigte Phonak Landis.
Weitere sieben B-Proben wurden erst 2007 analysiert, in allen wurde künstliches Testosteron gefunden.
Im September 2007 wurde ihm der Toursieg aberkannt und eine zweijährige Sperre - rückwirkend ab 30. 1. 2007 -  verhängt.
In letzter Instanz wird sein gegen das Urteil erhobener Einspruch im Juni 2008 vom Internationalen Sportgerichtshof (TAS) abgelehnt. Zusätzlich muss er der US-Anti-Doping-Agentur 100.000 $ überweisen. Im Mai 2010 wird die große Beichte kommen
Zwischen 2003 und 2006 ließ sich
Jan Ullrich laut Magazin "Spiegel" (Okt. 2009) 24 Mal von Herrn Fuentes behandeln. Ein staatsanwaltliches Verfahren gegen Jan Ullrich wurde 4/2008 gegen Zahlung von 250.000 € eingestellt. Das Verfahren gegen Ullrichs Betreuer und Manager Rudy Pevenage wurde gegen Zahlung von 25.000 € beendet. In einem Interview mit L Équipe im Juli 2010 wird Pevenage
zugeben, Ullrichs Fuentes-Ausflüge organisiert zu haben. Bis zur Verurteilung Ullrichs durch den CAS dauerte es bis Feb. 2012!

2006 - 19. August. Nur Stunden vor ihrem Start beim Letzigrund-Meeting begab sich Marion Jones heim in die USA. Am nächsten Tag war in der US-Presse zu lesen, dass sie bereits am 23. Juni in Indianapolis positiv auf EPO getestet worden war. Nach den Vorschriften der WADA hätte innerhalb von vier Wochen das Ergebnis der B-Probe vorliegen müssen. Die amerikanische Dopingagentur USADA hatte es nicht eilig. Jones erhielt reichlich Zeit für Starts bei lukrativen Meetings in Europa (Paris, Lausanne, Rom), denn erst nach zehn Wochen wurde die B-Probe analysiert. Das überraschende Ergebnis: negativ. Trotzdem waren nicht alle von ihrer Unschuld überzeugt. Im Oktober 2007 legte Jones ein "Dopinggeständnis" ab.

2006 - 26. August. Georg Swoboda und Mesterolon gewinnen in Podersdorf den Ironman-Staatsmeistertitel.

2006 - September. Knapp vor der WM wurden neun iranische Gewichtheber positiv getestet. Im Oktober sprach der Weltverband IWF die Urteile: Acht erhielten je zwei Jahre, der Neunte eine lebenslängliche Wettkampfsperre. 

2006 - November. An der Gewichtheber-EM für Senioren lieferte der Finne Leo Honkala (73!) einen positiven Dopingtest ab. Sperre: 2 Jahre 

2006 - Dezember. Lebenslange Sperre für den norwegischen Sprinter Aham Okeke, der im Juli bereits zum dritten Mal positiv getestet worden war. Er hat die Einnahme von Testosteron eingestanden.

 

2007 - Jänner. Bundesliga-Fussballer Modou Jagne (Stürmer beim Vorarlberger Verein Altach) gibt nach einem positiven Test den Genuss von Cannabis zu und verzichtet auf die Auswertung der B-Probe.
 
2007 - Feber. Rocky Balboa, US-Italo-Hengst bzw. Boxer alias Sylvester Stallone - oder umgekehrt - wurden bei seiner Einreise in Australien 48 Ampullen mit dem Wachstumshormon Jintropin abgenommen.
 
2007 - April. Fernando Silva, 2. bei der Cross-WM, droht der Verlust seiner Silbermedaille. Der Läufer war am 4. 12. 2006 positiv auf EPO getestet worden. 
2007 - April. 6 ÖSV-Athleten (Wolfgang Perner, Wolfgang Rottmann, Martin Tauber, Jürgen Pinter, Johannes Eder, Roland Diethart) werden lebenslänglich gesperrt. Während der Olympischen Winterspiele (Turin 2006) waren in ihrer Unterkunft verbotene Substanzen (hCG und Albumin), Spritzen, Ampullen, Infusionsnadeln, ... gefunden worden.
2007 - Mai. Bert Dietz und Christian Henn gestanden, dass sie während ihrer Zugehörigkeit zum Team Telekom (jetzt T-Mobile) im Zeitraum 1995 bis 1998 bzw. 1995 bis 1999 mit EPO gedopt haben. Kurz darauf bekannten sich Udo Bölts Erik Zabel ("Ich habe EPO während der ersten Woche der Tour de France 1996 genommen und wegen Nebenwirkungen wieder abgesetzt. Danach habe ich es nie wieder verwendet" T-Mobile-Pressekonferenz, 23. Mai 2007)Brian Holm und Rolf Aldag zu früherem EPO-Doping. Am nächsten Tag informierte der Tour-Sieger 1996, Bjarne Riis, dass er von 1993 bis 1998 gerne zu EPO, aber auch zu Kortison und Wachstumshormonen gegriffen hatte.   Bild WEBSCHOOL

Rosafarbenes Kinderrad. Bild: WEBSCHOOL
Neustart bei T-Mobile?

Die früheren Telekom Teamärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid wurden am 24. Mai von der Uni Freiburg fristlos entlassen. Gleiches widerfuhr Georg Huber, medizinischer Betreuer deutscher Olympioniken bei zwölf Olympischen Spielen, nach seiner Erklärung, zwischen 1980 und 1990 einzelne Nachwuchsfahrer mit Testosteron "behandelt" zu haben.
 

2007 - Juni. Nie gedopt, lediglich geplant habe er Doping, erklärte Ivan Basso im Vormonat. Der italienische Radsport-verband erkannte trotzdem eine Zweijahres-Sperre für angebracht.
 

2007 - Juli. Dem Magazin "Der Spiegel" berichtete der deutsche Radprofi Jörg Jaksche offen von seinen jahrelangen Doping-Praktiken, der Komplizen- bzw. Mitwisserschaft von Teamfunktionären, den Kontakten zum spanischen Doping-Arzt Fuentes und nannte auch Namen aktiver Fahrer (Winokurow).

2007 - Juli. Während der Tour de France wird bekannt (18. Juli), dass der T-Mobile-Fahrer Patrick Sinkewitz in seiner Anfang Juni entnommenen Blutprobe den erlaubten Testosteronhöchstwert um das 6fache überschritten hat. Als Reaktion auf diesen Dopingfall stellen ARD und ZDF die Übertragung der Tour ein.
Vier Tage vor Tour-Ende wurde der Führende, Michael Rasmussen, von seinem Verein Rabobank aus dem Rennen genommen und fristlos entlassen. Durch falsche Angaben zu seinem Aufenthaltsort hatte er sich mehrmals Dopingtests entzogen. Im Juni 2008 wurde er rückwirkend mit 25. Juli 2007 für zwei Jahre gesperrt.
Trostpflaster: ein Gericht sprach ihm am 2. Juli 08 700.000 € Schadenersatz zu, weil nur eine Kündigung, nicht aber eine fristlose Entlassung gerechtfertigt war.

2007 - Juli. Alexander Winokurows Dopingtest (vom 21. Juli) - nach seinem Gewinn der Zeitfahrens - war positiv. Es wurde Fremdblutzufuhr nachgewiesen. Als Reaktion beendete sein Team, ASTANA, den Tour de France-Auftritt. Mannschaftskollege und ebenfalls ertappter Fremdblutsbruder Matthias Kessler fasste dafür im Jänner 2008 eine Sperre bis 26. Juli 2009 aus.

2007 - Juli. Tags darauf verabschiedete sich die französische Mannschaft COFIDIS von der Tour, nachdem ihrem Mitglied Cristian Moreni die Verwendung von Testosteron nachgewiesen worden war. Moreni gestand und verzichtete auf die B-Probe.
Nach Ablauf seiner Sperre, 2009, wird Moreni der einzige Fahrer sein, der die, von allen Tour-2007-Fahrern unterschriebene, Ethik-Erklärung ernst nimmt und die damit verbundene Geldstrafe in der Höhe eines Jahresgehalts an den UCI überweist.

2007 - Juli. Die Mittelstreckenläuferin Jolanda Ceplak - getestet am 18. Juni - setzte auch auf EPO. A + B-Probe positiv. Sperre bis Juli 2009.

2007 - Juli. In Iban Mayos Dopingprobe vom 24. Juli wurde EPO nachgewiesen. Er hatte die Tour als 16. beendet.
 

2007 - August. Alexander Winokurows Landsmann und Mannschaftskollege bei ASTANA, Andrei Kaschetschkin, wurde bei einer Trainingskontrolle Blutdoping nachgewiesen. A + B-Probe positiv. Folge: 2 Jahre Sperre wegen Doping mit Eigenblut
 

2007 - September. Die Einnahme des Amphetamins Adderral durch den tunesischen Schwimm-Weltmeister Oussama Mellouli war seinem  Landesverband gerade mal eine Verwarnung wert. Der Internationale Sportgerichtshof (TAS) besserte nach: 18 Monate Sperre und Aberkennung des 2007 errungenen WM-Titels.
 

2007 - Oktober. Vor einem Richter gestand Marion Jones den Gebrauch von THG (Tetrahydrogestrinon) im Vorfeld von  Olympia 2000. siehe BALCO 2003 Die fünf Olympiamedaillen (Sydney 2000) gab sie  zurück, gegen eine zweijährige Dopingsperre erhob sie keinen Einspruch. Urteil wegen falscher Zeugenaussage am 11. 1. 2008: 6 Monate unbedingt

2007 - Oktober. Adil Kaouch, Weltklasseläufer aus Marokko, des EPO-Dopings überführt und bis August 2009 gesperrt.

2007 - Oktober. Martina Hingis, Spitzenspielerin im Tennis, informiert, dass in ihrer Doping-Probe - vorgenommen im Juni in Wimbledon - Kokain nachgewiesen wurde. Obwohl sowohl A-Probe als auch B-Probe positiv waren, bestreitet sie den Kokainkonsum und tritt zurück. Sie wird rückwirkend mit 1. Oktober 2007 für  zwei Jahre gesperrt.

 

2007 - November. Elmar Lichtenegger, österreichischer 110m-Hürdenläufer, wird positiv auf Nandrolon getestet. [Obwohl ihn eine Kärntner Mitarbeiterin der NADA vorgewarnt hatte!] Bringt ihm 2008 eine lebenslängliche Sperre ein.
2007 - November. Der belgische Radprofi Frank Vandenbroucke gesteht  in seiner Autobiographie "Ich bin nicht Gott" Doping mit EPO.

 
2007 - Dezember. Andy Pettitte, US-Baseball-Star, gibt die Einnahme von Wachstumshormonen zu. Nur zweimal und das schon vor fünf Jahren, habe er sie genommen, um nach einer Verletzung rascher zu gewohnter Leistungsstärke zu finden. Wachstumshormone stehen seit 2005 auf der Dopingliste der Baseball Major League (MLB).
Die von Ex-Senator George Mitchell geleitete Kommission veröffentlicht eine Liste, die mehr als 80 - zum Teil noch aktive - Baseball-Profis nennt, die Steroide und/oder Wachstumshormone genommen haben. Spieler ALLER Vereine sind vertreten. Nicht überraschend, dass der Home-Run-Rekordhalter Barry Bonds auf der Liste stand.

 

Plasma-Spendenzentrum HUMANPLASMA  -  Bild: WEBSCHOOL
Bild  WEBSCHOOL

Eine Anfrage der WADA (Nov. 2007) und die Berichterstattung der ARD (Jän. 2008) betreffend verbotene Blutmanipulationen im Wiener Plasmazentrum HUMANPLASMA sorgten für internationales Blätter-rauschen. Laut ARD sollen 30 deutsche Sportler, sowie Spitzenradprofis wie Michael Rasmussen (DK), Michael Boogerd (NL), Denis Mentschow (RUS) und Georg Totschnig (Ö) zu den Kunden gehört haben. In einem Brief an den Bundeskanzler (war an die Scheibe der Eingangstüre geklebt) dementierte das Institut:
... In diesem Schreiben (Anm. webschool: an die WADA) haben wir erklärt, dass Humanplasma ausschließlich Thrombozyten-Konzentrate und Plasma zur Behandlung von schwerkranken Patienten Krankenhäuser und große Industrieunternehmen liefert, und dass das Unternehmen dise Produkte zu keinem Zeitpunkt an Einzelpersonen geliefert hat.
Humanplasma hat niemals herkömmliche Blutspenden oder Eigenblutspenden durchgeführt. ...
 

Am 17. 1. 2008 entschuldigte sich der ARD: Es nicht vertretbar und mit unserer Berufsauffassung nicht vereinbar, wenn solche Pauschalverdächtigungen erhoben werden, ohne dafür belegbare Fakten zu haben.
Ein Verfahren gegen zwei verdächtigte Ärzte wurde von der Staatsanwaltschaft eingestellt, weil ihr mögliches Vergehen bereits vor Inkrafttreten des Anti-Doping-Gesetzes (Aug. 08) erfolgt wäre.

Ende September 2009 erstattete HUMANPLASMA bei der Finanz Selbstanzeige: Die Einnahmen aus 184 Blutbehandlungen von rund 30 Sportlern im Zeitraum 2003 bis 2006 seien dem Finanzamt nicht gemeldet worden.
Am 31. März 2009 teilte Bernhard Kohl, Tour-Dritter 2008, in einer Pressekonferenz mit, dass er dreimal die Dienste von HUMANPLASMA in Anspruch genommen habe.
Am 25. Mai 2009 war Bernhard Kohl Gast in der ARD-Sendung "Beckmann". Über sein Blutdoping bei HUMANPLASMA sagte er, dass er gemeinsam mit drei weitere Sportlern aus dem gegenüber gelegenen McDonalds abgeholt und zu HUMANPLASMA gebracht wurde. Dort sei ihm Blut abgenommen, behandelt und eingefroren worden. Nach einer Stunde war die Sache erledigt, der nächste Sportler kam an die Reihe. Nicht nur Radfahrer, sondern Sportler aus allen Ausdauerbewerben, nicht nur Sommer-, sondern auch Wintersportler, nicht nur Österreicher, sondern auch Internationale seien vertreten gewesen.
Zitate: "Mir unmöglich erscheint es, ohne Doping eine absolute Topleistung zu bringen" / "Die Blutzentrifuge habe ich mit zwei anderen Sportlern angeschafft" / "Die Blutbeutel wurden in Ö. aufgetaut, Matschiner ist nach den Tagesetappen damit in mein Hotel gekommen. Die Infusion geht sehr schnell. Für einen halben Liter Blut braucht es 20 Minuten." / "Doping bei Gerolsteiner war nicht teamorganisiert" / Um 8:00 Uhr wird Wachstumshormon gespritzt, um 9:00 Uhr kommt der Dopingkontrolleur und - Nichts" / "Abends 500 Einheiten EPO um 20:00 Uhr, nächsten Morgen um 8:00 Uhr nicht mehr nachweisbar" / "Bei mir hat Doping mit 19 Jahren begonnen".
In einem TV-Bericht [ATV; "Volkssport Doping"] nannte
Bernhard Kohl seine finanziellen Aufwendungen für Doping: "50.000 - 60.000 Euro / Jahr"
Im November 2009 schreibt der KURIER, dass die Österreicherin Stephanie Graf (800-Meter-Läuferin) die Dienste von HUMANPLASMA in Anspruch genommen hat. GRAF bestätigt das und präzisiert, dass ihr lediglich einmal Blut abgenommen, dieses jedoch nie zurückgeführt wurde.
Die NADA war wenig beeindruckt und verhängte über GRAF am
21. Juni 2010 wegen des "Versuchs einer verbotenen Methode" eine Sperre im Ausmaß von 2 Jahren.

Im März 2010 nennt HUMANPLASMA in einem offenen Brief an das ÖOC die Namen der Blut-Doping-Drahtzieher: Ex-Langlauftrainer Walter Mayer, Ex-Sportmanager Stefan Matschiner, Ex-Rudernationaltrainer Martin Kessler. Im Zeitraum von Ende 2003 bis Anfang 2006 haben die drei genannten Personen - und NUR diese - insgesamt für etwa 30 Sportler Blutabnahmen bei HUMANPLASMA organisiert. Diese Organisation umfasste insbesondere die Vereinbarung und Koordination von Terminen, die Begleitung der Sportler zu den Blutabnahmen sowie die Abholung der Konzentrate für die spätere Rücktransfusion vor Wettkämpfen.
Im April 2010 meldet die holländische Tageszeitung "Algemeen Dagblad", dass Michael Boogerd (NL) und Thomas Dekker (NL) zum Kundenkreis von HUMANPLASMA zählten.

 

Kann man sauber Rennen gewinnen?
Ja, bestimmt.
Auch die Tour de France?
Dazu habe ich nichts zu sagen.

 Marc Madiot, Teamchef von La Française des Jeux, in einem NZZ-Interview.  NZZ 21. Juli 2009

 

2008 - Jänner. Der internationale Ruderverband (FISA) annulliert die Olympia-Qualifikation des russischen Männer-Achters wegen Dopings dreier Mannschaftsmitglieder. Insgesamt waren im Jahr 2007sechs russische Ruderinnen und Ruderer des Dopings überführt worden.
Am 27. Jänner suspendierte der FISA alle Funktionäre, Trainer und medizinische Betreuer des russischen Verbandes wegen der Dopingvorfälle und mangelnder Kooperation bei ihrer Aufklärung bis 27. Jänner 2009.
Am 6. Feber wurden zwei weitere russische Ruderinnen wegen Verwendung intravenöser Infusionen für zwei Jahre gesperrt.

2008 - Jänner. Vor sieben Jahren erstmals erwischt (EPO), 2003 erneut (EPO) und in der Folge bis 2005 gesperrt, war die finnische Langläufern Kaisa Varis . Am 6. Jänner lieferte sie - mittlerweile Biathletin - erneut eine positive Dopingprobe: gentechnisch verändertes EPO. Die B-Probe bestätigte das Ergebnis.
 

2008 - Feber. Mirko Deflorian, italienischer Skifahrer, wird positiv auf Kokain getestet. Im September sprach ihn der italienische Skiverband frei, drei Monate später bekam er vom nationalen olympischen Komitee eine Sperre für 18 Monate verpasst.
 

2008 - April. Nach Zahlung eines sechsstelligen Euro-Betrages wurde ein Betrugsverfahren gegen Jan Ullrich wegen Schädigung seines ehemaligen Teams T-Mobile durch Doping eingestellt.

2008 - April. Elf griechische Gewichtheber werden bei einer Trainingskontrolle positiv auf gestestet. Mittel ihrer Wahl war das modifizierte Testosteron Trenbonol.

2008 - April. Maurice Green (US-Sprinter, 1999 mit 9,79 WR über 100m) gesteht eine Zahlung von 10.000 $ an den Doping-Großverteiler Angel Guillermo Heredia (Mexiko). Während Heredia angibt, Green mit EPO, ATP und den Wachstumshormonen IGF-1 und IGF-2 versorgt zu haben, will Green die 10.000 $ für Kollegen aus der Trainingsgruppe bezahlt haben. Weiters sagt Heredia aus, dass er von 1997 bis 2001 Antonio Pettigrew mit EPO und Wachstumshormonen versorgt hat. Pettigrew (US-Sprinter, mehrfacher Weltmeister mit der US-4x400m-Staffel), selbst nie positiv getestet, gestand Dopinggebrauch im Verlauf des Meineid-Prozesses gegen seinen ehemaligen Trainer Trevor Graham.

2008 - April. Susanne Pumper, österreichische Langstreckenläuferin, hat am 6. März eine positive Dopingprobe abgegeben.  Die B-Probe bestätigte den EPO-Verdacht.

2008 - Mai. Schwimm-Europameister Ioannis Drymonakos, Griechenland, wird Doping mit Trenbonol nachgewiesen.

2008 - Mai. In A- und B-Probe der österreichischen Triathletin Lisa Hütthaler wird EPO gefunden.
Im März 2009 gestand sie in einem Kurier-Interview Doping und war die erste, die ihre Bezugsquellen nannte:
Stefan Matschiner + Dr. Andreas Zoubek. Im Juni 2009 wird sie wegen Bestechungsversuchs (an Mitarbeiterin im Labor Seibersdorf) zu drei Monaten bedingter Haft verurteilt. Ihre Berufung gegen das Urteil bringt ihr im November 2009 eine Erhöhung auf fünf Monaten bedingter Haft ein.
Während des Verfahrens gegen
Stefan Matschiner wird sie im Okt. 2010 aussagen, dass sie von ihm etwa fünf Mal Dopingmittel bezogen und dafür mindestens 10.000 € gezahlt zu haben. Daneben hatte sie noch einen weiteren Lieferanten.

2008 - Mai. Mit € 5.000,- und etwas Sozialarbeit konnte der deutsche Eishockey-Nationalspieler Florian Busch seine versäumte Trainingskontrolle vom 6. März kompensieren. Grund für seine Abwesenheit: Verabredung zum Abendessen. Erinnert an Rio Ferdinand, der war im September 2003 wegen dringender Shoppingverpflichtungen verhindert.
Der WADA war die Strafe für Busch viel zu gering, sie zog den Fall vor den CAS, der im Juni 2009 Busch für zwei Jahre sperrte.

2008 - Mai. Alessandro Petacchi wird vom Internationalen Sportgerichtshof (TAS) rückwirkend ab 1. Nov. 2007 zu einer zehnmonatigen (bis 31. Aug. 2008) Sperre verurteilt. Ein Test während des Giro 2007 hatte bei ihm zu hohe Salbutamol-Werte ergeben.

2008 - Mai. Bouchra Ghezielle, französische Mittelstrecken-Läuferin, wird wegen EPO-Dopings (Trainingskontrolle im März 2008) für 42 Monate gesperrt.

2008 - Mai. Die US-Turner Morgan Hamm + Tim McNeill werden positiv auf Glukocorticosteroid getestet.
 

2008 - Juni. Elizabeth Muthoka, 400-m-Läuferin aus Kenia, hat sich an den nationalen Meisterschaften mit Nandrolon gestärkt.

2008 - Juni. Antonio Pettigrew, Sprint-Olympiasieger, wird für zwei Jahre gesperrt, nachdem er im Mai als Zeuge in einem Gerichtsverfahren ausgesagt hatte, seit 1997 EPO und Wachstumshormone konsumiert zu haben. Im August aberkennt das IOC der 4x400-m-Sieger-Staffel von Sydney 2000, der Pettigrew angehörte, die Goldmedaille.
Im Oktober 2010 stirbt
Pettigrew an einer Medikamentenüberdosis.

2008 - Juni. Drei Tage vor dem Start der Belgienrundfahrt (29. 5.) wurde Tom Boonen positiv auf Kokain getestet. Macht aber nix, Doping wäre es erst einen Tag vor Beginn der Rundfahrt und während der Rundfahrt gewesen.

2008 - Juni. Der italienischen Jung-Radprofi Giovanni Carini und sein Landsmann Paolo Bossoni werden positiv auf EPO  getestet.

2008 - Juni. Julia Leantschuk (Testosteron) und Hindernis-Läuferin Irina Bachnuskaja (Stanozolol), beide Weißrussland, erwischt es beim Europacup in Frankreich.

2008 - Juni. Bei einer Trainingskontrolle erwischte es die bulgarische 1.500-m-Läuferin Julia Leantschuk (Testosteron).
 

2008 - Juli. Tour de France - 1. Etappe - 1. Doper:  Positiver EPO-Nachweis bei Manuel Beltran (Team Liquigas). Drei Etappen später erwischte es den Spanier Moises Duñas Nevado (Team Barloworld), ebenfalls ein EPO-Anwender. Kurz darauf war es schon ein EPO-Trio: der Italiener Riccardo Ricco (Team Saunier Duval), zweifacher Etappensieger der aktuellen Tour, entpuppte sich als weiterer EPO-Junkie. Nach Zeitungsmeldungen soll Leonardo Piepoli, Sieger der 10. Etappe und Mannschaftskollege von Ricco, mit den Worten "ich habe das selbe gemacht wie Riccardo" EPO-Doping gestanden haben. Nach der Schlussetappe wurde bekannt, dass Dimitri Fofonow positiv auf das Stimulanz Heptaminol getestet worden war. [Ricco wurde im Jänner 2009 vom CONI bis Jänner 2011 gesperrt und fasste im Juni 2010 von einem französischen Gericht 2 Monate Gefängnis auf Bewährung + Strafe bzw. Schadenersatz von je 3000,- € aus]

2008 - Juli. A- und B-Probe positiv beim niederländischen 3000-Meter-Hindernis-Läufer Simon Vroemen. Nachgewiesen wurde das anabole Steroid Metandienon.

2008 - Juli. A- und B-Probe positiv bei der US-Schwimmerin Jessica Hardy. Sie hatte das von Asthmaleidenden, Kälbern, Olympioniken in Athen 2004, Tennisprofis (siehe Mariano Puerta, Karol Beck), Katrin Krabbe, ... geschätzte Clenbuterol verwendet. Sperre: 2 Jahre. Von einem US-Sportgericht auf ein Jahr reduziert.

2008 - Juli. Schwimmerin Rebeca Gusmao wird für 2 Jahre gesperrt. Die Brasilianerin war 2006 (!) positiv auf Testosteron getestet worden.

2008 - Juli. Dem griechischen 400-Meter-Läufer Dimitris Regas wird Doping mit dem Steroid Trenbonol nachgewiesen.

2008 - Juli. Straßenrad-Weltmeisterin Marta Bastianelli (I) - A-Probe positiv auf den Appetitzügler Fenfluramin getestet

2008 - Juli. Wegen der Manipulation ihrer Urinproben werden sieben russische Leichtathletinnen vom LA-Weltverband für 33 Monate gesperrt, alle seit April 2007 errungenen Titel aberkannt: Ex-Weltmeisterin über 5000 Meter, Olga Jegorowa, Hallen-Weltrekordlerin Jelena Sobolewa, Europameisterin Tatjana Tomaschowa und Hallen-Vizeweltmeisterin Julia Fomenko (alle 1500 Meter) sowie die Europameisterin Daria Pischtschalnikowa (Diskus) und die frühere Hammerwurf-Weltrekordlerin Gulfia Chanafajewa. Erst mittels DNA-Analysen gelang der Nachweis, dass die bei den Trainingskontrollen abgegebenen Urinproben von anderen Personen stammten.

2008 - Juli. Anastasios Gousis, griechischer Sprinter, positiv auf das bei griechischer Sportlern sehr geschätzte Steroid Methyltrienolon (=Trenbonol) getestet. siehe April + Mai 2008
 

2008 - August. Ein im Juli vorgenommener Test beim italienischen Fechteuropa- und Weltmeister Andrea Baldini, wies ein Diuretikum nach. Diese Medikamentengruppe wird zum Verschleiern von Dopingsubstanzen genutzt.

2008 - August. Positiver EPO-Nachweis bei den russischen Gehern Sergei Morosov, Waleri Bortschin und Wladimir Kanaikin. Ausschluss von den Olympischen Spielen durch den russischen Verband.
 

2008 - September. Die Österreichische Doping-Agentur meldet positive Dopingproben dreier Athleten im Juli. Gibt weder Namen noch Sportart bekannt.

2008 - September. Dem pakistanischen Gewichtheber Naveed Ahmed Butt wird die Verwendung von Anabolika nachgewiesen.

2008 - September. Nach einem Rennen in Belgien wird der deutsche Radprofi David Kopp positiv auf Kokain getestet. Die Bekanntgabe des Testergebnisses an den Weltverband UCI erfolgte mit leichter Verzögerung im März 2009!
 

2008 - Oktober. Nachtrag zur diesjährigen Tour de France: erneute Untersuchung auffälliger Doping-Proben von mehreren Radprofis überführten als CERA-Konsumenten Stefan Schumacher und ein paar Tage später seinen Teamkollegen, Bernhard Kohl, Tour-Dritter und Sieger der Gesamtbergwertung. NADA-Urteil für Kohl: 2 Jahre Sperre (23. 11. 08). Schumacher wird im März 2013 Doping zugeben.


Bild: WEBSCHOOL

2008 - November. Tim Montgomery gesteht in einem TV-Interview Doping vor Olympia 2000 (Sydney) mit Testosteron und HGH siehe auch 2005

2008 - November. Wassili Iwantschuk (Ukraine), verweigerte nach seiner letzten Partie bei der Schach-Olympiade in Dresden die Dopingkontrolle und zischte fluchtartig in die Heimat ab.

 

2008 - Olympische Spiele in Peking
 

Ekaterini Thanou, Sprinterin und listenreiche Motorradfahrerin aus Griechenland, für Peking qualifiziert, wird vom IOC von den Spielen mit der Begründung ausgeschlossen: "Frau Thanou hat großen Schaden angerichtet. Dadurch wurde nicht nur das IOC, sondern die gesamte olympische Bewegung beschädigt".
Am 31. Juli, vor Beginn der Wettbewerbe aber bereits im Olympischen Dorf eingezogen,  wird die spanische Radfahrerin Isabel Moreno positiv auf EPO getestet.
Keine Titelverteidigung für Fani Halkia, 400-Meter-Hürden-Olympiasiegerin in Athen. Ein positiver Test auf das, von griechischen Sportlern gern konsumierte Trenbonol (=Methyltrienolon) ermöglichte ihr einen vorzeitigen Heimflug.
Sureyya Ayhan, türkische 1.500 m-Europameisterin, erspart sich auch den Hinflug. Beim Vorbereitungstraining (September 2008, USA) wird sie positiv auf die anabolen Steroide Methandienon und Stanozolol getestet. Mit einer Dopingsperre aus dem Jahr 2004 im Rucksack erhält sie jetzt eine lebenslange Sperre, die im November 2009 vom CAS bestätigt werden wird.
Der Betablocker Propanolol brachte dem nordkoreanischen Silber- und Bronzemedaillengewinner im Pistolenschießen Kim Jong-Su erst eine ruhige Hand und danach den Verlust der Medaillen ein.
Das auch zur Maskierung von Dopingmitteln verwendete Diuretikum Furosemid fand sich in der Probe der Vietnamesin Thi Ngang Thuong Do (Turnen).
Ludmilla Blonska (Ukraine, Silber im Siebenkampf), wurde die Verwendung von Methyltestosteron nachgewiesen. Eine Wiederholungstäterin, bereits 2003 war ihr der Gebrauch von Stanazolol eine Sperre von 2 Jahren wert.
Ihren Landsmann, den Gewichtheber Igor Rasonorow, kostete die Verwendung von Nandrolon seinen 6. Platz.
Von Silber und Bronze werden sich die Hammerwerfer Wadim Dewjatowski und Iwan Tichon (beide Weißrussland) verabschieden müssen. Testosteron war ihr "Schicksal".
Dem
polnischen Kanuten Adam Seroczynski wird der Gebrauch von Clenbuterol nachgewiesen. Das Asthmamittel kann  den Abbau von Muskelmasse hemmen.

Delloreen Ennis-London (Jam) und Adrian Findley (Jam) haben 2006 und 2007 in den USA HGH und Anabolika geordert. Sie bestätigen den Empfang der Produkte, bestreiten aber deren Gebrauch! Quelle: Sports Illustrated Online,  4. 9. 08

Die vor und während der Spiele entnommenen 969 Blut- und 3.801 Urinproben wurden nach Methoden untersucht, die nicht auf dem letzten Stand der Wissenschaft waren. Aus diesem Grund veranlasste das IOC im Jänner 2009 die Nachkontrolle  von 948 Doping-Proben (101 Urinproben, 847 Blutproben) auf die Substanzen Insulin und CERA.
Im April wurde bekannt, dass sieben Blutproben von sechs Sportlern - darunter zwei Medaillengewinner - positiv waren.
Die 101 auf Insulin getesteten Proben waren negativ.
Die CERA-Anwender: Rashid Ramzi (Bahrain, A-Probe und im Juli 09 auch die B-Probe positiv), Gold über 1.500 Meter, sein Trainer Khalid Boulami hatte schon den Bruder, Brahim Boulami, erfolgreich mit EPO zum 3000m-Hindernis-Weltrekord (Aug. 2002) "betreut". Davide Rebellin (Italien, Silber im Rad-Straßenrennen, muss 11/2009 dem IOC die Medaille und dem CONI eine 75.000-Euro-Prämie zurück geben), Stefan Schumacher (Deutschland, Rad, ihm war bereits im Oktober 2008 Doping mit CERA während der Tour de France nachgewiesen worden), Athanasia Tsoumeleka (Griechenland, Geherin), Vanja Perisic (Kroatien, 800 m)
 

Paralympics in Peking

Positiver Test  auf Finasterid beim deutschen Rollstuhlbasketballer Ahmet CoskunFinasterid ist selbst keine Dopingsubstanz, es verschleiert aber deren Nachweis.

 

2009 - Feber. Drei Biathleten positiv auf eine bisher nicht verwendete Substanz, wie sich bei weiteren Untersuchungen herausstellte ein EPO-Generikum, getestet. Russische Medien nannten die Sünder beim Namen: Jekaterina Jurjewa, Albina Achatowa und Dimitri Jaroschenko (er lieferte lt. IBU sogar drei! positive A-Proben ab).

2009 - Feber. 21 (!) Teilnehmer an der Langlauf-Junioren-WM wurden wegen zu hoher Hämoglobinwerte mit einer fünftägigen Schutzsperre belegt. Erhöhte Hämoglobinwerte können ein Hinweis auf Doping (EPO, CERA) sein. Die Betroffenen begründeten sie mit Höhentraining.

2009 - Feber. Baseball-Star Alex Rodriguez gibt sich in einem TV-Interview am 9. 2. als reumütiger Doper. "Jung, dumm und naiv" hat er von 2001 bis 2003 ein Dopingmittel genommen. Herkunft und Substanz behält er für sich.

2009 - Feber. Die DNA-Analyse einer Dopingprobe, die der spanische Rad-Profis Alejandro Valverde im Vorjahr abgeliefert hatte, ergab bei einem Vergleich mit einem der 2006 beim Dopingarzt Eufemiano Fuentes beschlagnahmten Blutbeutel eine 100 %ige Übereinstimmung. Valverde stritt Doping gar nicht ab, sondern klagte das CONI, weil ein spanisches Gericht den italienischen Behörden untersagt hatte, in ihrem Verfahren Beweismittel spanischer Ermittler zu verwenden. Das CONI blieb unbeeindruckt, untersagte Valverde für zwei Jahre die Teilnahme an Wettkämpfen in Italien und ließ die spanischen Gerichte wissen, dass "Der Beweis, dass Valverde mit der Nummer 18 der Fuentes-Liste identisch ist, in Italien erbracht wurde".

 

2009 - März. Christian Pfannberger, vor fünf Jahren schon mal positiv getestet (Testosteron), wird bei einer Trainingskontrolle erneut des Dopings (A + B-Probe positiv) überführt. Substanz: EPO Führt im Nov. 2009 zu einer lebenslangen Sperre.

2009 - März. Beim Libanesen Georges Salameh wird an der Ski-WM im Blut ein Abbauprodukt von Kokain gefunden.

2009 - März. Der österreichische Radprofi Christof Kerschbaum wird für einige Tage in U-Haft genommen. Vorwurf: Handel mit EPO + Testosteron. Wegen der selben Anschuldigung landet kurz danach auch Ex-Langlauf und Biathlon-Trainer Walter Mayer (Ö) am gleichen Ort. Durfte aber länger bleiben.

2009 - März. Der LA-Weltverband sperrt Mitchel Pope (USA, Kugel), Jordan Vaden (USA, Sprint), Lada Tschernowa (RU, Speer), Swetlana Neschajewa (RU, Marathon), Manuel Repollet (Puerto-Rico, Kugel), Enrique Llanos (Puerto-Rico, Hürden). Allen konnte Doping mit Anabolika nachgewiesen werden.

2009 - März. Natalja Matwejewa (RU) im Jänner beim Weltcup der Skilangläuferinnen positiv auf EPO getestet.

2009 - März. Bernhard Kohl  - siehe Oktober 2008 - gesteht den Gebrauch von Dopingsubstanzen seit 2005. Die Mittel seiner Wahl: EPO, Epoetin delta (= EPO aus menschlichen Zellen, Dynepo®), Cera, Wachstumshormone, Testosteron (Andriol®), Insulin. Lieferant für alle Substanzen (außer Cera) sei sein Manager Stefan Matschiner gewesen.

2009 - März. Hochaktuell teilt der chinesische Schwimmverband mit, dass im Juni 2008 sieben Schwimmer positiv auf  Clenbuterol getestet wurden. Dem Weltschwimmverband FINA sind nur 5 (?) Fälle bekannt.

2009 - März. Tennisprofi Richard Gasquet (Frankreich) wird beim ATP-Turnier in Miami Kokain-Konsum nachgewiesen. Gasquet gab sich überrascht. Ohne sein Wissen müsse die Droge während eines leidenschaftlichen Kusses mit seiner Freundin in seinen Körper gelangt sein. Für die Juristen des Internationalen Tennisverbands (ITF) eine glaubwürdige Erklärung. Gasquet fasste lediglich eine Sperre von zehn Wochen aus.

 

2009 - April. Athanasia Tsoumeleka (griechische Olympiasiegerin 2008 im 20km Gehen) wird wegen EPO-Dopings (6/2008) ebenso für zwei Jahre gesperrt wie der belgische Mittelstreckler Hassan Mourhit (Steroide). Eine lebenslange Sperre fasst  der italienische Marathonläufer Roberto Barbi wegen seines dritten Dopingvergehens aus (EPO).

2009 - April. Tyler Hamilton (Rad) gibt seinen Rücktritt bekannt. War im Feber positiv auf DHEA (Dehydroepiandrosteron,  verhindert Testosteronabbau im Alter) getestet worden. siehe auch Athen 2004

2009 - April. Moris Carrozzieri, Spieler beim italienischen Serie A-Klub Palermo, wird nach dem Meisterschaftsspiel gegen Torino positiv auf Kokain getestet.

 

2009 - Mai. Tom Boonen liefert nach nicht einmal 11 Monaten erneut einen positiv Kokain-Test ab.

2009 - Mai. Was Baseball-Star Manny Ramirez (Los Angeles Dodgers) wohl genommen hat? Jedenfalls fasste er ein 50-Spiele-Sperre wegen Einnahme einer "leistungssteigernden Substanz" aus.

2009 - Mai. Eine Expertenkommission teilt mit, dass an der Uni Freiburg zwischen 1995 und 2006 Fahrer des Teams Telekom (später T-Mobile) von zwei Ärzten der Uni-Klinik (Lothar Heinrich + Andreas Schmid) mittels EPO, Cortisonpräparaten, Wachstumshormonen und Eigenbluttransfusionen gedopt wurden. Namentlich wurden zwei Rad-Profis, Matthias Kessler und Andreas Klöden im Zusammenhang mit Eigenblutdoping genannt.

2009 - Mai. Strafverfahren gegen Ski-Langläufer Christian Hoffmann (Österreich, Olympiasieger 2002) wegen Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz eingeleitet.

2009 - Mai. Bei den Belgischen Bodybuildingmeisterschaften stachen die Nadeln ins Nichts, blieben die Beutel leer. Ehe die Fahnder mit ihrer nicht angekündigten Dopingkontrolle beginnen konnten, kam es zu einer Massenflucht. Alle 20 Sportler nahmen Reißaus.

2009 - Mai. Dem Mountainbiker Jürg Graf (Schweiz) wird Doping mit dem Blutdruckmittel Oxilofrin nachgewiesen (A- und B-Probe positiv).

2009 - Mai. Trainingskontrolle beim Schweizer Bobfahrer Raphael Fuchs, gefunden wird ein zu hoher Testosteronwert.

2009 - Mai. Bernhard Kohl  - siehe Oktober 2008 + März 2009 - tritt vom Radsport zurück. Seine Aussagen zur Karriere in Schlagworten: Doping seit 19 - ohne Doping ist Spitzensport nicht möglich - ich wurde 200 mal getestet, hätte 100 mal positiv sein müssen, wurde aber nur einmal erwischt - systematisches Doping mit nicht nachweisbaren Substanzen erforderten hohen finanziellen Aufwand - verbreitete Verwendung von Wachstumshormon im Spitzensport. Zitate aus Kohls Auftritt in der Sendung BECKMANN
Im August wird der von Kohl der Dopingweitergabe beschuldigte Stefan Matschiner zugeben, Proben seiner Schützlinge in WADA-Laboren getestet zu haben, um die Dosierung zu optimieren.
Im Juni 2010 wird der bereits vom Radsport zurückgetretene Kohl von der NADA lebenslänglich, d. h. bis 6. Juli 2014, gesperrt und zum Ersatz der Verfahrenskosten verpflichtet.
Im Oktober 2010 wird Stefan Matschiner wegen versuchten Blutdopings und der Weitergabe illegaler Dopingmittel zu 15 Monaten Haft, davon ein Monat unbedingt, verurteilt.

 

2009 - Juni. Radprofi Antonio Colom (Spanien; Fahrer im Team Katjuscha) wurde im April positiv auf EPO getestet. Ergebnis der B-Probe noch offen.

2009 - Juni. Wegen Auffälligkeiten in ihren Blutprofilen werden Verfahren gegen die Radprofis Igor Astarloa, Ruben Lobato, Ricardo Serrano (alle Spanien), Pietro Caucchioli und Francesco De Bonis (beide Italien) eingeleitet.
Immer schön gemütlich, erst im Juni 2010 wird Serrano vom spanischen Radsportverband für 2 Jahre gesperrt.
Am Dauphiné Libéré wird dem Euskaltel-Fahrer Inigo Landaluze (Spanien) die Verwendung von CERA nachgewiesen.

2009 - Juni. Die 2003 von der Baseball-Major-League vorgenommene Dopingstudie überführte 104 Doper. Sanktionen gab es keine, damals waren alle Substanzen erlaubt. Langsam sickern Namen der 104 durch. Im März  Alex Rodriguez, im Mai Manny Ramirez, im Juni Sammy Sosa.

 

2009 - Juli. Bei einer Nachkontrolle seiner Dopingprobe vom Dez. 07 wurde dem Radprofi Thomas Dekker (NL; Team Silence) EPO-Verwendung nachgewiesen.
Die Sportzeitung L'Equipe kündigte die Bekanntgabe der Namen von vier bis sieben Fahrern mit positiven Tests bzw. Unregelmäßigkeiten im Blutpass durch den Radweltsportverband (UCI) noch vor Tourbeginn (4. 7.) an.
Doch bis zum Ende der Tour blieb es still + stumm.
"Es wird darauf geachtet, dass nichts rauskommt, das wäre schlecht für das Geschäft. Die Kooperation des UCI mit dem Tour-Veranstalter ASO ist eine Sauce der Korruptionsharmonie, die Tour ein Kabarett zur Volksverdummung." Prof. WERNER FRANKE

2009 - Juli. Claudia Pechstein (D; Eisschnellläuferin, 5 x Gold bei Olympischen Spielen) hatte im Feb. 2009 in ihrer Doping-Probe auffällige Werte. Mit leichter Zeitverzögerung wird sie rückwirkend mit 8. Feb. 09 von der Internationalen Eislauf-Union (ISU) für zwei Jahre wegen Blutdopings gesperrt. Laut der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft war in ihrem Blut eine erhöhte Anzahl RETIKULOZYTEN (Testwert der Probe: 3,5 %; Normalwert: 0,5 bis 1,5 %; Doping-Toleranzgrenze: 2,4 %) festgestellt worden.
[Zu einer Überproduktion von RETIKULOZYTEN - Vorstufe der roten Blutkörperchen - kommt es aus Krankheitsgründen, nach Höhentrainingslagern, nach dem Gebrauch von EPO]
Am 25. 11. 09 bestätigt der Internationale Sportgerichtshof (TAS) die von der ISU verhängte Sperre. Pechstein 
kündigt den Gang vor das Schweizer Bundesgericht an.

2009 - Juli. Yuri van Gelder (NL; Turner, Welt- + Europameister an den Ringen) positiv auf Kokain getestet.

2009 - Juli. Erfolgreiche überregionale Drogen-Razzia in Italien, 30 Personen werden angezeigt (darunter 12 Radprofis, Pharmavertreter, Sportdirektoren und Teamärzte), der Direktor des Radteams von Partizan Belgrad, Aleksandar Nikacevic sogar festgenommen. Große Mengen Dopingsubstanzen wurden sichergestellt.

2009 - Juli. Danilo Di Luca, italienischer Radprofi, Gesamtzweiter beim Giro d'Italia 2009, wurde nach der 11. und der 18. Etappe positiv auf CERA getestet. Bereits beim Giro 2007 war er wegen extrem niedriger Testosteronwerte aufgefallen. 2013 wird er wieder ertappt werden.

2009 - Juli. Fünf jamaikanischen Sprintern wird Doping nachgewiesen. Die beiden Nationalhelden, Usain Bolt und Asafa Powell waren es nicht! Als Sünder stellten sich heraus: Yohan Blake, Marvin Anderson, Allodin Fothergrill, Lansford Spence und Sheri-Ann Brooks. Die (Asthma-)Mittel-Substanz ihrer Wahl: METHYLXANTHINE (WADA-Liste: Verbotene Substanzen / S6. STIMULANZIEN)
Wegen eines von der Sprinterin erbrachten Nachweises einer unkorrekten Abwicklung der Analyse der B-Probe wird
Sheri-Ann Brooks am 5. 8. 2009 von Anti-Doping-Kommission Jamaikas freigesprochen, am 10. 8 hebt die Anti-Doping-Kommission auch die Sperre der vier Herren auf. Ein wenig voreilig, denn Anfang September gaben alle vier die Einnahme von Dopingmitteln zu.

2009 - Juli. Tamira Paszek, österreichische Tennisspielerin, probiert die mongolische Variante des Blutdopings (Eigenblutinjektionen mit homöopathischen Zusätzen durch eine mongolische Ärztin). NADA entscheidet im September: Kein Verfahren

2009 - Juli. Mikel Astarloza, spanischer Radprofi, Gewinner der 16. Etappe der diesjährigen Tour-de-France und 11. in der Gesamtwertung, gibt bei einer Trainingskontrolle am 26. Juni eine positive Urinprobe ab. Nachgewiesen wird EPO.

2009 - Juli + August
Tour de France: Die französische Anti-Doping-Agentur AFLD darf in die Auswertung der im Auftrag des Rad-Weltverbands (UCI) vorgenommen Dopingproben KEINE Einsicht nehmen und auch die Ergebnisse der vom AFDL selbst entnommenen Proben werden vom Untersuchungslabor nur dem UCI bekannt gegeben! Oh Wunder: Kein positiver Dopingfall während der Tour
Die AFDL durfte sich grade mal mit den Mistkübeln in den Mannschaftsquartieren beschäftigen, sehr zum Leidwesen der Tourbesitzerin ASO (Amaury Sport Organisation) mit Erfolg. Im Müll mehrere Radteams wurden Medikamente gefunden.
Weltmeisterschaften Schwimmen in Rom: "Der ganze Spitzensport ist mehr und mehr bereit, den rigiden Kampf gegen Doping aufzugeben" Harm Beyer, ehem. Vorsitzender des Anti-Doping-Schiedsgerichts des Schwimm-Weltverbandes FINA.
An den Weltmeisterschaften 2005, 2007, 2009 ließ die FINA keine Blutkontrollen vornehmen!

 

2009 - August. Die Sprinter Bruno Tenorio, Jorge Celio da Rocha Sena, Josiane da Silva Tito, Luciana França und die Siebenkämpferin Lucimara Silvestre - alle Brasilien - wurden bei einer Trainingskontrolle im Juni positiv auf EPO getestet.
Ihr Trainer, Jayme Netto, behauptete, den Athleten je zweimal EPO in den Bauch gespritzt zu haben.
2009 - August. Zwei Jahre Sperre für die brasilianische Hürdenläuferin Lucimar Teodoro nach positivem Dopingtest auf  Femproborex (Amphetamin) im Juni.
Im Jahr 2009 hat der Leichtathletikweltverband IAAF in Russland und Afrika keine Blutkontrollen vorgenommen.
2009 - August. Trainingskontrolle an der LA-WM. In der Probe des marokkanischen Hindernisläufers Jamal Chatbi wird Clenbuterol nachgewiesen. Endlauf ade.
2009
- August. Nur acht Monate hat es gedauert, bis bekannt wurde, dass die russischen Skilanglauf-Olympasieger Julia Tschepalowa + Jewgenij Dementjew sowie Nina Rysina Anfang Jänner (WC, Val di Fiemme) positiv auf EPO getestet worden waren.
2009 - August. Der neuseeländischen Marathonläuferin
Liza Hunter-Galvan war im März Doping mit  EPO nachgewiesen worden. Sie wird für zwei Jahre gesperrt.

 

2009 - September. Suspendierung für die deutschen Radfahrer Olaf Pollack und  Markus Cronjäger als Folge von positiven Tests im Juli.

2009 - September. Drei Fahrer des Liberty-Seguros-Teams - Nuno Ribeiro (Portugal),  Hector Guerra und Isidro Nozal (beide Spanien) - werden vom UCI wegen EPO-Dopings suspendiert.
2009 - September. Die Nachuntersuchung einer Alt-Dopingprobe des holländischen Radprofis Thomas Dekker lieferte ein positives Ergebnis. Dekker gibt Doping zu und wird von seinem Verein (Silence-Lotto) entlassen.
 

2009 - Oktober. Laut "ARD-Sportschau" am 4. 10. sollen beim Radprofi Linus Gerdemann im 1. HJ 2006 auffällige Blutwerte gemessen worden sein. Gerdemanns Hämoglobinwertes hatte in diesem Zeitraum zwischen 14,2 und 17,2 betragen, was auf ev. Manipulationen schließen lassen könnte.
2009 - Oktober. Eine Trainingskontrolle wies dem Italiener Gabriele Bosisio (Radteam LPR) die Verwendung von EPO nach.
2009 - Oktober.
Zweimal, am 2. Sep. in Lausanne auf eine Stimulanz und Mitte Sep. in Stuttgart auf Anabolika, war die Hürdenläuferin Josephine Onyia positiv getestet worden. Freispruch durch den spanischen Verband, Sperre durch den IAAF.
2009 - Oktober.
Die brasilianische Triathletin Mariana Ohata wird als Wiederholungstäterin (erstes Vergehen 2002) vom Weltverband ITU für sechs Jahre gesperrt. Bei einer Trainingskontrolle wurden Dopingmittel maskierende Furosemide  nachgewiesen. Siehe auch Peking 2008: Thi Ngang Thuong Do

2009 - Oktober. Der belgische Radprofi Frank Vandenbroucke stirbt 35jährig an einer beidseitigen Lungenembolie. Ferner ergab die Autopsie eine seit längerem Zeitraum vorhandene Herzkrankheit und zahlreiche Injektionsspuren. Siehe Bücherliste ganz unten: Ich bin nicht Gott; Monolog einer Frau, die in die Gewohnheit verfiel, mit sich selbst zu reden.
2002 hatte die Polizei in seinem Haus EPO, Testosteron, Clenbuterol, Aranesp, Wachstumshormone, Amphetamine, maskierende Mittel gefunden. Die Mittel seien für seinen Hund bestimmt, gab Vandenbroucke damals an.
2009 - Oktober. Die chinesische Sprinterin Wang Jing wird nach ihrem Sieg über 100 m bei den nationalen Meisterschaften des Dopings mit Testosteron überführt.
2009 - Oktober. Suspendierung des Triathleten  Andreas Bauer (Ö), dem nach einem Wettkampf am 23. August in der A-Probe die Asthmawirksubstanz Terbutalin nachgewiesen wurde.

2009 - November. Der Internationale Sportgerichtshof (TAS) sperrt den Radprofi Matteo Priamo (I) wegen Handelns mit Dopingmitteln für vier Jahre (bis 26. 2. 2013).
2009 - November.
Auffällige Testosteron- bzw. Epi-Testosteronwerte bei der deutschen Schwimmerin Sonja Schöber führten am 29. April 2010 - rückwirkend mit November 2009 - zu einer einjährigen Sperre bis 5. Nov. 2010.

2009 - Dezember. Suspendierung des Ski-Langläufers Christian Hoffmann (Österreich, Olympiasieger 2002) durch die NADA. Begründung: Verdacht des Mitbesitzes einer Blutzentrifuge.

 

2010 - Jänner. Nach Baseball-Star Alex Rodriguez (2009 Feber) vermeldet reuig ein weiterer Baseball-Heroe seine Dopingvergangenheit: Mark McGwire (Jahrgang 1964), seit neun Jahren nicht mehr aktiv, hat über sich Jahre hinweg mit Anabolika gestärkt. War nie in Gefahr erwischt zu werden, weil der MLB Dopingtests erst 2004 eingeführt hat. Die Sanktionen der MLB sind nicht sehr bedrohlich. Neifi Perez (Detroit Tigers) fasst nach seinem dritten positiven Dopingtest (Aug. 2007) ein Spielverbot für eine halbe Saison aus.

2010 - Jänner. Adrian Mutu, Spieler beim italienischen Erstdivisionär Fiorentina, wird 2 x der Einnahme von Sibutramin überführt. Sibutramin ist ein Appetitzügler, der auch als leistungsfördernd wirkt. Mutu war bereits 2004 Doping nachgewiesen worden.

 

2010 - Feber. Terry Newton, Mitglied des englischen Rugby-Nationalteams, wird als erstem Sportler Doping mit HGH nachgewiesen. Er ist geständig und fasst eine Sperre von zwei Jahren aus.

 

2010 - März. Eine Nachfrage per SMS an einen einschlägig bekannten Händler bezüglich Wachstumshormon STH (Somatropes Hormon), abgeschickt von der österreichischen Leichtathletin Müller-Weissina, veranlasste die NADA zur Einleitung eines Dopingverfahrens.
2010 - März. Positiver EPO-Test bei der polnischen Ski-Langläuferin Kornelia Marek während der Olympischen Spiele in Vancouver.
Sperre für 2 Jahre durch den polnischen Skiverband.

2010 - März. Bei einer Verwarnung beließ es das IOK als der Russin Swetlana Terentewa (Eishockey) und dem Slowaken Lubomir Visnovsky (Eishockey) in Vancouver die Verwendung von Stimulantien nachgewiesen worden war.
2010 - März. Nachdem die USADA der Startläuferin der siegreichen amerikanischen 4x400m-Olympia-Staffel (Athen 2004) Crystal Cox Doping mit Anabolika und EPO nachweisen konnte (Jän. 2010), gesteht Cox, im Zeitraum 2001 bis 2004 gedopt zu haben, gibt auch ihre Verwicklung in die BALCO-Affaire (siehe 2003) zu, akzeptiert die Rückgabe der Goldmedaille und eine vierjährige Sperre.
2010 - März. Nach einem Eintagesrennen in Belgien wird der Chinese Li Fuyu (aus dem Armstrong-Team Radio Shack) positiv auf Clenbuterol getestet.

 

2010 - April. LaShawn Merritt, (USA) Olympiasieger 2008 und mehrfacher Weltmeister über 400-Meter und in der 4 x 400 Meter Staffel, lieferte zwischen Oktober 09 und Jänner 2010 drei positive Tests ab. Er gab die Einnahme eines Penis-Vergrößerungsmittels zu, dessen Wirkstoff , das Prohormon Dehydroepiandrosteron, auch auf der Doping-Liste zu finden ist.
2010 - April. Thomas Frei, (CH) Radprofi bei BMC, gestand EPO-Gebrauch seit 2009. Er dopte mit Mikro-Dosen, die bereits wenige Stunden nach der Anwendung und ausreichender Wasserzufuhr nicht mehr nachzuweisen sind. Nach einem Rennen am 20. März 2010 hatte er zu wenig Wasser getrunken, sodass eine Dopingkontrolle am 21. März positiv ausfiel. Sperre bis 22. 4. 2012.
Im Juli 2010 beschließt der Schweizer Radsportverband - "Swiss Cycling" - Frei für alle Zukunft aus dem Nationalteam auszuschließen.
2010 - April. Eva-Maria Gradwohl, (Ö) Marathon-Läuferin, verweigert einen Dopingtest. Ein paar Tage später - Anfang Mai - gibt sie ihren Rücktritt vom Spitzensport bekannt.

 

2010 - Mai. Der Radsport-Weltverband UCI suspendiert Franco Pellizotti (Italien; siehe März 2011), Tadej Valjavec (Slowenien) und Jesus Rosendo (Spanien) wegen auffälliger Blutwerte und leitet ein Disziplinarverfahren ein.

2010 - Mai.  Floyd Landis (US-Radprofi - siehe dazu auch weiter oben, 20. Juli 2006), teilt dem Radsport-Weltverband UCI mit, seit 2002 (da wechselte er zum Armstrong-Team US Postal) mit verschiedenen Substanzen gedopt zu haben. Es habe sich um EPO, Testosteron, Wachstumshormone und Bluttransfusionen gehandelt. Seine Teamkollegen Lance Armstrong, David Zabriskie, Levi Leipheimer und George Hincapie hätten unter Anleitung bzw. mit Wissen des Teamchefs Johan Bruyneel ebenfalls gedopt.

Später habe er beim Schweizer Rennstall Phonak mit Wissen und Unterstützung des Teamchefs Andy Rihs damit weitergemacht.
2010 - Mai. Wegen einer positiven Dopingprobe bei der Tour de France 2009 (!) wird Radprofi Mikel Astarloza vom spanischen Verband bis zum 26. Juni 2011 gesperrt. Eine Trainingskontrolle am 26. 6. 2009 ergab positiven EPO-Nachweis.

 

2010 - Juni.  Alejandro Valverde (Radprofi, Spanien), in Italien seit Mai 2009 gesperrt, fasste nun auch eine vom CAS bestätigte Sperre bis 31. 12. 2011 aus. Der Internationale Sportgerichtshof sah es als erwiesen an, dass Valverde ein im Labor des Gynäkologen Eufemiano Fuentes (siehe oben: 30. Juni 2006) gefundener und mit "Piti Valv" ("Piti" war der Name von Valverdes Hund) beschrifteter Blutbeutel aufgrund eines DNA-Tests mit Sicherheit Valverdes Blut enthält. Gegen dieses Urteil klagte Valverde vor dem Schweizer Bundesgericht erfolglos.

2010 - Juni.  Pietro Caucchioli (Italien) wegen auffälliger Blutwerte (Blutpass) vom Nationalen Olympischen Komitee Italiens (CONI) bis 17. Juni 2011 gesperrt. Aus dem selben Grund war er schon im Juni 2009 suspendiert worden. siehe 2009 - Juni

2010 - Juni.  Elena Gaddoni (Italien, Mountainbikerin) wurde am 24. April Doping mit Testosteron nachgewiesen (A-Probe). Vom CONI suspendiert.
2010 - Juni.  Zum zweiten Mal positiv auf Kokain getestet (erstmals 2007), fasst der italienische Profi-Fußballer Francesco Flachi eine Sperre von beachtlicher Dimension aus: 12 Jahre

 

2010 - Juli.  Wegen Verdachts des Verstoßes gegen die Dopingbestimmungen leitet die NADA Verfahren gegen Josef Kugler, Michael Knopf und Hannes Gründlinger (Radfahrer, alle Ö) ein, wegen der Anschuldigung des Besitzes und der  Weitergabe verbotener Substanzen sowie der Anwendung unerlaubter Mittel und Methoden führt sie Ermittlungen gegen Christian Ebner (Rad, Ö), Robert Kircher (Mountainbike, Ö) und Michael Weiss (Triathlon, Ö).
2010 - Juli.  Shelly-Ann Fraser (Jamaika, 100 m Olympiasiegerin 2008, Weltmeisterin 2009) wurde im Mai positiv auf das morphinhaltige Schmerzmittel Oxycodon getestet. Verzichtet auf die Auswertung der B-Probe.

 

2010 - Aug.  Rafael Muñoz (Spanien, Weltklasseschwimmer) ist schlecht erreichbar. Zwischen Herbst 2009 und Sommer 2010 sollte er dreimal getestet werden. Doch, wo er vorgab zu sein, war er nicht. Die Dopingtester mussten wieder abziehen. In anderen Sportarten hätten Sportler ein Sperre bis zu zwei Jahren ausgefasst. Doch der Schwimmweltverband (FINA) akzeptierte die Entschuldigung des Sportler für einen versäumten Test (Muñoz habe sich in einem verwundbaren psychologischen Zustand befunden) und gab bekannt: "Herr Muñoz hat zwei Tests verpasst. Wenn das bis nächsten Sommer erneut vorkommt, muss er Sanktionen befürchten".

 

2010 - Sep.  Nach dem Milan Haborak (Slowakei, Kugelstoßer) bereits 2004 eine Zweijahressperre wegen eines Dopingvergehens konsumieren musste, konnte es für ihn nach einer positiven Trainingskontrolle im Juni 2010 nur noch eine lebenslängliche Sperre geben. Nachgewiesen wurde das Steroid Stanozolol.
2010 - Sep.  Trotz positiver Probe im Mai wird 100-m-Olympiasiegerin Shelly-Ann Fraser (Jamaika) auf Antrag des nationalen Verbandes vom LA-Weltverband nicht für zwei Jahre gesperrt.
Ihre Landsfrau Bobby-Gaye Wilkins (400-m-Läuferin), an der WM im März positiv auf "eine verbotene Substanz" getestet, wird bis April 2012 gesperrt.
2010 - Sep.  Bloß 3 Monate Sperre musste der australische Schwimmer
Ryan Napoleon, rückdatiert auf den 15. Juni abbüßen, weil er sich über einen falsch beschrifteten Asthma-Inhalator die Stimulans Formoterol  zugeführt hat.
2010 - Sep.  Positiver Dopingtest (Clenbuterol, A-Probe, 23. 8.) für den Deutschen Dimitrij Ovtcharov (Tischtennis-Mannschaftseuropameister). Verfahren im Oktober eingestellt.
2010 - Sep.  In einer Dopingprobe, abgeliefert vom dreifachen Tour-de-France-Sieger Alberto Contador am 21. Juli (Tour-Ruhetag), fand man Clenbuterol. Contadors Begründung: "Schlechtes Fleisch gegessen". Dem Weltverband (UCI) war das Ergebnis seit August bekannt.
2010 - Sep.  Während der Vuelta wurden drei spanische Radprofis positiv auf den Blutplasma-Expander HES getestet: Oscar Sevilla, Ezequiel Mosquera, David Garcia.

 

2010 - Okt.  Flottes Dopen bei den Commonwealth Games: Methylhexanamin wurde bei Osayemi Oludamola (Nigeria, Siegerin im 100m-Lauf) und ihrem Landsmann Samuel Okon (6. über 110m-Hürden) gefunden, Steroide bei Folashade Abugan (Nigeria, 400m-Läuferin), Nandrolon bei Rani Yandav (Indien, Geherin).

 

2010 - Nov.  Die Rugby-Nationalteam-Spieler Chiliboy Ralepelle und Bjorn Basson (Südafrika) haben nach dem Länderspiel gegen Irland eine positive Dopingprobe abgegeben. Substanz:  Methylhexaneamin

2010 - Nov.  Schokir Muminow (Judoka, Usbekistan), Silbermedaillengewinner bei den Asienspielen, wird Doping mit   Methylhexaneamin nachgewiesen.
2010 - Nov.  Mountainbike-Marathon-Weltmeister Roel Paulissen (Belgien) wird wegen Dopings mit Clomifen für 2 Jahre gesperrt.

 

2010 - Dez.  Nebenerwerbs-Gynäkologe und Dopingspezialist (oder umgekehrt?) Eufemiano Fuentes (Spanien; siehe Juni 2006) und seine Landsfrau, die Hürden-Weltmeisterin Marta Dominguez (Verdacht auf Handel mit Dopingmitteln) werden verhaftet. Ebenfalls verhaftet ihr Trainer César Péres und ihr Manager José Alonso Valero.

 

 

2011 - Jan.  LA-Trainer Manuel Pascua (Spanien) belastet in seinem Doping-Geständnis die Athleten Marta Dominguez (2010 Dez.), Nuria Fernandez (Europameisterin 1.500 m), Reyes Estevez (Bronze, 1.500 m, WM 97), Digna Luz (Sprinterin). Involviert scheint auch Francis Obikwelu (Nigeria/Portugal; Sprinter, mehrfacher EM- und WM-Medaillengewinner).

2011 - Jan.  Zwei Jahre Sperre für den russischen Ski-Langläufer Nikolai Pankratow wegen Missachtung der Doping-Richtlinien. Bei einer Grenzkontrolle (Österreich/Schweiz) wurden in seinem Auto nach dem Anti-Dopinggesetz verbotene Hilfsmittel für Infusionen gefunden. Darüber hinaus befanden sich auch 22 Ampullen Actovegin (Kälberblut-Präparat; NICHT auf der Verbotsliste) im Fahrzeug.

 

2011 - Feb. Riccardo Ricco, dopingerprobter Radfahrer (siehe Juli 2008), wird mit Nierenfunktionsstörung in ein italienisches Spital gebracht. Er gibt an, sich eine Transfusion mit nicht sachgerecht gelagertem Eigenblut (25 Tage im Kühlschrank) verabreicht zu haben.

 

2011 - März  Franco Pellizotti (Italien; siehe Mai2010) wird vom CAS wegen Unregelmäßigkeiten in seinem Blutpass bis Mai 2012 gesperrt. Damit wird der vorangegangene Freispruch durch das italienische OK aufgehoben.

2011 - März  Patrik Sinkewitz (deutscher Radprofi) wurde Ende Februar positiv auf das Wachstumshormon HGH getestet. Ergebnis der B-Probe noch ausständig.

 

2011 - April  Eine positive B-Probe (Wachstumshormon) bestätigte das Resultat des im Feber vorgenommenen Tests bei Skilanglauf-Doppel-Olympiasieger Andrus Veerpalu (Estland).
 
2011 - Mai  In einem TV-Interview räumt der Ex-Radprofi Tyler Hamilton jahrelanges Doping ein und sagt über Lance Armstrong, dass dieser, wie die Mehrheit des Feldes, mit EPO, Testosteron und Bluttransfusionen gedopt hat.

 

2011 - Juni  Mark Edwards (GB, Kugelstoßer) wird positiv auf zwei verbotene Substanzen getestet und für drei Jahre gesperrt

2011 - Juni Sandra Perkovic (Kroatien, Europameisterin Diskuswurf) wird an den Diamond-League-Meetings in Rom und Shanghai positiv auf Methylhexanamin (auch in einigen Grippemitteln enthalten) getestet.

 

2011 - Juli  Alexander Kolobnew (RU, Radprofi) wird während der Tour de France das nicht auf der Dopingliste, aber zur Verschleierung verwendete Hydrochlorothiazid (HCT) nachgewiesen. Ausschluss von der Tour am 11.Juli.

 

2011 - August  Steve Mullings (Jamaika, 100 m) während der nationalen WM-Qualifikation positiv getestet (A- und B-Pobe). Bereits von 2004 bis 2006 gesperrt,  damals verwendet: Methyltestosteron.

 

2011 - Dezember  Christian Hoffmann (Ö, Ski-Langläufer) wird von der NADA rückwirkend für sechs Jahre gesperrt. Begründung: Mitbesitz an einer Blutzentrifuge, Besuche bei Humanplasma. siehe Dezember 2009

 

 

2012 - Jan.  Der deutsche Sender ARD kommt einer massiven Blutpanscherei in Erfurt auf die Spur.

 

2012 - 6. Feb.  Alberto Contador wird rückwirkend für zwei Jahre - Juli 2010 bis August 2012 - gesperrt. Sein Tour-Sieg 2010 und sein Giro-Sieg 2011 werden aberkannt. Siehe September 2010

2012 - 8. Feb.  Jan Ullrich wird rückwirkend für zwei Jahre - 22. Aug. 2011 bis 21.Aug. 2013 - gesperrt. Alle Ergebnisse ab dem 1. Mai 2005 werden annulliert (darunter 3. Platz Tour de France 2005, 3. Platz Tour de Suisse 2005, Sieg Tour de Suisse 2006). 2006 bei Dr. Fuentes gefundene Blutbeutel (9 x 4,5 Liter) konnten per DNA-Abgleich Ullrich zugeordnet werden, die Zusammenarbeit der beiden, zumindest seit 1. 5. 2005, gilt für den TAS (CAS) als erwiesen. Siehe Juli 2006
Eine vor Gericht abgegebene eidesstattliche Erklärung, während seiner Zugehörigkeit zum Team COAST (Saison 2003) nicht gedopt zu haben, brachte Ullrich eine Nachzahlung von 500.000,- (der Teameigner hatte sie unter dieser Begründung zurück gehalten) und wird ihn vermutlich auch in Zukunft von einer Dopingbeichte abhalten.

2012 - 20. Feb. Jeweils zwei Jahre Sperre (ab 22. 5.2011) für  Manfred Jung (Ö, Triathlet) wegen eines positiven Tests auf Testosteron und von Johannes Mauracher (Ö, Kraftdreikampf), dem der Gebrauch von 4-Methyl-2-hexanamine nachgewiesen werden konnte.

2012 - 20. Mai  Zwei Jahre Sperre (ab 16. 5.2012) für die Sprinterin Inna Eftimova (Bulgarien, LA). Die bereits für London Qualifizierte bereitete sich mit dem Wachstumshormon (HGH) Somatotropin auf Olympia vor.

2012 - Mai/Juni Schlechte Wochen für Boxer. Antonio Tarver (USA; ehem. Weltmeister im Halbschwergewicht) wurde positiv auf das anabole Steroid Drostanolon getestet, bei Lamont Peteron (USA; Weltmeister im Halbweltergewicht) wurde in A- und B-Probe synthetisches Testosteron nachgewiesen, bei Andre Berton (USA; ehem. Weltmeister im Halbweltergewicht) fand sich in beiden Proben Nandrolon.
2012 - Juli   Vier Jahre Sperre für den Gewichtheber Michail Audsejew (Weißrussland, Bronze bei der EM 2012), der an der EM positiv auf das Anabolikum Boldenon getestet worden war.

2012 - Juli  Zwei Jahre Sperre für Pascal Mancini (LA, Schweiz) der laut Angaben seines Arztes von diesem im Herbst 2011 irrtümlich eine Spritze Nandrolon verpasst bekam. Der Arzt, Gontran Blanc, hatte sich selbst angezeigt.

2012 - Juli  Wegen einer "anormalen Dopingprobe" wurde der Radprofi Fränk Schleck (Luxemburg) von seinem Team aus der Tour de France genommen. Am Samstag, 14. Juli, war er positiv auf das Diuretikum Xipamid getestet worden. Xipamid ist kein Dopingmittel, dient aber zu deren Verschleierung.

2012 - Juli   Ronald Kipchumbak (Langstreckenläufer, Kenia) wird bis 5. Juni 2014 gesperrt.  Nach dem Linzer Marathon war er positiv auf EPO getestet worden. Beim Landsmann Mathew Kisorio (Marathon) war bei den Landesmeisterschaften ein anaboles Steroid gefunden worden.

2012 - Juli  Ein Nachtest zur LA 2011 zog für folgende Athleten Sperren nach sich: Abderrahim Goumri (Marokko), Irini Kokkinariou (Griechenland), Meryem Erdogan (Türkei), Swetlana Kljuka, Nailija Julamanowa, Jewgenina Sinurowa (Russland), Natalija Tobias + Antonina Jefremowa (Ukraine, synthetische Hormone), Inna Eftimowa (Bulgarien, synthetische Wachstumshormone).

2012 - Aug.  Alex Schwarzer (Italien, Geher - Olympiasieger über 50 km in Peking) wird von einer Olympiateilnahme ausgeschlossen. EPO-Nachweis bei einer Trainingskontrolle Ende Juni.

2012 - Aug.  Andrius Rackauskas, litauischer Handballer bei Westwien, wird wegen des Konsums von Cannabis von der österreichischen Doping Agentur für zehn Monate gesperrt.
2012 - Okt. Die US-Dopingagentur USADA veröffentlicht ihre Urteilsbegründung zum Fall  Lance Armstrong: http://cyclinginvestigation.usada.org/

 

 

2012 - Olympische Spiele in London  28. 7. bis 12. 8.
 

Hysen Pulaku, albanischer Gewichtheber wurde nach einem positiven Test am 23. Juli auf Stanozolol vom IOC von den Olympischen Spielen ausgeschlossen.
In der Woche vor den Spielen meldete der Internationale LA-Verband mehrere Athleten als wegen Dopings gesperrt:
Den griechischen Weltmeister im Hochsprung, Dimitrios Chondrokoukis (Stanozolol), die 1.500-Meter-Läuferin
Mariem Alaoui (Marokko; Diuretikum Furosemid), die türkischen Gewichtheber FatihBaydar + Ibrahim Arat (positive Tests am 7. Juli, Substanz nicht genannt), Zoltan Kövago (Ungarn, Diskus) erhält 2 Jahre Sperre wegen eines im Vorjahr verweigerten Dopingtests, die Läuferinnen aus Kenya Rael Kiyara (anaboles Steroid) + Jemima Sumgong Jelagat (Kortison Prednisolon).
Sprinterin Tameka Williams (St. Kitts & Nevis; ungenannte verbotene Substanz) + Turnerin Luisa Galiulina (Usbekistan; Diuretikum Furosemid) durften die Heimfahrt antreten.

Eine positive vorolympische Trainingskontrolle bei Viktoria Baranowa (Russland, Bahnradfahrerin) und ein Nachweis des Diuretikums Furosemid bei Amine Laalou (Marokko, nach einem 1.500m-Lauf Ende Juli in Monaco) zog bei beiden ein Startverbot nach sich.
Ein positiver Nachtest seiner Doping-Probe von 2004 führte zur Suspendierung des Hammerwerfers Iwan Tichon (Weißrussland; Olympia-Dritter 2008) durch den LA-Weltverband.
Kurz war die Freude über die Goldmedaille. Nadeschda Ostaptschuk (Weißrussland, Kugelstoßen) lieferte am 5. + am 6. Aug. positive Urinproben ab. Nachgewiesen wurde das anabole Steroid Methenolon.

 

 

2013 - Jan.  Lance Armstrong: gesteht in einem Interview (18. u. 19. Jan.) bei allen sieben Tour-de-France-Siegen gedopt gewesen zu sein. Er verwendete Testosteron, EPO, Wachstumshormone, Cera, ...

 

2013 - Feb.  Michael Rasmussen gesteht, während des gesamten Zeitspanne von 1998 bis 2012 gedopt zu haben. Er nutzte EPO, Wachstumshormone, Testosteron, Insulin, Kortison und Bluttransfusionen.
 

2013 - März  Michael Boogerd (NL-Radprofi) gibt in einem TV-Interview (Mi. 6. 3.) zu, zwischen 1997 und 2007 EPO, Kortison und Blutkonserven verwendet zu haben.
Für die Bluttransfusionen sei er mehrmals zu Humanplasma nach Wien geflogen. des gesamten Zeitspanne von 1998 bis 2012 gedopt zu haben. Laut NRC Handelsblad hat der Österreicher Stefan Matschiner vier Rechnungen über gesamt knapp 17.000 € an Boogerd ausgestellt.
2013 - März  Bei nachträglichen Tests von bei der LA-WM 2005 genommenen Proben wurden folgende Sportler des Dopings überführt:
Olga Kusenkowa
(Hammerwerferin) + Tatjana Kotowa (Weitspringerin) beide Russland; Iwan Tichon (Hammerwerfer, 3-facher Weltmeister), Wadim Dewjatowski (Hammerwerfer, WM-Zweiter), Nadeschad Ostaptschuk (Kugelstoßerin) alle Weißrussland.

2013 - März  Wegen Einnahme "verbotener Substanzen" sperrte der kenianische Leichtathletik-Verband die Langstreckenläufer Salome Jerono Biwott, Jynocel Basweti Onyancha, Wilson Erupe Loyanae und Nixon Kiplagat Cherutich für jeweils zwei Jahre sowie Moses Kiptoo Kurgat für ein Jahr.
2013 - März  In einem Interview mit dem "Spiegel" gesteht der Radprofi Stefan Schumacher (positive Befunde bei der Tour 2008 und Olympia 2008) die Verwendung von Dopingmitteln während seiner Karriere: "Ich habe EPO genommen, auch Wachstumshormone und Kortikoide."

 

2013 - April Susanne Pumper, österreichische Langstreckenläuferin und Präsidentin des LCC-Wien, wird rückwirkend ab 6. März 2012 für 8 Jahre gesperrt ("Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen") siehe April 2008. Der bereits einmal für vier Jahre gesperrte Triathlet Hannes Hempel wird nach einer positiven Dopingprobe (Testosteron) bis zum Abschluss des anhängigen Dopingverfahrens suspendiert.

2013 - April Eufemiano Fuentes, spanischer Gynäkologe mit Schwerpunkt Sportlerdoping, angeklagt wegen eines "Verbrechens gegen die öffentliche Gesundheit" wird in Madrid zu einer bedingten Haftstrafe von einem Jahr und einem Berufsverbot für vier Jahre verurteilt.
Die am 23. Mai 2006 in Fuentes´ Räumlichkeiten beschlagnahmten 200 Blutbeutel und alle Unterlagen, welche Fuentes´ über seine "Doping-Kunden" angelegt hatte, müssen vernichtet werden!!
2013 - 23. April Der 40-jährige Philippe Gaumont, wird nach einer Herzattacke in künstliches Koma versetzt. siehe Jän.2004

 

2013 - Mai  Erneut wird Radprofi Danilo Di Luca des Dopings überführt. 2009 war es CERA, heuer wurde ihm vor dem Giro-Start die Verwendung von EPO nachgewiesen.

 

2013 - Juni  Die Veranstalter der Tour de Suisse machen vom Recht aller Sportverbände Gebrauch, Dopingkontrollen bei Wettkämpfen nicht von zuständigen Dopingagenturen, sondern selbst vorzunehmen!

2013 - Juni  Jan Ullrich gibt Eigenblutdoping mit Hilfe von Herrn Fuentes zu.

2013 - Juni  Veronika Campbell-Brown (Jamaica, Sprinterin) wird wegen Dopingverdachts "provisorisch suspendiert". Einnahme des verbotenen Diuretikums Lasix. Positiv getestet bei einem Meeting am 4. Mai.

2013 - Juni  Hat lange gedauert: 2012 positiv auf Methylhexanamin getestet, wird Dominique Blake (Jamaica, 400 m) für nun eine Sperre von 6 Jahren aus. Ihr Landsmann Ricardo Cunningham (800 m) "genehmigte" sich Pseudoephedrin und fasst neun Monate Zwangspause aus.

 

2013 - Juli  Tyson Gay (US-Sprinter) gibt bekannt, dass er bei einer Trainingskontrolle am 16. Mai positiv getestet wurde. Über die Substanz schweigt er.

2013 - Juli  Asafa Powell (Jamaika, Sprinter), Nesta Carter (Jamaika, Sprinter) und Sherone Simpson (Jamaika, Sprinterin)  werden des Dopings überführt. Mittel ihrer Wahl: Oxilofrin

2013 - Juli  Am 24.  veröffentlichte der französische Senat einen Bericht über den Kampf gegen Doping. Im Anhang befand sich eine Liste der bei Nachkontrollen im Jahr 2004 positiv auf EPO getesteten Teilnehmer an der Tour de France 1998. Die Nachkontrollen wurden gezielt vorgenommen, viele Proben waren nicht mehr dazu geeignet, erneut ausgewertet zu werden. Daher weist die Liste "nur" 18 Dopingsünder und 11 Verdächtige auf:

Fahrer - Endplatzierung

Fahrer

BELTRAN Manuel (Sp) --- MINALI Nicola (It) --- BARTHE Stéphane(Fr)
BLIJLEVENS Jeroen (NL) --- OLANO Abraham (Sp) --- CALCATERRA Guiseppe (It)
CIPOLLINI Mario (It) --- PANTANI Marco (It) 1. CHANTEUR Pascal (Fr)
DESBIENS Laurent (Fr) 61. SACCHI Fabio (It) 47. JULICH Bobby (USA)
DURAND Jacky (Fr) 65. SERRANO Marcos (Sp) --- MEIER Roland (CH)
HAMBURGER Bo (DK) 15. TAFI Andrea (It) 42. MERCKX Axel (Be)
HEPPNER Jens (De) 56. ULLRICH Jan (De) 2. MONCASSIN Frédéric (Fr)
JALABERT Laurent (Fr) --- ZABEL Eric (De) 62. O´GRADY Stuart (Au)
LIVINGSTON Kevin (USA) 17.     TURICCHIA Alain (It)
MAZZOLENI Eddy (It) 71. BRIGNOLI Ermano (It)   ZANINI Stefano (It)

 

 

2013 - Mai / September  Marin Čilić (Tennisprofi, Kroatien) wird im September wegen Dopings mit Nikethamid (Test am 1. 5. in München) für neun Monate gesperrt.

 

2013 - November  Ryder Hesjedal (Radprofi, Kanada), Gewinner des Giro 2012, gesteht, im Jahr 2003 gedopt zu haben.

2013 - November  Nuria Llagostera (Tennisspielerin, Spanien), positiv auf Methamphetamin getestet und vom Weltverband für zwei Jahre gesperrt.

 

2013 - Dezember  Michael Rogers (Rad-Profi, Australien), am 20. 10. (Japan Cup) positiv auf Clenbuterol getestet. Erklärung des Fahrers: In China mit verunreinigter Nahrung zu sich genommen.

 

 

 

2014 - Feber Nachtests von Proben, die bei den Winterspielen 2006 (Turin) genommen wurden, ergaben positive Ergebnisse. Anabolika-Abbausubstanzen die erst seit kurzem nachweisbar sind fanden sich bei mehreren Sportlern. Unter Verdacht:  Kristina Smigun-Vähi (Skilanglauf Olympiasiegerin, Estland)

2014 - Feber Olympische Spiele in Sotschi: Evi Sachenbacher-Stehle (D, Biathletin) positiv auf Methylhexanamin, William Frullani (I, Viererbob) positiv auf Dimteylpentylamin, Marina Lisogor (Ukr, Skilanglauf) positiv auf Trimetazidin, Nicklas Bäckström (Schweden, Eishockey) positiv auf Pseudo Ephedrin, Vitalijs Pavlovs (Lettland, Eishockey) positiv auf Methylhexanamin getestet.

2014 - Feber Olympische Spiele in Sotschi: Johannes Dürr (Ö, Skilanglauf) positiv auf EPO getestet (Trainingskontrolle).
 

2014 - April Dani Benítez, Fußballprofi beim spanischen 1. Ligaklub Granada, wird gesperrt - positiver Test auf Kokain nach dem Spiel gegen Betis Sevilla 16. Feb.

2014 - Juli 2 Jahre Sperre für den litauischen Biathleten Karolis Zlatkauska, nach einem positiven EPO-Test im Dez. 2013.

 

2014 - September Vorläufige Suspendierung des kasachischen Radprofis Walentin Iglinski. Er war am 11. August positiv auf EPO getestet worden.


2014 - Oktober  Am 2. erwischte es auch seinen Bruder Maxim, der ebenfalls auf
EPO gesetzt hatte. Beide sind Fahrer im kasachischen Team Astana.
Am 16. wird bekannt, dass Ilja Dawidenok (
Astana) am 27. August positiv auf ein anaboles Steroid getestet worden war.

 

2014 - November Am 19. wird gemeldet, dass Wiktor Okischew (Astana) am 29. Mai positiv auf ein anaboles Steroid getestet worden war, acht Tage später, dass sich sein Astana-Teamkollege Artur Fedossejew - getestet am 16. August -  ebenfalls für ein anaboles Steroid entschieden hat.
Die weltbeste Marathonläuferin Rita Jeptoo (Kenia) bei einer Trainingskontrolle am 25. September positiv auf EPO getestet.

Am 24. gibt die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua bekannt, dass Schwimm-Olympiasieger Sun Yang (400 und 1.500 Meter Crawl) im Mai positiv auf Trimetazidin getestet und in Folge für drei Monate gesperrt worden war. Gerade kurz genug, um im September an den Asia Games teilnehmen und dort drei Gold- und eine Silbermedaille gewinnen zu können.

 

2014 - Dezember  Suspendierung der brasilianischen Sprinterin Vanda Gomes. Sie war am 25. 9. positiv auf Anastrozol, eine Substanz, mit der Testosteron verschleiert werden kann, getestet worden.

 

 

2015 - Jänner  Park Tae-Hwan (Schwimm-Olympiasieger 2008, Südkorea) wird Doping mit Testosteron nachgewiesen.

 

2015 - März  BULGARIENs Gewichtheberverband zieht sein Team für die EM (Tiflis, April) zurück, weil er nach elf Dopingfällen keine Ersatzleute finden konnte. 11 Gewichthebern (8 Männer, 3 Frauen) war während eines Trainingslagers die Verwendung von Stanozolol nachgewiesen worden.

 

2015 - Juli  Die Tour de France meldet den ersten Dopingfall. Luca Paolini positiv auf Kokain getestet.

2015 - Juli  Der Baseball-Profi Jenrry Mejia wurde erneut - zum zweiten Mal - positiv auf Dopingsubstanzen getestet. Die Steroide Stanozolol und Boldenon wurden nachgewiesen. Erst zwei Wochen vorher hatte er eine 80-Spiele-Sperre abgesessen, daher fiel die erneute Sperre extrem lang aus: 162 Spiele!

2015 - Aug. Kurz vor Ablauf der zulässigen Aufbewahrungsdauer (10 Jahre) ließ der LA-Weltverband IAAF bei der LA-WM 2005 (Helsinki) und gleich mit jene bei der WM 2007 genommene Urinproben nachtesten. Ergebnis: 28 überführte Athleten. Namen wurden aus juristischen Gründen nicht genannt.

2015 - Aug. Bei der LA-WM in Peking werden die ersten Dopingfälle bekannt: Zwei Läuferinnen aus Kenia (Joyce Zakary - 400 Meter flach; Koki Manunga 400 Meter Hürden)

2015 - Nov. Der Senegalese Lamine Diack, Ex-Präsident des LA-Weltverbandes (1999 bis Aug. 2015) wird in F verhaftet und kurz danach gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt. Er soll gegen Zahlung von > 1 Mio. $ mitgeholfen haben, positive Dopingproben russischer Athleten  zu kaschieren. Quellen: NZZ International, Handelsblatt, WZ, ...   Ausgaben vom 11. 11. 2015

 

Mit dem Zeitpunkt, an dem neben einzelnen Doper-Würstchen auch ganze Staaten bzw. deren Institutionen Sportler beim Doping unterstützen und in großem Stil die Aufklärung be- bzw. gänzlich verhindern, und wo Nachtests jede Menge "Sünder" enttarnen (50 Medaillengewinner von Olympiateilnehmern 2008; bisher 29 von 2012), lasse ich dieses Sünderverzeichnis enden.              ERNST FREY  castelligasse.at  15. Juni 2017

 

 

Nur Radfahrer, Leichtathleten und ein paar Dribbler?
 

Der Weltfußballverband FIFA lässt im Umfeld von Weltmeisterschaften  Dopingkontrollen bei den Nationalteams nur von FIFA-Ärzten vornehmen, die Probenauswertung unterliegt ebenfalls der Kontrolle der FIFA.

 

In Italien wurde im November 2003 in der "Mutter aller Dopingprozesse" (Corriere della Sera) der Doping-Papst und Rektor der Universität von Ferrara Francesco Conconi frei gesprochen. Grund: Verjährung. Der Untersuchungsrichter benötigte vier Jahre (1997 bis 2000) um die Anklageschrift (am Ende 70.000 Seiten) zu verfassen. Der Druck, den Politiker, lokale Größen und die Universität auf ihn ausübten, ließ ihn um seine Versetzung ansuchen. Daraufhin begann die Sache noch mal von vorne. Da wandern die Jahre ins Land. Und irgendwann ist die Sache dann verjährt.
 
Auslöser der Affäre war eine Razzia von Finanz- und Grenzpolizei in den Teams des Giro d´ Italia im Sommer 1996. Wieder mal die Radfahrer. Im Verlauf der Ermittlungen stießen die Polizisten auf interessante Blutanalysedaten von mehr als 400 Sportlern, darunter die Langlauf-Olympiasiegerin Manuela di Centa
und der Rad-Professional Marco Pantani. Pantani starb am 14. Februar 2004 im Alter von 34 Jahren an Herzversagen in Verbindung mit einem Hirn- und Lungenödem.
 
Es stellte sich heraus, dass Conconi mehrere Radrennställe, die Skinationalmannschaft und die besten Italiener im Marathonlauf und Gehen mit EPO versorgte.

Die Komplizenschaft zwischen Politik, Wirtschaft und Sport verhindert erfolgreich alle Maßnahmen zur Dopingbekämpfung. Die Dopingproben der Fußballer aus der höchsten Spielklasse (Serie A) wurden jahrelang ungeöffnet entsorgt. Als die medizinische Kommission des Sportdachverbandes im Jahr 2000 die Mitglieder des italienischen Olympiakaders testete und dabei in 62 Proben auf das Wachstumshormon HGH stieß, gab es Konsequenzen: die Kommission wurde aufgelöst! Der Präsident des Dachverbandes, Mario Pescante, musste zurücktreten. Ministerpräsident Berlusconi tröstete ihn und nahm ihn als Sportminister in sein Kabinett auf.

Gegen Juventus Turin läuft seit Jahren ein Dopingverfahren. Polizisten fanden im Jahr 1998! in den Spielergarderoben Anabolika in einer Menge, die "für die Versorgung einer Kleinstadt reichen würde" (so der ermittelnde Staatsanwalt). Erst im Oktober 2004, nach vier Jahren Ermittlung und drei Jahren Prozessdauer, konnte die Staatsanwaltschaft ihre Strafanträge stellen. Der Klubarzt erhielt wegen Sportbetrugs eine bedingte Strafe von 22 Monaten. In der Urteilsbegründung ist festgehalten, dass er die gesamte Mannschaft zwischen 1994 und 1998 mit EPO und dem Schmerzmedikament Voltaren versorgt hat. Bis zu einer endgültigen Verurteilung in letzter Instanz dürfte die Zeit nicht reichen. Eine Verjährung wäre keine Überraschung.

Pech hatte der Sprössling des libyschen Staatschefs Muammar Ghadhafi. Al-Saadi Gaddafi, 2003 Profifußballer bei Perugia, saß nur auf der Reservebank des Fußballklubs und wurde trotzdem getestet. In seiner Urinprobe fanden sich Reste von Nandrolon (siehe oben: Anabolika). Vier Jahre danach, im Jänner 2007, engagierte ihn Sampdoria Genua. Vielleicht wegen seiner fußballerischen Fähigkeit, möglicherweise aber auch weil der Vereinspräsident eine Erdölgesellschaft besitzt, die zum Gaddafi-Clan Geschäftskontakte unterhält.

     

Schon wieder Pech: Rio Ferdinand, zum damaligen Zeitpunkt teuerster Fußballer Englands, unter Vertrag beim Spitzenklub Manchester United, wird nach dem Training am 23. September 2003 zur Dopingprobe ausgelost. Leider vergisst er während des Duschens, dass er eine Urinprobe abgeben muss, schaltet sein Handy ab und geht shoppen. Am nächsten Tag holt er das Versäumte nach, natürlich ist der Dopingtest negativ. Es folgt eine wochenlange Auseinandersetzung zwischen Manchester United, dem Fußballverband und der Medizinkommission des IOK, die ein zweijähriges Spielverbot verlangt. 

Noch weiter ging Sir Steve Redgrave, der mehrfache Ruderolympiasieger forderte für Rio Ferdinand eine lebenslange Sperre. Am 19. Dezember wird gegen den Spieler eine Sperre von acht Monaten und eine Geldstrafe von 50.000 Pfund (weniger als er in einer Woche verdient!) ausgesprochen. Damit Rio Ferdinand noch ein paar wichtige Spiele für seinen Verein bestreiten kann, tritt die Sperre erst am 12. Jänner 2004 in Kraft.

 

Auch der Eiskunstlauf hat Verwendung für pharmazeutische Segnungen.
Im Aufbautraining, wenn Kraftzuwachs erreicht werden soll und nach Verletzungspausen können Anabolika sehr hilfreich sein. Mehr Muskeln bedeutet mehr Gewicht und Verbreiterung der Proportionen. Was die Bodybuilder freut, ist für Eiskunstläufer eine sportliche Beeinträchtigung (breit = schlecht für schnelle Drehungen und Sprünge). In der DDR wurde deshalb das Anabolikum STS-646 bei Turnerinnen und Eiskunstläuferinnen eingesetzt. Es führt zu einer besseren Energiebereitstellung, ohne gleichzeitig das Gewicht zu erhöhen.
Eiskunstläufer müssen während ihrer Darbietung strahlend lächeln und tiefe Gefühle mimen, obwohl ihnen vor Nervosität ganz schlecht ist. Zur Steigerung der psychischen Festigkeit im Wettkampf hilft Alkohol oder Kokain (alles schon in den einschlägigen Dopingproben gefunden). Innovativ auch hier: die DDR. Aponeuron war das Mittel der Wahl. Ein Medikament, das hyperaktiven Kindern verabreicht wird. Bei Erwachsenen erzeugt es den sogenannten Tunnelblick, die absolute euphorische Konzentration auf nur eine Sache.
Alles was von der Drehachse absteht, behindert die Rotation. Daher sind die weiblichen Pirouettenwunder von eher flachem Umriss. Zum Hinauszögern der weiblichen Geschlechtsreife bietet sich der Einsatz von Anti-Östrogenen an. Wachstumshemmer könnten in dieser Sportart dafür sorgen (oder schon gesorgt haben), dass die Sportlerinnen möglichst kleinwüchsig bleiben (mit einem tiefen Schwerpunkt springt es sich leichter!).

 

Zu Zeiten der DDR gab es an der Dresdner Sportschule eine spezielle Klasse für Dopingversuche an Schwimmerinnen. Die Schülerinnen dieser Klasse wussten natürlich nichts von ihrer "Bestimmung". Die Wirksamkeit verschiedener Substanzen wurde an ihnen getestet. Die Mädchen mussten ein umfangreiches Trainingspensum bewältigen, absolvierten aber nur sehr wenige Wettkämpfe. Ständig hatten sie als "Vitamine" bezeichnete Tabletten zu schlucken. Die Erkenntnisse aus diesen Versuchen am menschlichen Modell machten die DDR zur führenden Nationen im Damenschwimmsport. Die als Versuchsobjekte missbrauchten Mädchen haben seit Jahren schwere gesundheitliche Folgen zu tragen.

Im Dezember 2006 kam der Deutsche Olympische Sportbund einem Antrag von 167 ehemaligen Athleten nach und sprach ihnen eine Entschädigung von jeweils 9.250 Euro zu. Den Betroffenen waren in der DDR ohne ihr Wissen Dopingmittel verabreicht worden. Die dadurch entstandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen dauern heute noch an.

 

In einem Interview gestand der ehemalige Profi und Tennisspieler von Weltklasse, John McEnroe, dass er sechs Jahre lang nicht nur wie ein Pferd ans Netz vorgeprescht sei, sondern sich auch wie ein gedopter Gaul ernährt zu haben.

Im Juli 2003 wurde der englische Tennis-Profi Greg Rusedski am Turnier in Indianapolis positiv auf Nandrolon getestet. Gleichzeitig wurden bei weiteren 40 Turnierteilnehmern erhöhte Nandrolonwerte registriert. Angeblich waren die offiziell zur Verfügung gestellten Elektrolyt-Getränke mit diesem Anabolikum verunreinigt.

 

Tierisch drauf!

Wie John McEnroe wollte auch Shutterfly an die Spitze. Olympische Ehren erringen. In Athen 2004. Also nahm sich Shutterfly den Tennisstar zum Vorbild. Shutterfly hat keine Schwierigkeiten damit, wie ein Pferd zu kämpfen. Es ist eines. Mit einer kleinen Schwäche. Die Nerven. Man kennt das. Da hilft ein Beruhigungsmittel. Shutterfly bevorzugt Acepromazin. Steht auf der Dopingliste. Aber woher soll ein Pferd das wissen? 

Mein Name ist Hase: Beim Weltcup-Springen in Mailand (2004) wurde Shutterfly positiv getestet. Die Dame, mit der Shutterfly durchs Gelände hüpfte, die deutsche Springreiterin Meredith MICHAELS-BEERBAUM, war entsetzt. Weder sie noch ein von ihr beauftragter Tierarzt noch jemand aus dem Pflegepersonal haben dem Pferd jemals ein Acepromazin haltiges Medikament verabreicht. Der Gaul schweigt. Ein paar Monate später wurde auch ihr Schwager, Herr BEERBAUM, von seinem Sportgerät enttäuscht (nächster Absatz).
  
Nichts gesehen. Nichts gehört. Aber voll auf Stoff. Bild: WEBSCHOOL
Bild: WEBSCHOOL
Fix und Foxy: Harald Riedl, österreichischer Olympiateilnehmer, war erstaunt, das sein Pferd Foxy als eines von vier Pferden in Athen einen positiven Dopingtest (Flunixin) ablieferte. Herr Riedl war meilenweit von den Medaillenrängen entfernt. Herr Cian O`Connor aus Irland jedoch nicht. Der war auf Waterford Crystal Olympiasieger im Einzel geworden. Es dauerte bis November, dann lag das Ergebnis der B-Probe vor: ebenfalls positiv (nachgewiesen wurden Fluphenazine und Zuclophenthixol). Auch Herr Ludger Beerbaum (Olympiasieger mit der Mannschaft) auf Goldfever und seine deutsche Landsfrau Bettina Hoy auf Ringwood Cockatoo mussten sich für ihre mit Betamethason "behandelten" Pferde  schämen und nach positiven B-Proben ihre Medaillen zurück geben.
 
Vielleicht weiß der Australier MARK FRENCH mehr? Der Radrennfahrer, vierfacher Juniorenweltmeister, war im Juni des Dopings mit dem verbotenen Mittel Testicom überführt worden. In seinem Zimmer fand man auch leere Ampullen eines Präparates für die Muskelregeneration bei Rennpferden. Eine Spur zu Shutterfly?

Classic, das Pferd des deutschen Springreiters Toni Hassmann, hatte sich im Feber 2006 nicht nur das bewährte Betamethason sondern zur Sicherheit auch noch Methylprednisolon injiziert.

Shutterfly wieder gut drauf. 2007 wurde bei einer Trainingskontrolle Triamincinolon bei ihm gefunden. Die Anwendung des Mittels war bei den Sportbehörden gemeldet worden.

Camiro, das Pferd des Norwegers Tony Hansen (Bronze im Teambewerb, Olympia 2008 Peking) wurde positiv auf Capsaicin getestet.
Team Norwegen wurde disqualifiziert. Nach einem Schnellverfahren des Tribunals der FEI wurde im Dezember die Disqualifikation bestätigt. Dagegen berief Hansen im Jänner 09 beim TAS. Im Dezember 09 entschied das TAS gegen Hansen. Im Jänner 10 berief Hansen erneut, diesmal beim Schweizer Bundesgericht. Am 2. August 10 hatte Hansen es schriftlich: Berufung abgelehnt. Medaille weg.

Capsaicin
wurde auch bei den Pferden Cöster (Träger des Deutschen Christian Ahlmann), Lantinus (Denis Lynch, Irland) und Chupa Chup (Bernardo Alves, Brasilien) nachgewiesen.
[Capsaicin für "menschliche" Leiden wie Rückenschmerzen und Verspannungen ist z. B in der Hansaplast Wärmecreme enthalten, die für nicht mal  8,-- Euro pro 50 g erhältlich ist.]
Ebenfalls während
Olympia 2008 bekam der Hengst Cornet Obolensky - Reiter Marco Kutscher (D) - eine Spritze mit "verbotenen" Substanzen verpasst. Mehrere Personen waren bei dem Vorgang anwesend. Keiner will es gewesen sein.
Mythilus (Courtney King, USA, Einzel-Dressur) enttäuschte seine Reiterin. Das Pferd vergriff sich an Felbinac, einem entzündungs- und schmerzlindernden Mittel.
Auch Rodrigo Pessoa (Brasilien) wurde von seinem Pferd Rufus hintergangen. Es hat heimlich die Substanz Nonivamide verwendet.

Die Gäule können sich an der Karriere des Kanadiers Eric Lamaze aufbauen. Der Olympiasieger 2008  im Springreiten wurde 1996 für 4 Jahre (positiv auf Kokain getestet), 2000 lebenslänglich (Ephedrin nachgewiesen) und kurz darauf erneut lebenslänglich (wieder Kokain) gesperrt. Ein Mann mit mehreren Leben.

Oriental Tiger, Deutschlands flottestes Rennpferd, hat sich mit dem Entzündungshemmer Dexamethason versorgt und beim Gebrauch (17. Aug. 2008) erwischen lassen.
 

10 Jahre auf den Hufen und noch immer nervös! Whisper, das Pferd der deutschen Dressur-Reiterin (5 x Olympiasiegerin) Isabelle Werth, gab am 30. Mai 2009 eine positive Urinprobe ab. Gefunden wurde Fluphenazine, ein in der Humanmedizin verwendetes Beruhigungsmittel, das schon Waterford Crystal, Olympiasieger in Athen unter Herrn Cian O`Connor, gerne genommen hat.
Beim selben Turnier verpasste sich auch California, geritten vom darob völlig überraschten Japaner Taizo Sugitani, ein paar Mittelchen mit der Wirksubstanz Reserpine. Wird in der Humanmedizin bei Bluthochdruck und Schizophrenie verschrieben.

 
Die Capsaicin-Sünder von Peking bekamen vom Pferdesport-Weltverband (FEI) wegen "verbotener Medikation" Sperren bis maximal 4,5 Monate aufgebrummt. Dem Deutschen Christian Ahlmann war seine vier Monate zu viel. Er wandte sich an den Internationalen Sportgerichtshof (Tribunal Arbitral du Sport TAS) zwecks Reduzierung seiner Sperre auf drei Monate. Dessen Urteil wird ihn überrascht haben: Das TAS sperrte ihn wegen Dopings für acht Monate!
 

Herrn BEERBAUM drohte der Ausschluss aus dem Nationalteam, weil er seinem Goldfever (beide kennen wir aus dem dritten Absatz) ein verbotenes Medikament verabreicht haben soll. (5/2009). Dazu BEERBAUMs Kommentar in der Sonntags-FAZ vom 24. 5. 09: "... Ich habe die Haltung, erlaubt ist, was nicht gefunden wird."
Zwei Monate später war wieder alles bestens:
"Herr BEERBAUM hat glaubwürdig vorgetragen, dass er die Dinge künftig anders sehen muss.", so der Vorsitzende der vom Deutschen Olympischen Sportbund eingesetzten Untersuchungskommission. 23. 7. 09

Der Hengst Tackeray scheint nicht so recht zu wissen, wes Geschlecht er ist. Im Mai 2009 wurde er positiv auf das Steroid Altrenogest getestet. Sein Reiter, Michael Whitaker (GB), mehrfacher Team-Europameister, war vermutlich überrascht: Altrenogest wird Stuten verabreicht um deren Ovulation zu steuern.

Eine Reiterjacke wurde gefunden. Auf der Suche nach Hinweisen auf den Besitzer fand man in der Jacke eine gebrauchte Spritzte. Die Jacke gehörte dem irischen Springreiter Cameron Hanley. Juli 2009

Distanzreiter Scheich Mohammed bin Rashid al-Maktoum, Herrscher von Dubai, wird von der Fédération Equestre Internationale (FEI), deren Präsidentin seine Frau ist, wegen Dopings im August 2009 rückwirkend ab 3. Oktober 2008 für 6 Monate gesperrt. Sein Pferd war zweimal positiv getestet worden. Der Trainer des Pferdes gestand die Verabreichung von Stanozolol und des Blutdruckmittels Guanabenz.

 

Im Mai 2011(Rennen in Wien-Krieau) wurde dem Hengst Kaka Doping mit Cimetidin nachgewiesen.

 

Boris BOOR, Reiter von Wandana, wurde am 30. 7. 2010 von der NADA nach positiver A-Probe gesperrt. Bei einem am 20. Juni nach dem Casino Grand Prix in Ebreichsdorf vorgenommenen Test war das Anabolikum Boldenon gefunden worden. Die NADA brauchte bis Juni 2011, bis sie Boris BOOR rückwirkend mit 20. Juni 2010 für zwei Jahre sperrte.

 

Scheich Mohammed bin Rashid al-Maktoum (Dubai) besitzt mehr als 5.000 Rennpferde, darunter 11, die im April 2013 positive Dopingtests (anabole Steroide) ablieferten. Deren Trainer, Mahmoud al-Zarooni, fasste dafür eine Sperre von acht Jahren aus (Entzug der Trainerlizenz). Die Geldstrafe, die er im August 2012 wegen zweier Dopingverstöße zu zahlen hatte, war offensichtlich nicht abschreckend genug.

 

Pressemeldungen vom 23. Juli 2014: Die Stute Estimate (Besitzerin die englische Königin) positiv auf Morphin getestet.

 

Ocean`s Twelve, das Pferd der Springreiterin Rosa Schrot (Ö), wurde bei einer Wettkampfkontrolle Ende Juni 2015 positiv auf Clenbuterol und Dembrexine getestet.

 


Neben der Ehre noch eine Kleinigkeit:

In Deutschland werden bei Pferdewetten jährlich 80 Millionen Euro umgesetzt. Genug Anreiz, die Leistung der Tiere ein wenig zu "unterstützen". Von 100 getesteten Pferden sind durchschnittlich 1,4 gedopt. In Italien und Frankreich beträgt der Wert 0,6.
Im Vergleich zu den
Wettumsätzen in Hongkong nehmen sich die deutschen Zahlen geradezu mickrig aus. Mit 8 Mrd. € im Jahr ist die ehemalige englische Kronkolonie überlegener Marktführer. 

Wo so viel Kohle im Spiel ist, ist auch der Koks nicht weit.
Kokain, EPO und Anabolika "motivieren" die Pferde zu Höchstleistungen. Eine interessante Variante ist das NEGATIVDOPING. Dabei bekommen favorisierte Gäule Valium injiziert. Das beruhigt ungemein. Locker laufen sie der Konkurrenz hinterher. Die solcherart verfälschten Ergebnisse ermöglichen Wettbetrügereien in großem Stil. Fliegen die Manipulationen bei einer Dopingkontrolle auf, ist das auch nicht weiter schlimm. Die enormen Wettgewinne sind längst ausgezahlt.

Ein simples, leicht erhältliches Dopingmittel ist Backpulver. Es neutralisiert die während des Rennens in den Muskeln entstehende Milchsäure. Das Zeug schmeckt den Tieren nicht. Daher bekommen sie es durch eine Nasensonde eingeflößt. Nach dem Rennen ist das Backpulver - weil verbraucht - nicht mehr nachweisbar.
 

Und die Reiter?

Jockeys sind leichtgewichtige Herren, die immer an Essen denken. Ihr geringes Körpergewicht ist Berufsvoraussetzung. Dauerstress und Hunger lassen sich mit Drogen bekämpfen. Alkohol, Marihuana und Kokain sind die bevorzugten Substanzen. Viele Weltklassejockeys wurden ertappt und zu Sperren zwischen ein paar Wochen und zwei Jahren verurteilt.

     

Aufdrogiert und fesch?
In Italien sind die verkauften Mengen von EPO und Wachstumshormonen fünfmal höher als der medizinische Bedarf. Der "400-Prozent-Überschuss" landet in den Körpern der Vereins- und Freizeitathleten.  Die Vermutung liegt nahe, dass dieses Verhältnis auch auf andere westeuropäische Staaten übertragbar ist. Im Freizeitsport, und hier nicht nur in den Fitnessstudios, werden illegale leistungsfördernde Drogen von Millionen Europäern wie Bonbons konsumiert. Da wird geschluckt und gespritzt, dass es eine Freude ist. Jedenfalls für die Händler, die ich hier besser Dealer nennen will. Beinahe jeder kennt "wen" (ich auch), der "Etwas" beschaffen kann. Aus Holland oder  - preislich günstiger - ehemaligen Ostblockstaaten ("Vorsicht, Alter, die könnten ein wenig verunreinigt sein!"). Kreatin gefällig? Obwohl es alle Kriterien eines Dopingmittels erfüllt (leistungssteigernder Effekt und beeinträchtigende Nebenwirkungen) ist es in den USA in jedem Supermarkt zu kaufen. In Selbstmedikation wird es bei Wechselbeschwerden (oder diesen vorbeugend) genommen, für bessere Belastbarkeit (in Sport und Beruf), raschere Erholung u.s.w.
Bislang sind keine negativen Nebenwirkungen bei Langzeiteinnahme bekannt. Es kommt allerdings zu einer erhöhten Wasserspeicherung. 1 g Kreatin speichert 23 g Wasser!

Ein Testosteronpflästerchen erhält dem Mann im besten Alter die Spann- und Lendenkraft? Das erhöhte Prostatakrebs-risiko wird ignoriert. EPO nehmen die Hobby-Radfahrer, Anabolika die muskelbewussten Freizeitsportler.

Fünf Prozent der männlichen und ein Prozent der weiblichen Jugendlichen verwenden Anabolika. Weniger für die Steigerung der Leistungsfähigkeit als zur Formung eines attraktiven Körpers. Kreatin ist noch beliebter: 12 % der 12-jährigen und 17 % der 13-jährigen Knaben (Mädchen die Hälfte) nehmen Kreatin regelmäßig ein. (Studie Prof. Donati; wissenschaftlicher Verantwortlicher für den Stadtrat von Rom für das Projekt "Die Rolle des Schullehrers in der Dopingprävention")

 

Manager, die ihre Arbeitsleistung steigern wollen greifen bevorzugt zu Quelle: Handelsblatt Online-Umfrage Aug. - Sep. 2014  Sample: 1.021 Leser

• Illegalen Amphetaminen (Speed)

• Methyphenidat (Ritalin, ...)

Kokain

Ecstasy

• Amphetaminpräparate (Adderall, ...)

• Modafinil (Vigil, Provigil, ...)

Crystal Meth

 

Auf dem Portal der Deutschen Anti-Doping-Agentur (NADA) www.antidopingagentur.de können das aktuelle Antidoping-Regelwerk, eine Liste der erlaubten Medikamente und ein Verzeichnis der verbotenen Substanzen nachgelesen werden.

 

Film zum Thema:

Katharina Bullin - und ich dachte, ich wär´ die Größte
Geschichte der zwangsgedopten, ehemaligen DDR-Volleyballspielerin, Olympiasiegerin 1980
 

Buch zum Thema:
Prisonnier du Dopage
  Philippe Gaumont
Racing Through the Dark  David Millar

Anabole Steroide - Das schwarze Buch 2010  D. Sinner; ISBN 978 300 028 225 6 BMS-Verlag  € 49,95

No Limit - Wie viel Doping verträgt die Gesellschaft Ines Geipel

Doping - Verlorene Spiele Ines Geipel
Grenzwertig Stefan Matschiner, Manfred Behr;  
ISBN-10: 3-86883-132-0

Ich bin nicht Gott Frank Vandenbroucke; Verlag Borgerhoff & Lamberigts, 2008 ISBN 9789077941300

Monolog einer Frau, die in die Gewohnheit verfiel, mit sich selbst zu reden Dimitri Verhulst; Covadonga;  ISBN: 978-3-936973-1

Gelbes Fieber Michael Rasmussen

 

Internationales Sportschiedsgericht TAS (Tribunal Arbitral du Sport)

Gegründet 1984 auf Anregung des IOK, von allen olympischen Verbänden und der FIFA (Fußball-Weltverband) als letztinstanzliches Schiedsgericht anerkannt.
Sitz: Lausanne CH
280 nebenamtliche Richter, die hauptberuflich im Rechtswesen tätig und über die ganze Welt verstreut sind, bilden den Richterpool, aus dem jede Streitpartei eine Person auswählen kann. Der Vorsitzende wird vom TAS bestimmt.
Finanzierung und administrative Führung das TAS obliegt der Stiftung ICAS (International Council of Arbitration for Sport).

 

Letzte Aktualisierung:  18. Juni  2017

 

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