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KLIMA: 5 vor 12
seit 40 Jahren!

 
Wohin führt der Weg?
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Heizwerkstraße, Bild WEBSCHOOL

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Eiswerkstraße - Bild: WEBSCHOOL
 
Der Einfluss der Treibhausgase auf die Erderwärmung ist umstritten. Eine Reihe namhafter  Wissenschaftler bezweifelt sogar, dass die heutigen Klimaverhältnisse überhaupt abnormal sind.
Unbestreitbar scheint jedenfalls, dass es Klimawandel seit Bestehen der Atmosphäre gibt. Das reicht in weit ältere Zeiten zurück, als die läppischen 5.000 Jahren, seit denen der Mensch die Erde mit seiner Anwesenheit belästigt.

 

Grillgasse - Bild: WEBSCHOOL

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Eisstoßgasse - Bild: WEBSCHOOL
 
Untersuchungen von Bohrkernen aus 800.000 Jahre altem antarktischen Eis (Eisbohrung des European Project for Ice Coring in Antarctica), die genau datierbare 10 Eiszeiten und Zwischeneiszeiten erfassen, liefern exakte Daten zu Abkühlungen über mehrere Jahrhunderte und Wiedererwärmung innerhalb weniger Jahrzehnte. In den letzten vier Zwischeneiszeiten lagen die Spitzentemperaturen um bis zu 4,5 Grad über den heutigen. Quelle: Science-Express 5. 7. 2007

 

Brandstätte - Bild: WEBSCHOOL

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Eisteichstraße - Bild: WEBSCHOOL
 
Einen Zeitraum von 420.000 Jahren - vier Eiszeiten - bildet der Bohrkern einer Tiefseebohrung vor Portugal ab. Es zeigt sich, dass es rasche Klimaänderungen nicht nur in der jüngsten Eiszeit, sondern auch in den drei Zyklen davor immer wieder gegeben hatte. Sie führten offenbar jeweils zu einem Kollaps des gesamten mediterranen Ökosystems und einem starken Wachstum der nördlichen Eiskappen.  Quelle: Science-Express 14. 6. 2007

 

"Kalte Rinne", Semmering - Bild: WEBSCHOOL

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Fabriksschlot - Bild: WEBSCHOOL
 

"Kalte Rinne"

 

Warme Röhre

 

 
Gesunkene Temperatur in der antarktischen Tiefsee - Die Tiefsee in der Antarktis ist laut dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung nach einer jahrelangen Erwärmung wieder kälter geworden. Gleichzeitig zeigen Satellitenaufnahmen die höchste Ausdehnung von Meereis im antarktischen Sommer seit dem Beginn der Aufzeichnungen. Die Erkaltung bewege sich im Hundertstel-Grad-Bereich, was für ein Polarmeer schon sehr deutlich sei. 
NZZ 21. 4. 2008

Die Natur hat es brillant geschafft, mit einem höheren CO2-Anteil umzugehen. Der war vor Millionen Jahren deutlich höher als heute. Die Natur hat das Problem gelöst, indem sie die Atmosphäre abgekühlt hat. Heute ist es deutlich kälter als noch vor einigen Millionen Jahren. Was wir Menschen als "normal" betrachten, wenn es ums Klima geht, ist nichts weiter als das, was wir kennen: ein Sonderfall. Prof. Dr. Heinrich Miller, stv. Direktor des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung

 

Erwärmt sich das Klima, wird es keineswegs weltweit Dürren und Wüstenbildung geben. Es träte das Gegenteil ein. Eine wärmere Atmosphäre nimmt mehr Feuchtigkeit auf, in der Folge gibt es auch mehr Niederschläge.
Erwärmt sich das Klima, führt das auch nicht zu mehr Stürmen. Im Gegenteil: Bei einer globalen Erwärmung sänken die Temperaturunterschiede zwischen den Tropen und den Polen, daher gäbe es weniger Stürme.
Man rettet die Umwelt nicht mit sinnlosen Beschwörungsformeln und teuren, aber nutzlosen Maßnahmen gegen Probleme, die so nicht existieren.
Klaus P. Heiss NASA-Raumfahrtexperte, Berater der Regierung Bush

Laut einem Artikel eines Forscherteams um Martin Melles (Uni Köln) im Science (22. Juni 2012) gab es während der letzten 2,8 Millionen Jahre acht "Super-Warmzeiten". In den jüngsten Extremphasen (vor 400.000 und ~1,1 Mio.Jahren) lagen die Temperaturen im Nordosten Sibiriens bei 13 bis 14 Grad (heute: 9 Grad). Die Forscher nehmen an, dass der Eisschild Grönlands damals viel kleiner oder sogar gänzlich verschwunden war. Das Team hatte einen 318 m langen Sedimentkern aus dem sibirischen Elgygytgyn-See analysiert. "Sience" Juni 2012

In der Klimadatenbank HISTALP sind Temperaturdaten zurückreichend bis 1760 und Messwerte (Temperatur, Niederschlag, Luftdruck) von 242 Wetterstationen im Alpenraum gespeichert. HISTALP ist im Internet unter  http://www.zamg.ac.at/histalp/  abrufbar. Die Website ist mehr für Nachdenker, Panikfans finden es dort fad.

Zitat aus einem Artikel von Lennart Bengtsson (bis 1990 Direktor am Max-Plank-Institut für Meteorologie in Hamburg) in der NZZ vom 16. 4. 2014, Titel "Wissenschaft und Politik des Klimawandels":
Der Klimawandel sowie die Angst vor der Kernenergie haben manche Länder dazu bewogen, den Umstieg auf erneuerbare Energien zu forcieren. Bevor man jedoch hastige Änderungen am heutigen Energiesystem vornimmt, sollte es robuste Beweise für einen beträchtlichen Klimawandel geben. Davon sind wir noch weit entfernt.
Der Weltklimarat geht davon aus, dass die Erde sich bei einer Verdoppelung der CO2-Konzentration um 1,5 bis 4,5 Grad erwärmen wird. Die hohen Werte der Klimasensitivität werden bis heute jedoch nicht durch Beobachtungen gestützt. Mit anderen Worten: Die Klimaerwärmung ist bis jetzt kein ernsthaftes Problem, wenn wir uns auf Beobachtungen stützen. Problematisch wird sie nur, wenn wir uns auf Modellsimulationen beziehen.

Aus einem Interview mit dem österreichischen Physiker Werner Gruber (KURIER 26. Juli 2015 S 14):
"Wir hatten von 1600 bis 1900 eine kleine Zwischeneiszeit. Seit 1900 wird es kontinuierlich wärmer - und wir wissen nicht ,warum. Denn der von Menschen produzierte CO2-Ausstoß verursacht nicht den überwiegenden Anteil des Klimawandels."
"Jede Umweltmaßnahme, die wir hierzulande setzen, verbessert unsere Lebensqualität, aber zur Reduktion der Erderwärmung trägt es nicht viel bei. Denn wenn China und Indien nicht mitspielen, hat das alles keinen Sinn."
Das heißt: Klimawandel gibt es. Aber wir Menschen sind nicht die Schuldigen ...
"Stimmt. Wir brauchen kein schlechtes Gewissen haben."

Eine Reihe von Staaten haben 1997 im japanischen Kyoto vereinbart, ihren Treibhausgasausstoß zu verringern, um so angeblich den Klimawandel zu bekämpfen. 2005 trat das Kyoto-Protokoll in Kraft.
Die größten Emittenten, China und die USA, waren nicht dabei. Auch Indien macht nicht mit, Japan wird frühestens 2014 ein Handelssystem für Treibhausgase einrichten.
Diese Vorhaben machte jedoch das Unglück von Fukushima zunichte. Japan, das bis September 2013 auch den letzten Reaktor vom Netz genommen hatte, war gezwungen, seine Energieversorgung mit fossilen Brennstoffen zu sichern. Das Vorhaben, bis 2020 die CO2-Emissionen um 25 % unter das Niveau von 1990 zu drücken, gescheitert.
Neugesetztes Ziel für 2020: -3,8 % gegenüber 2005, was verglichen mit 1990 ein Plus von 3 % bedeuten würde.

Die EU hat sich verpflichtet bis zur Periode 2008 - 2012 ihre Treibhausgasemissionen um 8 % zu reduzieren und teilte diese Vorgabe unter den Mitgliedstaaten auf. Österreich machte auf "Musterschüler" und verpflichtete sich zu einer Reduktion um 13 %! auf 68,8 Mio. t CO2-Äquivalente.
Das kam die Steuerzahler teuer (angeblich 600,- Mio. €), denn Österreich blieb 76,4 Mio. t CO2-Äquivalente über seiner Zusage. Statt 343,9 Mio. t "produzierten" wir während der 5 Jahre 415,3 Mio. t Treibhausgase.


Sechs Gase (CO2, CH4, N2O und die fluorierten Gase HFC, PFC + SF6) sind unter dem Überbegriff TREIBHAUSGASE erfasst. Ihre Emissionswerte werden in CO2-Äquivalente umgerechnet.


 Quellen: Global Carbon Project aus HANDELSBLATT 23. 9. 14  S 10 +  BP aus HANDELSBLATT 29. 7. 15 S 14    Grafik: WEBSCHOOL
 

Das EU-Handelssystem sieht für Unternehmen, die in einem Jahr mehr emittieren, als sie an Emissionsrechten besitzen, den Zukauf der Rechte im kommenden Jahr und eine Strafzahlung von 100,- pro zu viel emittierter Tonne CO2.

1990 emittierte Österreich 78,7 Mio. t Treibhausgase.
2009
emittierte Österreich 80,1 Mio. t Treibhausgase. Vorgabe waren 68,8 Mio. t. Durch Emissionshandel, Projekte aus Joint Implementation und Clean Development Mechanism (JI/CDM), sowie den Werten aus der Gegenüberstellung von Neubewaldung und Entwaldung verpasst Österreich seine Verpflichtung um 5,1 Mio. t.
2010 emittierte Österreich 84,6 Mio. t Treibhausgase. Vorgabe waren 68,8 Mio. t.
2011 emittierte Österreich 82,9 Mio. t Treibhausgase.
2012 emittierte Österreich 80,2 Mio. t Treibhausgase.
2013 emittierte Österreich 79,6 Mio. t Treibhausgase.
2014 emittierte Österreich 76,2 Mio. t Treibhausgase.
Quelle: Österreichisches Umweltbundesamt   www.umweltbundesamt.at

Jährliche Höchstmengen von Treibhausgasen für den Verpflichtungszeitraum 2013 bis 2020
in Mio. Tonnen Kohlenstoffdioxidäquivalent (BGBLA 2015-I-128 Ausgegeben am 6. Nov. 2015)

 

Gebiete (Belastete Gebiete) in denen die Immissionsgrenzwerte (BGBl. I Nr. 115/1997) wiederholt oder auf längere Zeit überschritten werden sind im BGBl. II Nr. 166/2015 aufgelistet.
 
Der Clean Development Mechanism (CDM) erlaubt es den entwickelten Staaten, einen Teil ihrer Reduktionsverpflichtung in Entwicklungsländern zu erfüllen. Die Sache ist schwer überprüfbar.
Über den gesamten Kyoto-Zeitraum wird Österreich bis Ende 2012 etwa 80 Millionen t CO2 zu viel emittieren. Davon wurden bis Ende 2011 Zertifikate für 45 Mio. t gekauft (kostete 405 Mio. €).
Die restlichen 35 Mio. t. werden deutlich billiger. Der Zertifikat-Preis lag Ende 2011 bei ~8,- Euro je Tonne, osteuropäische Staaten verkauften ihre Zertifikat sogar schon für 4,- €.
Im April 2012 nutzte Österreich den günstigen Zertifikatspreis von ~5,-  €/Tonne und erwarb Zertifikate für 30 Mio. t  CO2 zum Preis von 160 Mio. Euro.
Damit ist Österreich seinen Kyoto-Verpflichtungen bis Ende 2012 nachgekommen. Der Spaß kostete die Republik über den gesamten Zeitraum (2008 - 2012) 600,- Mio. Euro! Nach Angaben der Tageszeitung "Die Presse" vom 16 1. 2014 waren es sogar 690,- Mio. Euro. Kanada war schlauer

2003 trat die Schweiz als 111. Staat dem Kyoto-Protokoll bei. Die Schweiz beabsichtigt die Teilnahme am EU-Handelssystem ab 2013.  Quelle: Bundesamt für Umwelt BAFU
2009 emittierte die Schweiz 51,85 Mio. t CO2. Gemäß dem Kyoto-Protokoll muss die Schweiz im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2012 den CO2-Ausstoß gegenüber 1990 um 8 % verringern. Dies entspricht unter Anrechnung der "Leistungen" des Waldes und der Zertifikatskäufe noch 48,6 Mio. t CO2. Quelle: Bundesamt für Umwelt BAFU
Im Zeitraum 2008 - 2012 wird die Schweiz die mit dem Kyoto-Protokoll eingegangenen Klimaschutz-Verpflichtungen verfehlen. Jährlich werden 0,8 Mio. t CO2. zu viel produziert. Für den Nachkauf der dadurch erforderlichen Zertifikate im Ausmaß von 4 Mio. t. wird das Land rund 60 Mio. Franken aufbringen müssen.

2012 waren in der Schweiz 36,- Franken pro Tonne CO2 zu bezahlen. 2013 müssen die Emissionen unter 80 % jener des Jahres 1990 bleiben, andernfalls gilt ab 2014 eine Abgabe von 60,- Franken / t CO2. Der Bundesrat kann die Abgabe auf bis zu 120,- Franken / t CO2 erhöhen. Quelle: Bundesrat

2010 emittierte Deutschland 960 Millionen Tonnen Treibhausgase, das waren 23 % weniger als 1990. Damit wurde der Kyoto-Zielwert 2008-2012 von 974 Millionen t deutlich unterboten. Der Anteil der energiebedingten CO2-Emissionen hat von ~700 Mio. t auf 780 Mio. t zugenommen. Quelle: Deutsches Umweltbundesamt
2012 emittierte Deutschland 951 Millionen Tonnen Treibhausgase. Davon entfallen 83 % auf die Energieerzeugung, 7,7 % auf die Landwirtschaft, 7,6 % auf Industrieprozesse, 1,6 % auf die Abfallwirtschaft und 0,1 % auf Sonstige.  Quelle: UMWELTBUNDESAMT
2013 emittierte Deutschland 834 Millionen Tonnen Treibhausgase. Quelle: BM für Wirtschaft + Energie

Die 1.627 emissionshandelspflichtigen Energie- und Industrieunternehmen Deutschlands sorgten
2011 für einen CO2 -Ausstoß von 450,3 Mio. t
2012 waren es 452,4 Mio. t.
Gesamt lagen die Treibhausgasemissionen 2012 um 25 % unter den Werten von 1990 (1.250 Mio. t), bis 2020 sollen es 40 % (750 Mio. t) sein.  Quelle: UMWELTBUNDESAMT www.uba.de


 Grafik: WEBSCHOOL

2010 wurden weltweit 30,6 Gigatonnen CO2 freigesetzt, 5 % mehr als 2008. Der Rückgang 2009 war Resultat der Wirtschaftskrise. Für den Anstieg hauptverantwortlich waren die Schwellenländer. Quelle: Internationale Energieagentur
BP bezifferte den CO2 - Ausstoß im Jahr 2010 mit weltweit 33,13 Milliarden Tonnen. Das dritte Jahr in Folge war China mit 8,94 Milliarden Tonnen größter CO2 - Emittent. Weiters USA 5,25 Mrd. t, EU 27 4,05 Mrd. t, Indien 1,84 Mrd. t, Japan 1,16 Mrd. t.

2012 wurden im EU-Raum 3.438,8 Millionen Tonnen CO2 emittiert; davon entfielen auf die Stahlindustrie lediglich 6 % (206,3 Mio. t) Quelle: Eurostat

2012 wurden weltweit 36,13 Gigatonnen CO2 freigesetzt
Quelle: BP - World Energy Report
2010 / EU-Kommission 2012 in Kleine Zeitung 24. 9. 14  S12

2014 wurden weltweit 35. 498,7 Millionen Tonnen CO2 freigesetzt.
Davon entfielen auf CHINA 23,4 %, USA 14,7 %, Indien 5,7 %, RUSSLAND 4,9 %, BRASILIEN 4,2 %, JAPAN 3,6 %, INDONESIEN 2,3 %, DEUTSCHLAND 2,2 %, SÜDKOREA 1,8 %, KANADA 1,6 %, EU 11 %.
Quelle: BP - Handelsblatt  29. 7. 15   +  5. 11. 15

Grafik WEBSCHOOL

Am 5. Juli 2011 stimmte das Europäische Parlament gegen das Vorhaben der Kommission, die CO2 - Emissionen bis 2020 statt um 20 % um 30 % zu senken, was die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft weiter verschlechtert hätte.
In einem neuen Anlauf am 22. 1. 2014 schlug die EU-Kommission vor, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 gegenüber 1990 um 40 % zu senken.
Am 24. 10. 2014 einigten sich die EU-Staaten auf folgende Eckpunkte ihrer künftigen Klimapolitik:
Treibhausgase: Der EU-interne Treibhausgasausstoß wird bis 2030 im Vergleich zu 1990 um mindestens 40 % gesenkt. Die Zahl der Emissionszertifikate wird verknappt.
Erneuerbare Energien: Ihr Anteil am Energieverbrauch soll bis 2030 auf mindestens 27 % erhöht werden.
Energieeffizienz: Der Energieverbrauch soll bis 2030 mindestens 27 % geringer sein, als er es laut Projektionen ohne Sparmaßnahmen wäre.

In China sind 2013 binnen Jahresfrist die CO2 -Emissionen um 58 % auf 9,98 Mrd. t gestiegen
In den USA um 20 % auf 5,23 Mrd. t, in Indien um 17 %. In den 28 EU-Ländern fielen sie um 10 %.
Quelle: Reinhard Göweil in WZ 23. 9. 14   S 2; Handelsblatt 4. 12. 14 S 9

Deutschland hatte im Koalitionsvertrag von 2009 das nationale Emissions-Reduktionsziel bis 2020 freiwillig von 30 auf 40 Prozent erhöht, um die internationalen Klimaschutzverhandlungen positiv zu beeinflussen.

Während in Deutschland an Techniken gearbeitet wird, die ein Einlagern von CO2 in unterirdische Gesteinsschichten ermöglichen sollen, hat Österreich mit dem Verbot der geologischen Speicherung von Kohlenstoffdioxid (144. Bundesgesetz; BGBl vom 28. Dezember 2011) diesbezüglichen Plänen eine Absage erteilt. Eine Evaluierung des Verbots bis 2018 und danach in Fünfjahresabständen ist vorgesehen (§ 4 - Evaluierung), wer dem Verbot zuwiderhandelt, kann mit einer Verwaltungsstrafe bis 35.000,- belegt werden (§ 5 - Strafbestimmung).

Ergebnis der (15.) Klimakonferenz von Kopenhagen (Dez. 2009):
10.000 Delegierte, 13.000 Beobachter und 3.000 Journalisten wohnten einem Trauerspiel bei. Es kam zu keinem Beschluss.
Die Industriestaaten versprachen ab 2020 jährlich 100 Mrd. $ für Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern bereit zu stellen.

Ergebnis der Klimakonferenz von Cancun (Mexiko; Dez. 2010):
Die Staaten beschließen die globale Erwärmung auf maximal 2 Grad zu beschränken. Der Green Climate Fund wird gegründet, er soll einen Teil der versprochenen 100 Mrd. $ garantieren.

Ergebnis der  Klimakonferenz von Durban (Dez. 2011):
Das Kyoto-Abkommen 2013 bis 2017 oder 2020 wird ein Minderheitenprogramm.
Die USA, China und Indien, gemeinsam verantwortlich für mehr als 50 % der weltweiten Treibhausgasemissionen, werden sich - wenn überhaupt - eigene Ziele zur Verringerung setzen.
Russland, Kanada und Japan verabschieden sich. Damit bekennen sich nur noch Staaten, die gemeinsam für maximal 12 % der weltweiten Emissionen verantwortlich sind, zu den Kyoto-Vorgaben.
 
Die Entwicklungs- und Schwellenländer bestehen auf der Einrichtung eines neuen Klimafonds (Green Climate Fonds). Ab 2020 sollen die Industrieländer jährlich 100 Milliarden Dollar zugunsten der Entwicklungsländer bereit stellen.
Bis Mitte 2012 soll die Arbeit für die Erstellung eines neuen Klimavertrags aufgenommen werden. Das Abkommen soll an der Klimakonferenz 2015 verabschiedet, danach ratifiziert werden, was einige Jahre dauern könnte, und 2020 in Kraft treten. Auf Wunsch der EU soll dem Ergebnis der Verhandlungen zum Klimavertrag Rechtskraft zukommen.

Kanada trat am 12. Dez. 2011, einen Tag nach Abschluss der Durban-Konferenz, aus dem laufenden (2008 - 2012) Kyoto-Klimaschutzabkommen aus. Mit dem Austritt vermeidet Kanada eine Strafzahlung von 10,5 Mrd. Euro für nicht vollzogene CO2 -Vorgaben. Statt einer vorgegebenen Reduktion seiner Treibhausgase um 5,2 % hatte sich Kanada im ersten Abkommen freiwillig (!) auf 6 % (Basis 1990) verpflichtet.
Tatsächlich verzeichnete das Land eine Zunahme von 35 %. Stand 13. 12. 2011
Auf Kanada entfallen 2 % des weltweiten Treibhausgasausstoßes.
Seit dem Ausscheiden Kanadas entfallen auf die verbleibenden Unterzeichner des Kyoto-Abkommens nur noch 15 % der globalen Treibhausgase.

Australien verdonnerte per Gesetz (Beschluss am 8. 11. 11) die 500 größten Klimasünder ab Juli 2012 zur Zahlung einer CO2 -Steuer in der Höhe von 23 AUD (1 € = 1,34 AUD Kurs Nov. 2011). Die Steuer sollte bis 2015 in ein Emissionshandelssystem übergeführt werden.
Auf Australien entfallen 1,5 % der globalen CO2 - Emissionen.
Der 2013 gewählte Premierminister Tony Abbott erfüllte sein Wahlversprechen und schuf die CO2 -Steuer per Juli 2014 wieder ab. Er plant einen Fond, ausgestattet mit 3,2 Mrd. austr. $ (Steuergelder), aus dem  Projekte zur CO2 - Reduzierung finanziert werden sollen.
Australiens Stromerzeugung

Fossile Energieträger:  75 %   Erneuerbare Energieformen: 13 %
  Übrige: 12 %

Ergebnis der  Klimakonferenz von Ad-Dauha (Katar) (Dez. 2012):
Das Kyoto-Abkommen wurde ab 1. Jänner  2013 um 8 Jahre verlängert. Die 27 EU-Staaten und weitere 10 Industriestaaten gingen die neue Verpflichtung ein.
Dass die USA, China und Indien - gemeinsam verantwortlich für mehr als 50 % der weltweiten Treibhausgasemissionen - nicht mitmachen, war von Anfang an klar.
Russland, Kanada und Japan haben sich verabschiedet.
Damit bekennen sich nur noch Staaten, die gemeinsam für maximal 12 % der weltweiten Emissionen verantwortlich sind, zu den Kyoto-Vorgaben. Ein für sie teures aber vergebliches Klimaschutzvorhaben.

In einem bereits 2006 beschlossenen Gesetz verpflichtet sich Kalifornien mit Ende 2012 einen Zertifikatshandel einzuführen, Südkorea will  2015 folgen.
 
Im ersten Schritt hat Kalifornien die 350 größten Verschmutzer (Jahresausstoß >25.000 t CO2) in den Emissionshandel eingebunden. Sie erhalten in den ersten beiden Jahren kostenlose Zertifikate für 90 % ihres aktuellen Treibhausgasausstoßes. Was darüber hinausgeht muss zum Preis von mindestens 10,- $ pro Tonne CO2  zugekauft werden.
Bleiben die Unternehmen unter der 90-%-Marke, dürfen sie die ihnen verbleibenden Zertifikate verkaufen.
Beim Handelsstart (19. 11. 2012) fanden alle 23,1 Mio. Zertifikate Käufer. Der Preis pro Zertifikat lag bei 10,09 $. 97 % der Zertifikate wurden von Emittenten gekauft, 3 % von Händlern.
2020 soll der CO2 -Ausstoß den Stand von 1990 erreicht haben, das entspricht einer Reduktion um 17 %.
2020 werden nur noch 50 % der Zertifikate kostenlos abgegeben.
Um große Preisschwankungen zu vermeiden, hält die Behörde eine Reserve an Zertifikaten, die sie ausgibt, wenn der Preis 40,- $ übersteigt.

Ergebnis der  Klimakonferenz von Warschau (Nov. 2013):
Keines. Jeder tat seinen Standpunkt kund. Dann fuhren alle wieder nach Hause. Die NGOs aus Enttäuschung sogar vor Konferenzende.
Die Schwellen- und Entwicklungsländer forderten wieder mal Geld von den Industriestaaten als Entschädigung für Klimaschäden.
Ein Grüner Klimafond wird geschaffen, in den ab 2020 jährlich 100 Mrd. Dollar fließen sollen.
Von der Klimakonferenz 2014 (New York) ist wenig zu erwarten, bei der Klimakonferenz 2015 (Paris) soll ein neues Abkommen zustande kommen.

Abschlussbericht (komprimierte Fassung des bereits veröffentlichten, dreiteiligen Klimaberichts) des UNO-Klimarates  in Kopenhagen ( 2. Nov. 2014):
"Um eine gute Chance zu bewahren, unter den zwei Grad zu bleiben, und das bei handhabbaren Kosten, müssten die Treibhausgasemissionen zwischen 2010 und 2050 um 40 bis 70 Prozent sinken" (Rajenda Pachauri, Vorsitzender des UNO-Klimarats)

Wird über die Zusammenfassung von UNO-Klimaberichten verhandelt, schlägt die Stunde politischer Einflussnahmen. Einzelne Länder, namentlich Saudiarabien, wehrten sich vehement dagegen, in die Zusammenfassung des Berichts allzu konkrete Aussagen zu der Frage aufzunehmen, wie man die Treibhausgasemissionen verringern könnte.  NZZ, 4. 11. 2014

Ergebnis der  Klimakonferenz von Lima (Dez. 2014):
Dürftig. Für den "Green Climate Fund" versprechen die Industriestaaten 10,2 Mrd. $, den Entwicklungsländern lassen sie bereits jährlich 40 bis 175 Mrd. $ aus öffentlichen und privaten Quellen für Klimaschutzmaßnahmen zukommen.
China und Indien, die größten Emittenten von Treibhausgasen, verhindern, dass sie Überprüfungen ihrer "Bemühungen" unterzogen werden.
Eine Absichtserklärung, der sog. "Aufruf von Lima", soll Grundlage für ein neues Klimaabkommen in Paris (Dez. 2015) bilden, welches 2020 in Kraft treten soll.

Klimakonferenz von Paris (Dez. 2015) 
Vorschau: Geplant ist der Abschluss eines neuen Abkommens, das nicht nur die Industriestaaten (wie im auslaufenden
Kyoto-Abkommen), sondern alle Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer ihre Emissionen reduzieren müssen, schließlich sind unter den zehn größten Luftverschmutzern fünf Entwicklungsländer.
Ein Scheitern der Konferenz würde nicht überraschen, gibt es doch was die Finanzierung der Reduktionsmaßnahmen und der rechtlich verbindlichen Verpflichtung der Staaten unterschiedliche Vorstellungen.
ERGEBNIS:
Die 195 Staaten + EU wollen die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf unter 2 Grad, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad begrenzen. Dafür haben sie sich auf folgende Maßnahmen geeinigt

  • der Ausstoß von Treibhausgasen soll "so bald wie möglich" seinen Höhepunkt erreichen. Entwicklungsländern wird dafür mehr Zeit zugestanden.
    Der Nettoausstoß von Kohlendioxid soll in der zweiten Jahrhunderthälfte Null erreichen. Bedeutet, es darf nur so viel Kohlendioxid emittiert werden, wie Wälder und Meere absorbieren können oder unterirdisch gelagert werden kann.

  • Die Länder müssen individuelle Klimaschutzpläne vorlegen, die erstmals 2018 und danach in Fünfjahresabständen überprüft werden.

  • Die Länder verpflichten sich zur Transparenz. Sie legen ihre Daten zum Kohlendioxidausstoß offen, dokumentieren ihre Klimaschutzaktivitäten und deren Wirkung.

  • Die Industriestaaten müssen ab 2020 den Entwicklungsländern jährlich 100 Millionen $ zur Verfügung stellen, damit diese ihre Treibhausgasemissionen und Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels finanzieren können. Schwellenländer wie China, Saudi-Arabien, ... werden ersucht, sich "freiwillig zu beteiligen".

  • Ein Versicherungssystem (finanziert von den Industrieländern) soll den Entwicklungsländern helfen, Schäden nach Dürren oder Überschwemmungen zu kompensieren.

  • Verbindlichkeit - Das Abkommen ist völkerrechtlich verbindlich, Länder, die sich nicht an ihre Verpflichtung halten, haben KEINE STRAFEN zu befürchten!

  • Das Pariser Abkommen tritt in Kraft, sobald es 55 Staaten die zusammen für mindestens 55 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, ratifiziert haben.
     

Am 24. 6. 2013 startete China, vorerst nur in der Industriestadt Shenzen (10 Mio. Einwohner), seinen ersten Emissionshandel. Bis 2014 sollen weitere sechs Regionen einbezogen werden. Zur Stabilisierung der Zertifikatspreise kann der Staat das Zertifikatsangebot jederzeit verknappen.
 


Bild: WEBSCHOOL

Nicht in die Gesamtbilanz der Treibhausgase eingerechnet sind die Methan-Emissionen auftauender Permafrostböden, heiliger  + konfessionsloser Kühe, Kamelen, die Gase vulkanischen Ursprungs und die Abgase des Seeverkehrs.
Die pro Jahr im Verdauungstrakt Kamels produzierte Methanmenge, entspricht 1 Tonne CO2.
 
Jährlich werden 7,7 Mio. t Methan durch das Auftauen des Meeresbodens im Nordpolarmeer freigesetzt. Das entspricht der Bilanz aller Weltmeere.  Quelle: Studie der University of Alaska 2/2010 veröffentlicht in "Science"
Laut FAO verursacht die Viehzucht jährlich Methan- und Lachgas-Emissionen, die 7,1 Mrd. Tonnen CO2 entsprechen.
Quelle:
Die Presse, 22. 12. 13 S 22

Deutschland plant das CO2 der Industrieabgase auszufiltern, zu verflüssigen und anschließend in tiefen Gesteinsschichten zu speichern → CCS-Verfahren (carbon dioxide capture and storage).

 

... Alles, was wir mit Riesenanstrengungen in zehn Jahren erreichen, macht China in drei Monaten zunichte. ...

Fitz Vahrenholt in einem Interview - Die Presse, 19. Okt. 2012 S 18

 

Europas Wälder

sind zwischen 1991 und 2011 um 800.000 Hektar pro Jahr gewachsen.
Insgesamt beträgt die Fläche des Europäischen Waldes 1,02 Milliarden Hektar, was einem Viertel der Bewaldung weltweit entspricht. Ebenso haben die Dichte der Wälder und die Höhe der Bäume zugenommen.
Zwischen 2005 und 2010 absorbierten Europas Wälder ~880 Mio. t Treibhausgase pro Jahr.
Quelle: Bericht "Zustand der europäischen Wälder 2011"

49 % der Fläche Österreichs sind bewaldet (Finnland: 77 %). Größter Waldbesitzer ist der Staat. Dem Adel sind 1919 zwar die Titel, nicht jedoch seine riesigen Wald- und sonstigen Besitzungen entzogen worden:

  1. Österreichische Bundesforste 513.000 ha

  2. Forstbetrieb Franz Mayr-Melnhof-Saurau 32.400 ha

  3. Stadt Wien 27.900 ha

  4. Esterházy-Betriebe 22.500 ha

  5. Fürstl. Schwarzenberg´sche Familienstiftung 18.961 ha

  6. Stift Admont 16.718 ha

  7. Steiermärkische Landesforste 16.300 ha

  8. Habsburg-Lothringen´sches Gut Persenbeug 12.735 ha

 

Klimazertifikate

Aus dem Nichts wird ein Markt geschaffen, eine einträgliche Spielwiese für Börsen, Händler und Spekulanten. Sein Volumen scheint beliebig aufblasbar. Geschäfte mit der Luft eben.
Die Welt hat scheint´s noch nicht genug von Derivaten, Optionen, Futures, Swaps, ... das Sortiment konnte erweitert werden. Mit atemberaubenden Aussichten:

  • Die Rohstoffbörse Nymex (New York Mercantile Exchange) erwartet für  2020 ein Marktpotential von 1 Bio. $.
  • Die amerikanische Derivate-Aufsichtsbehörde CFTC rechnet schon viel früher mit viel mehr: 2 Bio. $
  • "Ich fürchte, selbst diese Prognose ist noch zu niedrig. Wir sehen ein Potential von bis zu 3 Bio. $." Patrick Birley, CEO der ECX (London).

Das 2005 eingeführte EU Emission Trading System (EU-ETS) umfasst die Hälfte des CO2-Ausstoßes der EU. Mehr als 11.000 Betriebe (Kohlekraftwerke, Ölraffinerien, Stahlwerke, ...) in 30 Staaten (EU + Norwegen, Island, FL) sind dem EU-ETS unterstellt.
Jeder EU-Staat teilt "sein" Kontingent an CO2-Zertifikaten, sogenannten EU Allowances (EUA; 1 EUA = 1 t CO2) den heimischen Unternehmen, hauptsächlich der Industrie, zu. Überschreitet er die erlaubte Grenze, müssen Emissionsrechte (=Zertifikate) zugekauft werden. Damit er selber Umweltmaßnahmen setzt, darf ein Staat aber nicht mehr als 50 Prozent der Fehlmenge mit Zertifikaten abdecken.
Die EU-Regierungen haben 2008 festgelegt, dass Industrieunternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, die Zertifikate auch in Zukunft kostenlos erhalten. Andernfalls würde viele Unternehmen in Staaten ohne Emissionshandel produzieren.
Dennoch versucht die EU-Kommission Druck zu machen, in dem sie z. B. für die Produktion einer Tonne Stahl Zertifikate für die Emissionen von 1,33 t zugesteht, laut Industrieangaben jedoch 1,47 t CO2 emittiert werden.

In der dritten Handelsperiode, 2013 - 2020, hat die EU für 2013 den CO2-Ausstoß auf 2,04 Mrd. t begrenzt. Jedes weitere Jahr wird die Menge um weitere 37,5 Mio. t reduziert.
Damit werden jährlich 1,74 % weniger Zertifikate zugeteilt, was gegenüber 2005 eine Reduktion von 21 % bedeutet. Das aus Periode 2 (2008 - 2012) "mitgenommene" enorme Überangebot wird zumindest anfangs der 3. Periode den Preis niedrig halten.

Um den Preis hochzutreiben beschloss das EU-Parlament am 10. Dezember ab Jänner 2014 900 Millionen Zertifikate vom Markt zu nehmen.
Der Markt blieb unbeeindruckt, hatte er doch Mitte Jänner 2014 einen Überschuss von rund 2 Milliarden Zertifikaten zu verdauen.

Am 5. Mai 2015 schlossen EU-Parlament und die EU-Staaten einen Kompromiss:
Das Angebot an industriellen Verschmutzungsrechten wird im EU-Raum ab 2019 um jährlich rund 200 Mio. reduziert. Weiters werden 900 Mio. Zertifikate langfristig vom Markt genommen.
"Am 8. Juli stimmte das EU-Parlament für eine Reform des Emissionshandels. Ab 2019 sollen rund 1,5 Mrd. CO2-Rechte in eine Art Ablage geschoben und so dem Markt entzogen werden." WZ 9. 7. 2015 S 6

2010 haben Österreichs Energieversorger und Industriebetriebe die am Emissionshandel teilnehmen um  3,7 % weniger CO2-Zertifikate eingelöst als sie zugeteilt bekommen haben. Statt 32,1 Mio. t verbrauchten sie nur 30,9 Mio. t, die nicht eingelösten Zertifikate konnten sie noch bis 2012 verbrauchen oder an einer Klimabörse verkaufen. Die Betriebe müssen ihnen zugeteilte Zertifikate für das Vorjahre jeweils bis Ende April des Folgejahres einlösen.
Quelle ECRA (Emission Certificate Registry Austria)
www.ecra.at

Änderung des Emissionszertifikatgesetzes 2011
(BGBLA 2015-I-128 Ausgegeben am 6. Nov. 2015)


 

Regelung für die Fluggesellschaften

  • 1. Jänner 2012 Im EU-Raum wird der Luftverkehr in den Handel mit Emissionszertifikaten einbezogen. Das gilt für ALLE Luftfahrtgesellschaften, die innerhalb Europas starten und landen. Fluglinien, die sich weigern, drohen Geldstrafen oder Start- und Landeverbote im EU-Raum.
    Österreich hat diese Verpflichtung in §2 + §3 des Emissionszertifikategesetz 2011 (BGBl. 2011 / I / 118 vom 12. Dezember 2011) gesetzlich geregelt.
    Mehr als 40 Nicht-EU-Länder drohen der EU mit handelspolitischen Sanktionen. China will Milliardenaufträge bei Airbus stornieren, die USA, Russland, Indien, Brasilien sprechen von Gegenmaßnahmen.
  • Feber 2012 Die chinesische Luftfahrtbehörde verbietet auf Anweisung der Regierung den chinesischen Fluggesellschaften die Teilnahme am Emissionshandel der EU.
    2012 werden von der EU 85 % der Zertifikate kostenlos abgegeben, 2013 bis 2020 nur noch 82 %. 15 % der Zertifikate werden jährlich versteigert. Der ab 2013 verbleibende Rest von 3 % dient als Reserve für neue bzw. schnell wachsende Fluggesellschaften.
  • November 2012 Die EU rudert in Sachen Zertifikate für den Luftverkehr zurück. Die Regelung wird für den internationalen Luftverkehr bis zur nächsten Generalversammlung der internationalen Luftfahrtorganisation ICAO (Herbst 2013) zurückgenommen, für innereuropäische Flüge blieb sie bestehen.
  • 4. Oktober 2013 Die ICAO beschließt die Ausarbeitung eines globalen marktbasierten Systems zur Begrenzung der CO2-Emissionen des Luftverkehrs bis 2016(!), das bei Annahme 2020 in Kraft treten könnte.
  • 5. März 2014 Die Unterhändler des EU-Parlaments, der Kommission und der Mitgliedstaaten einigten sich darauf, Langstreckenflüge bis 2017 von der Klimaabgabe zu befreien.

Seit Mitte Dezember 2008 bieten das Lebensministerium, Austrian Airlines, die Flughafen Wien AG und Kommunalkredit public Consulting GmbH den Passagieren die Möglichkeit, durch freiwillige Spenden einen Beitrag zur Kompensation von Flugemissionen zur Umsetzung von Klimaschutzprojekten zu leisten.
Quelle: http://www.viennaairport.com/jart/prj3/va/uploads/data-uploads/Konzern/UmweltAktuell_de.pdf

Wie man einen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann und welche Projekte damit finanziert werden, ist auf der Website der AUA nachzulesen:
http://www.austrian.com/Info/Flying/CO2offsetting.aspx?cc=AT&sc_lang=de

Wer in Europa zu viel emittiert - z.B. Österreich - kauft EU Allowances (EUA), wer in Maßnahmen zur Verminderung von CO2-Emissionen investiert, erhält Emissionsgutschriften (CER), die er verkaufen kann.
Der Preis für CER verläuft parallel zu jenem für die Emissionsrechte (EUA), jedoch um zwei bis vier Euro darunter.

Österreich musste 2011 Zertifikate im Wert von 21 Mio. € nachkaufen. BRA 2011
Österreich musste von 2008 bis 2012 Zertifikate im Wert von 690 Mio. € nachkaufen.
Österreich musste 2012 Zertifikate im Wert von 64 Mio. € nachkaufen. BVA 2012
Österreich budgetiert für 2013 Einnahmen aus der Versteigerung von Zertifikaten in der Höhe von 140,5 Mio. €. BVA 2013 UG43 Detailbudget 43.01.04 Emissionshandel Seite 21 /  Für die Schätzungen der Erlöse wurde ein Zertifikatepreis von 10,- € und eine EU-weite Versteigerungsmenge von 1 Milliarde angenommen.
Tatsächliche Einnahmen 2013: 55.754.529 BRA 2013
Österreich budgetiert für 2014 Einnahmen aus der Versteigerung von Zertifikaten in der Höhe von 210,75 Mio. € BVA 2014
Tatsächliche Einnahmen 2014: 53.338.690 BRA 2014
Österreich budgetiert für 2015 Einnahmen aus der Versteigerung von Zertifikaten in der Höhe von 210,75 Mio. € BVA 2015
Österreich budgetiert für 2016 Einnahmen aus der Versteigerung von Zertifikaten in der Höhe von 210,75 Mio. € BVA 2016

Der Handel mit Emissionsrechten (EUA) und Emissionskrediten (CER) erfolgt an den Klimabörsen Chicago Climate Exchange CXX, European Climate Exchange (ECX), BlueNext, European Energy Exchange (EEX), Nord Pool, ... .

                   

2007 lagen die Preise für ein CO2-Zertifikat über 1 Tonne bei 1 bis 10 €, für 2008 wurden von den Händler bis zu 40 € erwartet, tatsächlich erreichte der Preis in der Jahresmitte aber nur 27,-.
Von 2009 bis März 2011 blieb es bei ~15,- pro Tonne CO2, das Unglück im japanischen AKW Fukushima und die in Folge in Europa stillgelegten AKW ließen einen Anstieg der Stromproduktion aus konventionellen, mit Kohle, Erdgas und Erdöl betriebenen Kraftwerken erwarten, das führte zu einer erhöhten Nachfrage an EUAs, so dass im April für die Tonne CO2, ~17,50 zu bezahlen waren. Ein kurzes Hoch, denn im Aug. 11 lag der Preis bei ~11,- €, im Nov. 12 grundelte er bei 6,67 €, auf 4 € ging´s im Feb. 13 weiter bergab, leichte Aufwärtsbewegung im April 2013: 4,72 €, Jänner 2014: 5,01 €, November 2015: 8,59 €.

In der ersten Phase wurden den Unternehmen zu viele Zertifikate kostenlos zugeteilt. Zukäufe mussten kaum getätigt werden, daher fiel der Preis bis Ende 2007 auf Null.
Das europäische Recht, eine Tonne CO2 zu emittieren (EUA), kostete im April 2005
29 €, am 29. Okt. 2013: 4,78 €

Um den Preisverfall zu stoppen, folgte das EU-Parlament dem Kommissionsvorschlag, das Überangebot von 2 Mrd.  Zertifikaten für den Zeitraum 2013 bis 2015 um 900 Mio. zu reduzieren. Ab 2016 kommen die 900 Mio. Zertifikate wieder auf den Markt. 3. Juli 2013

Nach dem Fukushima-Unglück und der kurz darauf vorgenommenen Abschaltung von sieben deutschen AKW stieg der Kurs auf 17 €.
Am 15. Dezember 2014 lag der Preis am Spotmarkt bei
6,71 €

Kaum Bewegung im Zeitraum 1/2014 bis 4/2016

Grafik: WEBSCHOOL

Ein Hackerangriff auf das Europäische Emissionshandelssystem (ETS) im Jänner 2011 war zuerst in Österreich und anschließend in Tschechien, Griechenland, Polen und Estland erfolgreich. Es waren jene Staaten, die trotz mehrfacher Aufforderung durch die EU-Kommission, die Sicherheitssysteme ihrer nationalen Registrierungsstellen nicht aktualisiert hatten. Laut Pressemeldungen kamen die Hacker mittels simpler Phishing-Mails und gefälschter Webseiten zu den Zugangsdaten.
Zwei Millionen Zertifikate - Gesamtschaden beim damals aktuellen von Preis 14,20 pro Zertifikat: 28,4 Mio. € - wurden dem Spotmarkt gestohlen, 488.000 aus dem österreichischen Guthaben, 472.000 aus dem tschechischen.

Die Leipziger EEX (European Energy Exchange) ist die größte Energiebörse Europas. Sie ist Handelsplatz für Strom, Erdgas, Kohle und CO2-Emissionsrechte.
Die Produkte werden über den Spotmarkt - hier wechselt das Produkt zum tagesaktuellen Preis den Besitzer - oder über den Terminmarkt - Marktteilnehmer sichern sich mittels bar abgegoltener Futures gegen Preisschwankungen ab - gehandelt.

Die European Climate Exchange ECX ist die weltweit größte Terminbörse für den Handel mit CO2-Zertifikaten. Gemeinsam mit der US-Terminbörse für Emissionsrechte, der Chicago Climate Exchange CXX, ist sie Eigentum einer Holding, die an der Londoner Börse notiert.
Über einen seiner Investmentfonds besitzt der US-Politiker Al Gore Anteile an der CXX und damit auch an deren Schwester, der
ECX.
Interessenkonflikte kamen bei Al Gores Anhörung (2009) durch den Kongress zur Sprache. Die positiven Auswirkungen einer rigiden Klimagesetzgebung für Gores  Firmenbeteiligungen wurden thematisiert.
2007 bekam
Al Gore gemeinsam mit dem IPCC (Zwischenstaatliche Sachverständigengruppe über Klimaänderungen) den Friedensnobelpreis.

Der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change; 195 UN-Mitgliedstaaten) wurde 1988 von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und der UNO gegründet.
Sitz: Genf - Budget 2013: 10 Mio. $.
Die Berichte über den durch den Menschen gemachten Klimawandel erscheinen alle fünf bis sechs Jahre (1990, 1995, 2001, 2007, 2013). Die Autoren (Ökonomen, Politologen, Naturwissenschafter, Soziologen) lesen eine Vielzahl von Fachartikeln und fassen sie zusammen. Nach einer Prüfung durch externe Gutachter wird der Bericht veröffentlicht.
In kürzeren Abständen fertigen Forscher im Auftrag des IPCC Spezialreports an.

Die Glaubhaftigkeit des IPCC bekam 2010 eine Delle. Mindestens. Interne E-Mails kamen ans Licht, aus denen hervorging, dass "unpassende" Ergebnisse der Öffentlichkeit vorenthalten bzw. vernichtet wurden. Seine Prognose über das "Verschwinden der Himalaya-Gletscher bis spätestens 2035" beruhte auf einem unbestätigten telefonischen Interview des Journalisten Fred Pearce aus dem Jahr 1999.

Der Klimabericht 2013 besteht aus drei Teilen:
Teil 1 widmet sich den wissenschaftlichen Grundlagen, vergangener und künftiger Änderungen von Temperatur, Ozeanen, Gletschern und den Einfluss des Menschen auf das Klima.
840 Wissenschafter aus 38 Staaten haben viele Tausend Studien ausgewertet und ein 2.000-Seiten-Werk erstellt. Da kein Politiker diesen Wälzer lesen würde, wird der Inhalt auf 36 (!) Seiten komprimiert. Beamte der einzelnen Staaten sorgen für Formulierung, denen ihre  Politiker zustimmen können.  Veröffentlicht am 27. Sep. 2013
Im Teil 1 war zu lesen, dass

  • mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 % der Mensch mindestens die Hälfte des Temperaturanstiegs seit 1950 zu verantworten hat (2007 waren wir sogar noch für 90 % des Temperaturanstiegs zuständig!).

  •  die globale Mitteltemperatur seit 1998 mindestens jedoch seit 2001 stagniert. (!)

  • die globale Mitteltemperatur zwischen 2016 und 2035 im Durchschnitt wahrscheinlich 0,3 bis 0,7 Grad Celsius über dem Niveau der Jahre 1986 bis 2005 (entspricht 0,2 bis 0,6 Grad über dem Niveau des letzten Jahrzehnts)

  • spätestens Ende des 21. Jahrhunderts die wärmende Wirkung des steigenden Treibhausgasgehalts zu einer Erwärmung um bis zu 4,8 Grad Celsius führen wird.

Teil 2 befasste sich mit den Auswirkungen auf Mensch und Natur  (Veröffentlicht 31 März 2014 in Yokohama)

  • Probleme bei der Trinkwasserversorgung

  • Gefährdete Nahrungsmittelversorgung

  • Überflutung von Küstenregionen

  • Dürren

  • Migrationsströme + Gewaltkonflikte

Teil 3 erklärt wie der Mensch in den Klimawandel eingreifen kann und dass es doch noch nicht zu spät für rettende Maßnahmen ist.
(Veröffentlicht am 12. April 2014 in Berlin)
 

Senator James Inhofe erklärt die globale Erderwärmung zum "größten Schwindel, der den Amerikanern je aufgetischt wurde". ... Was mich aber noch stärker beunruhigt, ist die zynische Haltung jener "Umweltaktivisten", die ihr Gewissen reinwaschen, indem sie Emissionshandel betreiben und derweil die Umwelt weiterhin mit ihrem verschwenderischen Lebensstil belasten. ... Afrika hat einen neuen Goldesel im Stall, und der Westen kann leichten Gewissens weiterhin Umwelt und Atmosphäre verschmutzen.  Zakes Mda, Schriftsteller, Südafrika, in der NZZ 24. 5. 2007

Obwohl die CO2-Emissionen aufgrund des Wirtschaftswachstum in China und Indien stark zugenommen haben, sind die globalen Temperaturen seit 1998 nicht gestiegen. Stand 2012
Mojib Latif, Mitglied des UN-Klimabeirats IPCC, führt das Schwankungen der Meeresströmungen zurück, und prognostiziert, dass auch bis 2015 keine Erwärmung kommen wird. (Interview in "Die Presse", 10. 2. 2012)
Fritz Vahrenholt, Umweltaktivist, RWE-Manager, Buchautor (siehe Bücherliste unten "Die kalte Sonne") sagt bis 2035 eine Abkühlung um 0,2 bis 0,3 Grad voraus.

Im 1987 verabschiedeten Montrealer Protokoll verpflichteten sich die Unterzeichnerstaaten die schädlichsten ozonabbauenden Substanzen  - besonders die Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) - zu verbieten. Heute sind sie durch Stoffe ersetzt, welche die Ozonschicht nicht angreifen, vor allem Fluorkohlenwasserstoffe (FKW). Leider haben einige FKW ein Treibhausgaspotential, das jenes von CO2 mehr als tausendmal übertrifft.
Bestrebungen diese FKW zu verbieten scheitern am Widerstand von Indien, China und Brasilien, jenen Staaten, deren Industrien damit viel Geld verdienen.

SCHWEIZ:
2012 lagen die Emissionen bei 82,5 % des Wertes von 1990. Angestrebt waren 79 %.
Ab 1. Jänner 2014 beträgt die CO2-Abgabe 60 Franken pro Tonne CO2 Quelle: www.bafu.admin.ch

 

RWE zahlte 2010 750 Mio. € für Zertifikate:
Der Energiekonzern RWE fuhr im vergangenen Jahr ein Betriebsergebnis von 7,7 Mrd. Euro ein. ... 750 Millionen Euro musste RWE im vergangenen Jahr für den Kauf von Emissionszertifikaten ausgeben.
Mit dem AKW Moratorium legte die Bundesregierung handstreichartig einen erheblichen Teil  - nämlich 44 % der CO2-freien Atomproduktion von RWE still.
  Handelsblatt  22. April 2011 S 26
RWE emittierte 2010 164,9 Mio. t CO2 (2009: 149,1 Mio. t), davon bekam das Unternehmen Zertifikate für 115,1 Mio. t (2009: 105,2 Mio. t) kostenlos zugeteilt, für die restlichen 49,8 Mio. t war ein Preis von durchschnittlich 15,- je Tonne zu bezahlen. Quelle: RWE

 

In Deutschland rechnet der EKF (Energie- und Klimafonds) ab 2012 mit folgenden Einnahmen: Mio. €  Quelle: BMF
 
2012 2013 2014 2015
780 3.330 3.270 3.220

 

Voraussichtliche Ausgaben des EKF ab 2012 Mio. €  Quelle: BMF
 

Maßnahmen 2012 2013 2014 2015

CO2-Gebäude + Energetische Stadtsanierung

65 350 610 812

Internat. Klima- + Umweltschutz

55 492 628 478
Zuschüsse an Unternehmen - 500 500 500
Elektromobilität 300 532 300 300
Erneuerbare Energien 149 425 460 490
Energieeffizienz 110 380 405 440
Nationale Klimaschutzprogramme 100 260 260 260
Zuführung zu Rücklagen 0 389 107 -61

 

Aktuelle Angaben zum Zertifikatehandel liefern z. B. die Adressen http://www.co2-handel.de/ - Das Info-Portal zum Emissionshandel und Klimaschutz oder www.finanzen.at.

 

Website:
Der Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaftsverband stellt unter http://www.oewav.at/home/Publikationen zum kostenlosen Download folgende Broschüre zur Verfügung:
Klimawandelauswirkungen und Anpassungsstrategien in der österreichischen Wasserwirtschaft

Buch zum Thema:
Die Natur, nicht menschliche Aktivität, bestimmt das Klima S. Fred Singer
ISBN 978-3-940431-08-0
Klimahysterie – was ist dran? Michael Limburg ISBN 978-3-940431-10-3
Handbuch der Klimalügen Harry G. Olson ISBN 978-3-940431-24-0
Die kalte Sonne F. Vahrenholt / S. Lühning ISBN 3-455-50250-4

Der Schweinepriester Jean-Marc Reiser ISBN 978-3-0369-5284-0   Empfehlung von WEBSCHOOL

Letzte Aktualisierung:  5. April  2016

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