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Aber unten liegt ein Land, / Früchte spiegelnd ohne Ende / in den alterslosen Seen.                    HOFMANNSTHAL

ROHSTOFFMÄRKTE

 

In den sechziger und siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts betrachtete man Horten als Vorbeugung gegen einen plötzlichen Preisverfall bei Gütern wie Kaffee, Kakao und Gummi.

Zudem gab es für einige Rohstoffe (Kaffee, Kakao, Kautschuk) so genannte Buffer Stock Manager (= Manager des Ausgleichslagers). Ihre Aufgabe bestand darin, das Preisniveau zu stabilisieren, in dem sie Überangebote durch gezielte Käufe aus dem Markt nahmen und zu hohe Preise durch Verkäufe regulierten.
Dafür stand ihnen ein Budget zur Verfügung, das sowohl von den wichtigsten Produzenten
als auch den größten Abnehmern gespeist wurde.
Seit der Ära von Margaret Thatcher und Ronald Reagan haben sich die Ansichten über die Rohstoffbörsen allerdings massiv geändert: Die Preise für Metalle müssten nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage ihr "eigenes Niveau" finden. Jene Länder, deren einzige Exportgüter diese Rohstoffe waren, sahen sich gezwungen, ihre Produktionskosten irgendwie zu senken, wollten sie wirtschaftlich überleben.                                                                                                                                                         

Eingang zur "Börse für landwirtschaftliche Produkte" in Wien 2., Taborstrasse
 


Bilder WEBSCHOOL

 
Auf der angestrengten Suche nach ausländischen Investitionen in den Bergbau unterbinden Dritte-Welt-Staaten Gewerkschaftsaktivitäten und missachten den Umweltschutz. Steuerhinterziehung und Bestechung breiten sich aus. Um mit den Nachbarländern konkurrieren zu können, werden die Löhne gesenkt und die Währungen abgewertet.

Die US-Finanzaufsicht SEC verlangt seit Juni 2014 von Unternehmen den Nachweis, dass die verwendeten Rohstoffe nicht aus Regionen stammen, in denen Bürgerkriege herrschen. Das schließt auch ausländische Zulieferer mit ein.
 
Um Importabhängigkeiten im Fall militärischer Auseinandersetzungen oder durch politische Erpressung zu verringern, wurden während des Kalten Kriegs bedeutende Bestände strategischer Metalle angehäuft. Diese Reserven wurden längst verkauft und haben zum allgemeinen Überangebot beigetragen. Seit Anfang der neunziger Jahre ist aus amerikanischen Armee-Beständen mehr Kobalt auf den Markt gekommen, als Zaire, der größte Weltproduzent, in einem Jahr erzeugen kann.
 

Berücksichtigt man die Inflation, so haben sich die Preise für die meisten Erze in den letzten 25 Jahre halbiert
.
 
Gemeinsame Abkommen Rohstoff produzierender Staaten zur Regelung von Produktionsmengen und Verkaufsprei-sen scheitern zumeist an mangelnder Paktfähigkeit oder wirtschaftlichen Zwängen einzelner Unterzeichnerstaaten. Nur die OPEC, das Kartell der wichtigsten Erdölexporteure, hat sich als einigermaßen funktionsfähig erwiesen.

Seit 2008 kaufen Marktteilnehmer und Investoren große Teile des Metallangebotes auf um sie dem Markt in spekulativer Absicht zu entziehen. Diese Bestände werden außerhalb der offiziellen Lager gehortet.

Große Investmentbanken und Rohstoffhändler manipulieren die Märkte, indem sie z. B. von Aluminium oder anderen Metallen hohe Lagerbestände aufbauen um so die Preise hochzutreiben. Den täglich vorgeschriebenen Auslieferungsmengen  - bei Aluminium laut Londoner Metallbörse LME täglich 3.000 t  - kommen sie nur zum Schein nach, indem sie den Rohstoff von einem Lagerhaus ins nächste verschieben.

 

Bär vor der Börse Frankfurt, Bild: WEBSCHOOL Bulle vor der Börse Frankfurt; Bild: WEBSCHOOL Bärenmarkt oder Bullenmarkt?
Welche Faktoren auf den Rohwarenmärkten Preis bestimmend sein können, zeigen die folgenden Beispiele:
 
Bilder: WEBSCHOOL
 
NZZ  Der Londoner Kakao-Mai-Kontrakt sank auf 960 £ je t. Der New Yorker Mai-Kontrakt gab auf 1.625 $ je t nach. Der Interventionsspielraum des Bufferstock-Managers der Internationalen Kakao-Organisation war im Februar nach dem Erreichen einer Lagergrenze von 250.000 t erschöpft. Weil es zu keiner Einigung über einen neuen Stabilisierungsmechanismus kam, trat Anfang dieser Woche eine dem internationalen Kakaoabkommen gemäße Klausel in Kraft, mit deren Hilfe automatisch bis zu 120.000 t Angebot vom Markt ferngehalten werden können. 28. Juli 1988
 
Bloomberg  Die Preise von Kakao sind am Mittwoch an den internationalen Rohstoffbörsen gestiegen. Rebellen aus dem Norden der Elfenbeinküste, dem weltweit größten Kakaoproduzenten, weigern sich, den abgeschlossenen Friedensvertrag einzuhalten. Die Kakaoproduktion in Côte d´ Ivory liegt dieses Jahr bereits um 11 % unter dem Vorjahrswert, weil einige Kakaobauern ihre Farmen aus Sicherheitsgründen verlassen haben. Gleichzeitig lassen die Wetteraussichten auch beim zweitgrößten Kakaoproduzenten, Ghana, eine um 7,9 % geringere Ernte erwarten. Kakao verteuerte sich im Handel in New York um 3,4 % auf 1.553 $ je Tonne. 16. Juni 2005
 
Bloomberg  Der Preis für Kakao stieg wegen ungünstiger Ernteprognosen in der Elfenbeinküste auf den höchsten Stand seit 22 Jahren. Für den Septemberkontrakt wurden bis zu 1.682 £ pro Tonne  (3.300 $) gezahlt. 19. Juni 2008
1.820 £ pro Tonne notierte im Dezember 2008 der Maikontrakt. 2009 kam es zu weiteren Preissteigerungen als sich in den afrikanischen Anbauländern das "Cacao Swollen Shoot Virus" (CSSV) und in Brasilien der "Hexenbesen" (witches broom) ausbreitete.
Weltproduktion Saison 2008/09: 3.520.000 t, Lagerstand: 1.300.000 t
Mai 2009
Weltproduktion Saison 2013/14: ~4.000.000 t
 
Der britische Hedge-Fonds Armajaro hat am Terminmarkt in den vergangenen Wochen 241.000 Tonnen Kakaobohnen aufgekauft. Das entspricht 7 % der globalen Jahresproduktion. Armajaro-Gründer Anthony Ward hat bei einem ähnlichen Deal 2002 schon einmal 40 Mio. ₤ Gewinn gemacht. Handelsblatt  22. 7. 2010
 
NZZ  Die Kupferpreise sind so tief wie seit den dreißiger Jahren nicht mehr. Eine soeben veröffentlichte Studie stellt auch für die mittelfristige Zukunft die Fortsetzung der Kupferrezession in Aussicht. .... Weiter Gründe dafür sind : die Einfuhren Chinas, die im vergangenen Jahr unerwartet die Weltvorräte nach unten gedrückt hatten, werden wegen des Mangels an Devisen von 356.000 t auf höchstens 200.000 t fallen. Der Rückgang der Nominalzinsen hat weltweit den Kupferverbrauch noch nicht stimuliert; er wird wahrscheinlich die 1984 registrierten Werte  (7,6 Mio. t) nicht erreichen. 8. Oktober 1986
 
Bloomberg  Der Preis für Kupfer ist am Donnerstag in London auf ein Allzeithoch gestiegen, nachdem die weltweiten Kupferreserven weiter abgeschmolzen waren. Die Kupferbestände an der London Metal Exchange (LME) sind auf 38.300 Tonnen gesunken, den tiefsten Stand seit 30 Jahren. .... durchbrach der Kupferpreis in London die technische Widerstandsmarke von 3.280 $ je Tonne, worauf laut Händlern HedgeFunds ihre Käufe verstärkten. 17. Juni 2005
 
Im Dezember 2008 fiel Kupfer auf 2.817 $ je Tonne, von da an ging es stetig bergauf, im April 2010 lag der Preis für Lieferungen in drei  Monaten bei 8.009 $ je Tonne. Preis Dez. 2010: 9.260,- $ / t  Preis Juli 2012: 7.760,- $ / t  (Kassapreis LME)
 
Massive Kupferkäufe an der LME durch große Banken (Deutsche Bank, Credit Suisse, Goldman Sachs, ...) führen zu einer künstlichen Verknappung und treiben den Preis auf 9.700 $ je Tonne. 4. Jan. 2011
Preis Juli 2012: 7.760,- $ / t (Kassapreis LME)   Preis im Jahresverlauf 2013: 7.000,- bis 7.400,- $ / t   Preis 29. 12. 2014: 6.361,- $ / t  Preis 14. 4. 2016: 4.831,- $ / t
Je nach Lagerstätte betragen die Förderkosten 4.500,- bis 5.000,- Dollar pro Tonne.   Stand 2014

2010 lag der weltweite Kupferverbrauch bei 19,3 Mio. t, davon entfielen auf China fast ein Drittel, auf die EU 4,2 Mio. t. Europa deckt 45 % seines Bedarfs durch wieder aufbereitetes Kupfer.
2011: Weltproduktion ~ 16 Mio. t  Produzenten (Mio. t): Chile 5,26 / China 1,29 / Peru 1,23 / USA 1,14 / Australien 0,96 / Russland 0,71 / Sambia 0,66 / Kanada 0,56 / Indonesien 0,54  
Quelle: International Copper Study Group ICSG
2013 Produzenten (Mio. t): Chile 5,7 /  China 1,7 /  Peru 1,3 /  USA 1,2 /  Australien 1,0 /  Russland 0,9  US Geological Survey
 
NZZ  Dem Silberpreis werden weiterhin keine nennenswerten Steigerungschancen eingeräumt. Der Preisdruck nach unten ist die Folge zweier Faktoren: der Angebotssteigerung aus Ländern wie Mexiko, Peru und Chile sowie der Tatsache, dass 70 % des Angebots an neuem Silber als Kuppelproduktion bei der Gewinnung anderer Buntmetalle anfallen.  13. Juni 1980
 
Silber befindet sich im Rahmen einer ausgedehnten Seitwärtskorrektur seit September in einer moderaten Aufwärtsbewegung. Am 23. 1. 2007 brach das Edelmetall schließlich über den Widerstandsbereich bei 13,05 - 13,40 $ nach oben hinaus und kletterte bis 13,77 $. Das kurzfristige Chartbild ist bullisch zu werten, das mittelfristige neutral mit bullischer Tendenz.   Rohstoff Report 5. 2. 2007
Preis am 2. Aug. 2012: 27,42 $ / Unze
 
Nach einer Rekordproduktion von 27.000 t (2014) und gleichzeitig sinkender Nachfrage fiel der Preis auf 17,06 $ / Unze Handelsblatt 11. 12. 14
Nachfrage 2014 in Unzen: Industrie 595 Mio., Schmuck 215 Mio., Münzen + Barren 196 Mio., Tafelsilber 61 Mio.
Preis am 6. Mai 2015: 16,42 $ / Unze /  am 1. Nov. 2016: 18,35 $ / Unze
 
Blei fast 4/5 der Weltproduktion werden für die Herstellung von Blei-Säure-Batterien verwendet. Chinas Anteil am weltweiten Bleiverbrauch beträgt 44,5 % bzw. 4,5 Mio. t. Europa + die USA verbrauchen je ~15 %. Mehr als die Hälfte des 2011 weltweit verbrauchten Bleis war recyclet.
Größte Produzenten: China (2,2 Mio. t), Australien (560.000 t), USA (345.000 t)
Preis Dez. 2012: 2.300 $ pro Tonne  
3. Jänner 2013
NZZ  Eine ausgezeichnete Zuckerernte innerhalb der EG, Importbeschränkungen in den USA mit Rücksicht auf die verzweifelte Lage der amerikanischen Zuckerproduzenten und ein nur mäßig zunehmender Verbrauch haben den Preis auf Tiefstniveau (95 £ je Tonne) sinken lassen. Die diesjährige Ernte in Kuba wird mit 8,2 Mio. t wesentlich über der erwarteten Ernte von weniger als 7,6 Mio. t liegen.  12. 8 1982
 
Bei Zucker betreibt der Fast-Monopolist Brasilien (über 60 % Marktanteil) eine Angebotspolitik, die für ständig steigende Preise sorgt. Erreicht Zucker nicht das gewünschte Preisniveau, wird das Zuckerrohr in die Ethanolherstellung umgeleitet. ........ der brasilianische Export von Ethanol wächst von Jahr zu Jahr. Abnehmer sind hier vor allem die "Freunde" aus China, aber ganz massiv auch Japan. Natürlich würde die Ethanolerzeugung sofort wieder runtergefahren, sollte der Preis für Benzin stark sinken. Insofern besteht eine direkte Verbindung zwischen Zucker, Erdöl und Benzin. ROHSTOFF-REPORT 1/2006

Produktion 2011/12 in Mio. t: Gesamt 171,97 davon Brasilien 36,15 / Indien 28,83 / EU-27 17,46 / China 12,32 / Thailand 10,42 / USA 7,52 / Rest 58,30
Schätzung 2012/13: 177,4 Mio. t

 
NZZ  Die Preiswende hat bei Zink vor gut einem Jahr eingesetzt. Damals führte Anlagekäufer einerseits und umfangreiche Kapazitätsstilllegungen anderseits zu einer Stabilisierung auf niedrigem Niveau. .... Die Hüttenkapazität ist demgegenüber immer noch reichlich. Es verwundert vor diesem Hintergrund nicht, wenn Gerüchte über neue bevorstehende Produzentenpreiserhöhungen derzeit auf wenig Verständnis auf dieser Seite des Atlantiks stoßen. Die beiden maßgebenden deutschen Anbieter, Preussag und Metallgesellschaft, ließen erkennen, dass sie vorläufig nicht an eine Veränderung ihrer Listenpreise (925 $ je t) denken. 20. Juli 1981
 
Zink hat sich innerhalb eines Jahres von rund 1.200 auf 3.800 $ pro Tonne verteuert. Der Preis stieg im Einklang mit der zunehmenden Verknappung des Metalls, das Firmen rund um den Globus zur Ummantelung von Stahl zum Korrosionsschutz dient. Die Stahlnachfrage boomt, weil es den westlichen Industrieländern wirtschaftlich wieder besser geht und sich die Schwellenländer, darunter besonders China, im Wachstum überschlagen. ... Die Lagerbestände sind auf bedenklich niedrige Niveaus gefallen. ... Berichte über Produktionsprobleme, Streiks und Unfälle gehörten seit Jahresbeginn zur Tagesordnung.  ROHSTOFF-REPORT 11/2006   Preis Dez. 2010: 2.311,- $ / t

Jahresproduktion 2010: 12,2 Mio. t. Preis für eine Tonne im Juni 2011: 2.230,- $ Größter Produzent: Nyrstar (CH) mit 8,8 % der WP
Hauptvorkommen: Australien, Kanada, China, Peru, USA
Jahresproduktion 2011: 12,7 Mio. t. Preis für eine Tonne im Juli 2012: 1.800,- $

 
NZZ  Die Notierungen für schwarzen Pfeffer haben erneut nachgegeben. Der Handel, der seinen unmittelbaren Bedarf eingedeckt hat, hält sich jetzt offenbar in Erwartung noch niedrigerer Preise mit Käufen zurück. Die letzte Notierung cif Europa lag bei 1.175 $ je t. Noch im Mai waren Preise um 1.500 registriert worden. Über dem Markt lastet jetzt die Erwartung, dass nicht nur die brasilianische Ernte wesentlich über der Vorjahresernte von 30.000 t liegen wird, sondern dass vor allem aus Indien ein massives Exportangebot kommen könnte.  16. August 1982 
 
Handelsblatt  Der Pfefferpreis, die "Leitwährung" der Gewürzwelt, hat sich nach Branchenangaben im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. Die deutschen Gewürzhersteller beklagten die explodierenden Kosten von Roh- und Zusatzstoffen. .........  Auch die Preise für Muskatnuss, Koriander und viele Kräuter seien um 25 Prozent angezogen.22. Mai 2007
Preis Mai 2007: 5.500 $
/Tonne  Preis Oktober 2012: 6.581 $/Tonne    Preis Dez. 2013: 8.000 $/Tonne     Preis Dez. 2014: 9.400 $/Tonne

2003 wurden weltweit 370.000 t Pfeffer geerntet, für 2013 erwartet die IPC (International Pepper Community) nur noch 314.800 t.
Wichtigste Produzenten von weißem + schwarzem Pfeffer 2011: Vietnam 105.000 t, Indien 50.000 t, Indonesien 45.000 t, ...  
11. 12. 2012

2012 wurde Pfeffer im Wert von 2 Mrd. $ gehandelt, das entsprach einem Viertel des weltweiten Handelswerts von Gewürzen. 1/3 der Welt-Pfefferproduktion von 360.000 t entfiel auf Vietnam, wovon es 95 % exportierte.
Quellen: UN-Datenbank COMTRADE, International Pepper Community (IPC)

 
IPC  2014 wurden weltweit 336.200 t Pfeffer produziert und 381.500 t konsumiert. Die Unterdeckung von 45.000 t wurde durch Lagerbestände ausgeglichen.
Hauptproduzenten (in 1.000 t): Vietnam (125), Indonesien (52), Indien (37), Brasilien (35), China (27,5), Malaysia (20,5), Sri Lanka (19,2).
Größte Konsumenten: Europa (85), Nordamerika (74), Indien (47), China (35), Naher Osten (31), Afrika (23)
1. 1. 2015
 
NZZ  Für 1984 zeichnen sich auf dem Rindfleischmarkt Überflusstendenzen ab. Die Verteuerung von Futtergetreide und Sojabohnen seit Mitte 1983 und von Maniok seit Ende 1982 dürfte bei Rindern eher zu einem Abbau der Herdenbestände und zu vermehrten Schlachtungen führen, beeinflussen aber gleichzeitig die wesentlich kürzeren Mastzyklen von Schweinen und Federvieh. Zugleich sind aus verschiedenen Ländern, unter anderem aus den USA, behördlich subventionierte Schlachtförderungsprogramme zur Verminderung der Überschussproduktion bei Milch zu melden. 29. Jänner 1984
 
BörseGo An der Terminbörse von Chicago befinden sich nach dem ersten BSE-Fall in den USA die Preise für Rindfleisch weiterhin im freien Fall. Für den Dezember-Kontrakt auf das Pfund Lebendgewicht wurde sogar die Handelsspanne ausgeweitet. Er fiel heute um 5,9 Prozent auf 77,95 Cent. Die Januar- und Februar-Kontrakte gaben zum vierten Mal in Folge um die jeweils maximal möglichen 5 Cent ab.
Inzwischen hat die Regierung zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für die Verarbeitung von Rindfleisch erlassen. So ist die Verwertung von Knochen und Gerippe von kranken Kühen für den menschlichen Verzehr jetzt verboten. Die Verarbeitung von Hirn- und Nervengewebe wurde den strengeren Richtlinien Kanadas angepasst. Die USA exportieren jährlich Rindfleisch im Wert von über 3 Milliarden $.  30. 12. 2003
     Preis Lebendrind Dez. 2010:
105 Cent/Pfund
 
Aus den Blütenstempeln einiger Krokosarten wird Safran gewonnen. Eine mühsame Sache, benötigt man doch 150.000 bis 250.000 Blüten für 1 kg Safran. Kein Wunder, dass die Weltproduktion "nur" 200 t beträgt, wovon 90 % der Iran beisteuert. Jeweils 4 t werden in Griechenland und Italien geerntet. 1 kg bester Qualität kostet im Großhandel gut 5.000,-- Euro. Stand: 1. 2015

 

An der weltweit größten Börse für den Handel mit Fleischprodukten, der Chicagoer CME, werden Terminkontrakte für gemästete und schlachtreife Lebendrinder, Mastrinder (Feeder Cattle) und Schweine gehandelt.
Ein Rinder-Kontrakt umfasst 40.000 Pfund lebende Tiere. Durchschnittsgewicht eines Rindes: 1.295 Pfund, davon 785 Pfund Fleisch.
Die Kontrakte können während ihrer gesamten Laufzeit gekauft und verkauft werden.

Z. B. hatte der vom 1. Nov. 2010 bis 30. April 2012 laufende Kontrakt (=Future) LCJ12 (Live Cattle) sein Preistief am 24. Mai 2011 erreicht (1,156 $ / Pfund), war er am 22. Feb.2012 mit 1,315 $ / Pfund um 15,9 Cent mehr wert. (19. März: 1,26 $ / Pfund)

Loren für den Erztransport  Bild: WEBSCHOOL  Bleiberger Bergwerksunion, Antimonabbau in Schlaining (B)  Bild: WEBSCHOOL
Bilder: WEBSCHOOL

Als "edelstes" aller Edelmetalle liegt der Preis von Rhodium oft über dem von Platin oder Gold. Über 10.000 Dollar musste man 2008 für 1 Unze bezahlen, verglichen mit Gold mehr als das Zehnfache.
Im Jänner 2015 kostete die Feinunze 1.250 $, im Dezember jedoch nur noch 650 $, die Hälfte des Goldpreises.
Die geringe Jahresproduktion , knapp über 20 t, sorgt für starke Preisbewegungen. Dazu kommt, dass das Rhodium nicht an den Metallbörsen gehandelt wird, weil die wichtigsten Abnehmer direkt mit den Minenkonzernen verhandeln. Rhodium kommt nicht allein, sondern immer gemeinsam mit Platin vor und muss aufwendig aus diesem Verbund getrennt werden.
Rhodium ist extrem hart, besitzt eine hohe katalytische Kapazität. Sein starke Glanz wird in der Schmuckindustrie geschätzt, der hohe Schmelzpunkt (doppelt so hoch wie Gold) macht es besonders geeignet für die Herstellung von TV-Bildschirmen. Hauptabnehmer sind die Produzenten von Abgaskatalysatoren.
Weltproduktion in Unzen: 2015 736.000, 2014 623.000, 2013 694.000
Wichtigste Produzenten: Südafrika (80 % der WP), Russland (12 %), Simbabwe, Kanada, USA

 

NZZ  Aus Furcht vor einer Zuspitzung der Lage in Südafrika zieht der Platinpreis die Aufmerksamkeit auf sich. Im vergangenen Jahr war die von 2,63 Millionen auf 2,81 Millionen Unzen erhöhte westliche Nachfrage zu einem wesentlichen Teil (100.000 Unzen) nur über einen Lagerabbau bei Verarbeitern und Verbrauchern gedeckt worden.    13. Juni 1986
Der Unzenpreis stieg von 267,40 $ (12. 6. 85) über 342,25 $ (31. 12. 85) auf 450,50 $ (12. 6. 86).
 
Studie: Platinum 1996  Platin wird für den Rest des Jahres 1996 innerhalb eines Preisbandes von 390 bis 430 $/Unze bewertet werden. 1995 stieg die Totalnachfrage nach Platin um 5 % auf 4,79 Millionen Unzen. Der Bedarf nach Schmuckplatin war mit 1,81 Millionen Unzen um 4 % höher, die Nachfrage nach Autokatalysatoren ging auf 1,85 Millionen Unzen zurück, hauptsächlich auf Grund eines geringeren europäischen Bedarfs. Aus Südafrika wurde der Weltmarkt mit 3,37 Millionen Unzen versorgt, die russischen Lieferungen stellen sich auf 1,28 Millionen Unzen, wovon 600.000 Unzen aus staatlichen Vorräten stammen.  13. Mai 1996
 
Rohstoff Report  Der Preis für Platin ist in der letzten Woche in seiner Spitze auf ein Allzeithoch von 1.402,50 $ je Unze gestiegen. Als Spekulationserwartungen über die Auflegung eines börsennotierten Platinfonds nicht erfüllt wurden, fiel der Preis innerhalb zweier Tage wieder um 20 %.   27. Nov. 2006
März 08: 2.273 $ / Unze   Dez. 10: 1.701,- $ / Unze    18. Aug. 11: 1.830,- $ / Unze    2. Aug. 12: 1.396,- $ / Unze
Dez. 2013: 
1.352 $ / Unze  Feber 2015:  1.253 $ / Unze  Juli 2015:  982 $ / Unze  Jan. 2016:  852 $ / Unze  Nov. 2016:  995 $ / Unze
5,92 Millionen Unzen Platin betrug 2009 die Weltproduktion, die Nachfrage fiel von 7,99 Mio. Unzen (2008) auf 7,04 Mio. Mittels Recycling kamen 2009 weitere 1,41 Mio. Unzen auf den Markt. Lagerstand 09/2010: 30 t (964.621 Unzen). Nach der RSA war 2009 Russland mit 11 % der WP zweitgrößter Produzent.  Marktversorgung 2008 - 2012
Totalnachfrage nach Platin 2013: Autokatalysatoren 3,13 Millionen Unzen, Schmuck 2,74 Mio., Industrie 1,79 Mio., Investment 0,77 Mio.

Mit 1.253 $ / Unze kostete Platin Anfang Feber 2015 um 14 $ weniger eine Feinunze Gold.
Mit 906 $
/ Unze kostete Platin am 30. 12. 2016 um 254 $ weniger eine Feinunze Gold.
Südafrika, mit 70 % der WP wichtigster Produzent, belieferte 2014 den Markt mit 158 t (2013: 181 t). Die weltweite Nachfrage (256 t) - 93 t Schmuckbranche, 163 t Industrie - konnte nur durch Rückgriff auf die Reservebestände gedeckt werden. Der World Platinum Investment Council schätzt die aktuellen Reserven auf 70 t.
Wichtigste industrielle Verwendung ist die Produktion von Katalysatoren für Dieselfahrzeuge, für Benzinmotoren wird das billigere Palladium verwendet.

 
NZZ  Der Goldpreis, der mit einiger Verzögerung im September ebenfalls deutlich angezogen und dabei ein seit drei Jahren nicht mehr registriertes Niveau erreicht hatte, schwankte zuletzt nahe der 400-$-Marke je Unze. Preisstützende Effekte werden mit den Konsequenzen umfangreicher Münzprogramme in den USA und in Japan vermutet.     6. Jän. 1986
 
Studie: Gold 1996  ...Der Goldbedarf der Schmuckindustrie stieg auf ein Allzeithöchst von 2.749 t, was gemessen an der Minenproduktion von 2.272 t [Vgl. 2007: 2.477 t] einer physischen Lücke von 477 t gleichkommt. Auch die elektronische Industrie verarbeitete mit 209 t bedeutend mehr Gold als im Vorjahr. Für das laufende Jahr, das mit einem Goldpreis von 410 $ pro Unze begonnen hatte, wagen die Analytiker von GFMS keine Prognosen.   Jän. 1996
 
Im Abkommen von Bretton Woods (1944) einigten sich die vertretenen 44 Staaten auf eine Nachkriegs-Wirtschaftsordnung. Ein Punkt war die Fixierung des Goldpreises mit dem Dollar. Sie blieb bis 1973 aufrecht: 1 Unze Gold = 35 $
Wirtschaftsblatt  Den sechsten Tag in Folge notierten Goldfutures am Freitag im Plus. Das vorläufige Resultat war ein Preis von 637,3 Dollar je Feinunze. Der im Hintergrund ablaufende Mechanismus ist ein technischer: fällt der Dollar, steigt der Goldpreis.    27. Nov. 2006

 
     
Bilder:  WEBSCHOOL

Bilder (von links): 100kg-Goldmünze "Maple Leaf", Nennwert: 1 Million Dollar. Versteigert um 3.270.000,- € am 25. Juni 2010
1.000 kg-Goldmünze "Red Kangaroo" (Australien), Nennwert: 1 Million Dollar, geprägt 2012 Rückseite zeigt ein Känguruh, Vorderseite Königin Elisabeth

Inflationsbereinigt kostete Gold im Mai 2007 nur halb so viel wie 1979, 1980 oder 1983, im März 2008 (1.030 $) fehlten allerdings nur noch 10 %.

Dann ging`s aber rasch bergab, im November 2008 war ein Unze für 730,- $ zu haben. Minen mit Förderkosten von 800,- $ und darüber kamen in Schwierigkeiten. Im März 2012 Unzenpreis in London: 1.703,- $, Aug. 12: 1.600,- $,  April 13: 1.483,- $,  Jan. 14: 1.255,- $, Juli 15: 1.104,- $, Nov 16: 1.287,- $
1 Gramm Gold kostete 1976 1,1 $, 1999 8,- $, 11/2009 38,- $, 12/2010 45,- $, 03/2012 54,- $, 01/2014 42,- $.
1 Barren Gold wiegt 400 Unzen (12,44 kg).
Bild links: 100kg-Goldmünze Maple Leaf, Nennwert: 1 Million Dollar. Versteigert um 3.270.000,- € am 25. Juni 2010
3,3 Gramm Gold können zu 10 km Draht mit einem Durchmesser von 0,01 mm (1/10 eines Menschenhaares) gezogen, oder zu 1,6 m² Folie mit einer Stärke von 0,008 mm gehämmert werden.
 
Der GOLDPREIS ist das Ergebnis eines undurchschaubaren Vorgangs, des GOLDFIXINGS. Täglich (seit 1919) geben die leitenden Goldhändler von fünf Banken (Bank of Nova Scotia, Barclays Capital, Deutsche Bank, HSBC, Société Générale) ihren Kunden (Goldproduzenten, Verarbeitern, Notenbanken, ...) einen Preis vor, den sie so lange anpassen, bis sich ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage einstellt. Das ist dann der tagesaktuelle Goldpreis.
Am Londoner Goldmarkt wechselten zuletzt knapp 20 Mio. Unzen im Wert von 25 Mrd. $ täglich den Besitzer.
Handelsblatt 5. 12. 13
Seit 2015 ermittelt der Börsenbetreiber ICE den GOLDPREIS auf Basis einer - angeblich weniger manipulationsanfälligen - elektronisch abgewickelten Auktion.

Das SILBERFIXING wurde in einem noch kleineren Kreis  festgelegt: Bank of Nova Scotia, Deutsche Bank, HSBC Bank USA. Seit 15. 8. 2014 wird der Referenzkurs nicht mehr mittels Telefonkonferenz zwischen diesen Banken, sondern per elektronischer, überprüfbarer Auktion ermittelt.
 
Weltweiter Goldbestand 2009: ~155.000 t  (finden Platz in 4 Schwimmbecken mit den Abmessungen L = 50 m B = 20 m T = 2 m),  Schmuck 80.000 t, Zentralbanken 30.190 t (davon 27 % USA, 11 % D, Italien 8 %, F 8 %, China 3,5 %, CH 3,4 %, Japan 2,5 %), Privat (Barren und Münzen) 25.000 t, Kunst 18.000 t, Industrie ~ 4.700 t
Förderung 2010: 2.659 t
Förderung 2011: 2.809 t
Weltweiter Goldbestand Ende 2012: 174.100 t 
Quelle Feb. 14  WGC
Davon entfallen auf Schmuck 49 %, >30.000 t lagern in den Notenbanken, Anleger halten 34.700 t, im Technologiebereich sind 21.000 t gebunden, 3.600 t kann das WGC nicht zuordnen.
In wirtschaftlich ausbeutbaren Lagerstätten befinden sich noch 52.000 t.
 
Wichtigste Produzenten: China 345 t, Australien 255 t, USA 230 t, RSA 190 t, Russland 190 t, Peru 170 t, Indonesien 120 t, Ghana 100 t, Kanada 90 t, Usbekistan 90 t, Brasilien 65 t, Mexiko 60 t, Chile 40 t  Fördermengen 2010  Quelle: US Geological Survey 2011
 
Reserven: Australien 7.300 t, RSA 6.000 t, Russland 5.000 t, Chile 3.400 t, USA 3.000 t, Indonesien 3.000 t, Brasilien 2.400 t, Peru 2.000 t, China 1.900 t, Usbekistan 1.700 t, Ghana 1.400 t, Mexiko 1.400 t, Papua-Neuguinea 1.200 t, Kanada 990 t
Reserven weltweit: 50.690 t
Quelle: US Geological Survey 2011
 
Notenbankenbestände: USA 8.134 t, D 3.387 t, I 2.452 t, F 2.435 t, China 1.658 t (Barrenvorräte Juli 2015), Russland 1.251 t (Barrenvorräte Mai 2015), CH 1.040 t (davon lagern 20 % bei der englischen, 10 % bei der kanadischen Zentralbank), Japan 765 t, NL 613 t, Indien 557 t, Ö 280 t  Jän. 14  WGC

Die Parlamente in Ö, D + CH erhielten von den Nationalbanken bzw. der BUNDESBANK lange Zeit keine Auskunft über Lagerorte, tatsächliche vorhandene Goldmengen und ihre Verfügbarkeit! Die BUNDESBANK hält lediglich Zertifikate, die ihren Eigentumsanspruch belegen.
Die Federal Reserve von New York verwaltet das Gold der USA und weiterer Nationen - darunter Deutschland und Ö - lässt eine unabhängige Inventur nicht zu. Einzige Möglichkeit, den Bestand zu erheben, wäre das Abholen der Goldbestände durch die einzelnen Staaten. Das unterbleibt, weil man diplomatische Verwicklungen scheut.

Der Deutsche Bundesrechnungshof verlangte 2012 von der Bundesbank eine Inventur der Goldbestände (Ende 2011: 3.396 t im Wert von 133 Mrd. €), da der im Ausland lagernde Anteil noch nie nachgewogen worden war.
Im Jänner 2013 veröffentlichte die BUNDESBANK Lagerorte und Mengen der
deutschen Goldreserven:
Fed New York 122.597 Barren = 1.536 t / Bundesbank Frankfurt  82.857 Barren = 1.036 t / Bank of England, London 36.036 Barren = 450 t / Banque de France, Paris 29.775 Barren = 374 t
2013 verlagerte die Bundesbank 37 Tonnen Gold aus Beständen in New York (5 t) und Paris (32 t) nach Frankfurt.
2014 verlagerte die Bundesbank 120 Tonnen Gold aus Beständen in New York (85 t) und Paris (35 t) nach Frankfurt. Damit lagerten mit Jahresende in Frankfurt 35,2 % des Gesamtgoldbestandes (3.348 t), in New York 42,8 %, in London 12,9 % und in Paris 9,1 %.
Bis 2020 soll die Hälfte des Bundesbank-Goldes in Deutschland gelagert sein, 300 t werden aus New York abgezogen und mit 374 t der gesamte Depotbestand aus Paris.
2015 verlagerte die Bundesbank weitere 210 Tonnen Gold nach Frankfurt.
Seither liegen in Frankfurt 1.402,5 t (Deutsche Bundesbank), 1.3474 t in New York (Federal Reserve Bank), 434,7 t in London (Bank of England) und 196,1 t in Paris (Banque de France).

Gesamtbestand: 3.387,1 t Stand 1. 1. 2014  Wert Ende 2012: 137 Mrd. €    Wert Ende 2014: 107 Mrd. €  Quelle Bundesbank
"Mittlerweile ist knapp die Hälfte der Goldreserven in Deutschland" Bundesbank-Präsident Jens Weidmann in der BILD (24.12. 2016)

Die Schweizer Volkspartei (SVP) hat am 20. 3. 2013 eine Volksinitiative eingereicht, die verlangt, dass die Goldreserven des Landes zur Gänze in der Schweiz aufbewahrt werden und der Goldanteil an den Reserven der Nationalbank (SNB) mindestens 20 % betragen muss. Ende 2012 lag der Anteil bei ~10 %.
Am 26. April 2013 gab die SNB die Lagerstätten der Goldreserven bekannt:
Der Goldbestand wog 1.040 Tonne, davon lagern 70 % an verschiedenen Orten in der Schweiz, 20 % liegen bei der Zentralbank von England, 10 % bei der Zentralbank von Kanada.

Der Österreichische Rechnungshof hat für 2013 eine umfassende Prüfung der OENB angekündigt, bei der auch die Goldbestände (liegen in Ö, CH, London) genau erfasst werden.
Am 21. 11. 12 gab die OENB dem Finanzausschuss die Lagerstätten physischer Bestände bzw. die Auslieferungsorte nicht-physischer Bestände bekannt. 224,4 t sind in
GB, 6,9 t in der Schweiz, 48,7 t in Österreich. Dass die Goldbarren real existieren wurde zumindest in London im Mai 2014 überprüft und bestätigt.
Am 24. 2. 2015 lag der der Prüfbericht des
ÖRH vor. Mit Stand Ende 2013 befanden sich von den Goldreserven (physische Bestände: 218.325 kg; Gesamtbestände: 279.997 kg) 82 % in London.
Bis 2020 will die OENB 50 % der Goldbestände in Österreich lagern. Die Rückholaktion begann 2015 mit drei Tranchen zu je 5 t aus London. Transport + Versicherung kosteten 100.000 Euro (OENB-Chef Nowotny, Krone Bunt, 3. 1. 2016). 2016 wurden 30 t Gold nach Ö rückgeführt  Wiener Zeitung 30. 3. 2017 S 11
In Zukunft sollen 140 t im Ausland gelagert werden (84 t in London, 56 t in der Schweiz gelagert werden. Wiener Zeitung 30. 3. 2017 S 11

Die NATIONALBANK der Niederlande teilte am 21. Nov. 2014 mit, dass sie im Kalenderjahr 2014 122,5 t Gold aus den Tresoren der Federal Reserve in New York heimgeholt hat. Von gesamt 612,5 t verbleiben noch 190 t in den USA, 122,5 t in Kanada und 110 t in London.

 

Am Spotmarkt wird die Lieferung sofort fällig. Spotpreise sind daher Tagespreise.
Warentermingeschäfte (Futures, Terminkontrakte) – diese Variante des Warenhandels (aber auch des Handels mit Aktien, Anleihen und Devisen) soll den Produzenten einen garantierten Preis, der verarbeitenden Industrie einen kontinuierlichen Rohstoffbezug sichern. Den Kaffeeröstern die Kaffeebohnen, den Schokoladenerzeugern ihren Kakao, den Reifenproduzenten den Kautschuk, ... .

Dabei werden an den Warenbörsen Kaufaufträge in standardisierten Einheiten (10 t, 25 t) abgeschlossen. Preis, Mindestqualität, Ort und ein Erfüllungstermin in drei, sechs oder 12 Monaten sind fix vereinbart. Zum Zeitpunkt des Kaufs ist die Ware noch nicht geerntet (Kaffee, Tee), gesät (Getreide), geschürft (Erze) oder gezapft (Latex). Da der Erfüllungszeitpunkt der Kaufverträge in der Zukunft liegt werden sie als Futures bezeichnet.
Die Käufer müssen als Sicherheit eine Garantiesumme (initial margin) bei der Börse hinterlegen.
 
So forderte die Warenterminbörse für einen Kupferkontrakt (25 t) im Mai 2006, beim damals aktuellen Preis von 8.000 Dollar pro Tonne, 14.757 Dollar als Sicherheit.

Wer Futures besitzt und sie vor ihrer Fälligkeit nicht verkauft, der muss die Ware übernehmen! Dann landen 25 t  Kupfer vor der Haustüre. Oder 1.000 Fässer Erdöl:

Die Mindesthandelsgröße für Erdöl an der NYMEX beträgt 1.000 Barrel. Das entsprach im März 2009 einem Handelswert von 50.000 $. Der Futures-Käufer musste dafür eine Anzahlung (initial margin) von 7.763 $ leisten. Bei Lieferung wird der restliche Betrag fällig. Spekulanten sind natürlich an der Ware nicht interessiert, sie wollen an der Preisdifferenz verdienen. Steigt der Barrel-Preis auf 58 $, beträgt der Gewinn 8.000 $. Etwas mehr als das Doppelte der  eingesetzten Summe (genau 103,05%).
Fällt der Preis auf 43 $ bekommt der Käufer nur noch 763 $ von seiner Anzahlung zurück. Verlust: 7.000 $ (90,17 %). Ist der Verlust größer als die Anzahlung, muss der Käufer den Fehlbetrag begleichen.

An der LIFFE (London International Financial Futures Exchange) kann man Kontrakte für Kaffee (in handlichen Mengen von 10 Tonnen) oder andere Soft Commodities (Kakao, Zucker, Weizen, Mais, Rapsöl) abschließen.
Über die ICE Futures Europe, die Londoner Tochter der New Yorker Intercontinental Exchange, laufen die Hälfte aller weltweit gehandelten Rohöl Futures (Brent-Öl, Gasöl, Heizöl, so wie Erdgas, Kohle, Elektrizität).

Wichtigster Weizenhandelsplatz für US-Farmer sind die Futures- und Optionenhandelsplattformen der Chicagoer CME-Gruppe (CME, CBOT, Nymex). Deren tägliches Handelsvolumen liegt zwischen 100.000 und 150.000 Terminkontrakten. Ein Kontrakt umfasst 5.000 Bushel.

Eier-Futures werden seit November 2013 an der größten chinesischen Warenbörse DAILAN gehandelt. Ein Kontrakt umfasst 5.000 kg frische Hühnereier.

Tiefgefrorener, konzentrierter Orangensaft wird in Kontrakten zu jeweils 15.000 Pfund an der New Yorker Derivate-Börse ICE gehandelt.

Handelsplatz für Terminkontrakte von Gewürzen wie Koriander, Kardamom und Kreuzkümmel sind die indischen Terminbörsen NCDEX und MCX.

Politische Ereignisse (Streiks, Bürgerkriege, internationale Konflikte), meteorologische Einflüsse (Frost, Überschwemmungen, aber auch sehr gute Wachstumsbedingungen), Naturkatastrophen (Vulkanausbrüche, Erdbeben), gezielte Gerüchte (Desinformation) und biologische Schädlinge (Pilze, Heuschreckenschwärme) können dafür sorgen, dass sich die Börsenpreise am Erfüllungstag von den ursprünglich vereinbarten stark unterscheiden. Im April 2007 bemühten sich sogar zwei staatliche Einrichtungen um Schaffung von Unklarheit: In Brasilien prognostizierte das staatliche Versorgungsinstitut CONAB  für 2007/08 eine Kaffeeernte von max. 32,2 Millionen Sack (60 kg). Das Statistikamt IBGE erwartete hingegen 36,6 Millionen Sack.
Bei Futures wird immer der Fixpreis bezahlt. Liegt er unter der Börsennotierung des Erfüllungstages, hat der Käufer einen günstigen Abschluss getätigt und noch zusätzlichen Gewinn, andernfalls kauft er mit Verlust. Die Ware benötigt er meistens nicht. Nicht einmal zwei Prozent der gehandelten Terminkontrakte werden auch tatsächlich ausgeliefert.

Die Möglichkeit, mit Warentermingeschäften ähnlich wie im Casino schnelles Geld zu machen ist für viele Menschen sehr verlockend. Sie schließen Warenterminkontrakte ohne an der Ware selber interessiert zu sein. Sie wollen lediglich die Differenz zwischen vereinbartem (niedrigen) Preis und erhofftem (hohen) Tagespreis kassieren. Es kann jedoch auch umgekehrt kommen, der Tagespreis liegt dann unter dem ursprünglich vereinbarten und die Spekulanten erleiden Verluste.

Nur bei 2 % aller Futures-Verträge wird der zugrunde liegende Rohstoff tatsächlich physisch geliefert! Price Surges in Food Markets, FAO, Policy Brief No. 9, 2010

Erfolgreich angewandtes Spekulationsrezept:
Man kauft große Mengen eines ohnehin schon knappen Rohstoffes ohne selbst Bedarf daran zu haben. Die künstliche Verknappung treibt den Preis in weiter nach oben. Dann wettet man auf fallende Preise, verkauft seinen Rohstoff und kassiert die Differenz zwischen Ankaufspreis und höherem Verkaufspreis. Der Verkauf führt zu einem Anstieg der verfügbaren Bestände und somit zu fallenden Preisen. Dann wird erneut kassiert.

Bei unverhältnismäßigen Preisbewegungen wird die amerikanische Terminbörsenaufsicht Commodity Futures Trading Commission (CFTC) aktiv. Um Manipulationen aufzudecken, fordert sie von den Marktteilnehmer (verschiedenen Terminbörsen) die Offenlegung ihrer Informationen. Sie veröffentlicht die gesammelten Daten in Wochenabständen. Einmal pro Monat gibt es eine umfassende Auswertung auf www.cftc.gov

Warenbörsen können gegensteuern, wenn es zu unrealistisch hohen Preisen kommt, indem sie die vom Käufer in Form von Bargeld zu hinterlegende Sicherheitsleistungen (Margin genannt) erhöhen. Zahlt oder liefert ein Partner zum vereinbarten Termin nicht, springt die Börse ein.
Für einen Kontrakt über 1.000 Barrel, auf Termin gekauft, musste ein Käufer im Feber 2011 an der Börse von Chicago 2.800,- $ als Anzahlung hinterlegen, bis 9. Mai 2011 hatte sich die Sicherheitsleistung mit 8.438,- $ verdreifacht.

 

Weniger riskant sind von Banken platzierte Anleihen und Fonds, deren Mittel in Rohstoffe investiert werden.
In den Printmedien wird dafür geworben. Z. B. für das Produkt der BA-CA (nachstehende Abbildung), oder die Rohstoff-Zertifikate der Investmentbank GOLDMAN SACHS (Abbildung am Seitenende).

Die größten Warenbörsen befinden sich in wichtigen Erzeuger- oder Verbraucherstaaten:
New York
(Gold, Platin, Palladium, Silber, Zink, Kakao, Baumwolle, Gummi, Kaffee [Arabica],  ...), Chicago (Getreide, Gold, Silber, Fleisch), London (Kakao, Grund- oder Basismetalle [Kupfer, Nickel, Blei, Aluminium, Zink], Kaffee [Robusta],  Gummi...), Liverpool (Baumwolle), Kobe (Gummi, Seide, Getreide), Sao Paulo (Baumwolle, Kaffee, Soja).

Die täglichen Börsenseiten in den wichtigen Wirtschaftsblättern führen die Börsen mit ihrer Abkürzung an:
CME Group (hervorgegangen aus der Fusion von CBOT - Chicago Board of Trade und CME - Chicago Mercantile Exchange)
COMEX - Commodities Exchange
CSCE - Coffe, Sugar, Cocoa Exchange
IPE - International Petroleum Exchange
LME - London Metal Exchange
Nymex - New York Mercantile Exchange (Weltgrößte Warenterminbörse im Energiebereich; auch Handel mit Gold, Silber, Kupfer, ...)
NYSE - New York Stock Exchange

    Rohwaren - Preisentwicklung

Produkt Einheit 1985  1990  1995  2000 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Aluminium $/Tonne 1.152 1.640 1.656 1.560 1.344 1.555 1.964 2.285 2.833 2.422 1.497 2.242 2.461 1.970 2.040 1.754 1.825 1.519 1.713
Baumwolle Cent/Kg 87 132 180 132 112 147  98 114 120 143 115 156 338 212 184 189 136 142 142
Gold $/Unze 321 384 378 274 342 407 443 513 635 836 865 1.104 1.410 1.574 1.664 1.205 1.206 1.060 1160
Kaffee Robu. $/Tonne 3.504 1.970 2.103 630 780 716 737 1.171 1.590 1.866 1.720 1.332 2.097 1.810 1.924 1.683 1.906 1.515  
Kakao $/Tonne 2.689 1.270 1.467 1.136 2.400 1.595 1.535 1.658 1.617 2.080 1.781 3.829 3.126 2.138 2.223 2.838 2.979 3.215  
Kupfer $/Tonne 1.539 2.660 2.995 1.808 1.534 2.201 3.225 4.584 6.380 6.771 2.935 7.377 9.739 7.554 7.915 7.394 6.368 4.734 5.500
Rohöl Brent $/Fass 27 23 19 27 30 32 43 61 61 96 44 79 91 107 111 110 58 37 57
Silber $/Unze 5,88 4,82 5,14 4,63 4,80 5,65 7,03 8,89 11,93 14,92 11,29 16,84 30,93 27,92 30,23 19,37 15,88 13,84 16,22
Weizen $/Tonne 180 135 265 143 208 249 204 224 331 580 406 362 531 241 288 222 209 173  
Zucker Cent/Kg 10 28 23 20 14 12 18 30 23 22 24 60 71 51 42 30 27 33 39
Verbraucherpreisindex von 1986 bis 2009 in 10-Jahresschritten    Kurse + Preise am 30. Dezember des jeweiligen Jahres

       

Häufig werden Rohwaren nicht im metrischen System, sondern in Säcken, Ballen, Gallonen, ... gehandelt. Allein schon wegen des unterschiedlichen spezifischen Gewichts der Produkte sind Raummaße (Scheffel, Sack [bei Kaffee 60 kg], ...) für Nicht-Insider wenig aussagekräftig.
Zum besseren Verständnis ein paar Umrechnungszahlen:
 
Maß Abkürzung Deutsche Bezeichnung metrisch
 
US bushel US bu amerikanischer Scheffel 35,239 Liter
UK bushel UK bu britischer Scheffel 36,368 Liter
US bushel corn bu Scheffel Mais 25,401 kg
US bushel oats bu Scheffel Hafer 14,514 kg
US bushel soybeans bu Scheffel Sojabohnen 27,215 kg
US bushel wheat bu Scheffel Weizen 27,215 kg
US hundredweight cwt amerikanischer Zentner 45,359 kg
UK hundredweight UK cwt britischer Zentner 50,802 kg
pound lb Pfund (GB + US) 0,4535 kg
bale b Ballen Baumwolle 216,81 kg
ounce oz Unze 28,349 g
troy ounce oz tr Feinunze 31,103 g
US gallon US gal amerikanische Gallone 3,7854 Liter
barrel bbl amerikanisches Fass Öl 158,98 Liter



 

Welt-Weizenmarkt 2011 Quelle: US-DEPARTMENT OF AGRICULTURE

       

 

Weizenproduktion in Österreich  in Mio. Tonnen    Quelle: Statistik Austria, AMA (AgrarMarkt Austria) www.ama.at

1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017
1,416 1,312 1,508 1,434 1,191 1,718 1,453 1,396 1,399 1,689 1,523 1,517 1,781 1,275 1,60 1,80 1,68  1,97  

 

Mais - 2013 führte der regenarme Sommer in Ö zu einer schlechten Ernte. 1,64 Mio. t Körnermais bedeuteten eine Einbuße von 30 % gegenüber 2012.
Das war die Ausnahme. Global jedoch gab es die größte Ernte aller Zeiten. Die weltweiten Lagerbestände wuchsen um 23 % auf 152 Mio. t, den höchsten Stand seit 2001.
In den USA stieg der Erntertrag auf 357 Mio. t, gegenüber dem Vorjahr + 30 %.
Außerhalb der USA stiegen die Erntemengen um 4,2 % auf 605,5 t.  
Bild: WEBSCHOOL
2014 gab es in Ö. mit 2,33 Mio. t (+ 42 % gegenüber 2013) eine sehr gute Maisernte.
2015 gab es in Ö. mit 1,79 Mio. t (- 22 % gegenüber 2014) wieder einen Rückgang der Maisernte. Quelle
: ama Juli 2015
2016 gab es in Ö. mit 2,18 Mio. t wieder einen Anstieg der Maisernte. Quelle: Statistik Austria - 3. Jänner 2017

 

Reis ist Grundnahrungsmittel für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung.
Die WP 2012 betrug 486 Mio. t (laut FAO), davon entfielen 90 % auf Asien, wo sie auch fast zur Gänze verspeist werden. International gehandelt werden 7 % der Weltproduktion.
Der bisher höchste Preis war Ende 2007 / Anfang 2008 mit mehr als 1.000 $ / t (thailändischer weißer Reis)  zu bezahlen. Preis 1/ 2013  ~600 $.
Wichtigste Exporteure 2012: Indien 10,4 Mio. t, Vietnam 7,5 Mio. t, Thailand 6,5 Mio. t
Hauptimporteure: Naher Osten, Indonesien, Nigeria, Haiti
Wichtigste Produzenten: China 140 Mio. t, Indien 100 Mio. t, Indonesien, Vietnam, Thailand.
   Bild: WEBSCHOOL

 

Linsen sind wegen ihres hohen Eiweiß- (bis 20 %) und Ballaststoffanteils ein wertvolles Lebensmittel. Statt die kanadischen Weizen- und Rapsfelder alle paar Jahre zur Bodenregeneration brach liegen zu lassen, begann man in den 1980ern mit dem Anbau von Linsen um den Nährstoffgehalt der Ackerböden wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Weltproduktion 2015 (rote + grüne Linsen): 5 Mio. t
Produzenten: Kanada (3 Mio. t), Indien, Türkei, Russland, Australien
Preis: 780 $ bis 850 $ / Tonne 2014, 2015

Orangensaft-Konzentrat

Orangensaftkonzentrat ist der Grundstoff für Orangensaft mit einem Fruchtsaftgehalt von 100 %.
Die weltweite Ernte von Orangen liegt im Erntejahr 2014/15 bei ~48,5 Mio.t, gegenüber 2013/14 ein Minus von 7 %.
Die globale Konzentratproduktion sinkt seit Jahren (2005/06 2,4 Mio. t, 2014/15 1,7 Mio. t).
Konzentratpreis in $-Cent/US-Pfund: 1988 120, 1991 165, 1994 85, 1998 120, 2000 65, 2004 105, 08/2014 140, 08/2015 130.
Wichtigste Konzentratproduzenten 2014/15 (gegenüber Vorjahr): Brasilien 935.000 t (-23 %), China, USA 450.000 t (-9 %), Mexiko 130.000 t (-25 %).

 

Rund 100 Millionen Ballen (zu je 60 kg) beträgt die jährliche Weltproduktion von Baumwolle. Größter Produzent ist China (25 %), gefolgt von den USA (20 %), Indien + Pakistan (22 %), Brasilien + Usbekistan + Westafrika (20 %) und Sonstigen (13 %).

China ist auch der bedeutendste Verbraucher und hat 2006 für seine Textilindustrie 18 Millionen Ballen auf dem Weltmarkt eingekauft. Das war fast die gesamte verfügbare Menge. Fast 45 Millionen Ballen werden in China verarbeitet, prognostizierte jährliche Zunahme mindestens 10 %.
1983 betrug der Weltverbrauch 67 Millionen Ballen, die Produktion 70 Millionen. Trotz eines Angebotsüberhangs wurde die Baumwolle zu einem Marktpreis von 148 Cent pro Kilogramm gehandelt. Preis 10/2006: 116 Cent
1995 wurde der bis heute unerreichte Höchstpreis erzielt (Tabelle oben: Rohwaren-Preisentwicklung). Die Nachfrage lag etwas über dem Angebot von 86 Millionen Ballen.
 
Kein landwirtschaftliches Produkt braucht so viel Wasser und Dünger wie Baumwolle. Das hat in ehemaligen Anbaugebieten (frühere Sowjetunion) zu ökologischen Katastrophen geführt:  WASSER

 

"Bis zu 40 % der Maisernte in den USA und rund die Hälfte der Zuckerernte in Brasilien landet inzwischen in den Autotanks"

Dr. Frank Schallenberger, Landesbank Baden-Württemberg.
Interview im Wirtschaftsblatt - Investor Seite11 am 11. April 2011

 

Tee wird hauptsächlich dort getrunken, wo er wächst. 37 % der weltweit produzierten Menge gehen in den Export. Produktion (2002: 3,5 Mio. t  2012: 4,5 Mio. t)  und Preise (2002: 1,48 $ / kg  2013: 2,70 $ / kg) steigen.1/3 der Teeernte entfällt auf Grüntee, 2/3 auf Schwarztee.
Wichtigste Exporteure: Kenia 22 %; China 18 %, Sri Lanka 18 %, Indien 11 %, Vietnam 8 %, Indonesien 5 %.
Wichtigste Anbauländer für
Schwarztee: Indien, Kenia, Sri Lanka, China
Wichtigste Anbauländer für
Grüntee: China, Japan, Vietnam, Indonesien

 

Die größten Zucker-Produzenten (Brasilien, Indien, EU, China) sind zugleich auch die größten Verbraucher (Indien, EU, China, Brasilien); Brasilien und die EU zudem noch die bedeutendsten Exporteure.
Die EU produziert den teuersten Zucker, die Gemeinschaft zahlt ihren Bauern den dreifachen Weltmarktpreis, ermöglicht durch gewaltige Subventionen aus den EU-Steuertöpfen. Das war der Grund, warum die EU 2005 vor das WTO-Schiedsgericht musste.

 

Soja ist war eine genügsame Pflanze, sie gedieh auf kargen Böden und war einfach zu bewirtschaften.
Aus den gekochten Bohnen gewinnt man Sojamilch und Tofu. Gepresste Bohnen liefern Sojaöl, der verbleibende Rest, das Sojamehl (80 Gewichtsprozent), wird an Nutztiere verfüttert.
Mit Soja könnte einen Großteil der Hungernden dieser Welt ernährt werden. Tatsächlich werden nur 3 % der Ernte direkt von Menschen konsumiert. Der "Rest" geht überwiegend in die Fleischerzeugung und wird an Hühner, Rinder, Schweine, ... verfüttert.
Soja ist nach Weizen und Reis weltweit das wichtigste Agrarhandelsprodukt.
Sojagewinnung weltweit: 240 Mio. t (Saison 2011/12); 264 Mio. t (Saison 2010/11)
Produzenten: USA (Saison 2011/12 - 83 Mio. t;  Saison 2010/11 - 90 Mio. t); Brasilien (Saison 2011/12 - 66 Mio. t;  Saison 2010/11 - 75 Mio. t); Argentinien (Saison 2011/12 - 45 Mio. t;  Saison 2010/11 - 49 Mio. t);
Wichtigste Exporteure: USA (2011/12 35 Mio. t; 2010/11 41 Mio. t), Brasilien (21 Mio. Hektar Regenwald - entspricht der halben Fläche Deutschlands - wurden dem Sojaanbau geopfert), Argentinien
Größter Verbraucher: China mit 70 Mio. t (davon werden 55 Mio. t importiert)

Am Chicago Board of Trade (CBoT) werden Futures und Optionen auf Sojabohnen und Derivate auf Sojaöl und Sojamehl gehandelt.

 

An der CME (Chicago Mercantile Exchange) werden Terminkontrakte für Milch- und Milchpulver abgeschlossen. Die Produkte wechseln zum vereinbarten Termin nicht körperlich den Besitzer, es kommt lediglich zur Zahlung des Differenzbetrags zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis in bar.
Der Preis wird in Dollar / hundert Pfund (100 lb = 45,3 kg) angegeben und lag im Juli 2008 bei 18 $. Das bisherige Allzeithoch war 2007 mit 21,5 $ erreicht.
Europäische Milchbauern und ihre Abnehmer können seit Herbst 2008 an der EUMIX ihre Futures abwickeln. Vertragseinheit: 10 Tonnen Milch, Fettgehalt 4,2 %, Proteingehalt 3,4 %.     www.eumix.eu

Landwirtschaftliche Produkte unterliegen nicht den Bedingungen des freien Marktes. In den letzten Jahren haben besonders die EU-Staaten und in sehr geringem Ausmaß auch die USA - alle gegen den Widerstand ihrer Bauern - die Fördermittel reduziert. Die weltweit stark zunehmende Nachfrage bei fast allen Agrarerzeugnissen führt zu steigenden Preisen, das tut den Erträge der Produzenten gut und lässt sie den Verlust der Subventionen leichter verschmerzen. Milch + Milchprodukte haben ein langes Förder-Sündenregister.
Über Jahrzehnte haben die EG-Staaten und die USA ihren Bauern Abnahmegarantien oder Ausgleichszahlungen für Milch, Butter und Käse gegeben. Daher wurden die Euter bis zum letzten Tropfen ausgequetscht, die Lagerbestände wuchsen und wuchsen. Bezeichnet als Milchseen und Butterberge. Es gab zu viel und zu teur
1980 betrug die Weltmilchproduktion 470 Mio. t, bis 2007 war sie auf 550 Mio. t gestiegen (~85 % Kuhmilch, den Rest steuern Schaf, Ziege + Büffel bei).
1.200 $ (1.270 $ fob) war 1984 der Mindestpreis für 1 t Butter im internationalen Abkommen für EG-Butter aus den Interventionsbeständen (lies "Butterberg", "Käseberg", "Milchpulverberg"). Der Sowjetunion wurden 100.000 t zum Schnäppchenpreis von 450 $ / t verkauft.
!987 war die EG-Bestände auf 990.000 t Butter angewachsen. Man war froh, dass die Sowjetunion 200.000 t 18 Monate alte Butter für 20,4 Ecu / 100 kg  (1 Ecu = 1 €)  - weit unter Weltmarktpreis - abnahm.
1989 hatte sich der Markt erholt, die 1980 im Milchwirtschaftsabkommen (GATT) pro Tonne vereinbarten - aber häufig missachteten - Preise konnten angehoben werden: Magermilchpulver 1.200 $ (425), Vollmilchpulver 1.250 $ (725), Buttermilchpulver 1.200 $ (425), Milchfett 1.625 $ (1.100), Butter 1.350 $ (925), bestimmte Käsesorten 1.500 $ (800).

 

Latex (Kautschuk) ist der Rohstoff zur Herstellung von Naturgummi. 70 % der Weltproduktion (2012: 11,3 Mio. t) werden  für die Herstellung von Autoreifen verwendet.
Produzenten 2012: Thailand (31 % der WP), Indonesien (25 %), Nigeria (16,5 %), Malaysia (10 %), Vietnam (5,6 %)
Kautschuk-Preis / kg: 2011 6,5 $; Ende 2013: 2,5 $

 

Momentane, dramatische Preisausschläge zeichnen auf dem Rohwarenmarkt ein sehr unscharfes, falsches Bild. Erst  über einen längeren Zeitraum betrachtet, lassen sich Preistrends ablesen.  Dazu dienen die Indexkonzepte, die in Bezug auf Rohstoffzusammenstellung und deren Gewichtung stark voneinander abweichen.
Der CRB-Index (Commodities-Research-Bureau; 1957 von Reuters zusammengestellt, Namensänderung 2005 auf Reuters/Jeffries CRB-Index) ist eine Art Warenkorb für Rohstoffe.
Nach einer festgelegten Gewichtung sind in ihm 19 Rohstoffe enthalten:
Fleisch
- Rinder, Schweinebäuche (mit 7 Prozent)
Edelmetalle
- Gold, Platin, Silber (7 Prozent)

Soft Commodities
- Kakao, Kaffee, Zucker, Orangensaft, ... (21 Prozent)
Energie
- Rohöl, Heizöl  (33 Prozent)   Erdgas (6 Prozent)
Getreide
- Hafer, Sojaschrot, Weizen (13 Prozent)
Industriemetalle
- Kupfer, ... (13 Prozent)

Der Reuters/Jeffries CRB-Non Energie Index ist ein Mix aus landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Metallen (Getreide, Soja, Lebendrinder, Cu, Al, Au, Zucker, Baumwolle, Kaffee).
Korrekturen bei der Gewichtungen und Zusammensetzung innerhalb der Rohstoffgruppen sind möglich.

Bei seiner Gründung enthielt der CRB-Index sogar 28 Rohstoffe, darunter Zwiebel, Eier, Kartoffel, Schweinefett, ...
Inflationsbereinigt erreichte die Kennzahl des CRB-Index 1974 den Höchststand mit 1.000 Punkten, 2001 war mit 183 Punkten das absolute Tief erreicht, im Mai 2006 stand der Wert auf 400 Punkten, Dez. 08 325, Jan. 10 430, Aug. 12 300.
In Dollar ausgedrückt  entwickelte sich der CRB von 195 1/2002 auf 360 im 12/07, und 240 im 12/08 und 283 im 12/09    (nicht inflationsbereinigt)

Der DJ-AIG-Index (Dow Jones AIG) - Umbenennung im Mai 2009 in DJ-USB-Index - beinhaltet 19 Rohstoffe. Keine Gruppe darf mehr als 33 % des Indexes ausmachen und kein einzelner Rohstoff weniger als zwei Prozent. 

24 Rohstoffe, gegliedert in drei Bereiche (Energie, Metalle, Landwirtschaftsprodukte) umfasst der GSCI-Index. (Goldmann-Sachs-Commodities-Index, 1991 von Goldmann & Sachs auf Kundenwunsch aufgelegt). Der Energieanteil liegt mit 78,5 % sehr hoch, 9,5 % beträgt der Agraranteil, dazu kommen 4,4 % Vieh, 1,6 % Edelmetall, 6 % Industriemetalle.
Der GSCI-Dynamic-Index setzt sich aus 35 verschiedenen Rohstoffen zusammen, der GSCI-Light-Energy-Dynamic-Index ist nur noch mit 36,5 % Energie gewichtet, insgesamt besteht er aus 24 Rohstoffen.

Die Preisbewegungen von 35 Rohstoffen erfasst der RICI-Index (Jim Rogers International Commodities Index, seit 1998). 44 % entfallen auf Energieträger, 32 % auf landwirtschaftliche Produkte, 3 % Vieh, 7 % Edelmetalle und 14 % Industriemetalle ergänzen den Produktkorb.

Ein neueres Indexpaket - es besteht aus nur sechs Rohstoffen: WTI Rohöl, Heizöl, Aluminium, Gold, Mais und Weizen - hat die Deutsche Bank mit ihrem DBLCI (DB Liquid Commodity) entwickelt.

Das jüngste Indexpaket kommt von der Credit Suisse. Ihr CSCB (CS Commodities Benchmark Index) wird in monatlichen Abständen in seiner Zusammensetzung der Marktsituation angepasst.

Die Indizes erlauben ein finanzielles Engagement in mehrere Rohwaren gleichzeitig. Die Gefahr, wie im Futures-Handel den Rohstoff bei Kontraktende auch wirklich geliefert zu bekommen, besteht beim Investieren in Indizes nicht.

 

STRATEGISCHE METALLE (Nebenmetalle)

Nebenmetalle werden nicht an Börsen gehandelt. Wenige spezialisierte Händler versorgen die Industrie.
Viele Staaten
sind bei strategischen Rohwaren in hohem Maße importabhängig. Gleichzeitig sind die Exporteure einige wenige Länder in politisch krisenanfälligen Regionen. Die strategischen Rohstoffe lassen sich nicht oder nur schwer ersetzen und sind häufig für die militärische Durchschlagskraft der Verbraucherstaaten wichtig.

Metallische Rohstoffe wie Tellur, Yttrium, Strontium, Germanium, Indium, Gallium und Rhenium werden weltweit nur im Kilogrammbereich produziert. Selbst bei einem etwas verbreiteteren Rohstoff wie Cadmium kann mit einem Aufwand von 50 Millionen Euro die gesamte Jahresweltproduktion aufgekauft werden.
Starke Steigerung bei der Gallium- und Indium-Nachfrage durch Zukunftstechnologien wie Dünnschicht-Solarzellen, Leuchtdioden, Monitore.
Germanium unabdingbar für Glasfasernetze.

Russland ist der dominierende Titan-Erzeuger. Das Metall wird in der Luftfahrtindustrie benötigt. So erwarb z. B. im April 09 Airbus bei der russischen Staatsfirma Rostechnoilogii Titan im Wert von 4 Mrd. $.

Die Hälfte der Kobaltreserven befinden sich in Kongo (früher Zaire). Kobalt wird als Legierungsmetall für Flugzeugtriebwerke und für aufladbare Batterien (in Mobiltelefonen, Laptops, Digitalkameras, Fahrzeugen mit Hybridantrieb) benötigt. 2006 kostete eine Tonne 35.200 US$, 2008 schon ~90.000 US$.

Lithium gewinnt rasant an Bedeutung.
Verwendung:  Lithium-Ionen-Batterien (versorgen Hybrid- und Elektroautos mit Energie; ~30 Prozent der WP werden dafür verwendet) verwendet, Akkus, Stromspeicher (in Verbindung mit Solar- oder Windanlagen), Herstellung von Glas + Keramik, Bestandteil von Schmiermitteln, Stahlproduktion, ...
Die rentabel abbaubaren Vorkommen beschränken sich auf Südamerika (2/3 der Weltreserven in den Salzseen der Anden; Bolivien, Chile, Argentinien, Brasilien) und Asien (in drei Salzseen im Himalaya; China-Tibet).
Weltmarktführer: die Bergwerksgesellschaften SQM (Chile), Sichuan Tianqi (China), Albemarle (USA) und FMC(USA) produzierten 2015 83 % des globalen Angebots.

WP 2015: Chile (37 %), Australien (33 %), Argentinien (11 %), China (10 %), USA (3 %), Simbabwe (3 %), Portugal (2 %), Brasilien 1 %)

In Afghanistan werden Lithium-Vorkommen vermutet, die mindestens so groß sind, wie jene Boliviens. Quelle: US-Verteidigungsministerium Juni 2010
Die Sole der Salzseen wird von der Sonne verdunstet, die einzelnen Salze setzen sich nach und nach ab. Zuletzt bleibt eine olivgrüne lithiumhaltige Lösung, aus der nach Zusatz von Soda das weiße Lithiumkarbonat gewonnen wird, das  als weißes Pulver in den Handel kommt.

Eine Lagerstätte mit rund 18 Millionen Tonnen und einem Lithiumgehalt von 1,6 % befindet sich auf der Koralm (Ö). Angeblich das größte Vorkommen in Europa.

Abbaukosten pro Tonne in Bolivien ~5.000,- $, in Chile ~2.000,- $  6/2010
Lithium wird nicht an den Rohstoffbörsen gehandelt, weil die Förderunternehmen direkt mit den Abnehmern verhandeln und langfristige Verträge abschließen.
Preisschätzung für 1 t Lithiumkarbonat Anfang 2015: ~4.000 $
Preis für 1 t Lithiumkarbonat Anfang 2016: in China ~knapp 19.000 $ (getrieben durch die großzügigen Zuschüsse der Regierung für die Anschaffung von Elektrofahrzeuge), im Rest der Welt 7.300 $.

Der Preis für Molybdän hat sich zwischen 2000 und 2007 verachtfacht. Das Nebenprodukt der Kupferförderung, wichtiges Legierungsmetall zur Härtung von Stahl für Ölpipelines, Reaktorgefäße, Produkte der Bau- und Rüstungsindustrie, Motor- und Flugzeugbestandteile wurde im 2. Quartal 2008 um 38 $/Pfund gehandelt.
China kontrolliert etwa 1/3 der Weltproduktion und verfolgt die schon bei den SELTENEN ERDEN erfolgreiche  Verknappungsstrategie, in dem es seine Molybdänausfuhr auf 25.000 t pro Jahr reduziert. 11/2010

2001 waren für eine Unze Palladium 1.070 $ zu bezahlen. 2010 bewegte sich der Preis zwischen 680 $ und 860 $. 2011 begann Russland seine während der Finanzkrise aufgebauten Reserven abzubauen. Analysten vermuten, dass zuerst 550.000 Unzen und 2012 weitere 350.000 Unzen in den Handel kamen. Russlands Vorräte wären dann fast aufgebraucht. Langfristig wird mit einem Unzenpreis von 1.160 $ gerechnet. Quelle: Rohstoff Report 1411  Juli 2011
Preis am 18. 8. 2011: 754 $  / am 18. 9. 2012: 666 $  / am 5. 3. 2013: 724 $  / am 17. 4. 2014: 788 $  / am 1. 11. 2016: 631 $  / am 30. 12. 2016: 682 $
Da Platin im Vergleich mit Palladium mindestens doppelt so viel kostet, die chemischen Eigenschaften jedoch fast ident sind, verdrängt Palladium das teure Platin bei der Katalysatorerzeugung.
2011 kamen 7,4 Mio. Unzen in den Handel, mehr als 5 Mio. benötigte die Automobilindustrie für Abgaskatalysatoren; 0,5 Mio. Unzen verarbeitete die Schmuckindustrie, Elektroindustrie, Zahntechnik und Chemieindustrie waren die restlichen Abnehmer.
Mit 2,7 Mio. Unzen versorgte Russland den Markt; 2,56 Mio. kamen aus Südafrika.
2012 produzierte Russland 89,9 t; Südafrika 72,2,1 t, Nordamerika 27,8 t; übrige Staaten 13,2 t
2013 produzierte Russland 84 t; Südafrika 73,1 t, Nordamerika 28,9 t; übrige Staaten 14 t Quelle: Bloomberg, Johnson Matthey

Angebot + Nachfrage bei Platin + Palladium:

Rhodium vollführt beeindruckende Preissprünge siehe weiter unten "Preisentwicklung". Seine überwiegende Verwendung als Autokatalysator erklärt aber nur teilweise die starken Preisausschläge. Schwache Autoverkäufe - "billiges" Rhodium. Von knapp 10.000 $ / Unze im Juni 2008 ging es innerhalb von acht Wochen runter auf 4.600 $ / Unze.
2013 wurden in Südafrika 80 % der Weltproduktion gefördert, das waren 31 kg.
2014 lag der Unzenpreis Ende Juli bei 1.300 $.

Tantal ist unverzichtbarer Bestandteil der in Handys, Computern, Flachbildschirmen verwendeten Mini-Kondensatoren. Das Metall (SMP 3.000 Grad, doppelt so biegsam, haltbar + dicht wie Stahl) ist im Erz Coltan enthalten. Hauptproduzent ist Australien (2009: 560 t), gefolgt von Brasilien (2009: 180 t), Demokratische Republik Kongo (2009: 100 t), Ruanda (2009: 100 t) und Kanada (2009: 40 t).
Verglichen mit australischem Coltan kostet ein Kilogramm des Erzes im Kongo nur ein Viertel. Kongolesische Rebellen finanzieren mit den Einnahmen seit Jahren ihre Waffenkäufe.

Wolfram, höchster SMP aller Metalle (Glühfaden), zur Herstellung von Hartmetallen, Kugeln (von Kugelschreiber- bis Gewehrkugeln), Mobiltelefonen, Werkzeugen, Flugzeugen, Autokatalysatoren.
Der Markt wurde ab Ende der 80er Jahre vom größten Produzenten, China, dominiert (2014 kamen 85 % des geförderten Wolframs aus China). Mit Dumpingpreisen schlug China den  überwiegenden Teil der Konkurrenten aus dem Feld. Die rasant zunehmende Stahlproduktion - Wolfram ist ein wichtiges Legierungsmetall bei der Stahlhärtung - ließ auch den Wolframbedarf steigen. In der Folge stellte China zunächst die Export-Subventionen für Wolfram ein, seit 2007 wird Wolfram sogar mit einer Export-Steuer belegt, weil das Land als größter Stahlverbraucher seine Wolfram selbst benötigt. Der stark gestiegene Preis für Wolfram (Juni 2007: 12 $ / Pfund; 2015: 200 $ pro t Erz mit einem Wolframgehalt von 10 kg!) macht den Abbau in westlichen Staaten wieder lohnend.
Primäre Produktion 2014 (Schätzung geologischer Dienst der USA - USGS): weltweit 82.400 t, davon 68.000 t China, 3.600 t Russland, 2.200 Kanada, 2.000 Vietnam. Der Recyclinganteil liegt weltweit bei 22 % des Angebotes.

Mehr als die Hälfte der Kobalt-Weltproduktion im Jahr 2011 (98.000 t) entfiel auf die Demokratische Republik Kongo. Mit großem Abstand folgen Kanada (7.200 t), China + Russland (je 6.000 t).
Aus reiner Kobaltproduktion werden 6 % der WP gewonnen, 60 % fallen bei der Nickelproduktion an, der Rest bei der Kupfer- und Edelmetallgewinnung. Quelle: Cobalt Development Institute CDI
Die EU muss 85 % ihres Kobaltbedarfs durch Importe decken (15 % fallen beim Recycling an), der Grund, warum die EU 2010 Kobalt auf die Liste der "kritischen" Rohstoffe gesetzt hat.
Die weltweite Nachfrage lag 2011 bei 75.000 t (gegenüber 2010 + 6 %). Preis 8/2012: 29.000 $ / t   4/2016: 16.300,- $ / t
2008 - ein Jahr mit großem Nachfrageüberhang - waren mehr als 110.000,- $ / t zu bezahlen.

 

Metall Verwendung Herkunftsländer (%-Anteil an der Weltproduktion)
Antimon: Hartmetalle, Akkumulatoren, Chemikalien Bolivien (24), Südafrika (20), China (15)
Cadmium: Metallurgie, Galvanisationstechnik GUS (16), Japan (12), USA (10)
Chrom: Edelstahl, Feuerfestindustrie, Turbinen, Magnetbänder Südafrika (45), Kasachstan (17), Indien (15)
Gallium: Halbleiter, Brennstoffzellen, Legierungen, Solarzellen China (83), Japan (17)
Germanium: Halbleiter, Transistoren, Katalysator, optische Industrie, Solarzellen China (79), USA (14), Russland (7)
Indium: Elektro-, Nuklearindustrie LCD-Bildschirme, Solarzellen China (58), Südkorea (13), Japan (11)
Kobalt: Hochtemperaturlegierungen, Batterien (E-Autos, Laptops, Handys) Kongo (50), Kanada (12), China + Russland
Lithium: Elektronik, Glasindustrie, Metallurgie, Batterien Bolivien/Chile (44), Australien (25), China (13)
Magnesium: Leichtmetallindustrie, chem. Industrie USA (48), GUS (24), Norwegen (14)
Mangan: Stahlindustrie, Maschinenbau GUS (37), Südafrika (22)
Molybdän: Legierungen, Schmiermittel China (30), Chile (12), Kanada (11), GUS (10)
Niob: Stahlindustrie, Maschinenbau Brasilien (83), Kanada (11)
Palladium: Computer, Handys, TV-Geräte Russland (41), Südafrika (39), Kanada (6)
Platin: Computer, Handys, TV-Geräte, Schmuck Südafrika (77), Russland (13), Kanada (4)
Quecksilber: Elektro-, Chemie-, Pharmaindustrie GUS (27), Spanien (26), USA (18)
Rhodium Kfz-, Elektronik-, Glas- Chemieindustrie Südafrika (87), Russland (9)
Selen: Elektro-, Keramik-, Glasindustrie Japan, Kanada, USA
Tantal: Elektronik, Spezialstahl, AKW, Raketen Australien (53), Brasilien (22), Ruanda (9)
Vanadium: Edel- und Werkzeugstähle Südafrika (38), China (33), Russland (27)
Wismut: Pharmaindustrie, Maschinenbau Australien (24), Mexiko (20)
Wolfram: Stahlerzeugung, Maschinenbau, Lampen China (80), GUS, Kanada
Zirkon: Feuerfest-, Nuklearindustrie Australien, Südafrika, USA

Risikoliste wichtiger Rohstoffe
Reihung nach Seltenheit, Konzentration der Produktion, Verteilung der
Reserven, Recyclingtätigkeit, Substituierbarkeit, politische Risiken

  Größter Produzent Größte Reserven in
Seltene Erden China China
Wolfram China China
Antimon China China
Wismut China China
Molybdän China China
Strontium China China
Quecksilber China Mexiko
Barium China China
Graphit China China
Beryllium USA ?
Germanium China ?
Niob Brasilien Brasilien
 Quelle: British Geological Survey 2012

2012 wurden weltweit nur 128 t GERMANIUM gewonnen.
Seit Anfang 2014 hortet China die mehrfache Weltjahresproduktion von INDIUM.

 

Im Feber 2011 hat die EU ihre Versorgungssicherheit bei 14 Rohstoffen als KRITISCH eingestuft. Es sind dies:
Antimon, Beryllium, Gallium, Germanium, Graphit, Indium, Magnesium, Kobalt, Niob, Fluorit, Platinmetalle, Seltene Erden, Tantal, Wolfram.

Die Welthandelsorganisation WTO hält in einem Urteil (Juli 11) Chinas restriktive Ausfuhrbestimmungen bei neun Rohstoffen als unvereinbar mit ihren Regeln.

 

Strategische Metalle - Preisentwicklung
Produkt Einheit 2001  2003  2005  2007 07/2008 06/2010 06/2011 2012 6/2016
Antimon $/Tonne 1.488 2.450 3.850 5.700  6.300 9.600   12.500  
Arsen $/lb 0,41 0,45 0,50 0,85  0,85     0,8  
Cadmium $/lb 0,40 0,53 2,0 3,55  3,20 2,10 1,90 0,9  
Chrom $/Tonne 4.166 3.650 6.950 8.000  12.500 4.400   10.300  
Gallium $/kg 433 250 325 737  550 475   320  
Germanium $/kg 571 295 400 865  1.045 950   1.610  
Indium $/kg 70 335 866 550  663 640 790 535  
Iridium $/Feinunze 405 87 193 440  445     1.040  
Kobalt $/lb 7,9 20 13 30  44 23 19,5 12,5  
Magnesium $/Tonne 1.369 1.815 1.534 3.350 6.000 2.950   3.280  
Mangan $/Tonne 903 1.675 1.500 3.150 3.000 2.950   2.580  
Molybdän $/kg 6,6 17 69 74 79 34 16,50 24  
Quecksilber $/flask 150 165 850 550 550 900 1.500 3.000  
Rhodium $/Feinunze 981 523 3.017 6.300 9.660 2.970 2.050 1.180  
Ruthenium $/Feinunze 106 41 87 540 293        
Selen $/lb 3,6 8,5 49 35 33 37 80 49  
Tantal $/lb 42 40 40 45 44     13  
Titanium $/kg 6,7 6,2 25 20 7,00 7,60   6  
Wolfram $/kg 5,8 7,1 31 33 37     45  
Vanadium $/kg 6,6 10,6 46 39 75     31,6  
Wismut $/lb 3,0 2,9 4,8 13 14 10 11,5 9,8  

Quellen: siehe verlinkte Logos unten, ...              Preise 1. HJ oder am 30. Dezember des jeweiligen Jahres

                               

 

Bloomberg  KOREA plant Aufbau strategischer Bestände: Die staatliche Korea Resources Corp. will in den nächsten 10 Jahren Metalle kaufen, um Lagerbestände aufzubauen. Die geplanten Bestände sollen den südkoreanischen Bedarf etwa an Chrom, Molybdän und Palladium für zwei Monate sichern. 5. Juni 2007

 

Lange hat´s gedauert. Am 17. Juni 2010(!) gab die EU-Kommission bekannt, dass sie den Bezug bestimmter Mineralien künftig durch eine integrierte Außen-, Handels- und Entwicklungspolitik sichern will. Von den 14 angeführten Rohstoffen kommen 9 überwiegend aus China: ANTIMON, BERYLLIUM, KOBALT, FLUORIT, GALLIUM, GERMANIUM, GRAPHIT, INDIUM und MAGNESIUM. Die restlichen 5 sind: NIOB, PLATINMETALLE, SELTENE ERDEN, TANTAL und WOLFRAM.

 

Mit der Entwicklung neuer Technologien ist in den letzten Jahren Nachfrage nach einer bisher wenig beachteten Rohstoffgruppe entstanden: SELTENE ERDEN. Es sind dies 17 Metalle, Scandium, Yttrium und die Lanthanoiden (15 metallische Elemente, die im Periodensystem aufeinander folgen: Lanthan, Cer, Praseodym, Neodym, Promethium, Samarium, Europium, Gadolinium, Terbium, Dysprosium, Holmium, Erbium, Thulium, Ytterbium, Lutetium). Der Verbrauch ist so stark gestiegen, dass der Bedarf kaum noch gedeckt werden kann. Die Weltproduktion von 120.000 t kommt zu 95 % aus China, das in wenigen Jahren seine Förderung zur Gänze selbst benötigen wird. Investitionen in die Erschließung der Vorkommen in Australien und Kalifornien werden für eine Angebotszunahme sorgen, beliebig ausweiten kann man den Abbau allerdings nicht, zu gering ist der Anteil der Lanthanoiden an der Erdkruste. Der Grund, weshalb sie auch als SELTENE ERDEN bezeichnet werden.
Die Elemente werden in der Hochtechnologie (Magnete, Glasfaserkabel, besonders leistungsstarke Batterien, Monitore, Katalysatoren, Stahlveredlung, Atomkraftwerke, Röntgenapparate, Raumsonden, Radargeräte, ...) eingesetzt.
Die Preisentwicklung verläuft der Nachfrage entsprechend. Von August 2007 bis August 2008 stieg der Preis bei Cerium von 3.800 $ / t auf 5.700 $ / t, bei Dysprosium von 92 $ / kg auf 115 $ / kg, bei Europium von 375 $ / kg auf 490 $.
Im Oktober 2010 lag der Preis für eine Tonne Ceriumoxid bei 36.000 $, Neodym hatte sich im Halbjahresabstand von 41.000 $ auf 92.000 $ verteuert.
 
Im Mai 2009 hat das chinesische Staatsunternehmen CNMC die Mehrheit am Weltmarktführer bei der Gewinnung von SELTENEN ERDEN, der australischen Lynas Corporation erworben. Damit kontrolliert China 97 % der Neodymvorräte.
Lynas Corporation - seit 2007 ein Verlustbringer - wird Mitte 2011 mit der Förderung in den westaustralischen Mount-Weld-Vorkommen beginnen. Stand 1/2011
Im Feber 2011 stieg ein japanisches Unternehmen mit ~185 Mio. € bei Lynas Corporation ein. Damit will Japan sich in Hinkunft 2/3 seines Bedarfs sichern.
Der US-Anbieter Molycorp verspricht für Ende 2011 eine Jahresproduktion von 20.000 t, in den nächsten Jahren will er 1/6 des Weltbedarfs an SELTENE ERDEN liefern.
Molycorp hat die kalifornische Mountain-Pass-Mine bis 2002 betrieben und sie dann wegen Umweltproblemen geschlossen. Bei ihrem Börsengang 2010 hat Molycorp knapp 380 Mio. $ kassiert, obwohl das Unternehmen seit 2008 Verluste schreibt. Die Förderung in der Mountain-Pass-Mine soll 2012 wieder anlaufen. Stand 1/2011
 
Seit 2006 senkt China Jahr für Jahr seine Exporte von SELTENE ERDEN. 2010 beschloss China ein Gesetz, das für die kommenden sechs Jahre den jährlichen Export auf maximal 35.000 t (bisher 60.000 t) beschränkt. Eine Menge, die dem Bedarf Japans 2009 entsprach.
Mit Juli 10 hat China seine Ausfuhr von SELTENEN ERDEN für das 2. Halbjahr um 72 % auf nur noch 7.890 t reduziert. Die Exportquoten für 2011 werden gegenüber 2010 nochmals um 11 % gesenkt.
Im Oktober 2011 drehte China die Exporte gänzlich ab. Der weltgrößte Produzent von Seltenen Erden, Inner Mongolia Baotou Steel Rare Earth Group Hi-Tech, entschied, die Förderung für einen Monat einzustellen, um den Preis hochzutreiben.
Japan und die USA nahmen es gelassen. Die beiden Staaten haben bereits Lager für mehrere Jahrzehnte aufgebaut.
Im März 2014 entschied ein Panel der WTO, dass China die Exportrestriktionen für Seltene Erden, Wolfram und Molybdän aufheben muss, da sie gegen die von China gegenüber der WTO eingegangenen Verpflichtungen verstießen und zu einer Verteuerung dieser Rohstoffe führen.

Bis 2014 soll in Kalifornien und Australien die Neuproduktion beginnen, Indien und Vietnam planen eine Produktionssteigerung.
 
2010 wurden 26.000 t SELTENE ERDEN (Neodym, Praseodym, Dysprosium, Terbium) für die Produktion von Permanentmagneten (im Windturbinenbau verwendet) eingesetzt. Der Bedarf für 2015 wird auf 48.000 t geschätzt.
Doch bis dahin hofft man, mit immer mehr Supraleitern die Permanentmagneten ersetzen. Supraleiter benötigen bei gleicher Leistung nur ein Hundertstel der Menge an SELTENEN ERDEN (Cer, Lanthan, Yttrium). Quelle: Rohstoffreport  06/11

2013 kamen 92 % der SELTENE ERDEN aus China (2010: 98 %), aus den USA 4,3 %, Russland 2,3 %, Malaysia 1,3 %. Seit 2009 sank die Weltproduktion um knapp 1/3, von 133.500 t auf 90.500 t (2013).
Quelle: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, D. März 2014

2014 verarbeitete China 70 % der WP, Japan 15 %, USA 10 %, Rest 5 %.

2015 setzte China das WTO-Urteil um und hob im Jänner 2015 die Exportbeschränkungen, im Mai 2015 auch die Exportzölle auf.

In Schweden hat man in den Abraumgesteinen der Eisenerzgruben 15 der 17 Seltenen Erden gefunden. Mittelfristig können daraus rund 10 % des Weltbedarfs gedeckt werden. Geplanter Produktionsbeginn: 2015
Im deutschen Storkwitz (Sachsen) warten ~40.000 t Seltene Erden auf ihren Abbau.
 

SELTENE ERDEN
  Vorkommen 1000 t Abbau in t
Australien 5.400  
Brasilien 48 650
China 36.000 120.000
GUS 19.000  
Indien 3.100 2.700
Malaysia 30 380
USA 13.000  
Rest 22.000  
  1.1.2010 USGS

Preisentwicklung am Beispiel von acht Selten-Erd-Metallen $ / kg

Element Juni 05 Juni 08 Juni 09 Aug. 10
Lanthanium 1,45 8,83 5,90 35,00
Cenum 1,37 4,38 3,80 35,00
Neodymium 6,05 32,88 14,50 63,00
Praseodymium 7,55 32,61 14,50 61,50
Samanum 2,60 4,80 4,75 30,40
Dysprosium 36,40 120,80 112,00 286,00
Europium 286,20 491,00 495,00 605,00
Terbium 300,00 740,00 360,00 620,00

Quelle: Lynas
 



Der Herfindahl-Index gibt Auskunft über den Grad der Anbieterkonzentration bei einem bestimmten Rohstoff. Je größer die Zahl, desto weniger Anbieter. Ein Wert über 1.800 weist auf zunehmende Monopolisierung hin.
Für SELTENE ERDEN betrug der Index bereits im Jahr 2007 9.000 Punkte!
Niob war mit 7.191 ebenso im roten Bereich wie Magnesium (4.500), Tantal (3.005), Palladium (2.958), Eisenerz (2.365), Rhodium (2.169) und Platin (1.842).

Spezielle Schlammschichten im Südost-Pazifik enthalten reiche Vorkommen an schweren Elementen (Europium, Gadolinium, Terbium und Lutetium) der SELTENEN ERDEN. Ein 1 km² großes, 10 Meter dickes Schlammfeld könnte 20 % des Welt-Jahresbedarfs decken. Quelle: Nature Geoscience online 3. 7. 11

 

1,6 Mio. t Nickel wurden 2011 weltweit gewonnen.
Mit 15 % ist Russland Weltmarktführer, je 13 % kommen aus Indonesien und den Philippinen, je 10 % aus Kanada und Australien.
Preis für eine Tonne:  2/2011: 30.000,- $   6/2012: 16.300,- $   4/2016: 8.995,- $
2/3 der Weltproduktion werden für die Stahlherstellung verwendet (verbessert die Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit).
Da auf China 45 % der weltweiten Stahlproduktion entfallen, ist es auch größter Nickelverbraucher.

75.000 Tonnen Nickel fördert Kuba pro Jahr. Nickel ist Kubas wichtigstes Exportprodukt, vor Zucker und Tabak.
China, dass wie im eigenen Land so auch bei seinen Geschäftspartnern, keinen besonderen Wert auf die Einhaltung der Menschenrechte legt, hat die kommunistische Insel wirtschaftlich fest an sich gebunden. Kuba darf offene Schuldenrückzahlungen um zehn Jahre aufschieben und erhält 500 Millionen US$ für den Ausbau der Nickelproduktion. Damit sichert sich China langfristig einen wichtigen Rohstoff für seine rasch wachsende Industrie.
Mit der gleichen Taktik hat sich China Erdölnachschub aus dem Sudan gesichert.

 

Vielfältig sind die Einsatzgebiete von Zink. Die Hälfte der Produktion wird für den Oberflächenschutz (Korrosionsschutz) von Eisen und Stahl verwendet ("Verzinken"). Je 17 % entfallen auf die Messing-Erzeugung (=Legierung aus Kupfer und Zink) und weitere Legierungen. Die chemische Industrie fertigt daraus Zinkweiß (Farbpigment) oder Zinkoxid (für die Vulkanisation von Kautschukprodukten, für die Elektroden in Dünnschicht-Solarmodulen (Umwandlung der Sonnenenergie). Zinkpulver wird für Batterien benötigt. Zink befindet sich in Nahrungsergänzungsmitteln (Mineralpräparate), Kosmetika (Shampoos, Produkten für kräftiges Haar und schöne Fingernägel) und Anti-Allergika (Zink-Histidin-Kapseln gegen Heuschnupfen).

Größte Verbraucher (2011): China (40 % der WP), Europa, USA.
Seit 2007 besteht weltweit ein Überangebot an Zink. (2011: +380.000 t  /  2012: +150.000 t  /  2013: +290.000 t)
Preisentwicklung am Seitenbeginn

Größte Zinkproduzenten 2011 in 1.000 t

  Staat Produktion Reserven
1 China 3.900 43.000
2 Australien 1.400 56.000
3 Peru 1.400 19.000
4 Indien 790 12.000
5 USA 760 12.000
6 Kanada 660 4.200
7 Mexiko 630 17.000
8 Kasachstan 500 12.000
9 Bolivien 430 5.000
10 Irland 350 1.800
  Welt 12.400 250.000
Quelle: USGS (U.S. Geological Survey)  www.usgs.gov

 

Zinn ist ein weiches, gut verarbeitbares Metall. Es wird hauptsächlich für Lebensmittel- und Getränkeverpackungen so wie als Lötzinn und in der Keramik- und Kunststofferzeugung verwendet. 70 % der Weltproduktion entfallen auf China und Indonesien. Allerdings verarbeitet China seit August 2007 seine gesamte Produktion (2008: ~120.000 t) selber und muss seither zusätzliches Zinn importieren (2008 waren es ~10.000 t). Seither sieht sich Indonesien - Produktion 2008: 80.000 t - in der angenehmen Rolle des mit Abstand größten Exporteurs.
Mit seiner restriktiven Förder- und Verkaufspolitik verhindert Indonesien den Aufbau von größeren Vorräten an der LME (seit 1877 einziger Handelsplatz für Zinn) oder bei importierenden Staaten. Dennoch halbierte sich der Zinnpreis von 25.500 $/t im Mai 08 auf 12.300 $/t im Oktober 08. 2011 lag der Preis für eine Tonne 32.000 $, im Frühjahr 2014 bei >20.000 $, am 12. Juni 2015 bei14.750 $.
Für 2010 wurde eine Weltproduktion von 322.000 t und ein Bedarf von 345.500 t erwartet.
2010 importierte China aus Myanmar 7.400 t Zinnerz, 2014 waren es schon 173.000t, damit schob sich Myanmar unter den Zinnerzexporteuren hinter China und Indonesien weltweit auf Platz 3.

Weltverbrauch 2014: 374.000 t
davon 186.000 t Lötzinn, 63.000 t Weißblech, 62.000 t Chemikalien, 16.000 t Bronze + Lagermetall, 8.000 t Floatglasproduktion, 40.000 t Sonstiges.

 

             

Die führenden Rohstoffanbieter

  • BHP Billiton - britisch/australisch, weltgrößter Rohstoffkonzern; drittgrößter Eisenerzproduzent, größter Lieferant von Kokskohle*, 41.732 Beschäftigte, Umsatz: 67,2 Mrd. $, Gewinn: 13,4 Mrd. $ Bilanzjahr  2013/14 BÖRSENWERT  Nov. 2012 174 Mrd. $
    Finanzjahr 1. Juli bis 30. Juni
    BHP 1885 im australischen New South Wales von Charles Rasp als Broken Hill Proprietary Company gegründet, ging 2001 mit der britischen BILLITON zusammen
  • Rio Tinto britisch/australisch, Marktführer bei Aluminium, zweitgrößter Eisenerzproduzent (24 % Marktanteil, verfügt über gesicherte Eisenerzbestände im Wert von 50 Mrd. $), einer der weltgrößten Kupferproduzenten, Weltmarktführer bei Boraten, Talk, Titanoxid, drittgrößter Diamantenförderer, viertgrößter Uranproduzent; Beschäftigte ~100.000
    Umsatz: 60,5 Mrd. $
    Nettogewinn: 5,8 Mrd. $ Bilanz 2011
    Umsatz:
    50,9 Mrd. $ Verlust 3 Mrd. $ (2,25 Mrd. €) Bilanz 2012 14. 2. 2013   BÖRSENWERT  Nov. 2012 92 Mrd. $
    Umsatz: 47,7 Mrd. $ Reingewinn 6,5 Mrd. $ Bilanz 2014 14. 2. 2015
    Umsatz: 34,8 Mrd. $ Reinverlust 0,9 Mrd. $ (2,25 Mrd. €) Bilanz 2015 12. 2. 2016
  • Vale - Brasilien, größter Eisenerzproduzent (Marktanteil 35 %, förderte 2011 300 Mio. t), Beschäftigte 62.000, Umsatz: 60,4 Mrd. $ Bilanz 2011, BÖRSENWERT Nov. 2012 91 Mrd. $
    Vale ist auch eines der weltgrößten Unternehmen bei der Nickel-Produktion und bedeutender Verarbeiter und Anbieter von Kohle, Mangan, Bauxit, Kalium, Kupfer und Aluminium.
    Im 4. Quartal 2010 lagen die Selbstkosten pro Tonne Eisenerz bei 32 $, der Verkaufspreis betrug 129 $
    2,3 Mrd. $ wurden in die Anschaffung von 19 "400.000 t Frachtern" investiert, Aufträge für weitere 16 laufen.
    Quelle: NZZ 19. 3. 12 S 9
  • Anglo American - südafrikanisch/britisch, Platin + Basismetalle, hält 45 % am größten Diamantenförderer De Beers. 105.000 Beschäftigte, Umsatz: 36,5 Mrd. $, Umsatzrendite: 23,4 %  Bilanz 2011   BÖRSENWERT Nov. 2012 37 Mrd. $
  • Xstrata*, (Weltmarktführer bei Kraftwerkskohle; 2009: 95,2 Mio. t; Vierter bei der Kupfergewinnung: 2010: 913.000 t):
    70.000 Beschäftigte, Umsatz: 31,6 Mrd. $, Ergebnis nach Steuern 1,18 Mrd. $
    B: 2012   BÖRSENWERT Dez. 2012 31,8 Mrd. £
    Neben seiner dominanten Stellung bei Kohle auch einer der führenden Produzenten von Kupfer, Nickel und Zink.
  • China Shenhua Energy - China: 8 Mrd. $   BÖRSENWERT Dez. 2011 61 Mrd.
  • Rusal - russisch, Aluminiumgigant, Umsatz: 12,1 Mrd. $, Umsatzrendite: 26,1 %  Bilanz 2010 BÖRSENWERT Dez. 2011 8,1 Mrd.
  • Glencore (Global Energy, Commodities and Resources) - Schweiz; Rohwarenhändler, im Eigentum von etwa 500 Glencore-Managern. Das Unternehmen besitzt Anteile an bedeutenden Bergbauunternehmen (Xstrata 34,5 %, Katanga 74 %, Minera Resources 70 %, UC Rusal ~9 %, Century Aluminium 44 %, ...).
    Umsatz: 214 Mrd. $, Nettogewinn 1,004 Mrd. $, Nettoverschuldung 15,4 Mrd. $, Personalstand 58.000
    Quelle: Bilanz 2012  5. 3. 2013
    Unternehmenswert nach dem Börsengang im Mai 2011: 60 Mrd. $
     BÖRSENWERT Dez. 2012 24,9 Mrd. £
    Erste Jahresbilanz (für 2013) nach der Übernahme des Bergbaukonzerns Xstrata  durch den Rohwarenhändler Glencore:
    Umsatz: 232 Mrd. $, Konzernergebnis -8,046 Mrd. $, Nettoverschuldung 35,8 Mrd. $, Personalstand 50.000 (inkl. Temporäre 190.000)
    Quelle: Bilanz 2013  5. 3. 2014
    Bilanz 2014:
    Umsatz: 221 Mrd. $, Konzernergebnis 2,308 Mrd. $, Nettoverschuldung 30,5 Mrd. $, Personalstand 181.349
    Quelle: Bilanz 2014  4. 3. 2015
    Bilanz 2015:
    Umsatz: 170 Mrd. $, Konzernergebnis -4,964 Mrd. $, Nettoverschuldung 25,8 Mrd. $, Personalstand 160.000
    Quelle: Bilanz 2015  3. 3. 2016
    Bilanz 2016:
    Umsatz: 170 Mrd. $, Konzernergebnis 1,4 Mrd. $, Nettoverschuldung 15,5 Mrd. $, Personalstand 160.000
    Quelle: Bilanz 2016  2/17

versuchen durch Zukäufe und Fusionen ihre dominante Marktstellung noch zu verbessern.
Anfang 2008 erwarb der staatliche chinesische Aluminiumkonzern Chinalco verdeckt (nicht über die Börse, sondern direkt von den Aktionären) für 14 Mrd. $ neun Prozent der Rio Tinto Aktien. Beabsichtigen Ausländer mehr als 15 % an einem australischen Unternehmen zu kaufen, müssen sie die Genehmigung der staatlichen Aufsichtbehörde einholen.
Rio Tinto (2009: 217 Mio. t - 24 %), BHP Billiton (14 %) und Vale (39 %) kontrollieren knapp 80 Prozent des weltweiten Eisenerzangebotes, bei Kokskohle (nach Eisenerz wichtigster Rohstoff bei der Eisengewinnung) ist BHP Billiton Marktführer, Rio Tinto immerhin an fünfter Stelle.

*
Xstrata 1926 von Schweizer Privatbanken unter dem Namen Südelektra gegründet. Geschäftszweck war die Finanzierung von Wasserkraftwerken in Südamerika. 1999 benannte der Hauptaktionär
Glencore die Südelektra auf Xstrata um.

Im Frühjahr 2008 hat Vale gegenüber seinen chinesischen Kunden bei Eisenerz Preiserhöhungen zwischen 65 und 71 % vorgenommen.
Wenig später, am 24. Juni 2008, gab Rio Tinto bekannt, dass Chinas größter Stahlproduzent, Baosteel, ab sofort um 96,5 % mehr für Eisenerz zu bezahlen habe und dass Nippon Steel (Japan, zweitgrößter Stahlproduzent weltweit) für das Geschäftsjahr 2008/09 einer 100 %igen Preiserhöhung zugestimmt hat.  Quellen Reuters / Bloomberg / NZZ 25. Juni S 15

Mit Jahresbeginn 2010 stellten Rio Tinto, BHP Billiton und Vale die Laufzeit ihrer Lieferverträge von Jahres- auf Quartalsbasis um und koppelten die Preise an den Spotmarkt. Das hatte zur Folge, dass die Abnehmer mit Beginn des 2. Quartals (April 10) eine Verdopplung der Preise hinnehmen mussten.

Ein Glücksfall für den österreichischen Stahlproduzenten Voestalpine ist der Besitz des steirischen Erzbergs.
2 Mio. t, 1/5 ihres Jahresbedarfs, deckt die Voestalpine aus dieser Quelle. Künftig soll es rund 1/3  werden, dafür notwendige Investitionen: 180 Mio. €.
150 Mio. Tonnen lagern noch im Erzberg. Juli 2010

*Kokskohle wird für die Stahlerzeugung benötigt. Einzige Alternative ist die pulverisierte Kohle (PCI-Kohle, sie schont die Koksöfen besser und ist umweltfreundlicher als andere Kohle), deren weltgrößter Produzent und Exporteur Macarthur Coal (MCC) ist. Die Kohlereserve von MCC betragen 145 Mio. t, Umsatz 2009: 695 Mio. austr. $, Gewinn nach Steuern 168 Mio. austr. $.
Der weltgrößte Kohleproduzent, der US-Konzern Peabody Energy Corp., hat im April 2010 für Macarthur Coal ein Übernahmeangebot vorgelegt, das am am 18. Mai endgültig zurückgewiesen wurde. Ebenfalls interessiert sind der australische Konkurrent New Hope (fördert jährlich 5,5 Mo. t Kohle) und
Xstrata.
Im Juli 2011 versuchten
Peabody Energy Corp. und der weltgrößte Stahlproduzent Arcelor Mittal eine Übernahme von Macarthur Coal. Am 30. August war ihnen Erfolg beschieden: Für 4,9 Mrd. $ ging Macarthur Coal an die beiden Anbieter.

Mehrere Fusionsvorhaben scheiterten in den letzten Jahren: Vale wollte Xstrata übernehmen, Xstrata versuchte sein Glück bei Anglo American, BHP Billiton scheiterte mit Rio Tinto.
Aktuell plant
Glencore den Zusammenschluss mit Xstrata. Die Aktionäre von Xstrata haben im November 2012 der Übernahme zugestimmt. Die Fusion bedarf noch der Zustimmung durch die diversen Wettbewerbsbehörden weltweit.

 

Um 1 lbs (1 lbs = 1US-Pfund = 0,4536 Kilogramm) Rindfleisch zu bekommen, muss der Farmer 8,3 lbs Futtergetreide aufwenden.
Die Karriere eines schlachtreifen Rindes dauert 18 bis 24 Monate. Mit einem Alter von 14 bis 18 Monaten wiegt ein Kalb zwischen 600 lbs und 800 lbs. Dann wird es als Jungrind (Feeder Cattle) bzw. Mastrind (Fed Cattle) eingestuft.
Ein Mastrind kostet 1,097 US$ pro lbs , macht bei 700 lbs einen Gesamtpreis von 767,90 US$.
Vier bis acht Monate später, nunmehr 1.200 lbs schwer, wird es als Lebendrind an die Schlachthäuser verkauft. Das bringt 0,934 Dollar je lbs. Macht bei 1.200 lbs Gewicht 1.200 x 0,934 = 1.120,8 US$. Alle Preise: Mai 2007
Die Futterkosten für die Gewichtszunahme betragen ungefähr 275 US$. Verbleiben dem Farmer je Tier zirka
79 $.
Aktuelle Angaben Preisangaben auf der Website der Chicago Merchantile Exchange, der weltgrößten Fleischbörse: www.cme.com

 

Größter Handelsplatz für das zweitwichtigste Handelsgut der Welt, Kaffee, ist die New York Board of Trade (Nybot). An der Nybot wird die mildere, geschmacksintensivere Kaffeesorte, Arabica, gehandelt.  Die weniger edle, billigere Sorte, Robusta, notiert in London.
Kaffee wird in Terminkontrakten (Futures) gehandelt. Die wichtigste Arabica-Börse ist die ICE (Intercontinental Exchange). Ein ICE-Kontrakt (Arabica) entspricht 37.500 Pfund bzw. 260 Säcken zu je 60 kg.
In den letzten 200 Jahren machte sein Preis den Kaffeeproduzenten ihr Auskommen mehr als unsicher. Von 1825 bis 1950 waren für ein Pfund Kaffee zwischen 10 und 30 US-Cent zu bezahlen.
1954 erklomm der Preis mit 60 US-Cent/Pfund sein bis dahin höchstes Niveau, um 1957 bis 1963 auf den tiefsten Stand - 38 US-Cent/Pfund - seit 14 Jahren zu fallen.
1962 wurde von den Produzentenländern und 21 Abnehmerstaaten der Internationale Kaffeerat (ICO, Sitz: London) gegründet. Jede Interessengruppe bekam 1.000 Stimmen, die der Bedeutung der einzelnen Staaten entsprechend aufgeteilt wurden. Aufgabe des ICO war es, den Preis durch Steuerung der Ausfuhrmengen zu regulieren. Die Mengenzuteilungen erfolgten mit Zweidrittelmehrheit. Zweites Regulierungsinstrument war eine Reduktion der Ausfuhren für alle Exportländer, wenn der Preis unter ein bestimmtes Niveau (1963 lag es bei 38 Cent/Pfund) fallen sollte. Erreicht der Preis eine Obergrenze (1963: 44 Cent/Pfund)
Staaten, die ihre Exportquote überschritten, sollten von den Importeuren gemeldet und vom ICO im darauffolgenden Jahr mit einer reduzierten Quote bestraft werden.
Das Quotensystem war nur wenig wirksam und brach 1989 völlig zusammen. Bis 1990 sanken die Arabica-Preise um ein Drittel, die Robusta-Preise sogar um 42 %.
Im Mai 2011 lag der Arabica-Preis bei 3 $/Pfund, im Dezember 2012 waren nur noch 1,45 $/Pfund zu bezahlen.
Robusta
kostete zum selben Zeitpunkt 85 Cent/Pfund und hatte einen Marktanteil von 45 %.
Am 5. 2. 14 lag der Arabica-Preis an der New Yorker Börse bei 1,36 $/Pfund.
Am 5. 3. 15 lag der Arabica-Preis an der New Yorker Börse bei 1,33 $/Pfund.

Angekündigte und echte Fröste, Unwetter, Schädlinge, Vergrößerung der Anbauflächen und Spekulationen sorgen für ein reges Auf und Ab der Preisbewegungen:


 

Grafik: WEBSCHOOL

Den Weltmarkt teilen sich: Brasilien, Kolumbien (je 11 %), Vietnam (10 %), Indonesien (7 %), Indien, Äthiopien (je 4,3 %), Mexiko (3,7 %), Guatemala (3,4 %), Honduras (2,7 %), ...

Größte Exporteure ( 2013 in 60 kg Säcken):  Quelle: Bloomberg, ICO
Brasilien 31,5 / Vietnam  18,4 /  Indonesien 10,9 / Kolumbien  9,7 / Indien 5,4 / Honduras 4,2 / Peru  3,9 / Uganda  3,7

 

40 Prozent der Kakao-Weltproduktion entfallen auf die Elfenbeinküste (Côte d´ Ivoire). Daher wirken sich Probleme in diesem Staat besonders auf den Weltmarktpreis aus. Als 1999 die Kakaopreise abstürzten, hatte das eine Wirtschaftskrise zur Folge. Ein Militärputsch führte im Dezember 1999 zum Sturz des ivorischen Präsidenten. Nach einer manipulierten Wahl kam 2000 ein neuer Präsident an die Macht. Von da an herrschte Bürgerkrieg. Ab und zu unterbrochen von unsicheren Waffenstillständen. 2011 wurde ein Präsident gewählt, der zuerst mal damit zu tun hatte, seinen Vorgänger, Laurent Gbago, aus dem Amt zu jagen. Im Nov. 2011 wurde Gbago an den ICC überstellt.

Vom Höchststand 2010 auf 2011 fiel der Kakaopreis um etwa 40 %. In London auf 1.400 ₤/t, in New York auf 2.142 $/t. Dez. 2011
Der Terminkontrakt in London kostet 1.670 ₤/t, in New York 2.600 $/t. Okt. 13

Mit der ELFENBEINKÜSTE (1.242.000 t), GHANA (632.000 t) und NIGERIA (240.000 t) stellt Afrika zwei Drittel der WP.
Aus INDONESIEN (535.000 t) kommen 14 Prozent des Weltangebotes. Zahlen: Ernte 2009/10

ELFENBEINKÜSTE 36,4 % der Weltproduktion, GHANA 21,6 %, NIGERIA 5,8 %, KAMERUN 5,1 %, restl. AFRIKA 2,8 %, LATEINAMERIKA (BRASILIEN + ECUADOR) 15 %, INDONESIEN > 10 %. Ernte 2011/12

Die International Cacao Organisation (ICO) erwartete für 2011 ein Weltproduktion von 3,938 Mio. t und eine Nachfrage von 3,819 Mio. t.

2013/14 ernteten die 800.000 Kakaobauern der ELFENBEINKÜSTE 1,730 Mio. t Kakaobohnen. Mit einem Weltmarktanteil von 35 % ist die Elfenbeinküste größter Produzent. Kakao sorgt für mehr als 50 % der Exporteinnahmen. Es folgen GHANA (920.000 t), INDONESIEN (425.000), NIGERIA (240.000 t) und BRASILIEN (210.000) Erntezeitraum: Oktober 13 bis September 2014
Preis am 1. 9. 2014 3.265,- $/t; am 1. 12. 2014 2.900,- $/t; am 19. 7. 2015 3.344,- $/t

Ein Kakaobaum benötigt im Durchschnitt 10 Jahre bis zur vollen Produktivität und wird 50 Jahre alt. Werden Plantagen von Schädlingen (Kakaomotte), Pilzen oder Viren befallen, ist die Vernichtung der Bäume (Abbrennen, Fällen) unumgänglich.

 

Erze auf dem Meeresgrund

Auf dem Boden der Weltmeere lagern Milliarden Tonnen Manganknollen, Kobaltkrusten und Massivsulfiden (feste Ablagerungen an magmatischen Quellen, sogenannten RAUCHERN).
Die drei bis 20 cm durchmessenden Manganklumpen bestehen aus rund 25 % Mangan, Kupfer, Nickel, Eisen, Kobalt, Molybdän, Selen, Indium, Tellur und Spuren Seltener Erden.
Allein auf dem Meeresboden zwischen Hawaii und Mexiko liegen 10 bis 20 Milliarden Tonnen Manganknollen in 5.000 m Tiefe.
Die Abbaurechte werden von einer UN-Behörde, der ISA http://www.isa.org.jm/en/home, an antragstellende Staaten für ein bestimmtes Gebiet für 15 Jahre vergeben. Die ISA (deutsch: IMB - Internationale Meeresbodenbehörde) verwaltet die Bodenschätze der Tiefsee (Meeresgrund unterhalb von 800 m Tiefe) und erteilt Lizenzen für den Tiefseebergbau.

Bisher wurden nur Lizenzen für die Erforschung der Lagerstätten, nicht jedoch für den Abbau der Vorkommen vergeben. Das soll noch bis 2020 so bleiben.
Lizenznehmer dürfen am Meeresboden exklusiv bis zu 100 Felder à 100 km² erkunden. Nach zehn Jahren müssen 75 dieser Felder an die ISA zurückgegeben werden, inklusive der gesammelten Daten. Die restlichen 25 kann der Lizenznehmer weiter untersuchen, überdies hat er Vorrang bei einer künftigen Förderung der Bodenschätze.
Die beiden ersten Lizenzen wurden im Sommer 2011 vergeben. An Russland (auf dem Mittelatlantischen Rücken) und China (auf dem Südwestindischen Rücken).

Den ersten Pachtvertrag für Tiefseebergbau schloss im Jänner 2011 das kanadische Unternehmen Nautilus Minerals mit Papua Neuguinea ab. Über einen Zeitraum von 20 Jahren ist es den Kanadiern erlaubt, in 1.600 Meter Tiefe auf einer Fläche von 60 km² exklusiv Metalle abzubauen.

Das Seerechtsübereinkommen (SRÜ) der UN wurde 1982 in Jamaika geschlossen und trat nach der Ratifizierung durch 60 Staaten 1994 in Kraft. Es gesteht jedem Staat mit Küsten eine 200 Seemeilen ins Meer reichende Wirtschaftszone, die Exclusive Economic Zone, zu.
Bis 2014 hatten 165 Nationen, darunter alle EU-Staaten, das Abkommen ratifiziert.

Die Unterzeichnerstaaten müssen beim Tiefsee-Abbau "beste Umweltpraktiken" anwenden.
Für Schäden haften die einzelnen Staaten oder von ihnen beauftragte Firmen. Der Seegerichtshof kann Geldstrafen in unbegrenzter Höhe verhängen.

124. Protokoll über die Privilegien und Immunitäten der Internationalen Meeresbodenbehörde (18. 10. 2004 Teil III)

 

Tagesaktuelle Rohstoffpreise und Index-Werte gibt es auf den Seiten von ONVISTA, KITCOMETALS und dem HANDELSBLATT.  Weitere Infos auf www.rohstoff-spiegel.de  +  www.godmode-trader.de  +  www.financial.de

      

Letzte Aktualisierung:  28. März  2017

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