POLITIK

 

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IBRAHIM-INDEX    HUMAN DEVELOPMENT INDEX    WELTHUNGER-INDEX    (AUS)VERKAUF VON ACKERLAND   HILFSORGANISATIONEN

 

 

 

 

Und so werden sie uns denn schließlich ihre Freiheit zu Füßen legen und sagen: knechtet uns, aber macht uns satt.

DRITTE WELT

"Der Großinquisitor"    DOSTOJEWSKIJ

 

Unter den armen Ländern der Dritten Welt sind die Staaten südlich der Sahara die ärmsten. Schließt man Südafrika und Nigeria aus, so umfasst das Gebiet 10 % der Weltbevölkerung, leistet aber nur 1 % des Welt-Brutto-Inlandprodukts.

Die Abhängigkeit von einer relativ kleinen Zahl von Rohstoffen machen diesen Staaten in Zeiten sinkender Rohwarenpreise besonders zu schaffen. Das Gebiet produziert 2/3 der weltweiten Kakaoernte (Elfenbeinküste 42 %, Ghana 12 %), liefert die Hälfte der Robusta-Kaffee-Produktion und 1/4 der Welt-Tee-Ernte, 7 % der globalen Baumwollernte und 5 % der gesamten Erdölproduktion. 

Kaffee ist nach Erdöl der wertmäßig am meisten gehandelte Rohstoff der Welt. Der Kaffee-Preis im Jahr 2004 war - inflationsbereinigt - auf dem niedrigsten Stand seit 100 Jahren! Ausgelöst wurde der Preiszerfall durch den Markteintritt Vietnams, das in großen Mengen billige Kaffeesorten liefert. Durch die Ausweitung der Anbauflächen stand ein Angebot von 124 Millionen Säcken (a´60 kg) einer Nachfrage von 115 Millionen Säcken gegenüber. Zur Marktmacht der ungefähr ein Dutzend Abnehmer trägt auch die hohe Zahl von Kaffeebauern (25 Millionen!) bei.

 

Wichtigste Produkte Schwarzafrikas:
 
Rohstoff

%-Anteil an Weltproduktion

Wichtigste Produzenten
Platin 66 Südafrika
Diamanten 46 Zaire, Botswana, Südafrika
Gold 29 Südafrika, Ghana, Simbabwe
Kohle 21 Südafrika
Erdöl   5 Nigeria, Angola, Gabun, Kamerun
 
Wichtigste Exportgüter:
 
Rohstoff

%-Anteil an Weltexporten

Wichtigste Exporteure
Kakao 69 Elfenbeinküste, Ghana
Kaffee (Robusta) 48 Uganda, Elfenbeinküste
Tee 25 Kenia, Malawi
Baumwolle 17 Mali, Benin

 

Die FAO (UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft) hat in ihrem Bericht "The State of Food Insecurity in the World 2002" darauf hingewiesen, dass im Kampf gegen den Hunger kaum Fortschritte erzielt werden. 2002 gab es 852 Millionen Unterernährte. Davon lebten 800 Millionen in Entwicklungsländern. In der Dritten Welt hat damit die Zahl der Unterernährten gegenüber der Periode 1997 bis 1999 um 18 Millionen zugenommen.

2009 zählte die FAO 1,023 Mrd. Menschen, die von Hunger und Unterernährung betroffen waren, 2010 ging die Zahl auf 925 Mio. zurück.
Mehr als 180 Staaten sind Mitglied der
FAO, aus ihren Beiträgen werden die FAO -Aktivitäten finanziert (2001: 650 Millionen $). Die Hauptbeitragszahler sind die USA (22 %), Japan (19 %) und Deutschland (10 %).
Die
FAO betont die Notwendigkeit den Kampf gegen den Hunger zu intensivieren. Am stärksten betroffen sind die Länder südlich der Sahara, wo 33 % der Bevölkerung unter Hunger leiden. Besonders hoch sind die Zahlen in Zentralafrika (50 %) und dem Kongo (55 %). Stark ist die Not auch in Nordkorea (34 % der Bevölkerung), Afghanistan (70 %) und Angola (50 %). Dies unterstreicht, dass Despotismus und kriegerische Konflikte zu den wichtigsten Ursachen von Armut und Hunger zählen.

 

 

Exportabhängigkeit  (in % der Gesamtausfuhren)

Hauptexport

Andere Ausfuhren

Kaffee
Burundi 70 Tee 8
Äthiopien 60 Gold 3
Uganda 56 Baumwolle  3
Ruanda 45 Tee 12
El Salvador 30
Madagaskar 22
Guatemala 19 Zucker 6
Honduras 19
Tansania 11 Baumwolle / Tee 10 / 2
Haiti 6
 
Baumwolle
Mali 46 Gold 21
Tschad 42
Burkina Faso 39 Gold 7
Benin 38
Usbekistan 38 Gold 19
Togo 20 Kaffee / Kakao 4 / 3
Sudan 18
Pakistan 16 Reis 5
Zentralafrika 12 Kaffee 9
Hauptexport   Andere Ausfuhren  
Kakao
Sao Tome 44
Elfenbeinküste 30 Kaffee / Baumwolle 8 / 3
 
Kupfer
Sambia 56 Kobalt 25
Chile 28 Fischmehl 3
Peru 15 Fischmehl 11
 
Gold
Ghana 31 Kakao 24
Guyana 16 Reis 12
 
Sojabohnen
Brasilien 9 Kaffee / Zucker 7 / 3
 
Jute
Bangladesh 8
Erdöl
Aserbeidschan 97    
Nigeria 100  (2003: 100 %; 2010: 76 %)

 

Was abstürzende Rohwarenpreise im Staatshaushalt eines Dritte-Welt-Landes anrichten können, kann man der oben stehenden Tabelle über die Exportabhängigkeit entnehmen. Gleiches gilt für die Einkommen der von der Landwirtschaft lebenden Bevölkerung.
Die Staatsverschuldung der Entwicklungsländer betrug im Jahr  2000 2.100 Milliarden $. Das Nationaleinkommen der meisten Entwicklungsländer ist nicht mehr groß genug, um wenigstens den Zinsendienst zu bedienen, an Tilgung ist überhaupt nicht zu denken.
Vom gesamten Welteinkommen entfallen auf das ärmste Fünftel gerade mal 1,3 %, auf das reichste 86 %.
Täglich sterben 25.000 Menschen den Hungertod, davon sind 75 Prozent Kinder
. Dabei werden weltweit genug Nahrungsmittel für alle produziert.
Einen guten Vergleich zwischen reichen und armen Staaten liefert das
Bruttoinlandsprodukt (BIP pro Kopf)
Die Reichtumstabelle bewertet die gesamten nationalen Ressourcen (Bildung, Regierungsführung, Bodenschätze, Energievorkommen, Tierbestände, ...) und teilt deren Wert durch die Einwohnerzahl (Reichtum pro Kopf) Quelle Weltbank
 
BIP pro Kopf  US-Dollar   Reichtum pro Kopf US-Dollar
 
Luxemburg 44.430   Schweiz 648.241
Schweiz 38.120   Dänemark 575.138
USA 34.260   Schweden 513.424
Japan 34.210   USA 512.612
Norwegen 33.650   Deutschland 496.447
Österreich 25.220   Japan 493.241
Deutschland 25.050   Österreich 493.080
Tschad 200   Mosambik 4.232
Niger 180   Guinea-Bissau 3.974
Eritrea 170   Nepal 3.802
Sierra Leone 130   Niger 3.695
Burundi 110   Burundi 2.859
Äthiopien, Kongo 100   Äthiopien 1.965

 

 

... mit ähnlicher Logik reagierte nun Moçambiques Regierungschef Carlos Agostinho do Rosário auf Kritik am Kauf von 18 Mercedes für umgerechnet fast vier Millionen Franken.
Er meinte, die Bürger sollten sich lieber darauf konzentrieren, selbst genug Geld zu verdienen, um sich derartige Autos leisten zu können.
... sein Land gehört zu den zehn ärmsten Ländern der Welt.

"AUFGEFALLEN" NZZ International 24. Juni 2017 S 2

 

 

Zur Verbesserung ihrer heiklen Lage müssen auch die Entwicklungsländer selber einen (politischen) Beitrag leisten. In vielen gibt es Krieg oder kriegsähnliche Zustände und Korruption in riesigem Ausmaß. Die NGO Transparency International (www.transparency.org) führt in ihrem jüngsten, 180 Länder umfassenden Korruptions-Index die korruptesten Staaten auf. Am schlechtesten schneiden die Entwicklungsländer ab.
Wo genommen wird, muss es auch Zahler geben. Obwohl es in 34 Exportstaaten verboten ist, Bestechungszahlun-gen zu leisten. Mit dem
Bribe Payers Index 2006 + 2008 liefert Transparency International (http://transparency.de) auch dazu Datenmaterial. Befragt wurden 11.000 Geschäftsleute in 125 Staaten.
Die Sicherheitsorgane dieser Staaten sind teilweise so schwach (oder korrumpiert) -
siehe auch Failed States Index -, dass sich die Bürger zum Schutz von Leib und Leben nicht mehr auf den Staat verlassen können. Diebe und Bandi-ten haben in vielen Gebieten frei Hand.
Ende 2008 beschränkte sich Transparency International nicht auf die Datenerfassung allein, sondern erstattete in Frankreich Anzeigen wegen Korruption gegen die Präsidenten:
Omar Bongo (Gabun), Denis Sassou Nguesso (Kongo-Brazzaville), Teodoro Obiang Nguema (Äquatorialguinea). Mit den unterschlagenen Geldern sollen sie Luxusimmobilien in Frankreich gekauft haben. Im Oktober 09, Bongo war mittlerweile verstorben, verbot ein Pariser Gericht Ermittlungen in dieser Sache.

In den folgenden Tabellen sind die Staaten gereiht nach der Bestechlichkeit des öffentlichen Sektors
(Korruptionsindex 2007 - 2015) bzw. die 28 wichtigsten Exportnationen, gereiht nach der Bereitschaft ihrer Unternehmen Schmiergeldzahlungen im Ausland zu leisten (Bestechungsindex - Bribe Payers Index 2006 + 2008 + 2011) - Schweizer bestechen am wenigsten - aufgelistet.
 

 

 

K-index 2008

K-index 2009

K-index 2010

K-index 2011

K-index 2012

K-index 2013

K-index 2014

K-index 2015

K-index 2016

1

Neuseeland, Sverige

1

Neuseeland

1

DK, NZL, Singapur 1 NZL 1 DK, NZL, Finnland 1 DK, NZL 1 DK, NZL 1 DK 1 DK, NZL
5 Finnland, Schweiz 3 Singapur, Schweden 4 Finnland, Schweden 2 DK, FIN 4 Schweden 3 Finnland, Schweden 3 Finnland 2 Finnland 3 Finnland
7 NL, Island 5 Schweiz 8 Schweiz, Australien 8 Schweiz, Australien 6 Schweiz 7 SCHWEIZ 5 CH; Norwegen 5 NL, Norge 4 Schweden
12 Ö, Hongkong 14 Deutschland, Irland 15 D, Österreich 14 D, Japan 13 Deutschland 12 DEUTSCHLAND, Island 12 D, Island 7 SCHWEIZ 5 SCHWEIZ
14 D, Norwegen 16 Österreich 20 GB 16 Ö, GB, Barbados 17 GB, Japan 14 GB 14 GB 10 DEUTSCHLAND, GB 10 DEUTSCHLD, GB, LUX
16 GB, Irland 19 USA 22 USA 24 USA 22 F, Bahamas, S.Lucia 22 F, Chile, Bahamas 17 USA, Irland 16 ÖSTERREICH, USA 17 ÖSTERREICH
18 USA, Belgien, Japan 24 Frankreich 25 Frankreich 25 Frankreich, Uruguay 25 Österreich, Irland 26 ÖSTERREICH, VAR 23 ÖSTERREICH 23 Estland, F, Chile, ... 22 Estland
55 Italien 61 Türkei, Kuba 56 Türkei, Namibia 61 Türkei, Kuba,  Lettl. 54 Tschech.R., Türkei 53 Türkei, Malaysia 26 F, Qatar, Estland 58 Griechenland 23 F
57 Griechenland 63 Italien, Saudi Arab. 67 Italien 69 Italien, Ghana, Maz. 62 Kroatien, Slowakei 57 Tschech.R., Kroatien 53 Tschechische R. 61 Italien 29 Polen, Portugal
85 Serbien, Indien, Alb. 71 Griech., Bulg, Rumä. 78 Griech, Peru, Serbie 80 Griech, Peru, Marok. 72 Italien, Bosnien H. 69 Italien, Rumänien, ... 64 Türkei 76 Brasilien, Indien 60 Kuba, Italien
134 Ukraine, Pakistan 111 Ägypt., Algerien 98 Ägypt., Mexiko 100 Argentinien, Mexiko, 94 Griechenland, Indien 80 Griechenland, China 69 GR. I, Rum., Bulga. 83 China 69 Griechenland
141 Kamerun, Iran, Jeme 146 Russland, Ukraine,... 146 Iran, Haiti, Burundi,. 134 Kamerun, Eritrea, 133 Iran, Russland, ... 127 Russland, Mali, ... 136 Russland, Iran, ... 119 Russland, Sierra Leon. 79 China, Indien, Brasil.
147 Russland, Kenia,... 168 Iran, Haiti, Burundi 154 Russland, Kenya, ... 143 Russland, Weißrussl. 144 Ukraine, Syrien, ... 144 Ukraine, Iran, Nigeria, . 142 Ukraine, Uganda 130 Iran, Ukraine, Nepal .. 131 Iran, Russland, ...
151

Weißrussland, Laos ..

176 Irak, Sudan 172 Usbekistan, Sudan,.. 152 Ukraine, Tadschik. 150 Eritrea, Paraguay, ... 157 Burundi, Simbabwe, ... 154 Tschad, Kongo 136 Nigeria, Tadschikist.. 136 Nigeria, Libanon,...
173

Tschad, Guinea, Sud

178 Myanmar 175 Irak 175 Haiti, Irak 163 Simbabwe, .. 160 Eritrea, Venezuela, ... 159 Burundi, Syrien 147 Kongo, Myanmar 159 Kongo, Haiti, Tschad
178

Myanmar, Irak

179 Afghanistan 176 Afghanist., Myanmar 180 Afghanist., Myanmar 165 Haiti, Tschad, ... 163 Haiti, Tschad, ... 161 Haiti, Venezuela, .. 158 Haiti, Venezuela 166 Venezuela, Irak
180

Somalia

180 Somalia 178 Somalia 182 Nordkorea, Somalia 174 Somalia, N. Korea, .. 175 Nordkorea, Somalia, ... 175 Somalia, N. Korea 167 Somalia, N. Korea 176 Somalia

 

 

BPIndex 2006

BPIndex 2008

BPIndex 2011

1

Schweiz 1 Belgien, Kanada

1

NL, CH  
2 Schweden 3 Niederlande, Schweiz 3 Belgien  
3 Australien 5 Deutschland, GB, J 4 Deutschland, Japan  
4 Österreich 8 Australien 6 Australien, Kanada  
5 Kanada 9 Frankreich, Singapur 8 Singapur, GB  
6 Großbritannien 9 USA 10 USA  
7 Deutschland 12 Spanien 11 F, Spanien  
8 Niederlande 13 Hongkong 13 Südkorea  
9 Belgien 14 RSA 14 Brasilien  
10 USA 14 S-Korea 15 Hongkong, I, RSA, ..  
11 Japan 14 Taiwan 19 Taiwan, Indien, Türkei  
12 Singapur 17 Brasilien 22 Saudi Arabien  
13 Spanien 17 Italien 23 Argentinien, VAR  
14 VAE 19 Indien 25 Indonesien  
15 Frankreich 20 Mexiko 25 Mexiko  
16 Portugal 21 China 27 China  
17 Mexiko 22 Russland 28 Russland  

 

 

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) veröffentlicht im Jahresabstand den Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index HDI). Als "Maß für das menschliche Wohlergehen" vereint er Werte wie Lebenserwartung, Alphabetisierungsrate, Einschulungsquote, BIP pro Kopf, ... .
 
2011 wurden 187 Staaten erfasst. http://undp.org
Die ersten Elf: Norwegen, Australien, Niederlande, USA, Neuseeland, Kanada, Irland, Liechtenstein, Deutschland, Schweden, Schweiz
Die letzten Zehn: Eritrea, Guinea, Zentralafr. Republik, Sierra Leone, Burkina Faso, Liberia, Tschad, Mocambique, Burundi, Niger, Kongo
EU-Staaten: Niederlande (3), Irland (7), D (9), Schweden (10), DK (15), Belgien (17), Ö (18), F (20), Finnland (21), Slowenien (21), Spanien (23), Italien (25), LUX (26), GB (26), Tschechien (28), Griechenland (29), Zypern (31), Malta (32), Estonia (33), Slowakei (35), Ungarn (38), Polen (39), Lithuania (40), Portugal (41), Latvia (43), Rumänien (50), Bulgarien (55).

 

2012 wurden 18 Staaten erfasst. http://undp.org/en/statistics/
Die ersten Elf: Norwegen, Australien, USA, Niederlande, Deutschland, Neuseeland, Irland, Schweden, Schweiz, Japan, Kanada
Die letzten Zehn: Sierra Leone, Burundi, Guinea, Zentralafrikanische Republik, Eritrea, Mali, Burkina Faso, Tschad, Mocambique, Demokratische Republik Kongo, Niger
EU-Staaten: Niederlande (4), D (5), Irland (7), Schweden (8), DK (16), Belgien (18), Ö (19), F (20), Slowenien (21), Finnland (22), Spanien (23), Italien (24), LUX (25), Tschechien (27), GB (28), Griechenland (29), Zypern (31), Malta (32), Estonia (33), Slowakei (35), Ungarn (37), Polen (39), Lithuania (41), Portugal (43), Latvia (44), Rumänien (56), Bulgarien (57).

 

2015 wurden 188 Staaten erfasst. http://hdr.undp.org/sites/default/files/hdr_2015_web.pdf
Die ersten Elf: Norwegen, Australien, Schweiz, Dänemark, Niederlande, Deutschland, Irland, USA, Kanada, Neuseeland, Schweden...
Die letzten Zehn: Guinea-Bissau, Mali, Mocambique, Sierra Leone, Guinea, Burkina Faso, Burundi, Tschad, Eritrea, Zentralafrikanische Republik, Niger.
EU-Staaten: Dänemark (4), Niederlande (5), D (6), Irland (6), Schweden (14), GB (14), Luxemburg (19), Belgien (21), F (22), Ö (23),   Finnland (24), Slowenien (25), Spanien (26), Italien (27), Tschechien (28), Griechenland (29), Estonia (30), Zypern (32),  Slowakei (35), Ungarn (37), Polen (36), Litauen (37), Malta (37), Portugal (43), Ungarn (44), Lettland (46), Kroatien (47), Rumänien (52), Bulgarien (59).

 

In Kriegsgebieten und bei Terroranschlägen sterben weltweit jährlich etwa 55.000 Menschen. Weit größer ist die Zahl der durch Gewaltverbrechen ums Leben Gekommenen: mehr als 470.000 Menschen werden jedes Jahr ermordet.
Je geringer der Entwicklungsgrad eines Staates, desto größer die Zahl der Mordopfer:

 

Mordopfer pro 100.000 Einwohner Quelle: GENEVA DECLARATION  Durchschnitt 2004 bis 2009

1. El Salvador 62 15. Swasiland 28 29. Afghanistan 19
2. Irak 60 16. Republik Kongo 28 30. Mosambik 18
3. Jamaika 58 17. Somalia 28 31. Guyana 18
4. Honduras 48 18. Brasilien 28 32. Guinea Bissau 18
5. Kolumbien 46 19. Malawi 27 33. Elfenbeinküste 17
6. Venezuela 45 20. Palästina 26 34. Äthiopien 17
7. Guatemala 43 21. Dominikanische Republik 25 35. Nordkorea 17
8. Südafrika 38 22. Namibia 24 36. Eritrea 16
9. Sri Lanka 37 23. Tschad 22 37. Tansania 15
10. Lesotho 33 24. Ecuador 21 38. Botswana 15
11. Zentralafrikan. Republik 33 25. Antillen 20 39. Russland 14
12. Sudan 32 26. Puerto Rico 19 ... DEUTSCHLAND 1,0
13. Belize 31 27. Äquatorial Guinea 19 ... ÖSTERREICH* 2,0
14. Demokr. Republik Kongo 31 28. Bahamas 19 ... SCHWEIZ** 3,4

Morde in D 2010: 814   **Polizeiliche Kriminalstatistik 2010: Morde in CH 2010: 240   *Sicherheitsbericht 2010: Morde in Ö: 162

 

 

"Der Missbrauch der politischen Macht für private Bereicherungen beraubt die Armen der Welt essentieller öffentlicher Dienste und schafft ein Niveau der Verzweiflung, welches zu Konflikten und Gewalt führt". (Peter Eigen, Vorsitzender von Transparency International)
In folgenden Tabelle sind jene Herren Präsidenten (in Klammer die Dauer ihrer Amtszeit) aufgelistet, welche die bisher höchsten Geldbeträge veruntreut haben:

 

Muammar Gaddafi Libyen (1969-2011) 30 - 80 Mrd. $
Hosni Mubarak*** Ägypten (1982-2011) 30 - 70 Mrd. $
Mohamed Suharto Indonesien (1967-1998) 15 - 35 Mrd. $
Ferdinand Marcos Philippinen (1972-1986) 5 - 10 Mrd. $
Mobutu Sese Seko Zaire (1965-1997) 5 - 10 Mrd. $
Alexander Lukaschenko Weißrussland (1994-dato) 4 - 12 Mrd. $
Ben Ali Tunesien (1987-2011) 3 - 5 Mrd. $
Sani Abacha** Nigeria (1993-1998) 2 - 5 Mrd. $
Gnassingbé Eyadéma Togo (1967-2005) 4 Mrd. $
Obiang Nguema Äquatorialguinea (1979 bis dato) 3 Mrd. $
Slobodan Milosevic* Serbien/Jugosl. (1989-2000) 1 Mrd. $
Jean-Claude Duvalier Haiti (1971-1986) 300 - 800 Mio. $
Alberto Fujimori Peru (1990-2000) 600 Mio. $
Pavlo Lasarenko (Premierminister) Ukraine (1996-1997) 114 - 200 Mio. $
Arnoldo Aleman Nicaragua (1997-2002) 100 Mio. $
Joseph Estrada Philippinen (1998-2001) 78 - 80 Mio. $
 
Quelle: Transparency International

 

* damit der Ex-Staatschef nicht in finanzielle Turbulenzen gerät, hat das serbische Parlament am 30. März 2004 ein Gesetz verabschiedet, dass ihm und anderen mutmaßlichen Kriegsverbrechern eine Gehaltsfortzahlung zusichert!

Wenn ein Staat veruntreute Gelder aufspürt, heißt das nicht, dass er sie auch wieder bekommt. Die Demokratische Republik Kongo (vormals ZAIRE) verlangte von der Schweiz die Rückerstattung von 7,7 Mio. Schweizer Franken, die Ex-Präsident MOBUTU auf einem Konto deponiert hatte. Mit dem Hinweis auf Verjährung der Forderung lehnten die Schweizer Gerichte die Rückerstattung ab. Der MOBUTU-Clan darf das Geld behalten. Rechtskräftiges Urteil des Bundesstrafgerichts vom 14. 7. 09

 
**
Abba Abacha, Sohn von Sani ABACHA, wurde am 20. Juni 2010 in Genf wegen Mitgliedschaft bei einer kriminellen Organisation und Geldwäscherei zu 24 Monaten bedingt verurteilt. Seine Guthaben in Luxemburg und auf den Bahamas, insgesamt 400 Mio. $, werden von Nigeria zurück gefordert. In der Schweiz deponierte 600 Mio. $ wurden schon früher an Nigeria überwiesen.

 

*** Schweizer Behörden haben rund 700 Millionen Franken auf Schweizer Bankkonten bis 2017 eingefroren, die dem Umfeld von MUBARAK zugeordnet werden.

 

**** Ebenfalls eingefroren wurden 60 Mio. Franken auf Konten des Tunesischen Ex-Präsidenten BEN ALI.
Am 19. 1. 11 beschloss der Bundesrat unter Anwendung seiner Notrechtskompetenz die Blockade von 54 Mio. CHF auf 48 Konten von Mitgliedern und Vertrauten des BEN ALI-Clans. Auf den Schweizer Konten  ist nur ein geringer Teil des Milliardenvermögens der Familie BEN ALI geparkt.

 

 

In funktionierenden Demokratien, selbst in sehr armen, gibt es keine Hungersnöte. Das liegt daran, dass autokratische Regierungen bei einer Hungersnot nichts zu befürchten haben. In einer Demokratie hingegen, würde auch die Regierung an einer Hungersnot leiden - nicht zuletzt mit Blick auf die möglichen Konsequenzen bei Wahlen.

AMARTYA SEN Wirtschaftsnobelpreisträger (Zitat aus NZZ International 17. 3. 2017  S 6)

 

 

Südsudan. Kaum gegründet (2011), schon ging´s los:
Im Mai 2012 schrieb Präsident Kiir einen Brief an 75 Politiker und Beamte seiner Administration. Darin beschuldigte er diese der Korruption. In Summe seien 4 Milliarden Dollar "verschwunden". In dem Schreiben bittet er seine Parteifreunde, die geraubten Gelder unter Wahrung ihrer Anonymität "ganz oder teilweise" auf ein im Ausland eröffnetes Konto einzuzahlen. NZZ 31. 7. 2012 S 2

 

Jährlich erstellt der Fund for Peace eine Staaten-Rangliste - den Failed States Index -, welche die untersuchten Staaten nach ihrer Stabilität ordnet. Je mehr Punkte ein Staat erhält, desto weniger Sicherheit kann er seinen Bürgern bieten, desto näher ist er dem Zerfall. Die Rangordnung deckt sich weitgehend mit jener des Korruptions-Index. Die 30 vom Staatszerfall am stärksten bedrohten Staaten 2012:  Quelle: www.fundforpeace.org

 
1 Somalia 114,9   16 Guinea Bissau 99,2
2 Rep. Congo 111,2   17 Kenya 98,4
3 Sudan 109,4   18 Äthiopien 97,9
4 Süd-Sudan 108,4   19 Burundi 98,3
5 Tschad 107,6   20 Niger 96,9
6 Simbabwe 106,3   21 Uganda 96,5
7 Afghanistan 106,0   22 Myanmar 96,2
8 Haiti 104,9   23 Nordkorea 95,5
9 Jemen 104,8   24 Eritrea 94,5
10 Irak 104,3   25 Syrien 94,5
11 Zentralafrik. R. 102,5   26 Liberia 93,3
12 Elfenbeinkü. 103,6   27 Kamerun 93,1
13 Guinea 101,9   28 Nepal 93,0
14 Pakistan 101,6   29 Timor 92,7
15 Nigeria 101,1   30

Bangladesh

92,2

 

 

Afrikanische Staatsführer, die ihre Sache gut machen, können auf den Preis der Mo-Ibrahim-Foundation hoffen. Wer in der Wertung des jährlich erstellten Mo-Ibrahim-Index an der Spitze liegt, erhält 5 Mio. Dollar, auf zehn Jahre verteilt und danach bis zum Lebensende 200.000 Dollar pro Jahr.
Stifter ist der sudanesisch-britische Mobilfunk-Milliardär Mo Ibrahim. Nur demokratisch gewählte, subsaharische  Staatschefs, die sich durch eine gute Amtsführung auszeichnen und bei Amtsende ihre Funktion gemäß der Verfassung abgeben, kommen als Preisträger infrage.
Werden die Kriterien nicht erfüllt, wird der Preis nicht vergeben. Seit 2007 ist der Preis erst vier Mal vergeben worden. Zuletzt 2014 an den namibischen Ex-Präsidenten POHAMBA. Stand 2017
Gesamt 86 Kriterien in den Kategorien "Sicherheit und Rechtsstaat", "Bürger- und Menschenrechte", "Verwaltung und Sozialleistungen" werden gemessen.

 

IBRAHIM INDEX COUNTRY RANKINGS

2011 Punkte 2015 Punkte
1 Mauritius 82 1 Mauritius 80
2 Cape Verde 79 2 Botswana 74
3 Botswana 76 3 Cape Verde 73
4 Seychellen 73 4 Seychellen 73
5 Südafrika 71 5 Namibia 70
53 Somalia 8 54 Somalia 11

 

"Afrikas Problem sind die Regierungen. Unter den über 200 afrikanischen Staatsoberhäuptern finden sich kaum 15, die ihre Arbeit gut gemacht haben. Die große Mehrheit der afrikanischen Führer hat versagt."

George AYITTEY, ghanesischer Ökonom, in einer Rede 2007

 

"...Hilfswerke gehen davon aus, dass sich die Situation im Südsudan bis zur Jahresmitte weiter zuspitzen wird. Die nächste Ernte steht im Oktober an. Vieles hängt indes auch vom Verhalten der Regierung um Präsident Kiir ab. Ihr wird immer wieder vorgeworfen, die internationale Hilfe für das eigene Volk zu erschweren. Unlängst kündigte ein Regierungssprecher an, die Gebühr für Arbeitsgenehmigungen ausländischer Helfer von 100 auf 10.000 Dollar zu erhöhen, was von verschiedenen Hilfsorganisationen scharf kritisiert wird. ..."

NZZ Internationale Ausgabe; Mo. 13. März 2017 S 2

 

 

 

Die FAO meldet einen Anstieg der Zahl unterernährter Menschen von 848 Mio. (2005) auf >1 Mrd. (2009).
 

Die Regionen sind unterschiedlich stark betroffen

  • Asien + Pazifik 642 Mio.

  • Schwarzafrika 265 Mio.

  • Lateinamerika + Karibik 53 Mio.

  • Naher Osten + Nordafrika 42 Mio.

  • Industriestaaten 15 Mio.


Der
Welthungerindex (WHI) wird alljährlich vom International Food Policy Research Institute (IFPRI) erstellt. Er liegt zwischen 0 (kein Hunger) und 100 (katastrophale Lage). Berücksichtigt werden drei Indikatoren:

 

Anteil der Unterernährten an der Gesamtbevölkerung eines Landes

Anteil der Kinder <5 Jahren mit Untergewicht

Sterblichkeitsrate von Kindern <5 Jahren

 

Die Daten von 122 Staaten lagen vor. Zwischen 0 (kein Hunger) und 100 (katastrophale Lage) gibt es Abstufungen:
Werte von 10 bis 19,9 werden als "ernst", von 20 bis 29,9 als "sehr ernst", darüber als "gravierend" bezeichnet.
 

Die Gruppe >30 beinhaltet ausschließlich afrikanische Staaten Tschad, Eritrea, Burundi, Demokrat. Republik Kongo

In der Gruppe 20 - 30 sind neben Pakistan (Atommacht), Indien (Atommacht), Bangladesh, Ost-Timor, Jemen, Haiti noch weitere 15 afrikanische Staaten vertreten. siehe Tabelle unten:  WELTHUNGERINDEX 2011
Andauernde, langjährige Konflikte verhindern die Datenerfassung in Afghanistan, Irak, Papua-Neuguinea, Somalia.

 

Angola 24,2   Mosambik 22,7
Äthiopien 28,7   Niger 23,0
Bangladesh 24,5   Nordkorea 19,0
Burundi 37,9   Ost-Timor 27,1
Dschibuti 22,5   Pakistan 20,7
Eritrea 33,9   Ruanda 21,0
Haiti 28,2   Sambia 24,0
Indien 23,7   Sierra Leone 25,2
Jemen 25,4   Sudan 21,5
Komoren 26,2   Tansania 20,5
Dem. Rep. Kongo 39,0   Togo 20,1
Laos 20,2   Tschad 30,6
Liberia 21,5   Zentralafrik. Republik 27,0
Madagaskar 22,5      

 

 

In Nordkorea bestellen die Bauern ihre Felder ohne maschinelle Hilfe. Mit bloßen Händen und einfachsten Werkzeu-gen. Die Erträge reichen für einige hundert Gramm Reis am Tag , ergänzt von ausgegrabenen Wurzeln und etwas Kohl.
Die Fabriken sind stillgelegt, weil es an Energie, Rohstoffen und Transportmitteln fehlt. Seit sechs Jahren herrscht Hungersnot. Ergebnis stalinistischer Misswirtschaft, 50jähriger Diktatur. Die Säuglingssterblichkeit beträgt 4 %.
Die Lebenserwartung ist um 20 Jahre geringer als bei den Nachbarn China und Südkorea. Große Teile der Bevölkerung leiden an Unterernährung.
Trotzdem leistet sich Nordkorea die drittstärkste Armee der Welt - mit 1,2 Mio. Soldaten - und gibt dafür pro Jahr mehr als 5 Mrd. $ - ein Drittel des Bruttoinlandsprodukts - aus.

 

Im Gebiet von Äquatorialguinea, einem Kleinstaat mit einer Fläche von 28.000 Quadratkilometern, wurde vor zehn Jahren Erdölvorkommen entdeckt. Tagesförderung 450.000 Barrel.
Der daraus resultierende plötzliche Geldfluss wird an der Bevölkerung vorbei geleitet. In die Taschen einer 20.000 Personen zählenden Gruppe, Günstlingen des Präsidenten und seiner Funktionäre.
Die Ergebnisse der Volkszählung (2001) wurden gefälscht, um das Pro-Kopf-Einkommen trotz der Erdöleinnahmen künstlich tief zu halten, damit weiterhin Entwicklungshilfegelder beansprucht werden können.
Es gibt kein staatliches Gesundheitswesen, in den Spitälern gibt es weder Medikamente noch Spritzen. Laut Berichten der
UNO breitet sich AIDS schnell aus, offiziell jedoch gibt es diese Krankheit in Äquatorialguinea gar nicht.
Straßen und Trinkwasserleitungen
, noch aus der Zeit der spanischen Kolonialherrschaft, sind im letzten Stadium des Verfalls.
Die Bevölkerung lebt von einfachster Landwirtschaft, Jagen und Sammeln.

 

Nigeria exportiert seit 50 Jahren Erdöl, ist OPEC-Mitglied und liegt auf Platz 12 der Weltrangliste der Erdölproduzenten. Derzeit fördern die Ölgesellschaften 2,1 Millionen Fass pro Tag. Das bringt dem Staat tägliche Einnahmen von 65 Mio. $. Seit Beginn der Erdölexporte kassierte der Staat 300 Milliarden Dollar! Die große Mehrheit der Bürger lebt in tiefer Armut: das tägliche Einkommen pro Kopf beträgt weniger als einen Dollar. Benzin muss importiert werden, weil die vier staatseigenen Raffinerien meistens kaputt sind.

 

In Simbabwe wurden entgegen den proklamierten Zielen der Landreform Ministern, hohen Beamten und deren Angehörigen und Freunden riesige Güter überschrieben. Diese Günstlingswirtschaft führte zu einem starken Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion. Statt der für die Versorgung des Landes notwendigen 1,8 Millionen Tonnen Mais wurden 2003 nur noch 0,7 Millionen produziert. Der für die Beschaffung von Devisen wichtige kommerzielle Anbau von Tabak ging innerhalb von drei Jahren von 360.000 Tonnen auf 20.000 Tonnen zurück.

 

In Äthiopien waren die ausländischen Getreidelieferungen im Jahr 2003 so hoch, dass der Bedarf des Landes zu 103 % gedeckt wurde. Zudem gab es im Dezember 2003 eine Rekordernte mit einem Getreideüberschuss von 1,1 Mio. Tonnen! Trotz der gewaltigen Ernte bat Äthiopien das Ausland um Nahrungsmittelhilfe für 7,2 Mio.  Menschen!

 

80 % der Deviseneinnahmen Sambias entfallen auf den Export von Kupfer (siebtgrößter Produzent der Welt) und Kobalt (2. der Weltrangliste). BIP pro Kopf: 1.150 $. 2/3 der 12 Mio. Einwohner leben in Armut. 4/2010

 

 

Der Traum eines indischen Bauern ist es, als europäische Kuh wiedergeboren zu werden

Zitat eines indischen Bauernvertreters im Hinblick auf die üppigen EU-Subventionen.
Aus "So wird Hunger gemacht" von Petra Ramsauer, Verlag Ueberreuter

 

 

 

EU-ENTWICKLUNGSHILFE

 

Die EU will ihre Entwicklungshilfezahlungen aufstocken. Im Mai 2005 beschloss der Ministerrat, dass die Zahlungen der 15 alten Mitgliedstaaten bis 2015 schrittweise auf 0,7 Prozent des BIP (UN-Zielvorgabe) und die der 10 neuen Mitglieder auf 0,33 Prozent des BIP gesteigert werden. Die 0,7 Prozent-Marke übertreffen fünf EU-Staaten - siehe Tabelle oben -  schon jetzt.
2006 sollte der Durchschnittswert aller 25 EU-Staaten 0,39 Prozent erreichen und hat diese Vorgabe mit 0,43 Prozent mehr als erfüllt.
2009 haben die 27-EU-Staaten Entwicklungshilfezahlungen im Gesamtwert von 50,4 Mrd. € geleistet.
Zusätzlich flossen vom Europäischen Entwicklungsfond im Budgetzeitraum 2008 bis 2013 für Hilfsprogramme in afrikanischen, lateinamerikanischen und asiatischen Ländern 22,7 Mrd. Euro je zur Hälfte direkt an die Regierungen bzw. für spezielle Projekte.
Die EU-Kommission und die EU-Mitgliedstaaten sind 2010 mit  53,8 Mrd. Euro für weltweit mehr als die Hälfte der öffentlichen Entwicklungshilfe aufgekommen.
Die Zahlung von EU-Entwicklungshilfegeldern an China, Indien und Brasilien will die EU ab 2014 einstellen. Quelle: EU-Kommission 10/2011
2011 haben die EU und ihre Mitgliedsländer insgesamt  53,1 Mrd. €  weltweit die höchsten Zahlungen an Entwicklungshilfegelder geleistet. Das entspricht 0,42 % ihres BIP. Quelle: EU-Kommission Mai 2012

Die EU hat im Jahr 2013 insgesamt 56,2 Mrd. Euro an Entwicklungshilfe geleistet. Die Mittel stammten aus dem EU-Haushalt und den Haushalten der EU-Länder.

Die EU hat im Jahr 2014 aus dem EU-Budget 2014 ~15 Mrd. Euro überwiesen. Größte Empfänger waren

 

 

Staat Betrag
MAROKKO 664.182.992
NIGERIA 654.344.788
BURKINA FASO 537.723.793
ÄGYPTEN 459.441.877
GHANA 427.826.731
MALI 386.641.164
UGANDA 323.500.000
TSCHAD 288.978.807
TUNESIEN 280.916.651
SUDAN 268.716.075
UKRAINE 612.000.000

 

Entwicklungshilfe
 

Nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) haben im Vorjahr die Beiträge zur Entwicklungshilfe weltweit um 0,7 % zugenommen.
Die fünf größten Geberländer in absoluten Beträgen sind die
USA, Japan, Deutschland, Frankreich und Großbritannien, die gemeinsam mit ~74 Mrd. $ fast zwei Drittel der gesamten öffentlichen Hilfe beisteuern.
Allerdings gehört keines dieser Länder zur Gruppe der Staaten mit den höchsten Anteilen der Entwicklungshilfe am Bruttosozialprodukt
(BSP).
Das Wunschziel der
UNO ist ein Betrag in der Höhe von 0,7 % des BSP. Diese Vorgabe wird nur von Dänemark (0,84 %), Norwegen (0,93 %), Schweden (0,99 %), Luxemburg (1,00 %) und den Niederlanden (0,71 %) übertroffen.

 

Mehrere Industriestaaten rechnen ihre Ausgaben, die sie für Flüchtlinge im Inland tragen, in ihre Entwicklungshilfe ein. Die Beträge bewegen sich zwischen 3.000 und 30.000 Euro. Finnland, Schweden, GB, Norwegen gehen so vor. Z. B. rechnet Schweden mit bis zu 15.000 Euro pro Flüchtling. Deutschland meldet Ausgaben von 9.000 Euro pro Flüchtling (2014), verringerte bisher seine Entwicklungshilfezahlungen jedoch nicht um diesen Betrag. Aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen im Jahr 2015 wird sich das vermutlich ändern. Quelle Handelsblatt 22. 3. 2016 S 8
 

Die 24 Mitgliedsstaaten des DAC (Entwicklungshilfeausschuss der OECD) leisteten Zahlungen in der Höhe von:
2011: 133,7 Mrd. $    2012: 125,7 Mrd. $    2013: 134,8 Mrd. $    2014:  135,1 Mrd. $    2015: 
April 2016
Siehe Aufstellung unten - Angaben in Mio. $ Quelle OECD - Veröffentlicht im April des Folgejahres   www.oecd.org

 

      2005 % BSP 2006 % BSP 2007 % BSP 2008 % BSP 2009 % BSP 2010 % BSP 2011 % BSP 2012 % BSP 2013 % BSP 2014 % BSP
Dänemark 2.107 0,81 2.234 0,80 2.563 0,81 2.800 0,82 2.810 0,88 2.867

0,90

2.981 0,86 2.720 0,84 2.928 0,85 2.996 0,85
Norwegen 2.775 0,93 2.946 0,89 3.727 0,95 3.967 0,88 4.086 1,06 4.582 1,10 4.936 1,00 4.750 0,93 5.581 1,07 5.024 0,99
Niederlande 5.131 0,82 5.452 0,81 6.215 0,81 6.993 0,80 6.425 0,82 6.351 0,81 6.324 0,75 5.520 0,71 5.435 0,67 5.572 0,64
Schweden 3.280 0,92 3.967 1,03 4.334 0,93 4.730 0,98 4.546 1,12 4.527 0,97 5.606 1,02 5.240 0,99 5.831 1,02 6.223 1,10
Schweiz 1.771 0,44 1.647 0,39 1.680 0,37 2.016 0,41 2.305 0,47 2.295 0,41 3.086 0,46 3.020 0,45 3.198 0,47 3.548 0,49
Frankreich 10.059 0,47 10.448 0,47 9.940 0,39 10.957 0,39 12.431 0,46 12.916 0,50 12.994 0,46 12.000 0,45 11.376 0,41 10.371 0,36
Großbritannien 10.754 0,48 12.607 0,52 9.921 0,36 11.409 0,43 11.505 0,52 13.763 0,56 13.739 0,56 13.660 0,56 17.881 0,72 19.387 0,71
Kanada 3.731 0,34 3.713 0,30 3.922 0,28 4.725 0,32 4.013 0,30 5.132 0,33 5.291 0,31 5.680 0,32 4.911 0,27 4.196 0,24
Deutschland 9.915 0,35 10.351 0,36 12.267 0,37 13.910 0,38 11.982 0,35 12.723 0,38 14.533 0,40 13.110 0,38 14.059 0,38 16.249 0,41
Australien 1.666 0,25 2.128 0,30 2.471 0,30 3.166 0,34 2.761 0,29 3.849 0,32 4.799 0,35 5.440 0,36 4.851 0,34 4.203 0,27
Spanien 3.123 0,29 3.801 0,32 5.744 0,41 6.690 0,43 6.571 0,46 5.917 0,43 4.264 0,29 1.950 0,15 2.199 0,16 1.893 0,14
Österreich 1.552 0,52 1.513 0,48 1.798 0,49 1.681 0,42 1.146 0,30 1.199 0,32 1.107 0,27 1.110 0,28 1.172 0,27 1.144 0,26
Japan 13.101 0,28 11.608 0,25 7.691 0,17 9.362 0,18 9.480 0,18 11.045 0,20 10.604 0,18 10.490 0,17 11.786 0,23 9.188 0,19
USA 27.457 0,22 22.739 0,17 21.753 0,16 26.008 0,18 28.665 0,20 30.154 0,21 30.745 0,20 30.460 0,19 31.545 0,19 32.729 0,19
Italien 5.053 0,29 3.672 0,20 3.929 0,19 4.444 0,20 3.314 0,16 3.111 0,15 4.241 0,19 2.640 0,13 3.253 0,16 3.342 0,16

 

 

Obwohl der Erfolg von Entwicklungsgeldern mehr als fraglich ist, fordern Showgrößen in Glamour-Aid-Konzerten unbeirrbar mehr vom selben.

Gunther Neumann, WZ 26. Mai 2012

 

 

Eine Milliarde Afrikaner will nicht für Entertainment verwendet werden.
Wir wollen zur globalen Wirtschaft gehören.

Zitat Dambisa Moyo, WZ 26. Mai 2012

 

Zusätzlich zu  den o. a. Zahlungen erließen die Geberländer den Entwicklungshilfeempfängern 2006 noch Schulden in der Höhe von 20 Milliarden $.

Die SCHWEIZ will die Effizienz ihrer Entwicklungshilfe steigern, in dem sie bis 2010 die Zahl der Schwerpunktländer von 17 auf 14 verringert. Künftig sollen zwei Drittel der Gelder in sieben afrikanische, vier asiatische und drei lateinamerikanische Staaten fließen.

DEUTSCHLAND leistete 2008 für 5,1 Mrd. Euro Entwicklungshilfe. Gegenüber 2007 eine Steigerung von 14,3 %. Jeweils die Hälfte davon ging an bilaterale Projekte bzw. an internationale Organisationen (UNO, Weltbank, Europäischer Entwicklungsfond, ...). Auch Indien und - bis 2008 - China (erhielt 2007 67,5 Mio. €) waren auf der Empfängerliste.

 

Endlich fasste einmal ein Geberstaat den Mut und stellte die Sinnhaftigkeit seiner finanziellen Zuwendungen an die Entwicklungsländer zur Diskussion. Mit SCHWEDEN tat dies noch dazu der - gemessen an seiner Wirtschaftsleitung - weltweit größte Geldgeber.
Die Ministerin für Entwicklungszusammenarbeit, Gunilla Carlsson, prangerte die Verlust unzähliger Millionen an Hilfsgeldern durch die in den Empfängerstaaten herrschende Korruption an. Sie verlangte Nulltoleranz gegenüber korrupten Empfängern und warf auch die Frage auf, ob die Hilfszahlungen vielleicht sogar Teil des Korruptionsproblems seien. (28. 08. 2009)

 

Ein Hauptgrund für die zunehmende Korruptionswelle ist die ausländische Hilfe. Die Hilfe erreicht die Armen nur selten und ist selten kosteneffizient. Wirtschaftsprofessor Wolfgang Kasper, Center for Independent Studies Australien NZZ 18. 8. 10

 

Die armen, einfachen Menschen lernen sehr schnell. Wenn sie sehen, dass eine Schwemme von Geld ins Land kommt, werden sie nicht mehr aktiv. Marcel Wagner, Geschäftsleiter Hilfsorganisation ADRA; Presse, 29. 8. 2010

 

Im Rahmen einer Zusammenarbeit des Welternährungsprogramm (WFP) mit somalischen Warlords beim Transport von Lebensmitteln wurden 2009 etwa die Hälfte der Hilfsgüter im Wert von 200 Mi. $ von den Soldaten abgezweigt, und von diesen auf lokalen Märkten verkauft. Handelsblatt 1. Aug. 11

 

Mit ein Grund für die große Hungersnot am Horn von Afrika in den achtziger Jahren war die Überbevölkerung. Als 2011 die selben Gebieten erneut von einer Hungersnot betroffen waren, hatte sich die Einwohnerzahl - verglichen mit 1990 - in Kenia und Äthiopien fast verdoppelt (in Kenia auf 40 Millionen, in Äthiopien auf 90 Millionen), in Somalia betrug das Bevölkerungsplus knapp 1/3. Handelsblatt 1. Aug. 11

 

 

Entwicklungshilfe: Betäubungsmittel gegen Eigeninitiative

Aus: Schöner Denken - Wie man politisch unkorrekt ist (Piper-Verlag)

 

 

Der PARISER KLUB, ein informeller Zusammenschluss der 19 Entwicklungshilfe-Geberländer, veröffentlichte erstmals eine Aufstellung seiner größten Schuldner: in Mio. €  (27. 11. 2008)
 
Empfängerstaat

offizielle
Entwicklungshilfe

nichtoffizielle
Entwicklungshilfe

Gesamt

Ägypten 11.229 7.533 18.762
Algerien 1.569 5.052 6.621
Argentinien 957 5.515 6.472
China 22.444 4.807 27.251
Elfenbeinküste 3.551 3.123 6.673
Indien 15.425 3.560 18.985
Indonesien 26.599 9.601 36.200
Irak 335 16.446 16.781
Kongo-Kinshasa 2.223 3.858 6.081
Kuba 270 29.422 29.692
Nordkorea 142 9.403 9.544
Pakistan 9.331 3.628 12.959
Philippinen 10.532 2.191 12.723
Thailand 5.416 271 5.687
Türkei 4.015 1.763 5.779
Vietnam 7.092 1.064 8.156
GESAMT 172.478 157.685 330.163

 

 

Entwicklungshilfe ist die Umverteilung des Geldes der Armen aus den reichen Ländern an die Reichen der armen Länder.

Peter Bauer, Ökonom

 

 

... Zwar sind  seit 1960 fast 5.000 Milliarden an öffentlicher Entwicklungshilfe in alle möglichen Weltregionen geflossen. Bis heute gibt es aber keinen robusten wissenschaftlichen Beleg dafür, dass mit diesem Geld ein nachhaltiges Wachstum in Gang gesetzt wurde....

 

... Ganz anders das Bild in Afrika, wo man weit stärker am Tropf der internationalen Entwicklungshilfe hängt, jedoch - oder deshalb? - weit geringere Fortschritte macht beim Kampf gegen die Armut.
Die divergente Entwicklung Asiens und Afrikas legt den Verdacht nahe, dass Entwicklungshilfe oft nicht nur fruchtlos, sondern gar schädlich ist. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn die vermeintliche Hilfe zu Fehlanreizen, Marktverzerrungen oder zur Festigung ineffizienter Strukturen im Empfängerland führt. Wer mag beispielsweise noch Kleider herstellen, wenn der lokale Bedarf seit Jahren durch Altkleidersammlungen aus dem Ausland gedeckt wird.

 

Vor allem aber entlässt Entwicklungshilfe die politische Führung aus der Pflicht, für zentrale staatliche Aufgaben - etwa Steuern eintreiben, ein Gesundheitssystem aufbauen oder Schulen unterhalten - selber aufzukommen. Das mindert den öffentliche Druck auf die Politik und stabilisiert die herrschende Elite.

Entwicklungsökonom Angus Deaton (Wirtschaftsnobelpreis 2015):
Wenn in einigen Ländern Afrikas zum Teil schon über die Hälfte der Staatsausgaben durch ausländische Spenden finanziert werden, fühle sich die Regierung gegenüber ihren Bürgern, die ja nur marginal mit Steuern zur Erfüllung der Staatsaufgaben beitrügen, zu keinerlei Rechenschaft verpflichtet.

 Thomas Fuster in der NZZ vom 23. 1. 2016 S 17

 

 

 

Entwicklungshilfe schadet den Menschen?
 
Ja, sehr oft. Zu sagen, die Moral verlange nach Entwicklungshilfe, ist albern.
Wenn Geld von außen in korrupte Regierungen fließt, schafft dies Diktaturen wie jene von Robert Mugabe oder Paul Kagame, die ohne solche Hilfe nicht existieren würden. Wenn diese Führer dann ihr Land plündern oder ihre Kritiker umbringen, tragen wir dafür eine Mitverantwortung.
Zu sagen, man müsse doch irgend etwas tun, ist ein Argument, das ich wirklich hasse. Wer so argumentiert, tut dies für sich selbst, nicht für die Armen. Das ist nichts anderes als Kolonialismus. In kolonialistischen Zeiten beuteten die europäischen Mächte Afrika auch für ihren eigenen Gewinn aus, wobei sie scheinheilig vorgaben, Religion und Erlösung zu de arme Nichtgläubigen zu bringen. Heute geschieht dasselbe: Wir sorgen dafür, dass wir uns besser fühlen, argumentieren scheinheilig und schaden den Menschen, denen wir angeblich helfen. Ich sehe da keinen Unterschied.

 Angus Deaton, Alfred-Nobel-Gedächtnispreis 2015 für Wirtschaftswissenschaften
in der NZZ Internationale Ausgabe vom 17. 6. 2016
S 11

 

 

Indien ist das klassische Land der Armut. 300 Millionen Menschen - ein Viertel aller Armen der Welt - sind indische Bürger. Das Einkommen dieser Bevölkerungsgruppe (30 % der Gesamtbevölkerung Indiens) ist so gering, dass sie sich nicht selbst voll ernähren können.
Ein Sechstel der Weltbevölkerung entfällt auf Indien, der Anteil des Landes an den Analphabeten dieser Welt beträgt überproportionale 25 %.
In Indien gilt statistisch gesehen als arm, wer unter die BPL ("Below the poverty line") fällt. Gemeint sind dabei Personen und Familien, deren Verdienst es nicht erlaubt, so viel auszugeben, um täglich 2.400 kcal (in Städten 2.100 kcal) aufzunehmen. Ein Mensch kann auch mit 1.800 kcal überleben, doch ist er dann nicht im Vollbesitz seiner körperlichen und geistigen Kräfte.
Die NSSO (National Sample Survey Organisation) ist eine Einrichtung der indischen Regierung mit der Aufgabe Armutstrends zu messen. Sie führt jährlich Umfragen bei 250.000 Personen zu Konsum und Beschäftigung durch. Die Befragten berichten, wie viel sie in den letzten 7, 30 und 365 Tagen für welche Güter ausgegeben haben. Auf Grund des Einkommens und der Ausgaben wird errechnet, wie viel ihnen für die Befriedigung der Grundbedürfnisse zur Verfügung stand. Für die Kategorie Nahrungsmittel wird dann ermittelt, wie groß die aufgenommene Kalorienmenge war.
  
Im September 2011 erklärte die Planungskommission der Regierung, dass ein Einkommen von 25 Indischen Rupien
(1 € = 66,30 INR Kurs 9/2011) pro Person und Tag in ländlichen Gegenden angemessen sei. In Großstädten wurden 32 Rupien pro Tag für ausreichend erklärt. Familien, die unterhalb der Armutsgrenze leben haben Anspruch auf eine Reihe staatlicher Subventionen. Indiens Regierung schätzt, dass 37 % der 1,2 Milliarden Inder unter der Armutsgrenze leben. Stand: 9/2011

 

In Ägypten leben 48 % der 75 Millionen Einwohner unter der Armutsgrenze,  in Tansania 90 %, in Burundi 85 %.

Arm ist nicht gleich arm. Wer in Europa arm ist, ist es nach anderen Maßstäben als in der Dritten Welt.
Die Weltbank definiert Armut so: Arm ist, wer pro Tag weniger als 1,25 Dollar zum Leben hat. Das waren nach Angaben der Weltbank (World Development Indicators 2009) im Jahr 2005 1.375 Mio. Menschen!
1990 waren 43 % der Bevölkerung in Entwicklungsländern von Armut betroffen, bis 2010 war die Zahl der Armen auf 20 % Prozent gesunken. Ein Wert, den man für 2015 angepeilt hatte. (Weltbankmitteilung März 2012)
In den afrikanischen Staaten südlich der Sahara müssen rund 300 Millionen von weniger als einem Dollar täglich leben.
 
Europäische Unions-Kühe fallen nicht in diese Armutskategorie, sie werden pro Jahr mit 800 Euro subventioniert, also mehr als zwei Dollar pro Tag!

Den Richtlinien der
EU nach gelten Personen als arm, wenn sie eines der folgenden Kriterien erfüllen:

• Einkommensbezug von weniger als 60 % des durchschnittlichen Einkommens

• In einem Haushalt leben, der weniger als 20 % der maximal möglichen Erwerbsbeteiligung aufweist

• Nach eigener Einschätzung vier von neuen Kriterien nicht erfüllen, die auf erhebliche materielle Sorgen schließen lassen: Keine Urlaubsreise, kein Auto, Probleme mit der Bezahlung von Miete und Nebenkosten, ...

 

In ÖSTERREICH ist die Armutsgrenze mit monatlich

1.161,- € netto festgelegt. (1/17) Bei Ehepaaren mit 1.745 €. Pro Kind im Haushalt + 350,- . Stand 2015 "Armutsgefährdungsschwelle in Ö" , Statistik Austria; Erstellt 14. 4. 2016
Die Mindestsicherung beträgt im Jahr 2015 maximal 828 € netto pro Monat für Alleinstehende, 1.242 € für Ehepaare. Je nach Bundesland gibt es für Kinder unterschiedlich hohe Zahlungen, mindestens aber 149 € pro Monat (Wien: 223 €).
Die Mindestpension erhalten Personen, die keine oder eine niedrige Eigenpension beziehen. Alleinstehende erhalten im Jahr 2015 maximal 872,31 € brutto / 14 x pro Jahr, Ehepaare 1.307,80 €.
 
DEUTSCHLAND zieht die Armutsgrenze bei monatlich
892,- € netto. Stand 2015
Das monatliche Durchschnittseinkommen der Armutsgefährdeten lag 2015 bei 719 Euro. und damit fast 30 % unter der offiziellen Armutsschwelle von 1.033
,- €. Eurostat 2016

 

In der SCHWEIZ galten 2010 rund 120.000 Erwerbstätige als arm. Die Armutsgrenze lag bei 2.250 Franken/p. M. für eine Einzelperson, bzw. rund 4.000 Franken/p. M. für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren. Bundesamt f. Statistik (BfS) "Armut in der Schweiz" Veröffentlicht 2012
 

In GRIECHENLAND gilt liegt der Grenzwert für Armutsgefährdung bei einem Einkommen von 6.591 € pro Person und Jahr, TSCHECHIEN 4.471 €, SPANIEN 7.509 €, ITALIEN 9.583 €, GROSSBRITANNIEN 10.283 €, FRANKREICH 11.997 €, LUXEMBURG 19.523 €. Quelle: Destatis Stand: 2010


In den USA ist eine vierköpfige Familie arm, sobald sie weniger als 21.756 Dollar im Jahr zur Verfügung hat; das sind ca. 15 Dollar pro Kopf und Tag. Ein Erwachsener liegt unter der Armutsgrenze, wenn sein Jahreseinkommen unter 10.956,- $ liegt.  Stand 2010
Der Grenzsatz wurde erstmals 1965 festgelegt, er wird jährlich der Inflation angepasst.

Was vielen nicht gelingt: 13,5 % der US-Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze.
42,4 Mio. Amerikaner erhielten für den Kauf von Lebensmitteln staatliche Geldzuwendungen "food stamps".
08/2010
Ein vierköpfige Familie hat Anspruch auf Lebensmittelhilfe, wenn ihr Einkommen unter 28.668,- Dollar pro Jahr liegt. Die Zuwendungen können bis zu 668,- $ / Monat betragen.
70 % der männlichen und 75 % der weiblichen Bezieher von Lebensmittelhilfe sind übergewichtig.
In New York bekamen 2010 1,7 Mio. Einwohner (von gesamt 8 Mio.) staatliche Lebensmittelhilfe.
 

Der Ethnologe Nigel Barley formuliert es für die Gruppe der Industrieländer so: Die heutigen Armen verfügen zwar über Waschmaschine und Zentralheizung, haben aber trotzdem noch eine ganze Reihe von Herzenswünschen offen, die von Sozialarbeitern zu "Bedürfnissen" erklärt werden.

 

Der Mulitdimensional Poverty Index (MPI) ist ein weiteres Instrument zur Messung der Armut. Zehn Kriterien (Entfernung zur nächsten Wasserstelle, saubere Toiletten, Kindersterblichkeit, Stromversorgung, Bildungsstand, Gesundheitsversorgung, Kinder in Ausbildung,...) werden dazu herangezogen. Nach MPI-Maßstäben gemessen gilt als arm, wer bei 7 oder mehr Kriterien benachteiligt ist. 104 Staaten wurden untersucht, 1,7 Mrd. Menschen als "ARM" eingestuft.
Prozent-Anteil an ARMEN an der Gesamtbevölkerung in den angeführten Staaten:   Aug. 2010

 

 

 

"... Darum ist es wichtig, dass jede Stadt und jedes Dorf ihre eigenen Armen kennen und sie in einem Register erfassen müsse, um ihnen helfen zu können. Was aber ausländische oder fremde Bettler anlangt, so geschieht allzu große Büberei ...
Und wo eine jede Stadt ihre Armen wahrnimmt, werden solche Bübereien bald verschwinden. ..."

Martin LUTHER im Vorwort seines "Liber vagatorum"

 

MPI Index   <1,25 $ pro Tag
Rang Staat %           Rang Staat %
1 Niger 93   15 Jemen 52   1 Tansania 90
2 Äthiopien 90   16 Pakistan 52   2 Burundi 82
3 Mali 88   17 Nicaragua 41   3 Niger 68
4 Zentralafrik. R. 87   18 Bolivien 36   4 Zentralafrik. R. 62
5 Burundi 85   19 Marokko 29   5 Haiti 58
6 Angola 78   20 China 12   6 Angola 55
7 Senegal 68   21 Kolumbien 9   7 Nepal 55
8 Tansania 65   22 Brasilien 9   8 Mail 51
9 Nepal 65   23 Türkei 9   9 Bangladesh 51
10 Mauretanien 62   24 Mexiko 4   10 Indien 42
11 Kenia 61   25 Südafrika 3   11 Äthiopien 39
12 Bangladesh 58   26 Armenien 2   12 Senegal 35
13 Haiti 57   27 Ecuador 2   13 Südafrika 28
14 Indien 55   28 Ukraine 2   14 Pakistan 23

 

Laut einer Analyse der FAO ist die Zahl der Hungernden in den Entwicklungsländern in der zweiten Hälfte der neunziger Jahre um 18 Millionen gestiegen. 2002 litten 852 Millionen Menschen an Hunger und Unterernährung, davon lebten 809 Millionen in der Dritten Welt, 34 Millionen in Transformationsländern und 9 Millionen in Industriestaaten.

Indien führt mit 221 Millionen (20 % der Gesamtbevölkerung) diese Liste an, gefolgt von China mit 135 Millionen (10 % der Gesamtbevölkerung).

In den afrikanischen Staaten südlich der Sahara sind es 204 Millionen, in Lateinamerika und der Karibik 53 Millionen, in Nahost und Nordafrika 39 Millionen. 29 Millionen (eine Steigerung von 50 %!) Hungernde leben in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).

Auf Haiti sind 50 % der Bevölkerung unterernährt, in Bangladesh 35 %, in Kongo-Kinshasa, Somalia, Burundi 55 %!!

 

In Bangladesh hat Mohammed Yunus ein Konzept für SHG Self-Help-Group, einen Zusammenschluss einer Gruppe von Frauen - meist aus der ärmsten Schicht von Taglöhnern und landlosen Arbeitern - entwickelt, das sich sowohl in seinem Land als auch in Indien bewährt. 1992 gab es in Indien 255 SHG, 2003 waren es schon mehr als 700.000.
Mohammed Yunus wurde für seine Arbeit im Jahr 2006 der Friedensnobelpreis verliehen.

Die Frauen verpflichten sich jede Woche einen kleinen Betrag in eine gemeinsame Kasse einzuzahlen. Aus diesem Geld gibt die SHG Kleinkredite an ihre Mitglieder - zum Kaufen eines Medikaments, eines Huhns oder einer Kuh. Die Rückzahlung erfolgt in Raten, der Gruppendruck sorgt dafür, dass das Geld inklusive Zinsen zurück kommt. Als Beispiele drei Initiativen:

u Eine SHG, bestehend aus zehn Frauen einer landlosen Kaste von Dalits, erzeugt "Nützlinge" für wirksamen und billigen Bio-Pflanzenschutz: Die SHG kauft bei einem Biotech-Unternehmen Schlupfwespeneier. In zugedeckten Tonschüsseln lassen sie die Schlupfwespen aus ihren Eiern schlüpfen und schließen die geschlüpften Parasiten in große, mit Eiern von Reismotten gefüllte Metallbehälter. Die Wespen legen ihre Eier in die Reismotteneier und sterben danach. Jetzt werden die "infizierten" Reismotteneier auf mit Leim bestrichene Kartons verteilt. Die Kartons werden in postkartengroße Stücke zerschnitten und verkauft. Ein paar braucht nur einige dieser Stücke in seinem Feld aufzuhängen. Wenn die Wespen schlüpfen, legen sie ihre Eier in die Eier diverser Schädlinge und machen sie damit unschädlich.

u In einer kleinen Fabrik produzieren acht Dalit-Frauen Papierwaren wie Schreibblöcke, Grußkarten, Untersätze, ... Mit einem Kredit haben sie den Kauf einer gebrauchten Press- und Schneidemaschine finanziert. Den Rohstoff gibt es gratis: Es sind Blätter und Rinden von Bananenbäumen, welche die Kanäle verstopfen, weil sie als Abfall weg geworfen werden.

u Eine Kooperation dreier SHG hat einen Dreirad-Kleinbus gekauft, damit die Kinder die weit entfernte Schule besuchen können. Der Bus löste das Schulwegproblem und brachte auch noch Einnahmen aus dem Transport zahlender Passagiere. Drei Frauen lenken abwechselnd den Bus.

Andere Gruppen widmen sich der Aufzucht von Zierfischen, stellen Terracotta-Figuren her, pflanzen Pilze oder Futterpflanzen an, produzieren Reiskuchen, gewinnen Blumensamen, ... Ihren Aktivitäten ermöglichen den Frauen eine materielle Eigenständigkeit in einem patriarchalischen System.

 

 

Wenn Sie ein Land abhängig machen von Hilfen, dann nehmen Sie die Karotte weg und den Prügel:
Niemand wird bestraft, wenn er nicht innovativ ist, denn die Hilfen fließen trotzdem. Und niemand wird belohnt, wenn er sich anstrengt.

Dambisa Moyo

 

 

STAATEN KAUFEN ANBAUFLÄCHEN IN ENTWICKLUNGSLÄNDERN

 

Rund 20 Millionen Hektar Ackerland in Entwicklungsländern haben ausländische Investoren von 2006 bis 2008 unter ihre Kontrolle gebracht. Laut FAO wurden in den letzten fünf Jahren in Äthiopien, Ghana, Mali, Madagaskar und Sudan 2,5 Millionen Hektar aufgekauft.

Die Käufer sind Staaten, welche ihre Lebensmittelversorgung sicherstellen müssen. China verfügt über ein Fünftel der Weltbevölkerung, aber nur über 4 % der weltweiten Landwirtschaftsfläche. Japan kann den Nahrungsbedarf seiner 125 Mio. Einwohner nur zu 40 % decken. Indien ist knapp davor seine Lebensmittel-Autarkie zu verlieren.

In Afrika ist die Angebotssituation für Investoren günstig. Von den 733 Mio. ha. Ackerland wird lediglich ein Drittel genutzt, in Asien (628 Mio. ha. Ackerland) haben sich die Golfstaaten in Pakistan + Thailand Flächen gesichert. Kaum in ausländischem Besitz sind Agrarflächen in Lateinamerika (570 Mio. ha.).


2009 hatten sich ausländische Unternehmen schon insgesamt über 50 Mio. ha Flächen einverleibt, mit einem Anteil von 70% in Afrika. Zu den wichtigsten Investoren gehören chinesische, indische und arabische Firmen und Staatsfonds. Quelle: Weltbank

 

Brasilien hat den Erwerb von Ackerland durch ausländische Investoren auf 5.000 Hektar (pro Investor) begrenzt.
Einige afrikanische Staaten überlegen eine Verstaatlichung des Ackerlandes.
Die Ukraine hat den Verkauf - nicht aber die Pacht - von Ackerland an ausländische Investoren verboten. Pacht pro Hektar 150,- bis 350,- Dollar/Jahr.
Laut Pressemeldungen hat China in Rumänien 30.000 km² Ackerland gepachtet / gekauft?  23. 9. 2013

In Rumänien sind nur 3 % des Ackerlandes (9,7 Mio. Hektar) bewirtschaftet.

Argentinien: Das staatliche chinesische Agrarunternehmen Beidahuang hat mit der argentinischen Provinz Rio Negro eine Vereinbarung getroffen, welche ihm die Nutzung von 320.000 Hektar fruchtbaren Bodens für 20 Jahre erlaubt. Im Gegenzug verpflichteten sich die Chinesen zu Investitionen in der Höhe von 1,45 Mrd. $.

 

Seit 2000 sind 32 Mio. ha aus Schwellenländern von privaten Konzernen gekauft worden. US-Unternehmen sicherten sich mit 8,2 Mio. ha den größten Anteil, es folgen Investoren aus Malaysia und Saudi Arabien.

 

 

Staat Hektarpreis in $ Staat Hektarpreis in $
Australien 1.600,- bis 1.700,- Großbritannien 22.000,-
Brasilien (Matto Grosso) 7.000,- Kanada (Saskatchewan) 1.300,-
Brasilien (Sao Paulo) 12.000,- Polen 4.450,- bis 8.125,-
Deutschland (Ost) 25.500,- Rumänien 1.560,- bis 3.250,-
Deutschland (Nordeifel)

      2002     50.400,-   

Sambia 1.000,- bis 1.500,-
Rumänien 1.560,- bis 3.250,- USA (Mittlerer Westen) 16.000,-
Polen 4.450,- bis 8.125,-  

Quelle: Knight Frank Wealth Report

 
Deutschland Alte Bundesländ.  Durchschnitt 2010     18.719,-   Quelle: Neue Landwirtschaft  
Deutschland Neue Bundesl. Durchschnitt 2010        7.405,-   Quelle: Neue Landwirtschaft  
Deutschland Bundesgebiet Durchschnitt 2010     11.854,-   Quelle: Neue Landwirtschaft  
Österreich (Burgenland-Nord) € 20.000,- bis 25.000,- Recherche: WEBSCHOOL Mai 11  
Österreich (Burgenland-Süd) € 10.000,- bis 13.000,- Recherche: WEBSCHOOL Mai 11  

Ein Hektar Weingarten im Nord-Burgenland (Ö) kostet € 200.000,- ($ 285.420,- Kurs: 1,4271 am 19. 5. 2011) Recherche: WEBSCHOOL
Ein Hektar Weingarten in Südtirol (I) kostet € 600.000,- ($ 792.000,- Kurs: 1,32 am 27. 4. 2012) Reinhold Messner im Handelsblattinterview
Ein Hektar Ackerland in Niederösterreich (Ö) kostet bis zu € 70.000,- ($ 99.897,- Kurs: 1,4271) Recherche: WEBSCHOOL
Ein Hektar Ackerland in Brandenburg (D) kostete 2003 € 4.000,- 2013 bereits bis € 20.000,- Quelle: ZDF planet e. 3. 11. 13
Ein Hektar Ackerland in Mecklenburg-Vorpommern (D) kostete 2005 € 8.000,- 2016 bereits ~ € 50.000,- Quelle: Handelsblatt  27. 12. 16
Ein Hektar Ackerland in Rumänien kostete 2016 € 4.500,- bis 6.000,- Quelle: Handelsblatt  27. 12. 16; S 32/33 Interview mit Dirk Rüttgers
Ein Hektar Ackerland in Oberbayern (D) kostete 2016 bis zu € 100.000,- Quelle: Handelsblatt  27. 12. 16
Ein Hektar Ackerland in Uruguay kostete 2016 $ 7.000 bis 8.000,- 2012 waren es noch $ 12.000,- Quelle: Handelsblatt  27. 12. 16

 

 

GLOBALE LANDKÄUFE
 

Staat Eigene Agrarfläche ha gekaufte Agrarfläche ha gekauft in ...
Österreich  7.347.535 141.088 Ukraine, Äthiopien, ...
Deutschland 16.900.000 525.012 Ostafrika, Westafrika, ...
Schweiz 1.051.866 242.800 Ostafrika, Westafrika, ...
 
USA 403.451.000 4.301.888 Ostafrika, Südamerika, Nordafrika, ...
GB 17.325.000 3.829.497 SO-Asien, Ostafrika, Westafrika, ...
VAE 569.000 5.843.431 Nordafrika, Ostafrika, SO-Asien
China 524.321.000 11.631.500 Ostafrika, Südamerika, SO-Asien, ...
Indien 179.963.000 4.545.189 Ostafrika, SO-Asien, ...
Malaysia 7.870.000 3.447.607 SO-Asien, Westafrika, ...
Saudi Arabien 173.435.000 9.475.150 SO-Asien, Südamerika, ...
Brasilien 264.500.000 6.183.500 Ostafrika
Schweden 3.079.000 2.493.300 Ostafrika, Osteuropa
Südkorea 1.854.000 7.914.016 SO-Asien, Ostafrika
 
  Eigene Agrarfläche ha verkaufte Agrarfläche ha

gekauft von ...

Sudan 136.731.000 7.683.237 VAE, China, Nordamerika, ...
Mosambik 49.300.000 7.244.074 Mittlerer Osten, N-Amerika, Brasilien, ...
Philippinen 11.950.000 6.666.700 Ostasien, Südasien, Nordeuropa, ...
Äthiopien 34.985.000 5.730.354 SO-Asien, Mittlerer Osten, N-Amerika, ..
Madagaskar 4.845.000 5.383.300 Nordeuropa, SO-Asien, N-Amerika, ...
Sambia 23.385.000 4.189.348 Mittlerer Osten, W-Europa, Südafrika, ...
Rep. Kongo 22.450.000 3.725.870 Südafrika, Südeuropa, Nordamerika, ...
Indonesien 53.600.000 3.365.503 Ost- + Südostasien, Mittlerer Osten, ...
Marokko 30.055.000 2.135.400  
Liberia 2.610.000 1.854.579 SO-Asien, Nordeuropa, ...
 Stand Nov. 2012  Quellen: http://landportal.info  LAND MATRIX  www.landmatrix.org

 

 

Bücher zum Thema:

u Landgrabbing Fred Pearce; Antje-Kunstmann-Verlag
u Landraub Stefano Liberti; Rotbuch-Verlag

 

Dokumentarfilm zum Thema: Landraub

 

 

HILFSORGANISATIONEN
 

Öffentliche Gelder, Zuwendungen aus den Kirchensteuereinnahmen und Spenden sichern und finanzieren in erster Linie die Arbeitsplätze der Mitarbeiter von Hilfeorganisationen.

Die Caritas in Deutschland beschäftigt mehr als 500.000, ihr evangelisches Gegenstück, die Diakonie etwas weniger. Damit belegen die beiden Organisationen unter Deutschlands größten privaten Arbeitgebern die Plätze eins und zwei! Quelle: Wirtschaftswoche 20. Nov. 2012
 

Die Wohlfahrtsverbände sind erfolgreich darin, Krisenphänomene erst zu erfinden, um dann die Leistungen zu ihrer Lösung anzubieten"

Prof. Friedrich Wilhelm Graf, Theologe, in seinem Buch "Kirchendämmerung"
 

Auch in Österreich ist die Caritas Platzhirsch in allen Wohlfahrtsfeldern. Der Wohlfahrtskonzern beschäftigt mehr als 13.000 Personen, weitere 35.000 begnügen sich mit einem Händedruck. Neben den gängigen Hilfsbereichen drängt sie sich auch gerne in den öffentlichkeitswirksamen Katastrophensektor im In- und Ausland.  Stand Nov. 13

Im sozialistischen Lager wurzelt die Volkshilfe. Sie mischt mit rund 9.000 Mitarbeitern  - wie die klerikale Konkurrenz Caritas - in den Feldern Armut, Asyl, Pflege, Integration, ... kräftig mit.
Ihr "schwarzes" Pendant bezahlt 8.402 Beschäftigte und nennt sich Hilfswerk.
6.024 hauptamtlichen Rotes-Kreuz-Mitarbeitern stehen mehrere Zehntausend Freiwillige zur Seite. Spezialität - aber nicht einziges Feld - sind Rettungsdienste. Nationale + internationale Einsätze.
Die Diakonie hat 5.750 Personen unter Lohn, die sich dem Sozial- und Gesundheitswesen widmen.
Der Betreuung von Behinderten hat sich die Lebenshilfe - 4.000 Mitarbeiter - verschrieben. Quelle: TOP Gewinn Nov. 2012  S 56
 

Unter www.osgs.at findet man eine Aufstellung aller Organisationen, die das Spendenhilfesiegel führen dürfen. Am 15. 11. 2013 waren das 232.

 

In Deutschland beschäftigt die Caritas hauptamtlich 500.000 Mitarbeiter (+ ehrenamtlich 500.000), die Diakonie 450.000 (+ ehrenamtlich 700.000).  Handelsblatt 16. 1. 14 nennt als Quellen Dt. Bischofskonferenz, EKD; 2012

 

Österreich finanziert die VN-Stabilization Mission in Haiti (MINUSTAH) mit € 3.108.000,-- (2014) / 2.645.125,-- (2015) / 2.468.000,-- (2016) 2.368.000,-- (2016)  Quelle: BVA 2011 bis 2017  - UG12 Detailbudget 12.02.02
Österreich
finanziert das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) mit € 650.031,--
(2011) / 650.000,-- (2012) / 650.000,-- (2013) / 600.000,-- (2014) / 600.000,-- (2015) / 600.000,-- (2016) / 600.000,-- (201
7) Quelle: BVA 2011 bis 2017  - UG12 Detailbudget 12.02.02
Österreich finanziert das Entwicklungsprogramm der VN (UNDP) mit € 4.816.541,-- (2011) / 4.000.000,-- (2012) / 2.100.000,-- (2013) / 1.585.063,-- (2014) / 1.681.487,-- (2015) / 1.550.000,-- (2016) / 1.550.000,-- (2017)  Quelle: BVA 2011 bis 2017 - UG12 Detailbudget 12.02.02

Österreich finanziert den Fonds für industrielle Entwicklung (UNIDF) mit € 1.504.766,-- (2011) / 1.333.000,-- (2012) / 1.100.000,-- (2013) / 655.000,-- (2014) / 655.000,-- (2015) / 500.000,-- (2016) / 500.000,-- (2017)   Quelle: BVA  bzw. BRA 2011 bis 2017 - UG12 Detailbudget 12.02.02

 

 

Kanayo Nwanze (Nigeria), Präsident des UN-Fonds für die landwirtschaftliche Entwicklung IFAD:   7/2009

u 40 Prozent der afrikanischen Ernten gehen wegen ungeeigneter Lagerung, Transportproblemen und ineffizienten Märkten verloren.

u Nur 5 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen werden bewässert.

u Mangelnde politische Stabilität, Transparenz und Korruption verhindern nachhaltige Entwicklung der afrikanischen Staaten.

 

Die Hauptursache der Armut in Afrika liegt in einer falsch verstandenen familiären Solidarität. Vom Einkommen der paar fleißigen Familienmitglieder lässt sich der bequeme, arbeitsunwillige Rest durchfüttern. Aus Furcht, sonst verhext zu werden und im Bewusstsein erzogen, den Mitmenschen zu Dank verpflichtet zu sein, lassen die Tüchtigen das zu.
Diesen Schluss zieht der Ethnologe David Signer in seinem Buch

u Die Ökonomie der Hexerei oder Warum es in Afrika keine Wolkenkratzer gibt David Signer (ISBN 3-7795-0017-5, € 22,-)

u Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann Volker Seitz (ISBN 3-423-24735-5, € 15,40,-)

u DEAD AID Why aid is not working and how there is another way for Africa. Dambisa Moyo (Penguin Books Ltd € 12,99)

u DIE MITLEIDSINDUSTRIE  Linda Polman (Campus-Verlag, 20,50)
u Wir retten die Welt zu Tode William Easterly (ISBN 10-3593381575, € 25,60)
u Weder arm noch ohnmächtig Axelle Kabou (ISBN 10-3857877243, € 15,-)
u Die Spendenmafia Stefan Loipfinger (ISBN 10-3-426-78498-X € 14,70) wegen dieses Buchs und seiner Website www.charitywatch.de wurde er von Spendenorganisationen mit Klagen eingedeckt.
u In Afrika. Reise in die Zukunft Alex Perry (Verlag Fischer, € 25,70)

 

Zahlen zur Ungleichheit des globalen Reichtums: http://www.globalrichlist.com

 

Letzte Aktualisierung:  26. Juni  2017

 

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