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INTERESSENGRUPPEN IM WELTHANDEL    EU   DRITTE WELT  ROHSTOFFMÄRKTE  GEWERKSCHAFTEN  FRACHTER + CONTAINERSCHIFFE  BALTIC DRY INDEX

 

Ihr seht nicht wohl, Signor Antonio; / Ihr macht Euch mit der Welt zu viel zu schaffen: / Der kommt darum, der mühsam sie erkauft.

WELTHANDEL

"Der Kaufmann von Venedig"  SHAKESPEARE


MÄRKTE       Bilder: WEBSCHOOL

GATT
 

Im Rahmen der UNO sollten nach dem Zweiten Weltkrieg für eine multinationale Wirtschaftszusammenarbeit drei Organe geschaffen werden: der Internationale Währungsfonds (IMF), die Weltbank und die International Handelsorganisation (ITO). Letztere konnte nicht verwirklicht werden, weil der US-Kongress seine Zustimmung verweigerte. Als Ersatzlösung entstand ein Vertragswerk, das GATT.
Beide sind wir am selben Tag geboren, im Unterschied zu mir hat das GATT (Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen) sein Leben am 31. Dezember 1994 beendet. Glück gehabt. Für einen Vertrag, der über ein Provisorium nie hinaus kam, eine beachtliche Geltungsdauer. Von anfangs 23 wuchs die Zahl der Vertragspartner auf 95. 90 % des Welthandels wurden nach GATT-Regeln abgewickelt. Die GATT-Nachfolgerin WTO brachte es bis 2005 auf 148 Unterzeichnerstaaten.

 

30. 10. 1947



 
  23 Staaten  - Australien, Belgien, Brasilien, Burma, Canada, Ceylon, Chile, China, Cuba, Tschechoslowakei, Frankreich, Indien, Libanon, Luxemburg, Niederlande, Neuseeland, Norwegen, Pakistan, Südrhodesien, Syrien, Südafrika, United Kingdom, USA - unterzeichnen in Genf das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen GATT und beenden erfolgreich eine erste Verhandlungsrunde, die 45.000 Zolltarifbestimmungen erfasst.
01. 01. 1948   GATT tritt auf provisorischer Basis in Kraft
1949   Zweite Verhandlungsrunde beschließt 5.000 Zolltarifbestimmungen.
1950   Dritte Verhandlungsrunde beschließt 8.700 Zolltarifbestimmungen.
1955   Vierte Verhandlungsrunde beschließt Zolltarifbestimmungen betreffend ein Handelsvolumen von 2,5 Milliarden US$.
1960-1962   Fünfte Verhandlungsrunde beschließt 4.400 Zolltarifbestimmungen über ein Handelsvolumen von 5 Milliarden US$.
1964-1967   Sechste Verhandlungsrunde mit einem Abbau der Zolltarife um 50 %, Zolltarifvereinbarungen über ein Handelsvolumen von 40 Milliarden US$. Das GATT wird um ein Kapitel erweitert (Kapitel IV: Handel + Entwicklung)
1973-1979   Siebente Verhandlungsrunde beschließt einen durchschnittlichen Zolltarifabbau auf die Industrieprodukte der neun wichtigsten Industrieländer von 7 % auf 4,7 %.
1986-1993 Achte Verhandlungsrunde beschließt Regelungen zu den Gebieten Agrar, Textil, Dienstleistungen und des Urheberrechts. Ein weiterer Zollabbau um durchschnittlich 38 % wurde vereinbart.
30. 10. 1987 95 Staaten unterschreiben die GATT-Regeln.

 

Viele Regierungen, auch von Unterzeichnerstaaten, haben die GATT-Vereinbarungen ignoriert oder umgangen um ihre nationalen Unternehmen zu schützen und zu bevorzugen. Mit diskriminierenden Handelsbeschränkungen und unangemessenen Subventionen "entschärften" manche Staaten das GATT. Hauptsächlich betroffen davon die Sektoren Landwirtschaft und Textilien. Bereits im Gründungsvertrag hatten sich die USA ein Sonderstellung auf dem Landwirtschaftssektor ausbedungen. Im Laufe der Jahre gelang es weiteren Staaten speziell auf ihre Wünsche abgestimmte Regelungen zu erreichen. Sie setzten mengenmäßige Importbeschränkungen, gesundheitsrechtliche Bestimmungen, sicherheitspolitische oder umweltpolitische Vorgaben, ... durch. Das gelang deshalb so gut, weil der Text des GATT so allgemein gehalten war, dass er vielfältige Interpretationen zuließ.
Beispielsweise enthielt er keine Definition für den Begriff "Entwicklungsland". Der Staat, der behauptete eines zu sein, war eines. Für Entwicklungsländer galten Sonderregelungen, die ihnen höhere Zolltarife erlaubten.

Wichtigste Bestimmungen des GATT waren die

  • Meistbegünstigungsklausel: alle Vorteile, die einem Handelspartner eingeräumt wurden, mussten auch für alle anderen GATT-Unterzeichner gelten            und das

  • Prinzip der Inländerbehandlung: ausländische Produkte, die regulär eingeführt wurden, mussten gleich behandelt werden, wie entsprechende inländische Erzeugnisse.

 

Butter oder Kanonen? - das ist nicht die Frage.
Wer genug Kanonen hat, wird auch genug Butter haben. Zarko Petan

 


Hamburger Hafen   Bild WEBSCHOOL

WTO
 

Ist die Nachfolgeorganisation des GATT. Die Gründungsverträge wurden im April 1994 unterzeichneten und traten am 1. Jänner 1995 in Kraft. Gründungsmitglieder: 81; Mitgliederstand nach dem Beitritt der Kapverden im Juli 2008: 153, darunter 33 der ärmsten Entwicklungsländer. Unter den noch etwa 30 Beitrittsbewerbern ist Russland der wirtschaftlich bedeutendste. Von 1993 bis Juni 2009 dauerten die Beitrittsverhandlungen. Dann zog Russland als Einzelstaat seinen Antrag zurück und stellte als Mitglied einer Zollunion mit Weißrussland und Kasachstan einen neuen.
Bei den Abstimmungen herrscht Konsenspflicht, d. h. gegen den Willen auch nur eines Mitgliedstaates kann kein Beschluss gefasst werden! Das hat sich aber noch nicht bis zu den Bürgern der einzelnen Staaten durchgesprochen. Daher fällt es den Politikern leicht, für unangenehme Maßnahmen, die nur mit ihrer Zustimmung beschlossen werden konnten, die WTO verantwortlich zu machen. Der WTO gelangen endlich Regelungen für den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten und Textilien zu erzielen und ihren Wirkungsbereich um "Dienstleistungen" und "geistiges Eigentum" zu erweitern. 

Oberstes Organ ist die Ministerkonferenz, in der die Handels- bzw. Wirtschaftsminister jedes Mitglieds eine Stimme haben. Die Konferenzen finden im Abstand von zwei Jahren statt. 

Seit 2001 verhandeln die WTO-Mitglieder über Subventionsabbau in der Landwirtschaft (das verlangen die Agrarstaaten von den USA und der EU), Senkung von Zollsätzen und Erleichterungen beim Zugang zu Dienstleistungsmärkten (Forderung der Industriestaaten und Indiens an die ärmeren Länder). Optimisten hofften auf einen Abschluss dieser neunten Welthandelsrunde (Dauha-Runde) mit Ende 2006, doch eine Einigung blieb in weiter Ferne. Schließlich fasste der WTO-Rat am 27. Juli den Beschluss, alle Verhandlungen auf unbestimmte Zeit auszusetzen. 

Inzwischen schließen die WTO-Staaten untereinander eigene Verträge ab. Mehr als 200 bilaterale und regionale Handelsabkommen gibt es schon. Besonders die USA vereinbaren immer neue Freihandelsverträge mit Einzelstaaten aus. Mit der selben Taktik versuchen sie auch den Internationalen Strafgerichtshof auszuhebeln. 

Als reif, uneigennützig und der Idee verpflichtet erweisen sich die Mitglieder bei der Wahl des WTO-Generaldirektors. Auch sie unterliegt der Konsenspflicht. Einstimmigkeit ist vorgeschrieben.
Da kann es schon mal ein bisschen dauern. 1999 kam es erst nach monatelangem Streiten, Feilschen, Schmollen und Blockieren zu einem Kompromiss zwischen den Industriestaaten und den Entwicklungsländern: für die erste Hälfte der sechsjährigen Amtszeit übernahm der Neuseeländer Mike Moore die Funktion, dann folgte ihm der Thailänder Supachai Panitchpakdi. Für die Wahl des Nachfolgers (31. Mai 2005)  gab es Kandidatenvorschläge von Brasilien (den eigenen Botschafter), Uruguay (den eigenen Botschafter), den 79 Staaten der Afrika-Karibik-Pazifik-Zone (den ehem. Außenminister von Mauritius) und den Industriestaaten (ehem. EU-Handelskommissar).

Der Nachfolger von Pascal Lamy kommt aus Südamerika. Im Mai 2013 haben die 159 Generalratsmitglieder den Brasilianer Roberto Azevêdo zum neuen WTO-Generaldirektor gewählt.

Die bisherigen GATT- bzw. WTO-Generaldirektoren:
1948 - 1968  Eric Wyndham-White (GB) / 1968 - 1980  Oliver Long (CH) / 1980 - 1993  Arthur Dunkel (CH) / 1993 - 1995  Peter Denis Sutherland / 1995 - 1999  Renate Ruggerio / 1999 - 2002  Mike Moore (NZ) / 2002 - 2005 
Supachai Panitchpakdi / 2005 - 2013  Pascal Lamy (F)  / 2013 - 20..  Roberto Azevêdo (Br) 

2005 bestätigte die WTO-Berufungsinstanz die Entscheidung, dass die Zuckersubventionen der EU das erlaubte Ausmaß überschritten und daher gegen die Welthandelsregeln verstoßen. Statt 499 Millionen Euro genehmigter Fördermittel für eine jährliche Exportmenge von 1,27 Millionen Tonnen Zucker hatte die EU 4,10 Millionen Tonnen mit mehr als 1 Milliarde Euro auf konkurrenzfähiges Preisniveau „hinuntersubventioniert“.
Transferieren wir die riesigen Zahlen in Privathaushaltsdimensionen, indem wir 499.000.000 € durch 1.270.000.000 Kilogramm dividieren. Als Ergebnis erhalten wir 39 Euro-Cent/kg Zucker Subvention! Das sind umgerechnet 52 Dollar-Cent. Auf dem
Rohwarenmarkt notierte Zucker in den Jahren 2002 bis 2004 zwischen 12 und 18 Dollar-Cent pro Kilogramm. Jedes Kilo EU-Zucker kostete die EU-Steuerzahler das Drei- bis Vierfache des erzielten Verkaufspreises.
 

Kritiker sind der Ansicht, dass die Arbeit der WTO keineswegs dem Wohle aller Menschen dient. Als erbittertster WTO-Gegner hat sich die 1998 in Frankreich gegründete Vereinigung ATTAC (Association pour la taxation des transactions financieres pour l'aide au citoyen / Verband für die Besteuerung von Finanztransaktionen zur Unterstützung des Bürgers) erwiesen. Sie organisiert an den Orten der WTO-Konferenzen Proteste und Demonstration. 

Seit 2001 verhandeln die WTO-Mitglieder über Subventionsabbau in der Landwirtschaft (das verlangen die Agrarstaaten von den USA und der EU), Senkung von Zollsätzen und Erleichterungen beim Zugang zu Dienstleistungsmärkten (Forderung der Industriestaaten und Indiens an die ärmeren Länder).
Diese Verhandlungsrunde begann in Doha, der Hauptstadt von Katar und wird deshalb als Doha-Runde bezeichnet.
Ein erfolgreicher Abschluss war auch 2006 nicht in Sicht. Nicht einmal ein Zusammentreffen von mehr als 60 Handelsministern in Genf (Juli 2006) konnte sich auf einen Kompromiss einigen.

Im Juni 2007 erklärte der EU-Handelskommissar Peter Mandelson die Verhandlungen als gescheitert. Indien und Brasilien warfen den USA unzureichenden Abbau der Agrarsubventionen vor, verweigerten aber ihrerseits eine Reduktion der Industriezölle. Der EU-Kommissar versprach eine Verminderung der Agrarzölle um die Hälfte, was ihm umgehend heftige Kritik des französischen Präsidenten Sarkozy einbrachte.
Im Juli 2008 berief Lamy ein WTO-Treffen in Genf ein und versuchte erneut
die Doha-Runde erfolgreich zu finalisieren.
Der Versuch scheiterte nach neun Tagen an der Unvereinbarkeit der Standpunkte.

Unabhängig davon schließen die WTO-Staaten weiterhin untereinander eigene Verträge ab. Mehr als 200 bilaterale und regionale Handelsabkommen gibt es schon. Besonders die USA vereinbaren immer neue Freihandelsverträge mit Einzelstaaten aus. Mit der selben Taktik versuchen sie auch den Internationalen Strafgerichtshof auszuhebeln.

2009 wurde Lamy für weitere 4 Jahre gewählt. Es gab keinen Gegenkandidaten. Vielleicht ein Grund für den  erfolglosen Franzosen, die Erhöhung seines Gehalts (315.000 €  / Jahr) um 30 %  zu fordern. Gelang ihm auch nicht.

2011 Die Ministerkonferenz (Wirtschafts- bzw. Handelsminister der Mitgliedstaaten) der WTO im Dezember in Genf endete erfolglos. In einer Erklärung bekannten die Teilnehmer, dass die Verhandlungen im Rahmen der Doha-Runde an einem toten Punkt angelangt seien.

Nach der Ratifizierung der Beitrittserklärung am 11. Juli 2012 durch die Duma wurde Russland am 22. August 156. Mitglied der WTO.

2013 Auf der neunten WTO-Ministerkonferenz in Bali (3. - 6. Dez. 13) stand eine Vereinfachung der Zollabwicklung im internationalen Warenverkehr, der Abbau von Agrarsubventionen und eine bessere Einbeziehung der ärmsten Länder in den Welthandel auf dem Programm.
Die 159 WTO-Mitglieder einigten sich auf die vorgeschlagenen Liberalisierungsmaßnahmen bzw. Sonderregelungen.
Ausnahme: Indien darf während der nächsten vier Jahre weiterhin Lebensmittel für seine Armen zukaufen bzw. fördern. Spätestens dann soll die WTO eine endgültige Lösung finden.
Inkraftreten: Nach Bestätigung durch den Allgemeinen Rat der WTO im Sommer 2014 und der anschließenden Ratifizierung durch die WTO-Mitglieder.

Nach 14 Jahren Verhandlungen hat der WTO-Rat Laos Ende Oktober 2012 als weiteres Mitglied akzeptiert. Nach Ratifizierung des Vertrags durch das laotische Parlament wurde der Beitritt am 9. 2. 2013 vollzogen.

Am 30. November 2015 wurde Kasachstan 162. Mitglied der WTO.

In der 50. KW 2015 werden Afghanistan und Liberia in die  WTO aufgenommen.

Am 22. Feber 2017 trat das Abkommen zur Erleichterung des grenzüberschreitenden Handels (TFA Trade Facilitation Agreement) in Kraft. Zwei Drittel der WTO-Mitglieder hatten es bis zu diesem Datum ratifiziert. Zollformalitäten können damit rascher und günstiger erledigt werden. 2030 soll das Abkommen in allen Staaten voll umgesetzt sein.

Weitere Wirtschaftbündnisse und Organisationen:

                           

AFTA (ASEAN Free Trade Association) www.aseansec.org  - Freihandelszone, gegründet 2002, von 6 Mitgliedstaaten des Verbands Südostasiatischer Staaten ( ASEAN)

ASEAN (Association Südostasiatischer Staaten) - gegründet August 1967 (Bangkok-Deklaration) von Thailand, Malaysia, Philippinen, Indonesien, Singapur. Dazu kamen später Brunei, Vietnam, Kambodscha, Laos und Myanmar. Vom gesamten Außenhandel (2006: 1.443 Mio. $) entfällt nur ein knappes Viertel auf den Handel zwischen den Mitgliedsstaaten.

APEC (Asiatisch-Pazifische Wirtschaftliche Zusammenarbeit) gegründet 1989 - 21 Mitglieder: Australien, Brunei, Kanada, Chile,  Hongkong, VR China,  Indonesien,  Japan  Süd-Korea  Malaysia,  Mexiko,  Neuseeland,  Papua-Neugiunea, Peru, Philippinen, Russland, Singapur, Taiwan,  Thailand, USA, Vietnam
Auf die APEC-Staaten entfallen 41% der Weltbevölkerung und die Hälfte der Weltwirtschaftsleistung.

AEC (Süd-Ost-Asiatische Wirtschaftsgemeinschaft) gegründet 2015 - 10 Mitglieder: Myanmar, Vietnam, Laos, Thailand, Kambodscha, Malaysia, Singapur, Indonesien, Brunei, Philippinen

CAFTA (Central American Free Trade Agreement - Zentralamerikanischer Freihandelsvertrag) gegründet 2005 - auf die Domain darf man gespannt sein, ist doch die naheliegende Adresse www.cafta.org von der Canadian Agri-Food Trade Alliance besetzt. Mitglieder der mit dem Vertrag begründeten Freihandelszone sind die USA, Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Dominikanische Republik. 

CARICOM (Caribbean Community and Common Market) gegründet 1973  www.caricom.org  -  kommt seinen gesetzten Freihandelszielen nicht näher 

CEFTA (Central European Free Trade Agreement - Mitteleuropäisches Freihandelsabkommen) gegründet 1992 von Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn. Die Gründungsstaaten und die später beigetretenen Staaten Slowenien, Rumänien und Bulgarien sind anlässlich  ihres EU-Beitritts ausgeschieden. Es verblieben acht Vertragspartner: Kroatien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Moldawien, Serbien, Montenegro, Albanien, Kosovo. Ziel: Zollabbau, Beseitigung von Handelsbarrieren. 

EFTA (Europäische Freihandelsassoziation) gegründet 1960  www.efta.int  -  eine Organisation, der im Laufe der Jahre die meisten Staaten in Richtung EU abhanden kamen. Den Anfang machten GB und Dänemark (1972), im letzten Fluchtpaket befand sich auch Österreich (1995). Verbliebene Mitglieder: Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz 

EWR (Europäischer Wirtschaftsraum) Gründung: 1. 1. 1994 - Alle EU-Staaten und drei EFTA-Staaten (außer CH) gehören ihm an. Ziel war die Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen unter den Teilnehmerstaaten (freier Kapital-, Personen-, Güter- und Dienstleistungsverkehr). Als "Eintrittsgeld" (Kohäsionsbeitrag) sollten den EFTA-Staaten 500 Millionen ECU abgeknöpft werden. Zusätzlich hätten sie noch den "armen" EU-Staaten mit 3 % verzinste Kredite über weitere 1,5 Milliarden ECU zur Verfügung stellen sollen. Die Beträge verringerten sich schlussendlich um 25 Prozent, weil die Schweizer Bürger sich in einer Volksabstimmung gegen den Beitritt entschieden. 25 % wäre der Anteil der Schweiz gewesen. 

MERCOSUR (Mercado Comun del Cono Sur) gegründet 1991, in Kraft getreten 1995  www.mercosur.org.uy  - Mitglieder: Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay, Venezuela (Aufnahmebeschluss: Juli 2006. Ratifizierung durch brasilianisches Parlament am 15. 12. 09. Ratifizierung durch das Parlament von Paraguay vielleicht 2010. Aufnahme Venezuelas am 31. 7. 2012); Zollunion. Die gegenseitigen Verpflichtungen der Mitglieder werden nur eingehalten, solange sie nicht nationalen Interessen im Wege stehen. "Verpflichtungen im Rahmen des MERCOSUR sind einen Dreck wert" (José  Mujica, uruguayanischer Landwirtschaftsminister).  Bolivien, Chile, Peru sind assoziiert.
Gemessen an den ursprünglichen Zielen gilt die Organisation als gescheitert.

NAFTA (Nordamerikanische Freihandelsassoziationwww.nafta-sec-alena.org - zu ihr gehören Kanada, Mexiko und die USA. Das Handelsvolumen zwischen den drei Partner betrug 2006 845,5 Mrd. US$. Davon entfielen 59 % auf den Handel zwischen USA + Kanada, 38,5 % auf den Handel zwischen USA + Mexiko, der Rest betraf Kanada + Mexiko. Quelle NAFTA
In dem am 23. 3. 2005 von den Regierungschefs unterzeichneten Vertag über die Partnerschaft für Sicherheit und Wohlstand (PSW) sehen die NAFTA-Mitglieder auch eine Intensivierung ihrer politischen Zusammenarbeit vor. 

OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) gegründet 1960 www.oecd.org, Nachfolger der 1948 gegründeten OEEC (Organization for European Economic Cooperation), die für die effiziente Verwendung der US-Hilfsgelder (Marshall-Plan; der Österreich-Anteil betrug 1 Milliarde) für das zerstörte Nachkriegseuropa zu sorgen hatte.
Die OECD analysiert jährlich die Wirtschafts- und Sozialpolitik der 31 (seit Mai 2010 34) Mitgliedstaaten und berät sie auch auf diesen Gebieten.

Mitglieder: Australien, B, Chile, DK, D, FIN, F, GR, GB, IRL, Island, I, Japan, Kanada, LUX, Mexiko, Neuseeland, NL, Norwegen, Ö, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Spanien, Südkorea, Tschechien, Türkei, Ungarn, USA. / Neu: Slowenien, Estland, Israel

Tankzug; aufgenommen von WEBSCHOOL am 20. 1. 2008; Bahnhof Wulkaprodersdorf
Tankzug mit Ölprodukten  Bild: WEBSCHOOL

Weitere INTERESSENGRUPPEN im Rahmen der WTO
 

G-4    
G-5
G-6    
G-7    
G-8    
G-10 
Brasilien, EU, Indien, USA
Gruppe der 5 wichtigsten Schwellenländer (China, Indien, Südafrika, Mexiko, Brasilien)
Australien, Brasilien, EU, Indien, Japan, USA
Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, USA
G-7 + Russland
China, (Taiwan), Island, Israel, Japan, Liechtenstein, Mauritius, Norwegen, Südkorea, Schweiz
G-20

 

 
 

1999 beschlossen die G-7 Probleme periodisch in einem erweiterten Kreis zu besprechen. Die EU als Vertreter von "Rest-Europa" und 12 weitere "systemrelevante" Staaten wurden eingeladen:
G-8, G-5, Argentinien, Australien, Indonesien, Saudi-Arabien, Südkorea, Türkei, EU.
Die Zusammensetzung der G-20 ist durchaus willkürlich. Der Organisator des Treffens lädt nach seinem Gutdünken ein.
2009 trafen einander in London: G-8, China, Indien, Brasilien, Argentinien, Südafrika, Saudi-Arabien, Indonesien, Mexiko, Australien, Südkorea, Spanien, Niederlande, Tschechien (als EU-Vorsitzender). Wie immer mit dabei: IWF + Weltbank
G-21

 

Die Agrarstaaten vertreten 70 % aller Bauern der Welt und 65 % der Weltbevölkerung: Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, China, Ägypten, Guatemala, Indien, Indonesien, Kuba, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Paraguay, Philippinen, Südafrika, Tansania, Thailand, Uruguay, Venezuela, Simbabwe
G-33

 


 

Antigua + Barbuda, Barbados, Belize, Benin, Bolivien, Botswana, China, Elfenbeinküste, Dominica, Dominikanische Republik, El Salvador, Grenada, Guatemala, Guayana, Haiti, Honduras, Indien, Indonesien, Jamaica, Kenia, Kongo-Brazzaville, Kuba, Madagaskar, Mauritius, Mongolei, Mosambique, Nicaragua, Nigeria, Pakistan, Panama, Peru, Philippinen, Saint Kitts und Nevis, Saint Lucia, Saint Vincent und Grenadines, Senegal, Sri Lanka, Südkorea, Surinam, Tansania, Trinidad und Tobago, Türkei, Uganda, Venezuela, Sambia, Simbabwe. Entwicklungsstaaten, welche ihre Importe möglichst erschweren möchten.
G-90 90 Entwicklungsländer, darunter 56 aus dem afrikanischen, pazifischen und karibischen Raum.
C-4 Cotton Four (Baumwoll-4); Benin, Burkina Faso, Mali, Tschad. Die vier afrikanischen Staaten fordern die
  Abschaffung der Subventionen, mit denen besonders die USA (unterstützt seine Baumwollfarmer jährlich mit  vier Mrd. Dollar) aber auch die EU und China den eigenen Baumwollanbau fördern.
GCC

 
Wirtschaftsgemeinschaft der sechs Golfstaaten - Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien, VAE - , die für 20 % der Welterdölproduktion sorgen. Trat am 1. Jänner 2008 in Kraft. Freier Kapital- und Personenverkehr, freie Niederlassung und Berufsausübung. Bis 2010 Einführung einer Währungsunion.
...weiters gibt es noch
Nama-11
(Argentinien, Brasilien, Ägypten, Indien, Indonesien, Namibia, Philippinen, Südafrika, Tunesien, Venezuela),
Cairns-Gruppe (1986 in Cairns, Australien, gegründet: Argentinien, Australien, Bolivien, Brasilien, Kanada, Chile, Kolumbien, Costa Rica, Guatemala, Indonesien, Malaysia, Neuseeland, Pakistan, Paraguay, Peru, Philippinen, Südafrika, Thailand, Uruguay), Agrarexportstaaten, verlangt den Abbau der Zollschranken für ihre Produkte,
Gruppe für Tropenprodukte
(Bolivien, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Honduras, Guatemala, Nicaragua, Panama, Peru, Venezuela), ...
BRIC - seit 2001 Sammelbegriff für der vier größten Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China. 2011 um Südafrika erweitert BRICS
Pazifik-Allianz (Alianza del Pacífico), Mai 2011, Freihandelsabkommen und wirtschaftliche Integration; Partner: Chile, Kolumbien, Mexiko und Peru. Im Mai 2013 einigten sich die Staaten darauf, 90 % ihres Handels untereinander von Zöllen zu befreien und die Migration von Arbeitskräften zwischen den Staaten zu liberalisieren. Im Feber 2014 unterzeichneten die Präsidenten einen umfassenden Freihandelsvertrag, der nach Ratifizierung durch die Parlamente 92 % des Handels von allen Zöllen befreit.

Shanghai-Organisation für Zusammenarbeit (SCO), Juni 2001, Militär- + Wirtschaftsbündnis (Kooperationsprojekte in Wirtschafts- und Finanzpolitik, Bekämpfung des Drogenhandels). Mitglieder: Russland, Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan, China. Beobachterstatus haben Mongolei, Iran, Pakistan, Indien.

 

Das Abendland ist jener Teil der Welt, der westlich (bzw. östlich) des Morgenlandes liegt. Es wird größtenteils von Christen bewohnt, einem mächtigen Unterstamm der Hypokriten, dessen Hauptbeschäftigung Mord und Betrug sind, von ihnen vorzugsweise als KRIEG und HANDEL bezeichnet. Dies sind auch die Hauptbeschäftigungen des Morgenlandes.

Ambrose Bierce

 

2010 wurden weltweit Güter im Wert von 15.200 Mrd. $ gehandelt (2009: 12.500 Mrd. $). Die Zunahme von 22 % gegenüber dem Vorjahr ist auf den Anstieg der Rohstoffpreise und die Abwertung des Dollars (gegenüber den wichtigsten Währungen) um 3,5 % zurückzuführen.
Führende Exportnation war China (1.580 Mrd. $), dahinter USA (1.280 Mrd. $), Deutschland (1.271 Mrd. $), Japan (770 Mrd. $).
Bei den Importen lagen die USA (1.970 Mrd. $) voran, Chinas Importe beliefen sich auf 1.400 Mrd. $, Deutschland führte Waren um 1.068 Mrd. $ ein.

2011 lag der Anteil der USA am Welthandel bei 10,8 %, Chinas Anteil war 9,8 %, jener Deutschlands 8,7 %.  Quelle: WTO

 

Exporte wichtiger Wirtschaftsgemeinschaften 2015 (in Mrd. $) und %-Anteil an den Weltexporten:

EU 5.387 - 32,7 %  ASEAN (inkl. China, Japan, Südkorea) 4.589 - 27,8 %  NAFTA (USA, CDN, MEXIKO) 2.294 - 13,9 %
ALADI (Lateinamerikanische Integrationsvereinigung) 857 - 5,2 %  CIS (Gemeinschaft unabhängiger Staaten) 498 - 3,0 %
MERCOSUR  301 - 1,8 %  COMESA (Gemeinsamer Markt für das östliche + südliche Afrika) 69 - 0,4 %
CEFTA (Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Moldawien, Montenegro, Serbien) 27 - 0,2 % 
 Quelle: UNCTAD


Die größten
Welthandelspartner
Mrd. $   Mrd. €

Exporte     Importe    
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016

Warenhandel

                                               
Deutschland 977 1122 1323 1450 1124 1.271 1.474 1.096 1.094 1.133 1.196 1.208 780 922 1055 1185 926 1.068 1.254 906 895 916 948 955
USA 904 1037 1163 1301 1056 1.280 1.481 1.546 1.579       1733 1920 2017 2166 1603 1.970 2.265 2.336 2.331      
China 762 969 1218 1430   1.580 1.899 2.049 2.210       660 792 956 1133   1.400 1.743 1.818 1.950      
Japan 596 647 713 782 580 770 823 799 715       516 577 621 762 550 693 854 886 833      
Niederlande               656 664                     591 590      
Frankreich               569 580                     674 681      
Kanada 360 388 418 456 452     455 458       320 357 390 418 330   462 475 474      
Mexiko 214 250 272 292 230     371 380       232 268 297 323 325     380 391      
Schweiz 1sfr ~ 1$       200 180 193 197 200 201 208 203 210       183 160 174 174 176 177 178 166 173
Österreich     173 177   150 163 163 171 134 141 144     171 180   158 174 176 178 136 142 139
Österreich in Euro       118 94 109 122 123 125 128 131 136       120 98 113 130 132 130 130 133 131
1. 3. 2014 1 € = 1,37 $    1. 2. 2015 1 € = 1,14 $     11. 3. 2015 1 € = 1,05 $    28. 1. 2016 1 € = 1,08 $      11. 3. 2017 1 € = 1,06 $

*Schätzung     Quelle: STATISTIK AUSTRIA, WTO www.wto.org

 


Österreichs Handelspartner %-Anteil Quelle: statistik.at, bmwfj

  Exporte   Importe
  2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016   2006 2007 2008 2009

2010

2011

2012 2013 2014 2015 2016
Deutschland 31,8 30,0 29,7 31,0 31,6 31,1 30,6 30,1 29,8 30,2 30,5

Deutschland

42,5 41,6 40,5 40,1 39,5 38,2 37,5 37,3 37,4 37,0 37,2
Italien 8,7 8,9 8,6 8,1 7,8 7,6 6,8 6,5 6,4 6,3 6,4 Italien 6,7 6,9 6,9 6,7 6,7 6,5 6,2 6,1 6,2 6,2 6,2
USA 5,8 5,0 4,4 4,2 4,5 5,2 5,6 5,6 6,1 6,9 6,7 Frankreich 3,7 3,2 3,1 3,1 2,9 2,9 2,8 2,9 2,8 2,7 2,7
CH 4,1 3,9 3,8 4,5 4,8 4,9 5,0 5,1 5,2 5,5 5,5 China 3,5 4,0 4,2 4,6 4,8 4,9 5,1 5,2 5,6 5,9 5,9
Frankreich 4,0 3,6 3,8 3,9 4,2 4,1 4,6 4,7 4,9 4,5 4,1 USA 3,3 3,3 2,9 2,7 2,9 2,9 3,1 3,3 3,4 3,9 3,7
GB 3,6 3,5 3,2 3,0 3,1 3,0 2,7 2,9 3,1 3,2 3,1 CH 3,3 3,7 4,2 5,7 5,2 5,4 5,2 5,2 5,1 5,4 5,3
Ungarn 3,3 3,5 3,6 3,1 3,1 3,1 3,0 3,1 3,3 3,3 3,3 Tschechien 3,1 3,2 3,6 3,5 3,6 3,7 3,8 4,1 4,2 4,2 4,3
CS 3,1 3,6 3,7 3,6 3,8 2,4 3,6 3,5 3,4 3,6 3,7 NL 2,9 3,0 2,8 2,8 2,8 2,8 2,7 2,6 2,7 2,6 2,6
Spanien 2,7 2,9 2,4 2,2 1,8 2,4 2,6 2,8 1,7 1,7 1,8 Ungarn 2,4 2,5 2,7 2,3 2,8 2,8 2,8 2,8 3,0 2,6 2,6
Polen 2,2 2,6 2,8 2,5 2,5 2,8 2,8 2,9 3,0 3,1 3,0 GB 2,2 2,0 2,1 1,7 2,0 2,6 3,1 2,4 1,8 1,8 2,0
Russland / China                 2,5 2,5                        

 

2015 entfielen 70 % des österreichischen Außenhandels auf EU-Staaten.
Bei den Exporten entfielen >80 % auf folgende Produktgruppen:

  1. Maschinen + Fahrzeuge 52,2 Mrd. Euro
  2. Bearbeitete Waren 29 Mrd. Euro
  3. Chemische Erzeugnisse 17,9 Mrd. Euro
  4. Sonstige Fertigwaren 15,2 Mrd. Euro


Schweizer Handelspartner  %-Anteil   Mio. Franken  Quelle: snb.ch + Eidgenössische Zollverwaltung

  Exporte   Importe
  2013 2013 2015 2015 2016   2013 2013 2015 2015 2016
Deutschland 18,7 37.568 18,1 36.600 39.692

Deutschland

29,1 51.733 28,3 47.000  48.552
Italien 7,2 14.506   12.770 12.694 Italien 10,3 18.221 9,7 16.064 16.700
Frankreich 7,0 14.166 6,9 13.900 14.008 Frankreich 8,3 14.745 6,9 13.300 13.428
Niederlande 2,7 5.334   4.671 4.949 Niederlande 3,3 5.911   4.951 4.913
USA 11,6 23.289 13,5 27.437 31.454 USA 5,5 9.831   11.623 14.244
Österreich 3,0 6.063   5.726 5.939 Österreich 4,5 7.932   7.329 7.599
GB 4,4 8.903   11.678 11.432 GB 3,5 6.154   6.564 6.393
China 4,0 8.206   8.933 9.844 China 6,4 11.386   12.339 12.277
Spanien 2,6 5.300   5.370 5.547 Irland 4,0 7.053   7.008 7.639
Japan 3,0 6.062   6.370 7.299 Spanien 2,7 4.867   4.351 4.795

 

2010 entfielen 28 % der Schweizer Exporte auf pharmazeutische Produkte.
Mit 12 % folgte der Maschinenbau auf Platz 2, der Chemiesektor kam mit 10 % auf Platz 3. Die Uhrenbranche trug 9 % bei, die Elektroindustrie 7 %, Medizinaltechnik 6,5 %, Nahrungsmittel 5 %, Fahrzeugbau 2,5 %, Textil + Bekleidung 2 %.

2012 stiegen die Exporte um 1,5 % auf 200 Mrd. Franken, die Importe um 1,2 % auf 176,5 Mrd. Franken.
Die Pharmaindustrie exportierte Produkte im Wert von 79 Mrd., die Uhrenerzeuger schafften 21 Mrd.

2013 stiegen die Exporte um 0,3 % auf 201 Mrd. Franken, die Importe um 0,3 % auf 177 Mrd. Franken.
Die Uhrenerzeuger exportierten Produkte im Wert von 22 Mrd., >40 % aller Exporte entfallen auf die Pharmaindustrie.

2015 fielen die Exporte um 2,6 % auf 202,9 Mrd. Franken, die Importe fielen um 6,9 % auf 166,3 Mrd. Franken.
41,7 % aller Exporte entfallen auf die Pharma- + Chemieindustrie (84,6 Mrd.), 23 % auf Uhren (21,5 Mrd.)  + Bijouterie (10,7 Mrd.) + Präzisionsinstrumente (14,4 Mrd. = gesamt 46,6 Mrd.), 15,3 % auf Maschinen, + Apparate + Elektronik (31 Mrd.).

2016 stiegen die Exporte um 3,8 % auf 210,7 Mrd. Franken, die Importe stiegen um 4,1 % auf 173,2 Mrd. Franken.
Bei den Exporten entfallen auf die Pharma- + Chemieindustrie (94,3 Mrd.), auf Uhren (19,4 Mrd.)  + Bijouterie (10,9 Mrd.) + Präzisionsinstrumente (14,9 Mrd.), auf Maschinen, + Apparate + Elektronik (31 Mrd.).


Deutschlands Handelspartner
 in Mio. Euro Quelle: DESTATIS

  Exporte   Importe
  2011 2012 2013 2015   2011 2012 2013 2015
Frankreich 101.506 102.910 99.979 103.000 Niederlande 82.004 85.737 88.679  
USA 73.694 86.971 89.347 114.000 China 79.423 78.529 74.544  
Niederlande 69.318 70.380 70.970 79.000 Frankreich 66.236 64.035 64.018  
GB 65.501 73.282 75.488 89.000 USA 48.316 51.070 48.581  
China 64.762 66.746 66.911 71.000 Italien 48.176 47.957 46.929  
Italien 62.076 55.528 53.247 58.000 GB 44.830 42.820 42.513  
Österreich 57.633 56.591 56.276 58.000 Russland 40.551 42.765 41.234  
Schweiz 47.708 48.933 46.924 49.000 Belgien 38.334 37.762 38.994  
Belgien 46.909 43.882 42.437 41.000 Österreich 37.445 36.419 36.792  
Polen 43.463 41.823 42.472   Schweiz 36.879 37.775 38.321  


Massengutfrachter, Bulker. Hafen von Dubai. Bild: WEBSCHOOL  
Bilder: WEBSCHOOL

Die Kapazität der weltweit verfügbaren Frachter und Tanker überstieg 2007 erstmals die Milliarden-Tonnen-Grenze. Die Hälfte davon wird von den führenden Seefahrt-Nationen Griechenland, Japan, Deutschland, China kontrolliert. Nicht immer unter deren Nationalflagge, denn aus Kostengründen sind viele Schiffe in Panama, Liberia und Bahama registriert.
1/3 des Seehandels entfällt auf Rohöl und Erdölderivate.
95 Prozent des weltweiten Warenverkehrs werden auf dem Seeweg abgewickelt.
2010 waren das  8,4 Mrd. Tonnen; davon 3.3 Mrd. t Massengüter Quelle: Review of Maritime Transport 2011; Unctad
 
Die Welthandelsflotte bestand am 1. 1. 2010 aus 46.948 Schiffen.
Zwei Kategorien von Frachtschiffen transportieren diese Gütermenge:
  • Massengutfrachter (Bulker, Bulkcarrier; deren wichtigste Frachten sind Eisenerz und Kohle) Bild oben links
  • Containerschiffe Bild oben rechts

Sie sind begehrte Beuteobjekte von Piraten, die in den letzten Jahren zunehmend die Seewege entlang der Küsten von Ländern mit geringer staatlicher Autorität bedrohen. Das International Maritime Bureau (IMB) zählte 2003 weltweit 445 "erfolgreiche" oder abgewehrte Angriffe auf Schiffe. 2006 waren es nur noch 239, 2007 stieg die Zahl auf 264,  2008 weiter auf 293 (vor den Küsten ihrer Länder sorgten somalische und nigerianische Piraten für 49 Kaperungen und zusätzlich Überfälle auf weitere 46 Schiffe), 2009 406 (davon 217 durch somalische Piraten). 2010 kam es zu 445 Piratenangriffen, 53 Schiffe wurden gekapert (davon 49 vor der somalischen Küste).
Neben den Piraten profitieren auch die Versicherungen. Reeder zahlen für eine Entführungs- und Lösegeldversicherung 10.000 bis 20.000 Euro pro Schiff und Route. Durchschnittliche Lösegeldforderung 2010 10 bis 12 Mio. € pro Schiff, tatsächlich bezahlt wurden 3,5 bis 5 Mio. €.
Im April 2011 bekamen die Piraten für den mit 1,8 Mio. Barrel Rohöl beladenen Supertanker Irene SL 13,5 Mio. $.
Zwischen 2005 und 2012 wurden vor der Küste Somalias und dem Horn von Afrika 179 Schiffe gekapert. Davon kamen 85 % gegen Lösegeld von max. 413 Mio. Dollar wieder frei.  Quelle: dpa aus einer Studie von Interpol, UNO + Weltbank (HaBla 4. 11. 13)

Die Weltbank schätzt die Kosten, welche die somalische Piraterie zwischen 2005 und 2011 verursacht hat auf mehr als 13 Mrd. Euro jährlich.
2011 wurden in somalischen Gewässern 243 Handelsschiffe angegriffen, 2012 waren es 75, 2013 noch 15 - davon 13 erfolglos. Jedoch nahmen im selben Zeitraum die Angriffe in Westafrika und Südostasien zu. Quelle: NZZ 1. 10. 14 S 6

Buch zum Thema: Kampf den Piraten; George Cypriano Bühler ISBN 978-3-430-20150-6 ECON 18,--(Ö 18,50)

Ein Fahrt durch den Suez-Kanal (193 km lang, schleusenfrei) kostete im Jänner 2009 für ein Frachtschiff 600.000 $.
Die Tagesmiete für einen Tanker (Fassungsvolumen 200.000 bis 320.000 t) betrug im Jänner 2010 60.500 $,  im Mai 2010 31.500 $ Spot-Markt-Preise
2008 passierten 21.000 Schiffe den Kanal und sorgten für Einnahmen von 5,8 Mrd. $ (1 € = 1,42 $)
2013 kassierten die Kanalbehörden ~5,3 Mrd. $ (1 € = 1,36 $)  Kanalgebühr pro Tonne und Durchfahrt: ~8 €
2014 begann der Ausbau des Kanals. Geplante Kosten: 8 Mrd. $
Ein 35 km Parallelkanal soll neu gegraben, 37 km verbreitert und vertieft werden. Danach können täglich 97 Schiffe (2014: 49 Schiffe) den Kanal passieren. Erhoffte Einnahmen 13,5 Mrd. $.
Am 6. August 2015 wurde der Kanal nach nur einem Jahr Bauzeit (geplant: 3 Jahre!) eröffnet. Bei nördlicher Passage konnte die Durchfahrtszeit von 18 auf 11 Stunden verringert werden.

Die Gebühren für die Durchquerung des Panamakanals richten sich nach der Tonnage des Schiffes. Maximal sind 450.000 $ zu bezahlen. Kreuzfahrtschiffe liegen mit 250.000 $ etwas günstiger. "Panama-Schiffe" nennt man Schiffe, die gerade noch durch den Kanal - genauer: die Schleusen - passen. Sie sind max. 300 Meter lang und 33 Meter breit.
2007 wurde der Zuschlag für Erweiterungsarbeiten erteilt, die 2009 begannen. Seit der Eröffnung am 26. Juni 2016 können auch die größten Containerschiffe (Post-Panamax-Klasse; Fassungsvermögen bis zu 14.000 Container, max. Schiffslänge 366m) den Kanal passieren. Der Kanal ist 82 km lang, 218 m breit und 14 m tief.
Baukosten: 5,6 Mrd. $

Der Nicaraguakanal (Länge 278 km, Breite 230 m, Tiefe 27,6 m) - geplanter Baubeginn 22. 12. 2014 - soll im Endausbau 2030 fertig gestellt sein. Der Kanal wird von Chinesen finanziert und betrieben. Geschätzte Kosten: 50 Mrd. $. Schiffe mit einer Länge von 400 m und einem Fassungsvermögen von 18.000 Containern können den Kanal nutzen.

3.900 Containerschiffe kreuzten 2007 über die Meere. Das waren um 12 % mehr als 2006.
Das erste Containerschiff verließ 1956 den Hafen Newark (New Jersey), sein Ziel war Houston (Texas).
1966 legten die ersten Containerschiffe in Europa an.
Das größte Containerschiff der Welt, die dänische "Emma Maersk" kann 13.000 Container aufnehmen. Stand 2008
 

Die Weltwirtschaft begab sich im Herbst 2008 auf Talfahrt. Schiffskapazitäten lagen brach, die Mieten fielen. Ein 2000-TEU-Containerschiff (2000 Stellplätze für Standardcontainer á 20 Fuss, Twenty Food Equivalent Unit - etwa 6m lang und je 2,5 m hoch und breit), war schon für eine Tagesmiete von 15.000 $ zu bekommen. Die vier Jahre davor  musste das Doppelte und mehr bezahlt werden.
Paralleles Preisverhalten beim einzelnen Container. Kosten für den Transport von Europa in die USA: 2007 2.000 $, Anfang 2009 500 $.
Containerumschlag 2008: 600 Millionen
 
1.300 Bestellungen für Containerschiffe lagen Ende 2008 vor (Auftragswert: 62 Mrd. $). Davon sollten bis Ende 2009 271 ausgeliefert sein; jedes mit 4000 oder mehr TEU.
Im März 09 waren 4.690 Containerschiffe mit 12,5 Mio. TEU registriert. Davon blieben 1,5 Mio. TEU ungenutzt.
Quelle: AXS-Alphaliner
Der Harpex (Index für Container Charterraten) stürzte auf ein Zehnjahres-Tief.

Der Transport eines Standardcontainers (TEU) von Nordeuropa  nach Asien kam Ende März 2013 auf 1.140 $, bis Mitte Juni hatte sich der Preis beinahe halbiert. Nur noch 584 $ waren zu bezahlen.

Massengutfrachter traf es genauso. Das Chartern eine Frachters der Capsize-Klasse (>100.000 dwt = deadweight  Tragfähigkeit) kostete im Juli 08 pro Tag 95.000,- $, Ende November 08 5.000,- $ und im November 11 2.300,- $.

Keine Ausnahme bilden die Tankschiffe. Für Öl-Großtanker (VLCC) waren 2008 pro Tag Charterkosten in der Höhe von 91.300 $ zu bezahlen, 2009 32.000,- / 2010 38.000,- / 2011 17.000,- / 2012 20.400,- / 2013 7.200  Quelle: Salamon


Für neuwertige Frachter mussten im Juli 120 Mio. $ bezahlt werden, Ende November nur noch 50 Mio. $.
Fünf Jahre alte Gebrauchtfrachter kosteten im Juli 2008 90 Mio. $, im Juli 2010 40 Mio. $.
Fünf Jahre alte Gebrauchtcontainerschiffe kosteten im Juli 2008 65 Mio. $, im Juli 2010 37 Mio. $.

2011 fuhren 4.718 Containerschiffe auf den Weltmeeren. Laut Branchendienst AXS-Alphaliner (am 18. 10. 2011) wegen Überkapazitäten nicht kostendeckend.
Im Juni 2012 lag die Zahl der Containerschiffe bei 4.790, ihre Ladekapazität betrug 20,1 Mio. t. Verglichen mit Jänner 2006 eine Zunahme von 80 %.
Laut Lloyd´s List kreuzten im Nov. 2012 4.993 Containerschiffe auf den Weltmeeren.

Technische Weiterentwicklungen erlauben den Bau von Schiffen mit einem Aufnahmevermögen von 18.000 Containern  - zur Jahrtausendwende lag das Maximum bei 7.500.

Die größten Containerschiffe (Stand Jan. 2015):

  • CSCL Globe (Reederei: China Shipping Container Lines) Länge: 400 m; Containerkapazität: 19.100
  • Maersk McKinney Moler (Reederei: Maersk) Länge: 398 m; Containerkapazität: 18.270
  • Majestic Maersk (Reederei: Maersk) Länge: 398 m; Containerkapazität: 18.270
  • Mary Maersk (Reederei: Maersk) Länge: 398 m; Containerkapazität: 18.270
  • Marie Maersk (Reederei: Maersk) Länge: 398 m; Containerkapazität: 18.270
  • Marco Polo (Reederei: CMA CGM) Länge: 396 m; Containerkapazität: 16.020

Die größten Containerreedereien nach Frachtkapazität in Mio TEU = Twenty-foot Equivalent (Standardcontainer)  Stand 1. 12. 2016:

  • APM-Maersk (Dänemark) 3,26
  • MSC (Schweiz) 2,82
  • CMA CGM (Frankreich) 2,14
  • COSCO (China) 1,56
  • Evergreen Line (Taiwan) 0,99
  • Hapag-Lloyd (Deutschland) 0,96

Der Baltic-Dry-Index (BDI, wird täglich an der Baltic Exchange in London ermittelt) bildet die Preisentwicklung der Frachtkosten für Rohstoffe (Kohle, Erze, Getreide) ab. Als im Sommer 08 die Rohstoffe ihren Preisgipfel erreichten, zogen sie aufgrund der enormen Nachfrage nach Transportraum auch den BDI auf bis dahin nie dagewesene 11.800 Punkte. Am 5. Dez. 08 war der Allzeit-Tiefpunkt mit 663 Punkten erreicht, bis Juli 09 ging es wieder aufwärts: 4.000 Punkte, Okt. Absturz auf 2.000, Nov. Verdopplung auf 4.200, Mai 2010 4.300, Juli 2010 2.000, Jan. 2011 1.432, Juli 2012 1.013, Nov. 2012 940, Aug. 2016 636, Dez. 2016 782. Quelle: BLOOMBERG

Letzte Aktualisierung  11. März  2017

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