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Die Erde stöhnt um die Jugend des Lands / Die Xerxes getötet, der vollgestopft / Den Hades mit Persern

KRIEG

"Die Perser"   AISCHYLOS

Vaclav Sochor: DIE BATTERIE DER TOTEN. Die vierpfündige Kavalleriebatterie Nr. 7 "von der Groeben" des Feldartillerieregiments Nr. 8 in der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866. Öl auf Leinwand, 1907
Die Batterie der Toten Gemälde von Václav Sochor Ort: HGM-Wien   Bildausschnitt: WEBSCHOOL

In bewaffneten Konflikten kamen zwischen 2004 und 2007 jedes Jahr mehr als 50.000 Menschen durch Waffengewalt um.
Insgesamt entstehen durch Waffengewalt (kriminelle Delikte eingeschlossen) jährliche wirtschaftliche Schäden von 400 Mrd. $.

 Zahlen: UNDP Genf, 11. 9. 2008

 

"Jede Kriegführung gründet auf Täuschung. Wenn wir also fähig sind anzugreifen, müssen wir unfähig erscheinen; wenn wir unsere Streitkräfte einsetzen, müssen wir inaktiv scheinen, wenn wir nahe sind, müssen wir den Feind glauben machen, dass wir weit entfernt sind, wenn wir weit entfernt sind, müssen wir ihn glauben machen, dass wir nahe sind."  Sun Tsi (Die Kunst des Krieges)

 

1. Juli 1916 - 07:30 Uhr: Beginn der Schlacht an der Somme. Von den 100.000 britischen Soldaten, die an diesem Tag gegen die deutschen Stellungen anrannten, waren bis zum Abend 20.000 gefallen, 40.000 wurden verwundet zurück getragen. 

 

"Schulter an Schulter schleppten sich die jungen Soldaten über das Niemandsland. Das Bajonett aufgepflanzt, einen halben Zentner Gepäck auf dem Rücken, beugten sie sich beim Vormarsch leicht nach vorn, um dem Ansturm des schweren Feuers zu trotzen. Sofort nach dem Verlassen des schützenden Grabens war die Siegesgewissheit in taube Gleichgültigkeit umgeschlagen. Ungerührt stapften sie vorwärts, ohne Deckung, ohne Sicht. Das Ohr vernahm kaum das nahe Tacken der Maschinengewehre. Mit jedem Schritt lichteten sich die Reihen, rechts und links fielen die Kampfgefährten, niedergemäht von den Garben der Todesmaschinen. Verwundete krochen in die Trichter, hüllten sich in ihre Decken und starben. Überrascht blickten die deutschen Verteidiger auf dieses Schauspiel des Opfermuts. Manche muss das Gemetzel so angeekelt haben, dass sie das Feuer einstellten, damit die leichter Verletzten zu ihren Stellungen zurück kriechen konnten"

JOHN KEEGAN: Der Erste Weltkrieg. Eine europäische Tragödie. (Kindler Verlag)

 

Soldatenfriedhof am Semmering; Bild: WEBSCHOOL
Soldatenfriedhof am Semmering; Bild: WEBSCHOOL

Am Ende der mehrwöchigen Schlacht an der Somme gab es auf deutscher Seite 600.000 Tote und Vermisste. Die Kämpfe endeten im November, bis dahin waren 418.000 britische und 200.000 französische Soldaten gefallen. Einer von ihnen war Lt. William Noel Hodgson. Er trug einen Brief mit diesen Worten bei sich: "By all the delights that I shall miss, help me to die, O Lord".

Im August 2006 sprach sich der britische Verteidigungsminister für eine Begnadigung von 306 britischen Soldaten durch das Parlament aus. Die Soldaten waren im Ersten Weltkrieg wegen Feigheit vor dem Feind zum Tode verurteilt und hingerichtet worden.

 

Am dritten Kampftag stiegen grüne Lichter / im Vorfeld auf und gaben das Signal; / das Abwehrfeuer wurde plötzlich dichter / und bitter dünkte uns die Luft und schmal. / Selbst die Gewehre tickten drüben schärfer, / mit Grunzen schlugen die Granaten ein; / hohl ächzend schraubten sich die Minenwerfer / auf unsren Graben zu in schwankem Schein.
"Durchbruch"  THEODOR KRAMER

 


Bild  WEBSCHOOL

Bereits im Dezember 1914 war das russische Heer von 3,5 Millionen auf 2 Millionen dezimiert, Österreich-Ungarn verzeichnete 1,3 Millionen Verluste.

Am 21. Feber 1916 begannen die deutschen Truppen die Operation "Gericht", wie sie den Angriff auf die Stadt Verdun nannten. Als die Schlacht am 20. Dezember beendet wurde, hatten beide Seiten kaum wesentliche Gebietsgewinne erzielt, aber rund 300.000 Soldaten hatten ihr Leben verloren.

Wie keine andere Schlacht des Ersten Weltkrieges, ist die britische Landung auf der türkischen Halbinsel Gallipoli gekennzeichnet von der Inkompetenz des englischen Offizierskorps. An anderen Fronten gab es ähnliche Debakel, jedoch ist Gallipoli die einzige Schlacht, in der das Eingeständnis einer Niederlage deutlich wurde. Nach 9 Monaten vergeblichen Kampfes ohne nennenswerten Geländegewinn, zogen sich die Briten aus den Dardanellen zurück.
Die Verluste auf beiden Seiten waren enorm: Die Briten hatten
49.000 Tote (darunter 8.709 Australier, 2.721 Neuseeländer) zu beklagen, die Türken über 85.000.
Auf beiden Seiten gab es über 250.000 Verwundete. Bei 800.000 Soldaten, die in Gallipoli zum

Einsatz gekommen sind, entspricht das eine Verlustrate von etwa 45 %, das heißt, dass fast jeder zweite Teilnehmer Schaden genommen hat, von den vielen Männern, die einen seelischen Schaden davon getragen haben, sprach damals niemand.

 

Krieg ist zuerst die Hoffnung, dass es einem besser gehen wird, hierauf die Erwartung, dass es dem anderen schlechter gehen wird, dann die Genugtuung, dass es dem anderen auch nicht besser geht, und hernach die Überraschung, dass es beiden schlechter geht.

Karl Kraus "Die letzten Tage der Menschheit"

 

"Wenn der Kampf tatsächlich begonnen hat und der Sieg lange auf sich warten lässt, dann werden die Waffen der Männer stumpf und ihr Eifer wird gedämpft. In der ganzen Geschichte gibt es kein Beispiel dafür, dass ein Land aus einem langen Krieg Gewinn gezogen hätte." Sun Tsi

 

19. Feber 1945: Iwo Jima, Pazifikinsel, 21 km2. US-Truppen (30.000 Mann, später verstärkt um weitere 40.000) gehen an Land und beginnen den Kampf gegen 22.000 japanische Soldaten.
26. März 1945: Ende der Schlacht. 21.000 Japaner wurden durch amerikanisches Feuer bzw. Selbstmord getötet. 6.800 US-Soldaten sind gefallen, 19.000 verwundet.

Im Koreakrieg ließen 54.000 amerikanische Soldaten ihr Leben. 

Im Vietnamkrieg wurden zwei Millionen Vietnamesen getötet, drei Millionen verwundet und Hunderttausende von Kindern als Waisen zurückgelassen; etwa zwölf Millionen Menschen verloren ihre Heimat.
Auf amerikanischer Seite fielen insgesamt etwa 87.000 Soldaten und etwa 153.000 wurden verwundet.
Kriegskosten für die USA (inflationsbereinigt): 686 Mrd. $

 

"Die größte Leistung besteht darin, den Widerstand des Feindes ohne einen Kampf zu brechen".
Sun Tsi

 

Im Frühjahr 1812 zog Napoleon I. im Herzogtum Warschau die Grande Armée zusammen, insgesamt über 611.000 Mann; 449.000 Franzosen, 162.700 Soldaten mussten die Verbündeten stellen. Im Juni marschierte er mit der Grande Armée in Russland ein. Aus dem durch den Brand von Moskau und durch den Einbruch des Winters erzwungenen Rückzug (seit 19. 10.) und aus dem partisanenähnlichen Widerstand in dem von Alexander I. verkündeten Vaterländischen Krieg erwuchs die Katastrophe der Grande Armée  - nicht einmal 40.000 kehrten aus Russland zurück!
Andere Quellen sprechen von 675.000 Soldaten aus 20 Nationen und 80.000 Rückkehrern.

Für den Zaren, für die Kaiser, für den König, dürfen 90.000 Soldaten in der Völkerschlacht bei Leipzig (Österreicher, Preußen und Russen besiegen das Heer Napoleons I.) sterben. Österreichische Opfer: 15.000

Schlacht bei Aspern, Beginn 21. Mai 1809. Ende 22. Mai. 55.000 Tote. Österreichische Opfer: ~ 25.000
Sieger:
Napoleon I. und seine gefallenen ~ 30.000 Soldaten.

 

"Der fähige Anführer setzt den weisen Mann, den tapferen Mann, den habgierigen Mann und den dummen Mann ein. Denn der weise Mann freut sich daran Verdienste zu erwerben, der tapfere will seinen Mut im Kampf beweisen, der habgierige Mann sucht seinen Vorteil und der dumme Mann hat keine Furcht vor dem Tod."     Sun Tsi

 

In den drei Kriegen, die Preußen um die Provinz Schlesien ab 1740 gegen Österreich führte, fielen 180.000 preußische Soldaten. Die damalige preußische Gesamtbevölkerung betrug gut 3 Millionen.

 

Am 10. Mai 1940 begann die deutsche Offensive gegen Frankreich, Belgien und Holland. Die Angegriffenen waren zahlenmäßig überlegen und verfügten über die besser gepanzerten Fahrzeuge. Aber ihre Führung und die Konzepte waren überholt. Die Niederlage war in 46 Tagen besiegelt. 92.000 Gefallene, 70.000 tote Zivilisten, 200.000 Verwundete, 1,5 Millionen Kriegsgefangene - eine solche Katastrophe hatte Frankreich in seiner gesamten Geschichte nicht erlebt.
Daten aus Frankreich 1940. Wege in die Niederlage. von Jacques Engeli Baden-Verlag 2005                  
Bild rechts  WEBSCHOOL

Gedenktafel für die Vermissten und Kriegsgefangenen - Nürnberg. Bild: WEBSCHOOL

 

Sollte Dir zu Ohren kommen, dass ich gegen eine mexikanische Wand gestellt und in Fetzen geschossen wurde, so solltest Du wissen, dass ich das für einen ziemlich guten Abgang vom Leben halte.

AMBROS BIERCE in einem Brief an seine Nichte, nachdem er sich im Herbst 1913 - mit 71 Jahren - mexikanischen Rebellen angeschlossen hatte. Im Dezember 1913 wurde er zum letzten Mal gesehen.


 

Weltweit gab es im Zweiten Weltkrieg ca. 60 Millionen Tote. Davon waren 20 Millionen Soldaten.
Von den cirka 40 Millionen Zivilisten kamen sechs Millionen in den Vernichtungs- und Konzentrationslagern um.

Das Deutsche Reich verlor während des Kriegs ca. 3,3 Millionen Soldaten und 3,7 Millionen Zivilisten.
Die weitaus meisten Toten beklagte mit annähernd 26 Millionen Menschen, davon 17 Millionen Zivilisten, die Sowjetunion. Relativ zur Bevölkerungszahl hatte jedoch Polen mit 6,6 Millionen Toten den höchsten Blutzoll entrichtet.

Über die tatsächliche Opferbilanz der Sowjetunion wird bis heute gelogen. Das meinte in einem Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung (9. Mai 2005) der Kriegsveteran und Chefredakteur Lasar Lasarew:
„ Nach dem Krieg sprachen sie von 7 Millionen Toten, um im Vergleich mit den deutschen Verlusten nicht allzu schlecht dazustehen. 1965 sprachen sie plötzlich von 20 Millionen, und seit den frühen neunziger Jahren sind es sogar 27 Millionen. Natürlich ist auch das gelogen, jeder Kriegsteilnehmer weiß das.“

An der Front fielen 250.000 Österreicher, weitere 125.000 Österreicher starben in Lagern oder wurden Opfer von Bombenangriffen.

300.000 US-Soldaten verloren ihr Leben. 1,7 Millionen Soldaten und 950.000 Zivilisten betrugen die japanischen Opfer.
 

Bild WEBSCHOOL

Quelle: Willmott/Messenger/Cross: World War II 


Auszug aus Verlustliste der Stadt Ried in OÖ (WK II) Bild WEBSCHOOL

"Es liegt in unserer Hand, uns vor einer Niederlage zu schützen, doch die Gelegenheit, den Feind zu schlagen, gibt uns der Feind selbst." Sun Tsi

 

Der Amerikanische Bürgerkrieg war der erste moderne Massenkrieg. Mit der Kapitulation der Südstaaten wurde die nationale Einheit der USA wieder hergestellt. Wichtigstes Ergebnis des äußerst erbittert geführten Krieges, der 620.000 Soldaten das Leben kostete - 360.000 auf Seiten der Nordstaaten, 260.000 bei den Konföderierten. Damit fielen in diesem Krieg mehr amerikanische Soldaten als in allen übrigen mit amerikanischer Beteiligung zusammen!
So verloren z. B. in den Feldzügen Mai/Juni 1864 die Nordstaaten 54.000 Mann, die Südstaaten 32.000. Kurz vor Kriegsende fielen bei der Belagerung von Peterburg 42.000 Soldaten des Nordens und 28.000 der Südstaaten.
Kriegskosten (inflationsbereinigt): 280 Mrd. $

Im Zeitraum 1914 bis 2014 starben in Kriegen 625.000 Amerikaner: www.militaryfactory.com
WK I 117.000  WK II  405.000  Korea 37.000  Vietnam 58.000  Golfkrieg 300  Afghanistan 2.400  Irak 4.500  Sonstige 800

 

Der Fluss erstickte an Leichen, / ihren und unseren; / die Eule schläft, Wächterin / schweifender Stunden. Über die Erde streicht / eine hellwache Brise, die Hügel sind / eingeebnet unter unseren Erobererfüßen.
"Kriegsbericht"  Kosala 900 v. Chr. Ranjit Hoskote

 

Frankreich verlor zwischen 1792 und 1815 genau so viele Menschen, wie in beiden Weltkriegen zusammen: je 2 Millionen.
Die Kriege der Revolutionszeit forderten 400.000 Menschenleben und die Kriege Napoleons 1.000.000.
Während Frankreich vorwiegend ein Agrarstaat blieb, wandelte sich England insbesondere unter dem Druck der Politik Napoleons zum Industriestaat.
Die Zahl der französischen Schiffe im Überseehandel fiel von über 2.000 im Jahr 1789 auf 179 im Jahr 1812.
Das ist die Bilanz, die man benötigt um Nationalheld zu werden.

Wien-Aspern, Löwe, Andenken der am 21. und 22. Mai 1809 ruhmvoll gefallenen österreichischen Krieger. Bildhauer: Fernkorn  Bild: WEBSCHOOL
Bild WEBSCHOOL

Ein siegender Fürst lasse doch, vor seinem Einzuge durch Siegsbogen, sich und dem Heere noch ein Heer vorziehen, das der im Kriege gemachten und vielseitig gestalteten Krüppel.   Jean Paul

 

"Es gibt fünf gefährliche Fehler, die jeder General begehen kann. ..... Der letzte dieser Fehler ist die übergroße Sorge um das Wohl der Männer."    Sun Tsi

 

Der bis dahin unbekannte Fluss wurde zum Schauplatz mörderischer Kämpfe. In den vier ersten Isonzoschlachten verlieren die Italiener etwa 175.000, die Österreicher rund 123.000 Mann.

Die verbündeten deutschen und österreichisch - ungarischen Armeen verloren in der letzten und entscheidenden Schlacht am Isonzo 65.000 Mann.
Das italienische Heer verlor 40.000 Mann.
In den ersten 11 Schlachten waren auf italienischer Seite bereits 200.000 Mann gefallen.

Bild rechts: Kriegermahnmal in Kirchfidisch / Burgenland. Entworfen von L. Beidl 1919. Aufgenommen von Alois Liendl, Fotograf in Güssing / Burgenland, im Juli 1921.

Mahmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges in Kirchfidisch

 

... Aber der Kavallerist hatte keinen Kopf mehr, nur noch eine Öffnung über dem Hals, mit Blut darinnen, das gluckste und brodelte wie Eingemachtes in einem Kochtopf. Der Oberst hatte den Bauch offen, er schnitt eine abscheuliche Fratze darüber. Es hatte ihm wohl tüchtig weh getan, als es geschehen war.

Aus "Reise ans Ende der Nacht"  LOUIS-FERDINAND CÉLINE

 

"Ich erinnere mich an eine Schlacht, die zwei Tage und zwei Nächte dauerte. Danach musste ich die Toten zählen, unsere eigenen und die der anderen. Als ich auf 7.000 gekommen war, konnte ich nicht mehr weiter machen. Es war, als sei eine Schüssel mit Reiskörnern ausgeschüttet worden; nur waren es die Körper der Gefallenen, und sie lagen auf blutdurchtränkter Erde."

Bericht eines irakischen Soldaten im Krieg gegen den Iran

 

Der Lyriker Blaise Cendrars hat sich bei Kriegsbeginn 1914 aus Abenteuerlust freiwillig zur französischen Armee gemeldet. Am 28. September 1915 riss ihm eine Granate den rechten Arm ab. In "Die rote Lilie" beschreibt er seine Erlebnisse und Eindrücke von der Front:
Doch ich habe mehr als einen gekannt, der schließlich seine Schießscharte liebte, selbst wenn er dort den ganzen Winter im Wasser stand, und zwar bis zum Bauch, denn es war der einzige Ort der geliebten Erde Frankreichs, den er jemals zu eigen besitzen würde und den zu verteidigen er gekommen war, dieses enge Schützenloch, das schließlich seine Umrisse angenommen hatte vom vielen Aufstützen, vom vielen Anlehnen und Sich-vorn-und-hinten-dran-Reiben in den endlosen, erschöpfenden, durchwachten Cafard-Nächten, und selbst wenn tagsüber sein Horizont von der grinsenden Fratze eines Kadavers verdeckt war oder von der gegenüberliegenden Schießscharte, dieses Schützenloch, das einstürzte und den Soldaten mit einer Dreckuniform überzog und in dem bei jeder Ablösung der eine oder andere begraben zurückblieb wie in einer Latrine ohne Ausgang. Doulce France, o mein schönes Grab.

BLAISE CENDRARS  "Die rote Lilie", Lenos-Verlag

 

Am 29. März 1461 verloren in der blutigsten Schlacht der Rosenkriege zwischen den Häusern York und Lancaster bei Towton zwei Drittel der männlichen englischen Adeligen das Leben.
 
England war lang im Wahnsinn, schlug sich selbst: / Der Bruder, blind, vergoss des Bruders Blut; / Der Vater würgte rasch den eignen Sohn; / Der Sohn, gedrungen, ward des Vaters Schlächter; / All dies entzweiten York und Lancaster, / Entzweiet selbst in gräulicher Entzweiung.

Aus "König Richard III."   SHAKESPEARE 

 

220.000 Soldaten aus dem Commonwealth traten am 23. Oktober 1942 bei Al-Alamein gegen 90.000 deutsche und italienische Soldaten an. Als der deutsche Kommandant des Afrikakorps, Feldmarschall Rommel, am 4. November den Rückzugsbefehl gab, waren bis dahin auf beiden Seiten 40.000 Soldaten durch Minen, Schusswunden oder Luftangriffe gefallen.

Gedenktext an die Gefallenen der Weltkriege am Wiener Neustädter Dom Bild: WEBSCHOOLALLZEIT GETREU - Mahnmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege am Wiener Neustädter Dom  Bild: WEBSCHOOL
Bilder  WEBSCHOOL
 

Das ist so schön, schön über all´ Ermessen / Dass Mütter klaglos die Söhne sterben sehn / Dass alle ihre Sorgen still vergessen / Und um des Großen Sieg nun beten gehn.

BERTOLT BRECHT


Ortsverzeichnis der Luftwarngebiete für Wien und Umland 1944

Ortsverzeichnis der Luftwarngebiete. Entfernung bis Radius bis 275 Kilometer um Wien

 

Am 15. Juni 1944 begann die Schlacht um die Insel Saipan. In den ersten 24 Stunden starben 1.500 Amerikaner. Nach drei Wochen war die Insel erobert. 3.400 US-Soldaten waren gefallen, 13.000 verwundet. Von den 30.000 japanischen Verteidiger überlebte keiner.
Bei der Eroberung von Okinawa fielen 12.000 Amerikaner, 37.000 wurden verwundet. Die japanischen Verluste: 110.000.
Die Einnahme der kleinen Insel Iwojima kostete 6.000 US-Soldaten das Leben, 17.000 wurden verwundet. Von 20.000 japanischen Soldaten fielen 19.800.  
siehe auch Filmliste weiter unten
 

Im 2. Weltkrieg fielen 2.133.885 japanische Soldaten. Sie opferten ihr Leben für den Kaiser, dafür hielten ihre Seelen Einzug in den "Reichsschrein der Sonderklasse" (Yasukuni-Schrein in Tokio) und werden dort als Götter verehrt.

  

Der junge Alexander eroberte Indien. / Er allein? / Cäsar schlug die Gallier. / Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich? / Philipp von Spanien weinte, als seine Flotte / Untergegangen war. Weinte sonst niemand? / Friedrich der Zweite siegte im Siebenjährigen Krieg. Wer / Siegte außer ihm?

Aus "Fragen eines lesenden Arbeiters"   BERTOLT BRECHT

  

In den von den USA amtlich gezählten Indianerkriegen zwischen 1790 und 1891 verloren die Indianer über 400.000 Kämpfer, die US-Kavallerie 2.282 Mann.
Bei der Entdeckung Amerikas gab es auf dem Gebiet der heutigen USA 15 Millionen Ureinwohner. 1890, nach dem Massaker von "Wounded Knee" waren es 250.000. 2010 zählte die indianische Bevölkerung 562 Stämme mit gesamt 3,3 Millionen Personen.

 

Und als der Krieg im vierten Lenz / Keinen Ausblick auf Frieden bot / Da zog der Soldat seine Konsequenz / Und starb den Heldentod. ....

Aus "Die Legende vom toten Soldaten"; BERTOLT BRECHT

 

Im Afghanistan-Krieg ließen ~15.000 russische Soldaten ihr Leben.
In den ersten fünf Jahren (1999 - 2004) des zweiten Tschetschenien-Krieges wurden nach Angaben des Komitees der Soldatenmütter 13.000 russische Soldaten getötet. Unter den Zivilisten kamen zwischen 10.000 und 20.000 um.
Ganz andere Zahlen nannte im Jänner 2006 das russische Verteidigungsministerium. Laut diesem betrugen die Verluste von 1999 bis inkl. 2005 3.495 Soldaten und 32 Vermisste.

 

Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dort, du habest uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl.

Simonides ?

 

Das Dokumentationszentrum für Kriegsopfer in Sarajevo veröffentlichte im Juni 2007 die Opferzahlen über den Bosnien-Krieg (1992 - 1995).
80.545 Personen wurden getötet, 16.662 gelten als vermisst. 39.684 der Getöteten waren Zivilisten.
Auf die Bosnier entfallen 64.036 Tote bzw. Vermisste, auf die bosnischen Serben 24.905, auf die bosnischen Kroaten7.788.

 

Im Golfkrieg (1990/91) starben 293 US-Soldaten (nur eine Minderheit von ihnen durch Feindeshand).
Für die verursachten Schäden in Kuwait muss der Irak 54 Mrd. $ an die UNO überweisen, welche das Geld an Kuwait weiter leitet. Bis Juli 2010 waren Zahlungen in Höhe von 31 Mrd. $ geleistet. Die Gelder stammen aus einer 5 %igen Steuer auf die irakischen Ölexporte.

Seit Kriegsbeginn im März 2003 und dem Abzug Ende 2011 kamen im Irak 4.484  US-Soldaten (davon 74 % Weiße, 9 % Afroamerikaner, 11 % Latinos  Quelle: Pentagon) ums Leben. Stand: 17. 11. 2011 siehe Tabelle unten. Quelle: http://www.icasualties.org/
Fast zwei Drittel der gefallenen US-Soldaten kamen durch Minen und Bombenanschläge ums Leben.


 

Jahr

US-Soldaten UK-Soldaten Andere Nationen Gesamt
2003 486 53 41 480
2004 849 22 35 906
2005 846 23 28 897
2006 822 29 21 872
2007 904 47 10 961
2008 314 4 4 322
2009 149 1 0 150
2010 60 0 0 60
2011 54 0 0 54
Gesamt 4484 179 139 4802


Auf der Website www.iraqbodycount.org werden die auch die Opferzahlen der Zivilbevölkerung aufgelistet.
2005 wurden in den Vereinigten Staaten allein mit Schusswaffen 14.000 Morde begangen.
Zwischen Kriegsbeginn und dem Abzug der britischen Truppen am 30. April 2009 starben 179 britische Soldaten.
Die anfangs 480 Mann starke bulgarische Einheit verzeichnete bis zu ihrem Abzug (30. Dezember 2005)
13 Tote.
Das italienische Truppenkontingent hatte bis Ende April 2006 30 Todesopfer zu verzeichnen. Davon starben 17 im November 2003 bei einem Anschlag gegen das Hauptquartier.
Polen hatte von 2003 bis 28. 10. 2008 zwischen 1.500 und 2.400 Soldaten im Südirak stationiert. Der Einsatz kostete 22 Soldaten das Leben.

Nicht nur an Menschenleben, auch finanziell zahlen die USA für ihre Irak-Intervention einen hohen Preis. Im Budget 2002/03 mussten dafür 51 Mrd. $ verbucht werden, 2003/04 77  Mrd. $, 2004/05 87 Mrd. $, 2005/06 102  Mrd. $. Nach Angaben des Kongresses haben die USA bis Dezember 2006 für den Irakkrieg, das  Engagement in Afghanistan und die Terrorbekämpfung 500  Mrd. $ ausgegeben.
Bewilligte Mittel für den Irak-Krieg im Zeitraum 2003 bis 2008: 600  Mrd. $
Kosten von Kriegsbeginn bis zum Abzug der kämpfenden Truppen im Aug. 2010 nach Regierungsangaben:
780  Milliarden $
Kosten von Kriegsbeginn bis zum Abzug der kämpfenden Truppen im Aug. 2010 lt. Brooking Institut: 900  Milliarden $
Kosten inkl. medizinischer Betreuung, Langzeitbetreuung und volkswirtschaftlicher Schäden: 3  Billionen $
 
SIPRI beziffert die Rüstungsausgaben der USA für 2007 mit 547 Mio. $.
Von mindestens 3.000 Mrd. $ spricht der Nobelpreisträger für Wirtschaft, Joseph Stiglitz, in seinem Buch
Die wahren Kosten des Krieges. Wirtschaftliche  und politische Folgen des Irak-Konflikts Verlag Pantheon, München 2008
Inflationsbereinigt kostete der Zweite Weltkrieg die USA 4.400 Mrd. $, der
Koreakrieg 373 Mrd. $, jener in Vietnam 686 Mrd. $.

Die Kosten der US-Einsätze in Afghanistan, Pakistan und dem Irak bezifferte eine Studie des Watson Instituts an der Brown University mit 3,2 bis 4 Billionen Dollar. http://www.costsofwar.org (30. 6. 11)

Im Anti-Terror-Kampf in Afghanistan hatten die Koalitionstruppen von 2001 bis Juni 2010 folgende Verluste:
(http://icasualities.org/  isaf  Bundeswehr)
USA 1.133, GB 307, Kanada 148, Deutschland 43, Spanien 28, Frankreich 44, Niederlande 24, Italien 24, Dänemark 33, Polen 18, Australien 16, Rumänien 13, Übrige 43.

2009 kostete die USA der Afghanistaneinsatz 60,2 Mrd. $. Quelle: Pentagon
Von 2002 - 2010 kostete Deutschland die Teilnahme der Bundeswehr am Afghanistaneinsatz 4,4 Mrd. €. Im selben Zeitraum investierte Deutschland 2,8 Mrd. € in den zivilen Aufbau.  Quelle: Bundestag, Bundesregierung

 

Lust auf Krieg? Vorher diese Filme ansehen:
  • Im Westen nichts Neues
  • Die Brücke
  • Wege zum Ruhm nach Paths of Glory (1935) von Humphrey Cobb
  • Johnny zieht in den Krieg
  • Der Angriff der leichten Brigade
  • Der schmale Grat
  • Letters from Iwo Jima (2006) von Clint Eastwood
  • Flags of Our Fathers (2006) von Clint Eastwood
  • Die Offizierskammer
  • Mathilde - Eine große Liebe
  • Die Schlacht an der Somme  (1916) von Geoffrey Malins und J. B. McDowell (DVD)
  • Brotherhood  (2004) von Kang Je-kyu

und diese Bücher lesen:

  • Krieg dem Kriege  Ernst FRIEDRICH; Deutsche Verlags-Anstalt, München
  • Und Johnny zog in den Krieg  Dalton Trumbo; Onkel & Onkel-Verlag 1939 veröffentlicht; 1941, mit Eintritt der USA in den WK II, wurde das Buch wegen Wehrkraftzersetzung verboten
  • Die Kunst des Krieges  Sun Tsi; Verlag Knaur
  • Das Gesicht des Krieges  Martha Gellhorn; Dörlemann-Verlag
  • Matterhorn  Karl Malantes; Arche-Verlag
  • Die französische Kunst des Krieges  Alexis Jenni; Luchterhand-Verlag
  • Die Farbe des Krieges  Arkadi Babtschenko; Rowohlt-Verlag
  • Ein Tag wie ein Leben. Vom Krieg  Arkadi Babtschenko; Rowohlt-Verlag
  • Ein guter Ort zum Sterben  Arkadi Babtschenko; Rowohlt-Verlag
  • Der Marsch  E. L. Doctorow; Kiepenheuer & Witsch
  • Der Befreier  Alex Kershaw; dtv
  • Der Zweite Weltkrieg  Antony Beevor; Bertelsmann
  • Der Bombenkrieg  Richard Overy; Rowohlt Berlin
  • Geschichte des Westens. Die Zeit der Weltkriege 1914 - 1945  Heinrich August Winkler; C. H. Beck
  • Russlands Weg in den Krieg. Der Erste Weltkrieg - Ursprung der Jahrhundertkatastrophe Sean McKeekin; Europa Verlag Berlin
  • Juli 1914 Sean McKeekin
  • Nachts schlafen die Ratten doch  Wolfgang Borchert
  • Kreuzzug gegen das Reich des Mahdi  Winston Churchill; Eichborn (Die Andere Bibliothek)
  • Das Lächeln der Henker  Anton Holzer; Primus Verlag
  • Erde und Blut. Völkermord und Vernichtung von der Antike bis heute.  Ben Kiernan; Deutsche Verlagsanstalt
  • Die Toten sind immer die anderen.  Rudolf Kreis; Landt Verlag
  • Alles hat seine Zeit. Ennio Flaiano; Manesse Verlag
  • Eine Frau flieht vor einer Nachricht. David Grossmann; Hanser Verlag
  • Heldenangst. Gabriel Chevallier; Verlag Nagel & Kimche
  • Schönheit und Schrecken. Eine Geschichte des Ersten Weltkriegs, erzählt in 19 Schicksalen. Peter Englund; Rowohlt Verlag
  • Geschichten aus dem Bürgerkrieg. Ambros Bierce; Elster-Verlag, Zürich
  • 1812. Napoleons Feldzug in Russland. Adam Zamoyski; Verlag C. H. Beck
  • Die Sonne war der ganze Himmel. Kevin Powers; Verlag S. Fischer
  • Geschichte des Koreakrieges Bernd Stöver; Verlag C. H. Beck
  • Der Erste Weltkrieg und das Ende der Habsburgermonarchie  Manfred Rauchensteiner; Böhlau-Verlag
  • Die Schlafwandler - Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog  Christopher Clark; DVA
  • Der Große Krieg. Die Welt 1914 - 1918  Herfried Münkler; Rowohlt
  • Der Große Krieg  Oliver Janz; Campus
  • Menschen im Krieg  Andreas Latzko; Milena (Wien)
  • Countdown in den Krieg  Sean McMeekin; Europa Verlag Berlin
  • Verdun 1916 - Urschlacht des Jahrhunderts  Oliver Janz; Campus
  • Die letzten Tage der Menschheit  Karl Kraus; Jung und Jung
  • Was es heißt, in den Krieg zu ziehen  Olaf Jessen; C. H. Beck
  • Quai d´ Orsay  Blain & Lanzac; Reprodukt
  • Wir erschossen auch Hunde  Phil Klay; Suhrkamp  [Irak-Krieg]
  • Im Frühling sterben.  Ralf Rothmann; Suhrkamp
  • Meine Erlebnisse in dem furchtbaren Weltkriege 1914-1918  Kremayr & Scheriau; 2016; € 19,90

 

Es schmücken dich deine Worte so schön wie deine Wunden. Nach Ehre schmecken beide.

"Macbeth" Shakespeare

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich eine große Zahl von Staaten darauf geeinigt, beim gegenseitigen Meucheln in zukünftigen Kriegen einen gewissen Stil zu wahren. Ergebnis dieser Übereinkünfte war 1949 die
GENFER KONVENTION: die 194 Unterzeichnerstaaten verpflichten sich zur Einhaltung bestimmter Regeln und Verhaltensweisen im Falle bewaffneter Auseinandersetzungen zwischen ihnen. In 143 Artikeln sind der Schutz der Zivilbevölkerung, der Schutz der verwundeten, kranken, schiffbrüchigen und gefangenen Soldaten geregelt. Weiters die Aufgaben der Rotkreuz-/Rothalbmondbewegung, der Schutz verletzter Soldaten und der Zivilbevölkerung, die Vermisstensuche, die entmilitarisierten Zonen und verbotene Methoden und Mittel der Kriegsführung.
Am 8. Juni 1977 wurde die Genfer Konvention um zwei Zusatzprotokolle erweitert.
Protokoll 1 gilt für internationale Konflikte. Erweitert den Status "Kriegsgefangene" auch auf gefangene Guerillakämpfer. Womit diese wegen ihrer Teilnahme an Kämpfen nicht mehr bestraft werden dürfen. Unterzeichnet von 167 Staaten.
Protokoll 2 weitet die rechtlichen Schutzbestimmungen auf interne bewaffnete Auseinandersetzungen, einschließlich Bürgerkriege aus. Unterzeichnet von 163 Staaten.
Die Unterzeichnung der beiden Protokolle verweigerten z. B.: Afghanistan, Indien, Iran, Irak, Israel, Pakistan, USA, ...

 

Richten Krieg und Krieges Blut: Ewig wird Zwietracht wohnen auf menschlicher Stätte.

Euripides

Heldenplatz Wien, Grab des unbekannten Soldaten
Bild WEBSCHOOL

Die Europäische Digitalbibliothek sammelt und veröffentlicht Dokumente und Erlebnisberichte von Teilnehmern am Ersten Weltkrieg:
http://www.europeana1914-1918.eu/de

Letzte Aktualisierung: 19. Juli  2016

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