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Beredsamkeit und Wahrheit sind Nachbarn aber keine Freunde.

  INFORMATION - MANIPULATION

JEAN PAUL


Bild WEBSCHOOL

Wenn in der Volksschule die Frau Lehrerin etwas sagt, dann "ist das so". Zumeist können nicht einmal die Eltern ihr Kind an der Unfehlbarkeit der Lehrerin zweifeln machen. Mit Fortdauer der Schullaufbahn verblasst das Wissensmonopol der Pädagogen.
Dann gilt das, was im Fernsehen gesagt und gezeigt wird. Oder in der Zeitung steht.
"Das ist so, weil so stand es in der Zeitung". "Das habe ich selber im Fernsehen gesehen". Was man gelesen oder gesehen hat, das ist! Und was ist, das stimmt. Vor allem, wenn man das Bild (den Bildbericht) mit eigenen Augen gesehen hat. Das ist wie selber dabei gewesen. Glaubt man. Kleinere "Ungenauigkeiten" fallen nicht ins Gewicht:

 

Von beeindruckenden Produktionszahlen des Autoproduzenten General Motors berichtete die Wiener Zeitung am 18. Okt. 2005:
  
.... Der Konzern verkaufte von Jänner bis September mehr als 7 Milliarden (!) Autos - ein Plus von 3,7 Prozent. Der weltweite Marktanteil sank im dritten Quartal auf 14,6 Prozent von 15,4 Prozent vor einem Jahr. Der Anteil u(!)m US-Markt schrumpfte auf 25,6 Prozent von 28,5 Prozent ein Jahr zuvor.

 
7 Milliarden Autos, das macht für jeden Erdenbürger ein Auto!

 

Sporting Lissabon und AZ Alkmaar trennten sich 2:1

Heute  Ausgabe vom 29. April 2005

 

Afrikanische Dealer verdienten bis zu 40.000 Schilling pro Tag

"Asylwerber" verkauften Drogen um fast vier Millionen Schilling

Eine internationale Drogenbande, die seit Jahren in Wien Tausende Suchtgiftkugeln im Wert von fast vier Millionen Schilling verkaufte, konnte von der Polizei Floridsdorf zerschlagen werden. Zwei ........

.... Die verhafteten Bandenmitglieder, die über Italien als Asylwerber nach Österreich gekommen waren, verdienten beim Straßenverkauf der Heroin- und Kokainkugeln zwischen 20.000 und 40.000 Schilling pro Tag.

 
So zu lesen im Lokalteil der Krone (17. Juni 2000). Da wird die Frau Lehrerin, welche dem Herrn Redakteur seinerzeit die Grundrechnungsarten vermittelt hat, wohl etwas blass geworden sein. "Schaut her, Kinder! Wenn euer Papi jeden Tag 40.000 Schilling verdient, wie viele Tage muss er dann arbeiten, bis er vier Millionen hat? Richtig! Man muss an 40.000 nur zwei Nullen anhängen. Daher muss man mit welcher Zahl multiplizieren? Richtig: 100."
 
100 Tage also für 4 Millionen. Etwas mehr als drei Monate. Ziemlich weit weg von "...seit Jahren".

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Für zehn Prozent gibt es Fünfer

Neun Prozent bekommen einen Fünfer

Für rund 23.000 Schülerinnen und Schüler gibt ( "es" fehlt im Text) in zwei Wochen Ferien. Knapp zehn Prozent davon werden das Schuljahr aber mit einem oder mehreren Fünfern im Zeugnis abschließen.        Seite 9 So stand es im KURIER zu lesen (16. Juni 2001).
Auf der Titelseite (linker Text) noch zehn Prozent, reduzierten sich die Fünfer in der Headline (siehe oben) auf Seite 9. Da warens nur noch neun.

 

Selektive Berichterstattung: Die Gratiszeitung HEUTE nannte als besonders ausgabenfreudige Ministerin Frau Schmied. Dass der mit HEUTE gut vernetzte Minister Faymann fast doppelt so viel für die Öffentlichkeitsarbeit ausgab, wurde nicht erwähnt. Vgl. Die Presse online 19. 3. 09 / Heute Seite 5 20. 3. 09

 

Zwei wenig berauschende Siege gegen Austria (1:0) und Admira (2:0) sowie das 0:2 gegen Fiorentina - so richtig rund läufts beim Meister Tirol nicht mehr. 20 Spiele in den 15 Wochen seit Saisonstart, das hat an der Substanz genagt. Wenn der Wind die leeren Oberschenkel ins Herbst-Loch bläst, dann bleiben im Finsteren nur noch die vollen Hosen zurück.
Der Föhn bläst bunte Blätter über den Platz und pfeift den Kickern durch die leeren Oberschenkel. Auch in den beiden Meisterjahren unter Kurt Jara wurde es um Tirol finsterer, als die Tage spürbar kürzer wurden.
Alle Jahre wieder: Das Herbst-Loch. "Die Sommerpause", sucht Österreich-Neuling Löw........
(Poesie-Beispiel aus dem Krone-Sportteil)

 

Formel I: McLaren wechselt den Gummi Ist der alte geplatzt?

(Ambiguität aus dem Kurier-Sportteil)

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Athen: 20 Tote! Sie zertrampelten sich Selbstmörder?

Im  Olympiakos  Stadion  war  nach  dem  6:0  die  Hölle  los

(KURIER 9. 2. 81)

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Kallio fehlten nur "gestohlene" Punkt zum großen Triumph
   
Erster WM-Titel für KTM   
mit fahlem Beigeschmack   ... und schaler Gesichtsfarbe?

Krone 7. 11. 05

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Rund zehn Millionen Kalifornier wählten den gebürtigen Steirer Arnold Schwarzenegger zum neuen Gouverneur

"Ich besaß nichts, als ich kam - Kalifornien hat mir alles gegeben"

 B I L D

LOS ANGELES. In dem Saal wurde Geschichte geschrieben. Richard Nixon trat hier regelmäßig auf,; Ronald Reagan erfuhr 1980 in diesem Raum, dass er zum 40. Präsidenten der Vereinigten gewählt wurde, und in der Nacht auf Mittwoch feierte ein .....   ... . Die Wahlbeteiligung hatte einen Rekordwert erreicht: Rund zehn Millionen Kalifornier hatten ihre Stimme abgegeben, das entspricht mehr als 60 Prozent aller Wahlberechtigten.Im "Schatzi", dem von ... ... im Schlepptau den halben Kennedy-Clan. Er bedankte sich bei seiner Ehefrau Maria Shriver, der er zweifellos einen großen Teil der fast drei Millionen Stimmen zu verdanken hat. Sie hat ihn gegen die Vorwürfe ..... ... Schwarzeneggers Schwiegermutter Eunice KennedyShriver ist die Schwester des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy. Auf der anderen Seite hat es der Kennedy-Clan nun ausgerechnet einem ...

(Die Presse)

Wurde Herr Schwarzenegger von zehn Millionen gewählt oder von nicht ganz drei Millionen und zehn Millionen sind zur Wahl gegangen? Der U-Express schafft hier auch keine Klarheit. Im Gegenteil:
 
Acht Wochen hielt Arnold Schwarzenegger (56) die Kalifornier mit vagen Wahlversprechen hin. Jetzt, 48 Stunden nach dem Sensationssieg, sprach der "Gouvernator" erstmals Klartext: Er will die Steuern trotz des ...   ...Einschränkung des privaten Waffenbesitzes und das Recht auf Abtreibung. Die "steirische Eiche" hatte Mittwochfrüh ein Rekordergebnis erzielt: 3,7 Millionen Menschen (!), das sind 48,7 Prozent, wählten Arnie zum neuen Gouverneur von Kalifornien.

(U-Express)

In dieser Version bekam er 3,7 Millionen Stimmen und zwar von Menschen(!). Das sind 48,7 Prozent. Oder doch nicht? 48,7 Prozent von zehn Millionen = 3,7 Millionen. Wirklich?

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Laut IMAS ist das Buch das viertbeliebteste Konsumgut der Österreicher vor Mode, Autos und Handys
Studie - "Bücher sind nicht out"
 
Pünktlich zum Welttag des Buches am 23. April stellte Amadeus-Geschäftsführer Josef Pretzl gestern die von der Buchhandelskette in Auftrag gegebene IMAS-Studie zum Leseverhalten vor.   Demnach ist das Buch das viertbeliebteste Kulturgut der Österreicher. Davor rangieren auf der Beliebtheitsskala Mode, Autos und Handys.
 
In der Titelzeile ist das Buch beliebter als Mode, Auto und Handys. Im Artikel steht die gegenteilige Aussage. Wiener Zeitung; April 2004

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Zu Dir oder zu mir?

Krone-Reporterin und KURIER-Reporter berichteten über ein "Missbrauchsverfahren". Über den "Tatort" waren sie sich nicht ganz einig. Über das Alter der Angeklagten auch nicht. Die Krone entschied sich für zwei Altersangaben. Im selben Artikel!

 

Verfahren um Sex mit Schüler
Freispruch für die Lehrerin!
 
Ein Jahr lang war sie die Geächtete. Ausgeschieden aus dem Dienst als Hauptschullehrerin in ... Freitag fand der Prozess gegen jene 26-jährige Frau statt, die währende der Nachhilfe ihren ....
 
In sein Hochbett soll sie ihn geschubst und ihn zweimal zum Sex überredet haben. ... Der Schock saß tief. Die 25-jährige St. Pöltnerin und der Schulbub. Schon ...
KRONEN-Zeitung

 

Im Zweifel verführte Lehrerin Schüler nicht

Freispruch, weil sich 14-Jähriger widersprach / Schiefe Optik bleibt
 
Trotz des Freispruchs musste sich die 26-Jährige den Vorwurf der "schiefen Optik" gefallen lassen. Niemals hätte sie sich als Andreas` Englischlehrerein dem Heranwachsenden ... Jeweils am Donnerstag suchte der 14-Jährige über einen längeren Zeitraum die Pädagogin in ihrer Wohnung auf, wobei sie ihm - laut Anklage - befahl, mit ihr ins Hochbett zu klettern.
KURIER

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Titelseitenüberschriften vom 27. November 2005:
 

Starker 1. Einkaufssamstag:
Geld sitzt heuer wieder lockerer

Flauer erster Einkaufssamstag
Nach einem flauen Vormittag, waren die..

KRONEN-Zeitung

KURIER

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Im Juli 2004 sprangen weltweit auch die Qualitätszeitungen flugs auf einen "Entrüstungszug" auf. Schlagzeile in der NZZ vom 12. Juli:
 

Empörung in Frankreich über Antisemitismus

Massiver Übergriff  gegen Mutter in Pariser Vorortszug

 
Die Belästigung einer vermeintlich jüdischen Frau durch eine Gruppe von Schwarzen und Maghrebinern in Paris hat zu einem Aufschrei der Empörung geführt. ....  Die Entrüstung der französischen Politiker und Medien ist uneingeschränkt. .....
 
Doch die Pferde waren zu schnell gesattelt worden. Schlagzeile in der NZZ vom 13. Juli:
 

Antisemitischer Überfall - freie Erfindung

Geständnis des angeblichen jungen Opfers in Frankreich

 
Der Bericht von einer antisemitisch motivierten, massiven tätlichen Belästigung ....... hat sich als freie Erfindung des angeblichen Opfers erwiesen. Die junge Frau hat am Dienstag ihre Phantasterei, die Frankreich entrüstet hatte, gestanden. ....

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Ein Zugunglück in der Türkei war am 23. Juli 2004 allen Tageszeitungen eine Meldung wert. Über die Zahl der Opfer gab es höchst unterschiedliche Versionen
 
ZUGSUNGLÜCK IN DER TÜRKEI: HUNDERTE TOTE UND VERLETZTE  ........ Ein vollbesetzter Schnellzug aus Ankara entgleiste Donnerstagabend rund 125 km östlich von Istanbul. Laut ersten Meldungen forderte die Katastrophe hunderte Todesopfer und Verletzte. Kronenzeitung
 
ZAHLREICHE TOTE UND VERLETZTE   ......... Bei einem schweren Zugunglück im Nordwesten der Türkei sind am Donnerstag laut Angaben der Behörden bis zu 100 Menschen ums Leben gekommen. KURIER
 
ZUGUNGLÜCK     ......... Bei einem schweren Zugunglück im Nordwesten der Türkei, ca. 120 km östlich von Istanbul, sind laut offiziellen Angaben am Donnerstag bis zu 130 Menschen getötet worden. Wiener Zeitung
 
ZUG ENTGLEISTE: BIS ZU 100 TOTE BEFÜRCHTET    ......... Bei einem schweren Zugunglück im Nordwesten der Türkei sind am Donnerstag bis zu 100 Menschen ums Leben gekommen. Die Presse
 
ZUGUNGLÜCK IN DER TÜRKEI    ......... Bei einem Zugunglück in der Provinz Sakarya im Nordwesten der Türkei ist ein Schnellzug entgleist, und dabei sind vier Wagen umgestürzt. Gemäß einem Spital in der Stadt Pamukova sind mindesten 30 Personen getötet und30 verletzt worden. NZZ
 
Endgültige Zahlen: 36 Tote, 79 Verletzte

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Am 23. März 2003 geriet im IRAK-Krieg die schwer verletzte amerikanische Soldatin Jessica Lynch in irakische Gefangenschaft. Ihrer Gefangennahme hatte sie sich tapfer kämpfend und wild um sich schießend so lange es ging widersetzt. Einige Tage danach wurde sie von der US-Armee aus einem Spital befreit. Das Pentagon hatte diese Befreiungsaktion drehbuchgemäß inszeniert und gefilmt. Die Weltöffentlichkeit vernahm die Geschichte der mutigen Kämpferin und saß staunend vor den Fernsehschirmen. Einige Wochen später staunte sie erneut, als die Wahrheit ans Licht kam:

Lynch war bei einem Auffahrunfall schwer verletzt worden, aus ihrer Waffe hatte sie keinen Schuss abgegeben. Irakische Ärzte wollten sie den amerikanischen Truppen übergeben, waren bei diesem Vorhaben jedoch von diesen beschossen worden und kehrten mit Lynch wieder ins Spital zurück. Dort wurde Private Lynch kurze Zeit später spektakulär "befreit". Die Befreier trafen auf keine Gegenwehr.

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Die Tageszeitung USA Today entließ im März 2004 den Reporter Jack Kelley. Sie teilte ihren Lesern mit, dass Kelley in mindestens acht Artikeln unwahre Tatsachen verbreitet hat.
Im Mai 2003 beendete die New York Times ihre Zusammenarbeit mit dem Reporter Jayson Blair wegen wiederholter Fälschungen.
Piers Morgan
, der Chefredakteur des britischen Daily Mirror, trat im Mai 2004 zurück, als sich herausstellte, dass die in seiner Zeitung veröffentlichten Bilder über die angebliche Misshandlung irakischer Gefangener durch britische Soldaten Fälschungen waren.

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Am 1. Mai 2005 informierte das US-Nachrichtenmagazin Newsweek seine Leser, dass ein Wächter im Gefangenenlager Guantanamo einen Koran in die Toilette geworfen habe.
Die Meldung führte zu heftigen Reaktionen in muslimischen Staaten. In Afghanistan kam es zu Unruhen, in deren Verlauf mehrere Menschen getötet wurden.
Am 16. Mai zog Newsweek die Geschichte zurück. Der Chefredakteur gab bekannt, dass sein Informant, ein nicht genannter Regierungsbeamter, bestreitet,  eine derartige Informationen je gegeben zu haben.
Am 1. Juni stellte sich heraus, dass die Newsweek-Meldung der Wahrheit entsprochen hatte und nur auf Grund massiver politischer Interventionen zurückgezogen worden war.

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Es ist nicht so wichtig, ob sich in die Texte ein paar Ungereimtheiten einschleichen, wichtig ist die Vermeidung politischer Unkorrektheit. Kein Mensch weiß, warum ein Wort plötzlich seine "Korrektheit" verliert.
"Zigeuner" ist politisch unkorrekt. Trotz Zigeunerbaron, Zigeunerspieß, Zigeunermusik.
"Neger" ist sogar ganz schwer unkorrekt. Ebenso "Indianer", "Eskimo" und "Ausländer" (mit diesem Wort dürfen nur Bürger westlicher Staaten bezeichnet werden). "Türke" ist ein Grenzfall. Ganz heikel ist der Begriff "Jude". Da kennt sich keiner aus. "Gojim" ist erlaubt, "Christ" auch. "Rübenzuzler" ist in Vergessenheit geraten und "Gscherter" ist so modern wie "Glatzerter".
Die Süddeutsche Zeitung berichtete darüber, dass in Bayern die Polizei den Verkauf einer dreizehnjährigen Braut an die Familie des siebzehnjährigen Bräutigams gerade noch verhindern konnte. In dem Artikel findet sich der Satz: "Wie die Polizei erst jetzt mitteilte, hatten sich die Familien, die beide einer sogenannten mobilen ethnischen Minderheit angehören, auf einen Brautpreis in Höhe von 35.000 Euro geeinigt." Das ist korrektester Stil: statt Zigeuner mobile ethnische Minderheit.

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Artikel in der Presse vom 17. Jänner 2005
Laut Statistik sterben mehr Menschen an Suizid als im Straßenverkehr.
In Österreich ist die Selbstmordrate in den letzten Jahren merkbar zurückgegangen.
 
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben in der EU jährlich 58.000 Menschen durch Selbstmord, aber "nur" 50.700 an den Folgen von Verkehrsunfällen. Diese Zahlen wurden am Wochenende auf der WHO-Konferenz zum Thema "psychische Gesundheit" in Helsinki bekannt gegeben.
In Österreich sind es 1456 Personen, die sich selbst das Leben nehmen - im Vergleich zu 876 Verkehrstoten. Damit liegt Österreich im EU-Vergleich der Selbstmorde pro 100.000 Einwohnern auf dem 10. Platz (siehe nebenstehende Grafik). ......
 
 
 

SELBSTMORDE IN EUROPA

 Zahl der Fälle pro 100.000 Einwohner 

  Männer Frauen Gesamt 
1. Litauen 81,7 11,5 93,2
2. Russische Föderation 67,4 10,4 77,8
3. Lettland 47,9 10,2 58,1
4. Estland 47,2 08,6 56,8
5. Ungarn 43,8 10,1 53,9
6. Slowenien 41,6 09,1 50,7
7. Finnland 30,9 09,6 40,5
8. Luxemburg 27,6 09,8 37,4
9. Kroatien 28,8 08,0 36,8
10. Österreich 28,5 07,3 35,8
11. ... .... .... ....
 
... im EU-Vergleich .... auf dem 10. Platz.   Die Russische Föderation und Kroatien sind nicht bei der EU!
In Österreich sind es 1.456 Personen, die sich selbst das Leben nehmen - ...   Kurz nachrechnen: laut Grafik 35,8 Tote pro 100.000 Einwohner, Ö. hat mehr als 8 Millionen (= 80 mal 100.000) Einwohner. Daher lautet die Rechnung: 35,8 x 80. Macht insgesamt   3.664 Personen!  Die Leser dürfen zwischen 1.456 und 3.664 Toten wählen.

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Im Business-Teil des Wochenmagazins FORMAT (Ausgabe 35/2005) waren mirakulöse Gewinnangaben zu lesen:
 
Nobelwinzer kontert Gerüchten
Leo Hillinger, Inhaber eines der bekanntesten Weingüter des Landes, ist mit unangenehmen Gerüchten konfrontiert. Er stecke in wirtschaftlichen Schwierigkeiten .......... . Nun wehrt er sich und legt seine Zahlen offen: Bei einem Umsatz von zuletzt 3,2 Millionen bleibt dem Winzer aus dem Burgenland laut eigenen Unterlagen ein Gewinn nach Steuern von 1,3 Millionen Euro. Die Weinproduktion wuchs binnen drei Jahren von 120.000 auf 800.000 Flaschen. .....
 
Damit ist der Nachweis erbracht, dass Winzer das einträglichste Gewerbe der Welt ist. Wer 1,3 Millionen Reingewinn erzielt, hat bei einem Höchststeuersatz von 50 Prozent und der Berücksichtigung der SV ca. 2,5 Millionen Gewinn vor Steuern. Also mehr als zwei Drittel des Umsatzes!!
Bei 800.000 verkauften Flaschen um gesamt 3,2 Millionen Euro kostet eine Flasche durchschnittlich 4 Euro. Davon sind 2,70 Euro Gewinn. Mit 1,30 Euro wird der gesamte Aufwand gedeckt (Löhne, SV, Maschinen, Gebäude, AfA, Energie, Fuhrpark ....)!! 

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Aus Sicht der Wiener Zeitung lebt die gesamte Weltbevölkerung - und noch mehr - in Single-Haushalten (16. 09. 05):
 
Deutschlands Wahl
"Europastudio" des ORF und Sonderkorrespondenten.
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CNN-Schwerpunkt
Auch CNN wirft sich in die Info-Schlacht: ...........Bereits ab heute, Freitag, ist die Bundestagswahl entscheidender Bestandteil der Programminhalte auf CNN International: ....... . Der Sender erreicht weltweit 6,5 Milliarden TV-Haushalte.

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Leichte Unsicherheit bei der Altersbestimmung hat die Kronenzeitung (14. 09. 2005):
 
24-Jähriger führte Polizei auf falsche Fährte:
Sextäter (48) tarnte sich als Ausländer!
Vergewaltigung - und keiner wollte es glauben! Dreimal in zwei Jahren stieg ein bis vor kurzem noch Unbekannter in das Haus einer 48-Jährigen aus Freistadt, fesselte und vergewaltigte sie. .....
Unglaubliches Serienverbrechen: Dreimal in zwei Jahren brach der 24-jährige sexbesessene Hilfsarbeiter Thomas P. aus St. Oswald .....

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Lizitation auf den Titelseiten der Samstag-Ausgaben von Presse, Der Standard, WirtschaftsBlatt (1. 04. 2006). Wie viele Kaufinteressenten gibt es für die BAWAG?
 
INTERESSENTEN: Für die Bawag stehen die Wiener Städtische, Erste und Volksbank Schlange.
 

Schon vier Interessenten für den Bawag-Kauf

 

Sechs Interessenten für die Bawag

Noch ein paar irritierende Beispiele aus den letzten 25 Jahren? Klick auf  PRESSE IRRT

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HANDELSBLATT - Titelseite, Schlagzeile am 11. August 2006 FINANCIAL TIMES - Titelseite, Schlagzeile am 11. August 2006 Die Presse - Titelschlagzeile am 11. August 2006 WIENER ZEITUNG - Titelseite, Schlagzeile am 11. August 2006 KRONEN ZEITUNG - Titelseite, Schlagzeile am 11. August 2006 HEUTE - Titelseite, Schlagzeile am 11. August 2006

DER STANDARD - Titelseite, Schlagzeile am 11. August 2006 BERLINER ZEITUNG - Titelseite, Schlagzeile am 11. August 2006 KURIER - Titelseite, Schlagzeile am 11. August 2006 TIROLER TAGESZEITUNG - Titelseite, Schlagzeile am 11. August 2006 OBERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN - Titelseite, Schlagzeile am 11. August 2006 NEUE ZÜRCHER ZEITUNG - Titelseite, Schlagzeile am 11. August 2006

  SALZBURGER NACHRICHTEN - Titelseite, Schlagzeile am 11. August 2006 WELT KOMPAKT - Titelseite, Schlagzeile am 11. August 2006

SCHLAGZEILEN am 11. 8. 2006
Vereitelte Terroranschläge in London

 


An diesem Tag waren die Headlines der deutschsprachigen Presse den gerade noch verhinderten Terroranschlägen auf dem Flughafen Heathrow gewidmet.

Handelsblatt - Briten verhindern Terrorkatastrophe
Mutmaßliche El-Kaida-Attentäter planten Sprengstoffattacken auf bis zu zehn Flugzeuge

FINANCIAL TIMES - Terrorangst kehrt zurück
Scotland Yard vereitelt Anschläge auf US-Flüge • Chaos im Luftverkehr • Hohe Sicherheitsvorkehrungen

DIE PRESSE - Terrorgefahr lauert im Handgepäck
Mega-Anschlag vereitelt. Terroristen wollten neun Zivilflugzeuge sprengen. Weitere Attentate befürchtet.

WIENER ZEITUNG - Terrorgefahr verursacht Reisechaos
London meldet Vereitelung von Anschlägen - Bis zu zehn Passagiermaschinen sollten im Flug gesprengt werden

DER STANDARD - Zweites 9/11 verhindert
Sprengstoffanschläge gegen ein Dutzend Flugzeuge sollten tausende Passagiere in den Tod reißen

Berliner Zeitung - Neue Terrorpläne schocken die Welt
Britische Selbstmordattentäter wollten mehrere Linienmaschinen im Flug sprengen

KURIER - Terror über den Wolken verhindert
Neun Jets sollten abstürzen ►Sprengstoff im Shampoo? ►Chaos auf britischen Airports

Neue Zürcher Zeitung - Die britische Terrorabwehr vereitelt Anschläge
Gleichzeitige Attentate auf amerikanische Verkehrsflugzeuge geplant

Tiroler Tageszeitung - Albtraum-Terror vereitelt, künftig kein Handgepäck?
Die Sprengung von bis zu zehn Jets auf Flügen in die USA wurde von Großbritannien verhindert

OÖNachrichten - Terror: Massenmord in Flugzeugen vereitelt
Die britische Polizei hat katastrophale Attentatspläne auf Transatlantikflüge in die USA durchkreuzt.

Salzburger Nachrichten - London: Polizei verhindert Massenmord in Flugzeugen
Eine erfolgreiche Aktion der britischen Polizei verhinderte am Donnerstag, dass Terroristen mehrere Flugzeuge auf dem Weg von ...

WELT KOMPAKT - Geplanter Massenmord
Britische Polizei vereitelt Terroranschläge auf Flugzeuge großer US-Airlines

Heute - Terror-Massenmord in London vereitelt!
20 vollbesetzte Passagier-Jets sollten über US-Großstädten explodieren

Kronen Zeitung - Die Ausnahme: Für sie war die Story über einen möglichen Zusammenhang Elsner-BAWAG-Polizeigeneral Horngacher das Ereignis des Tages und bekam daher den Ehrenplatz auf Seite 1.

 

Mediaprint + News und ein kleiner Rest

Mediaprint-News dominieren den österreichischen Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt. 80 Prozent der täglichen Zeitungsauflage werden von den miteinander verbunden Verlagsgruppen produziert. Bei den Politik- und Wirtschaftsmagazinen ist der Anteil von Mediaprint-News noch größer. Sie besitzen die bekanntesten Produkte: News, Format, Trend, Profil.
Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) hat 1988 die KRONE und den KURIER in einem Großverlag, der MEDIAPRINT, zusammen geführt. Die beiden Zeitungen besitzen je 50 Prozent der MEDIAPRINT.
Ihrerseits besitzt die WAZ 50 Prozent (Rest gehört Herrn Dichand) der KRONE und 49,4 Prozent des KURIERs.
Durchschnittlich 900.000 Exemplare der KRONEN-ZEITUNG werden täglich verkauft und von fast 3 Millionen Österreichern gelesen. Der KURIER findet pro Tag durchschnittlich 195.000 Käufer und ca. 500.000 Leser.                                                                                                         Weitere Infos zu Zeitungsauflagen
Im September 2000 hat der KURIER seineTochter, die "Zeitschriften-Verlagsbeteiligungs-AG" (ZVB) mit ihren Produkten Trend und Profil an die NEWS GmbH abgegeben und dafür eine 30-Prozent-Beteiligung an der NEWS-Gruppe bekommen.
Obwohl diese Transaktion zu einer monopolartigen Beherrschung des Zeitschriftenmarktes führte wurde sie vom Kartellgericht nicht untersagt. Einzige Auflage war die Garantie, dass Profil bis zum Jahr 2006 in eigener Verantwortung weitergeführt werden muss.

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Wenn in einem Printmedium unwahre Behauptungen gegen eine Person aufgestellt werden, kann sie sich mit dem Mittel der Entgegnung zur Wehr setzen. Den "Verantwortlichen" findet sie im Impressum, welches im Mediengesetz geregelt ist:

§ 24 MedienG („Impressum“) lautet wie folgt:

 (1) Auf jedem Medienwerk sind der Name oder die Firma des Medieninhabers (Verlegers) und des Herstellers sowie der Verlags- und der Herstellungsort anzugeben.

 (2) Auf jedem periodischen Medienwerk sind zusätzlich die Anschriften des Medieninhabers (Verlegers) und der Redaktion des Medienunternehmens sowie Name und Anschrift des Herausgebers anzugeben.

Impressumspflichtig sind alle einmalig oder periodisch erscheinenden Druckwerke (Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Plakate) sowie im Internet Websites von Medien und Newsletter.

 

Zwei Beispiele:

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Zeitschrift: CASH
Verleger
: Manstein Zeitschriften Verlagsges.mbH

Herausgeber
: Hans-Jörgen Manstein
Verlagssitz, Geschäftsführung, Verwaltung, Redaktion
: 2380 Perchtoldsdorf, Brunner Feldstraße 45

Druck
: Ferdinand Berger & Söhne GmbH, 3580 Horn, Wiener Straße 80

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Zeitschrift: GEWINN
Herausgeber und Chefredakteure: Dr. Georg Wailand, Georg Waldstein
Medieninhaber
: Wailand und Waldstein GmbH, 1070 Wien, Stiftgasse 31
Redaktion
: 1070 Wien, Stiftgasse 31
Druck
: Oberndorfer Druckerei, 5110 Oberndorf

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Seit 1. Juli 2005 gilt Mediengesetz auch für das Internet andere elektronische Medien.
Damit müssen auf einer Website auch Gegendarstellungen veröffentlicht werden. Und zwar mindestens einen Monat lang bzw. so lang die Tatsachenmitteilung online ist. Geschieht dies nicht, kann das bis zu 1.000,- Euro täglich kosten. Von der Gegendarstellungspflicht ausgenommen sind Websites, die nur der Darstellung des persönlichen Lebensbereichs des Website-Inhabers dienen und keine darüber hinausgehenden Informationen enthalten („kleine“ Websites)

Angaben zum Urheber können sich bei „kleinen“ Websites auf Name bzw. Firma und Wohnort des Medieninhabers beschränken, alle anderen trifft die gesamte Offenlegungspflicht (Eigentums- und Einflussverhältnisse, grundsätzliche Ausrichtung).

Üble Nachrede oder Beschimpfung kostet bis zu 20.000 € (an den Betroffenen zu zahlen), Verleumdung, Verletzung des Identitätsschutzes oder der Unschuldsvermutung bis zu 50.000 €.

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Mit der Gegendarstellung (=Entgegnung) können nur falsche Tatsachenmitteilungen, nicht aber Werturteile und Meinungen richtig gestellt werden. Falsch können Tatsachenbehauptungen auch sein, wenn sie unvollständig sind.
Die Gegendarstellung gibt dem Betroffenen das Recht, sich im gleichen Medium mit seiner Darstellung des wahren / richtigen Sachverhalts Gehör zu verschaffen
.
Die Gegendarstellung muss schriftlich an den Medieninhaber (Verleger) oder an die Redaktion des Medienunternehmens, beim ORF an den Generalintendanten, bei einem Hörfunkprogramm nach dem Regionalradiogesetz an den Programmveranstalter adressiert werden.
Die Gegendarstellung muss binnen zwei Monaten nach Ablauf des Tages, an dem die Tatsachenmitteilung veröffentlicht
worden ist, beim Medieninhaber (Verleger) oder in der Redaktion des Medienunternehmens eingelangt sein.

Die Veröffentlichung ist als „Gegendarstellung“ zu bezeichnen. Die Gegendarstellung ist so zu veröffentlichen, dass ihre Wiedergabe den gleichen Veröffentlichungswert hat wie die Veröffentlichung, auf die sie sich bezieht. Dazu zwei  Beispiele:

Dr. Heinz Talirz begehrt die Veröffentlichung nachstehender
Gegendarstellung
  In der Ausgabe des "WirtschaftsBlatts" vom 11. März 2004 wird auf Seite 3 in dem Artikel "Affären pflastern den Alpine-Aufstieg" die Behauptung aufgestellt, Dr. Heinz Talirz sei "wegen Untreue und Bestechung der Prozess gemacht worden". Die Affäre sei "nach zehn Jahren und vielen Prozessen im Sand verlaufen". Ferner wird behauptet, Dr. Heinz Talirz sei von der "Alpine" ein Mercedes "spendiert" worden. Diese Behauptungen sind unwahr bzw. irreführend unvollständig. Wahr ist vielmehr, dass Dr. Heinz Talirz von sämtlichen gegen ihn erhobenen Anschuldigungen wegen erwiesener Unschuld freigesprochen wurde. Dr. Heinz Talirz ist auch niemals ein Auto spendiert worden. ................................................

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DR. JÖRG HAIDER
BEGEHRT DIE NACHFOLGENDE
 
Gegendarstellung
 
Sie haben in Ihrem periodischen Druckwerk "Die Presse" vom 3. 8. 2006 auf Seite 31 in einem Artikel mit der Überschrift "Die Loyalität, die ich meine" die Behauptung wiedergegeben, die Eigentümer der HYPO ALPE-ADRIA-BANK AG, darunter das Land Kärnten, hätten vorgesehen, dass Wolfgang Kulterer bei gleich bleibenden Bezügen vom Vorstand der HYPO ALPE-ADRIA-BANK AG in deren Aufsichtsrat wechseln solle. Diese "Privilegien-Posse" hätte Dr. Jörg Haider "selbst mit inszeniert".
Diese Behauptungen sind insoweit unrichtig, als Landeshauptmann Dr. Jörg Haider einer Gehaltsfortzahlung bzw. einer Gleichbleibenden - oder auch nur annäherndem Gleichbleiben - der Bezüge an Wolfgang Kulterer im Zuge des geschilderten Wechsels niemals zugestimmt hatte oder hätte. Dr. Jörg Haider hat daher diese "Privilegien-Posse" nicht mit inszeniert
Des Weiteren geben Sie im selben Artikel die Behauptung wieder, Dr. Jörg Haider hätte Reinhart Gaugg einen "Chefposten in der PVA plus Abgeordneten-Gehalt" versprochen.
Diese Behauptung ist unrichtig: Dr. Jörg Haider hat Reinhart Gaugg nichts dergleichen versprochen.

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Die untenstehende Mitteilung musste in "Die ganze Woche" (23. Oktober 2002) veröffentlicht werden. Wie dem Text zu entnehmen ist, handelt sich um keine Gegendarstellung. Vielmehr fühlt sich jemand in seiner Ehre gekränkt und fordert dafür eine finanzielle Entschädigung. 

 

Mitteilung gem. § 8a Abs 5 MedienG:

In der Wochenzeitschrift "Die ganze Woche" Nr.30/02 vom 24. 7. 2002 wurde unter dem Titel "Eine Milliarde auf der Suche nach dem Empfänger" ein Artikel veröffentlicht, in dem berichtet wird, dass "sich das Augustiner Chorherrnstift Reichersberg eine schöne Geschichte ausgedacht habe, als sie sich dazu entschlossen habe, jenes Bild welches für ein Werk Jan van der Hoecke gehalten wurde, zu verkaufen". Es ist von einem "angeblichen Leihvertrag" die Rede und davon, dass "sich die Augustiner Chorherrn überhaupt nicht für die Autoreneigenschaft des Bildes interessiert hätten und daher auch nichts davon wüssten, dass dieses Bild nun plötzlich Peter Paul Rubens zugeschrieben werde. So sei es auch dazu gekommen, dass den Behörden bei der Ausfuhr des Bildes der falsche Maler Jan van der Hoecke genannt worden sei". Nach der in den Raum gestellten Frage, "aus welchem Grund Falschmeldungen verbreitet worden seien" wird ausgeführt, dass "das Kirchenrecht die Zustimmung der Vorgesetzten verlange, wenn es um die Veräußerung namhafter Vermögenswerte aus dem Besitz der Kirche gehe. Es könnte schon sein, dass das Stift mit dem Namen Krausmann das Bild verkauft habe und das Geld selber einstreife. Eine Erklärung für diese Vorgangsweise bleibe Mag. Thanecker, der Manager des Stiftes Reichersberg allerdings schuldig, denn die Rückgabe des Bildes an einen österreichischen Eigentümer, also die Auflösung des Leihvertrages bedürfe keiner Meldung an das Bundesdenkmalamt". Mag. Werner Thanecker erachtet sich dadurch in seiner Ehre gekränkt und begehrt wegen Herstellung des objektiven Tatbestandes der üblen Nachrede die Zuerkennung einer Entschädigung. Ein Verfahren beim Landesgericht für Strafsachen in Wien ist anhängig.
 

 

Sehen wir uns dazu die Bestimmungen des Mediengesetzes an: 

Im Falle einer üblen Nachrede, Verspottung oder Verleumdung hat der Betroffene die Möglichkeit, von einer Privatklage gegen den Artikelverfasser abzusehen, und nur lt. MedG Entschädigung für die Kränkung zu fordern. Eine eventuell zugesprochene Entschädigung ist allerdings für den erlittenen immateriellen Schaden gedacht, darüber hinaus ist des dem Kläger freigestellt, auch auf dem Zivilrechtsweg weiteren Schadenersatz einzuklagen. Dazu muss er aber dann beweisen, dass ein Vermögensschaden entstanden ist.

Im Falle einer Kränkung kann das Medium durch Lieferung eines Wahrheitsbeweises die Entschädigungsklage abwehren.

 

Bei der im nächsten Beispiel erfolgten Beschimpfung konnte ein Wahrheitsbeweis nicht erbracht werden. Die Süddeutsche Zeitung war bei ihrer Einstufung der Kronen Zeitung nicht sehr zurückhaltend. Das Urteil wurde am 8. Mai 2004 in der Presse veröffentlicht:

 

Im Namen der Republik!
 
Durch die Veröffentlichung der Behauptung in der periodischen
Druckschrift "Süddeutsche Zeitung vom 24. 09. 2003 auf Seite 19,
die "Neue Kronen Zeitung" sei ein "Gossenblatt", wurde der
objektive Tatbestand der Beschimpfung (§ 115 Abs 1 StGB) zum
Nachteil der "Neuen Kronen Zeitung" hergestellt, und die
"Süddeutsche Zeitung GmbH" als Medieninhaberin zur Einziehung
der Ausgabe vom 24. 9. 2003 und zur Urteilsveröffentlichung verurteilt.
 
Landesgericht für Strafsachen Wien
Wien, am 27.11.2003

 

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

 

Wird in einem Medium eine namentlich genannte Person eines Verbrechens verdächtigt oder beschuldigt, dann muss, wenn sich die Beschuldigungen als unrichtig herausstellen, ebenfalls darüber berichtet werden:
Bei einem Bericht über einen strafrechtlichen Verdacht, die Eröffnung eines Verfahrens o.ä. hat der Betroffene im Falle eines Freispruch die Möglichkeit, eine nachträgliche
Mitteilung über seine Rehabilitierung zu verlangen. Dafür gelten im wesentlichen die selben Bestimmungen wie für die Entgegnung.  Das kann dann so aussehen: (Beispiel aus dem KURIER vom 13. April 2004)

 

 

Nachträgliche Mitteilung

Sie berichten auf Seite 1 Ihres Druckwerks "KURIER" vom 27. 04. 2002 mit der Schlagzeile "Spitzelaffäre: Nur zwei blieben übrig", dass Herr Michael Kreißl "auf die Anklagebank" musste, weil ihm im Strafantrag vorgeworfen worden war, "polizeiliche Daten weitergegeben zu haben.
Herr Michael Kreißl wurde nunmehr am 12. 02. 2004 mit mittlerweile rechtskräftigem Urteil des Einzelrichters des Landesgerichts für Strafsachen Wien von dem gegen ihn erhobenen Strafantrag der Staatsanwaltschaft Wien freigesprochen, er wäre daran beteiligt gewesen, bestimmte Amtsgeheimnisse zu verletzen.
 

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Andreas Mölzer, FPÖ, zwang die Neue Zürcher Zeitung zu einem Widerruf (12. Aug. 2004). Dem Widerruf schloss die NZZ einen ergänzenden Text an, der den Widerruf gleich wieder relativiert:

 

«Attacke von rechts gegen Haider»

Der Europaabgeordnete Mölzer verlangt einen Widerruf

 
ZZ. In einem Korrespondentenbericht aus Wien (NZZ 1. 7. 04) stand zu lesen, in den jüngsten Europa-wahlen sei nicht der offizielle Spitzenkandidat Kronberger, sondern der «wegen Verbreitung national-sozialistischen Gedankenguts gerichtlich verurteilte frühere FPÖ-Parteiideologe Andreas Mölzer» als einziger freiheitlicher Parlamentarier ins Europaparlament gewählt worden.
Im Sinne einer Präzisierung des Sachverhalts widerruft die NZZ die Aussage, Mölzer sei gerichtlich verurteilt worden, als unwahr. Wahr ist allerdings, dass Mölzer tatsächlich wegen Verbreitung national-sozialistischen Gedankenguts rechtskräftig bestraft wurde - aber nicht von einem Gericht, sondern im Rahmen eines von der Bundespolizeidirektion Klagenfurt eingeleiteten Verwaltungsstrafverfahrens. In diesem wurde er im Jahr 1987 mit einer Geldstrafe in Höhe von 3000 Schilling belegt.
 

Das österreichische Verbotsgesetz

 
cer. Die zur Anwendung gelangte Norm war Artikel IX Abs. 1 Ziffer 7 des EGVG (Einführungsgesetz zu den Verwaltungsverfahrensgesetzen). Dieser lautet: ....
 
Dem weiteren Text ist zu entnehmen, dass Herr Mölzer bis zum Jahr 1986 wegen des angeführten Tatbestandes sehr wohl gerichtlich verurteilt worden wäre. Seither gibt es jedoch für Handlungen, die unter das Verbotsgesetz (Verbot der nationalsozialistischen Wiederbetätigung) fallen, die Behörde aber keine "Absicht" nachweisen kann, nur ein Verwaltungsverfahren.
Der Artikel schließt mit kritischen Bemerkungen über die Entkriminalisierung der Verbreitung von NS-Gedankengut.

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Bei der Auseinandersetzung Verlag gegen Verlag findet nicht das Mediengesetz sondern das UWG Anwendung. Dann ist es meist so, dass sowohl das Urteil veröffentlicht als auch eine Strafe oder Entschädigung bezahlt werden muss.                                          weiteres UWG-Urteil
Die Familiapress - Herausgeberin von "Die ganze Woche" (siehe oben) - gewann eine Klage gegen die Verlagsgruppe News wegen irreführender Ankündigungen nach dem Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Nachstehend das veröffentlichte Urteil:

 

19 Cg 57/00d

Im Namen der Republik!

 
Das Handelsgericht Wien erkennt durch den Richter Dr. Elfriede Dworak in der Rechtssache

Klagende Partei: Vereinigte  Familiapress Zeitungsverlags GmbH
1210 Wien, Ignaz-Köck-Straße 17
Vertreter: Schönherr Barfuß Torggler & Partner
Rechtsanwälte
1014 Wien, Tuchlauben 13
Beklagte Partei: Verlagsgruppe News GmbH
1020 Wien, Taborstraße 1-3
Vertreter: Dr. Gerald Ganzger, Rechtsanwalt
1010 Wien, Wollzeile 24/18
wegen: öS 810.000,-
nach mündlicher Verhandlung zu Recht:
1. Die Beklagte ist schuldig, es ab sofort zu unterlassen, im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken
des Wettbewerbs Sachzuwendungen zur Zeitschrift <News> - insbesondere Computer - als <gratis>, <kostenlos> oder sinngleich anzukündigen, wenn diese Sachzuwendung in Wahrheit nicht kostenlos abgegeben wird.
2. Die Klägerin wird ermächtigt, Pkt1.) und 2.) des Urteilsspruchs binnen sechs Monaten nach
Rechtskraft auf Kosten der Beklagten mit Fettumrandung, Fettdrucküberschrift sowie gesperrt und fettgedruckten Namen der Prozessparteien jeweils in der Größe einer halben Seite auf der Titelseite der Zeitschrift <News> sowie in je einer Ausgabe der Wochenzeitschrift <Die ganze Woche> und der Tageszeitung <Die Presse> (dort auf S 32), sowie durch Verlesung des Urteilsspruchs im Hörfunk-Programm Ö3 einmal zwischen 6 und 7 Uhr und einmal zwischen 10 und 11 Uhr sowie im Fernsehprogramm ORF 1 und ORF 2 je einmal unmittelbar vor der ZIB 1 um 19 Uhr 30 und einmal unmittelbar vor Beginn des Hauptabendprogramms um 20 Uhr 15 veröffentlichen zu lassen.
 
Handelsgericht Wien
1011 Wien, Riemergasse 7
Abt. 19, am 9. 2. 2001
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In einer bezahlten Anzeige musste im August 2004 die damalige Außenministerin eine von ihr getätigte falsche Behauptung (vom März 2004) widerrufen....

 

WIDERRUF

"Ich, DR. BENITA FERRERO- WALDNER, Außenministerin,

widerrufe die im KURIER vom 21. 3. 2004 und in der Online- Zeitung kurier.at seit 22. 3. 2004 aufgestellte Behauptung, Herr Rechtsanwalt Mag. Wilfried Embacher spreche, insbesondere im Zusammenhang mit der Vertretung der Mitglieder der VolxTheaterKarawane, kein Italienisch gegenüber den Lesern des KURIER und den Lesern der Online-Zeitung kurier.at als unwahr."

 

... der Kämpfer für die Rechte der Kleinaktionäre, Wilhelm Rasinger, musste eine Interviewaussage zurücknehmen (Juli 2006):

 

Widerruf
Dr. Wilhelm Rasinger widerruft gegenüber den Lesern der Wr. Zeitung die Behauptung, bei der A-Tec-Industries AG und Dr. Mirko Kovats finde ein Parmalat statt.

Anzeige

 

Die Kosten für die Einschaltungen in den Presseerzeugnissen und im ORF können hier nachgelesen werden:
Print-Werbung   Radio-Werbung   TV-Werbung

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Die täglichen Auflagen großer Tageszeitungen:  2013  Mo-Sa

Titel   Druckauflage    Verkaufte Auflage
Kronen Zeitung 905.184   800.031  
Kurier 198.242 153.426
Die Presse 91.363   70.840  
Der Standard 99.139 67.604
Salzburger Nachrichten 86.820   67.701  
Wirtschaftsblatt 30.083 20.823
Kleine Zeitung 308.502   279.316  
OÖ Nachrichten 134.258 106.028
Tiroler Tageszeitung 102.074   84.950  
Vorarlberger Nachrichten 65.761 60.052

 Quelle: MAK neu www.makneu.at  ÖAK  www.oeak.at 

 

Bemerkenswert, dass sogar Journalisten die Begriffe Auflage und Leserzahl nicht zu unterscheiden wissen.
So stand in einem Artikel (Wiener Zeitung, 16. 11. 2005) über die Bedeutung des Verlegers Kurt Falk ....
... 1985 gründete Falk "Die Ganze Woche". Seine Bemühungen waren auch hier rasch von Erfolg gekrönt - im Jahr 2002 erreichte die Wochenzeitung
eine Auflage von 1,3 Millionen Leser.
Grammatikalisch klappte es auch nicht so ganz!

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Zur Erhaltung der Meinungsvielfalt wird den Printmedien aus Steuergeldern "Presseförderung" nach dem Presseförderungsgesetz 1985 zuerkannt. Die Gewährung erfolgt nach Antrag. Auch Zeitungen, die mit Gewinn arbeiten, bekommen diese Förderung!
Unter dem Titel "Besondere Förderung" gab es noch zusätzliche Zahlungen, wenn das Anzeigenvolumen 22 % des gesamten Seitenumfangs nicht überschritt. Das war so bis 2003. Weil dann aber "Wirtschaftsblatt" und "Standard" über dieser Grenze lagen, wurde das Inseraten-Limit auf 50 % erhöht und die Förderungsbedingungen neu formuliert. Seither haben Anspruch auf "Besondere Förderung":
Tageszeitungen mit besonderer Bedeutung für die politische Meinungs- und Willensbildung, denen nicht eine marktführende Stellung zukommt. Worauf der KURIER, der sich ebenfalls als Qualitätsblatt sieht und einige Regionalzeitungen Klage wegen Wettbewerbsverzerrung eingebracht haben.
Neben Wirtschaftsblatt (573.059 €) und Standard (881.259 €) erhielten 2013 noch fünf weitere Tageszeitungen Besondere Förderung (gesamt 5,242 Mio. €): Neue Kärntner Tageszeitung 821.847 €, Neues Volksblatt 695.540 €, Neue Vorarlberger Tageszeitung 672.289 €, Die Presse 948.391 €, Salzburger Volkszeitung 649.612 €.

Mit Beginn 2004 wurde die Presseförderung neu gestaltet. Seither gibt es die Vertriebsförderung von Tages und Wochenzeitungen, die besondere Förderung zur Erhaltung der regionalen Vielfalt der Tageszeitungen und Maßnahmen zur Qualitätsförderung und Zukunftssicherung. Die Vergabe der Presseförderung wird von der Kommunikationsbehörde Austria vorgenommen. Die Richtlinien für die Förderung sind auf www.rtr.at - Kapitel "Förderungen" - nachzulesen.

Vertriebsförderung (2004: 4,91 Mio.€, 2005: 4,65 Mio.€, 2008: 4,525 Mio.€, 2009: 4,525 Mio.€, 2010: 2,443 Mio.€, 2011: 2,355 Mio.€, 2013: 3,885 Mio.€) erhalten Tages- und Wochenzeitungen, die

  • über den Kreis der reinen Fachpresse hinausreichen
  • regelmäßig erscheinen
  • eine Mindestverkaufsauflage von 10.000 Stück (Tageszeitungen) bzw. 5.000 Stück (Wochenzeitungen) erreichen
  • nicht nur von lokalem Interesse sind.

Alle Tageszeitungen erhalten den gleichen Betrag von knapp 200.000 Euro. Bei Wochenzeitungen wird der Vertrieb von höchstens 10.000 verkauften Abonnementenexemplaren gefördert.

Mit 5,242 Mio. € war 2013 (2004: 7,21 Mio. €, 2005: 6,85 Mio. €, 2011: 6,85 Mio. € ) die " Besondere Förderung für Tageszeitungen " dotiert. Von dieser Förderung ausgeschlossen sind die jeweils marktführenden Tageszeitungen (österreichweit und regional), so wie alle Tageszeitungen mit einer Verkaufsauflage von mehr als 100.000 Exemplaren.

Die Höhe der Mittel für die "Qualitätsförderung und Zukunftssicherung" war 2013 mit 1,560 Mio. € (2004 mit 1,18 Mio. €, 2005: 1,72 Mio. €, 2011 mit 1,608 Mio. €) veranschlagt. Unter diesem Titel werden die Journalistenausbildung und Presseklubs gefördert, Kostenzuschüsse für angestellte Auslandskorrespondenten gewährt, die Leseförderung für das Lesen von Zeitungen an Schulen finanziert und Forschungsprojekte auf dem Gebiet des Pressewesens subventioniert.
Gesamtförderung
2013 10,839 Mio. € (2011 12,376 Mio. €, 2010 12,838 Mio. €, 2009 12,838 Mio. €, 2008 12,838 Mio. €, 2007 mit 12,828 Mio. €, 2006: 12,838 Mio. €, 2005 mit 12,838 Mio. €) .

 

Die Tageszeitungen erhielten 2006 bzw. 2013 + 2014    in Tausend €
 

Titel

Vertriebsförderung Besondere Förderung
  2006 2014 2006 2013
Kleine Zeitung 177 161 --- ---
Kurier 141 129 --- ---
Neue Kärntner TZ 177 161 956 821
Neue Kronenzeitung 177 161 --- ---
Neue Vorarlberger TZ 141 129 714 672
Neues Volksblatt 177 161 855 695
OÖ Nachrichten 177 161 --- ---
Die Presse 141 129 1.000 948
Salzburger Nachrichten 177 161 --- ---
Der Standard 177 161 1.000 881
Salzburger Volksztg. 177 161 625 650
Tiroler Tagesztg. 177 161 --- ---
Vorarlberger Nachrichten 177 161 --- ---
Wirtschaftsblatt 1060 97 639 573

 Datenquelle: rtr

 

Inhalteförderung privater Fernsehanstalten

TV Anstalt

2010 2011 2014
ATV 1.433.875 1.601.000 1.572.462
ATV2     250.456
Puls 4 580.861 1.087.000 1.709.246
Servus TV 417.428

828.000

1.619.448
     

Auszug rtr

Förderung privater Hörfunkanstalten

Hörfunk Reichweite >300.000 2010 2011 2012
Antenne Steiermark 145.327 131.274 166.982
KRONEHIT Radio 154.377 132.904 179.670
Life Radio 148.866 128.425 158.954
NRJ Radio Energy Wien 91.437 98.857 168.448
U1 Tirol 102.882 66.480 94.862

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Der Staat kann das Ausmaß der Pressefreiheit durch entsprechende Gesetzgebung "regulieren". Je stärker die gesetzliche Einschränkung desto autoritärer der Staat. In manchen Staaten werden Sendern bei unbequemer Berichterstattung ihre Lizenzen entzogen, überdimensionale Geldstrafen verhängt, Medieninhaber und Journalisten körperlich bedroht. Besonders hartnäckige Reporter werden ermordet.
Mehrere Organisationen erfassen die einzelnen Schicksale und veröffentlichen Statistiken. Die Zahl der Opfer divergiert, was mit der unterschiedlichen Klassifizierung der Getöteten als Journalisten erklärbar ist.
 
2003 waren es nach Angaben des International Press Institute (IPI, gegründet 1950, Mitglieder in 120 Staaten, Sitz: Wien) weltweit 58. Davon 19 im Irak und jeweils 8 in Kolumbien und Russland. Die Organisation  Reporter ohne Grenzen zählte im selben Jahr 127 Journalisten in Gefängnissen und 57 inhaftierte Cyber-Dissidenten (verbreiteten nicht erwünschte Informationen im Internet).
 
2004
stieg die Opferzahl. Nach Angaben des International Press Institute (IPI) auf 78 (davon 22 im Irak und 12 auf den Philippinen), das Komitee zum Schutz von Journalisten meldete "nur" 56 getötete Journalisten, Reporter ohne Grenzen bilanzierte 53 (davon 19 im Irak, 6 auf den Philippinen) der Internationale Journalistenverband (IFJ) registrierte 129 (davon 49 im Irak).
 
2005
gab es eine neuerliche Steigerung. Reporter ohne Grenzen meldete 63 (davon 24 im Irak, 7 auf den Philippinen) getötete Journalisten, das Komitee zum Schutz von Journalisten 47, der Internationale Journalistenverband (IFJ) 150, das International Press Institute (IPI) auf 65, der Weltverband der Zeitungen (WAN) 58.
Eine weitere Organisation (in unserer Auflistung schon die fünfte!), das International News Safety Institute (INSI) meldet für den Zeitraum März 2003 bis März 2005 im Irak 67 getötete Medienmitarbeiter ( 40 durch Terroristen, 11 durch die US-Armee, 2 durch die irakische Armee, 6 bei Kampfhandlungen,  8 durch Unfälle bzw. Krankheit). 
 

2006 hielt der schlimme Trend an. Reporter ohne Grenzen registrierte 81 (davon 39 im Irak, 9 in Mexiko) getötete Journalisten, das IPI 100.
 
2007 starben laut Reporter ohne Grenzen weltweit "mindestens 86" Journalisten und 20 Medienassistenten, das International Press Institute (IPI) gab die Opfer mit  93, das INSI (International News Safety Institute) mit 172 an.
 
2008
- Reporter ohne Grenzen zählte an Todesopfern weltweit "mindestens 60" Journalisten und 1 Medienassistenten, IPI zählte 66 Tote (Journalisten + Medienarbeiter).
 
2009 - Reporter ohne Grenzen meldet  76 ermordete und 33 entführte Journalisten weltweit, Press Emblem Campaign (PEC) kam auf 121 getötete Journalisten, das Komitee zum Schutz von Journalisten (Sitz New York) verweist auf 72, das IPI auf 110 getötete Journalisten.

2010 - Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) zählt 44 ermordete und untersucht den ungeklärten Tod weiterer 31 Journalisten weltweit. Das International Press Institute (IPI) vermeldet 102 Journalisten, die in Ausübung ihres Berufs getötet wurden.

2011 - Das International Press Institute (IPI) zählte  103 Opfer.

2012 - Die NGO Press Emblem Campaign (PEC) zählte  139 Opfer in 29 Ländern, das International Press Institute (IPI103 weltweit.
Reporter ohne Grenzen (
ROG) zählte 88 Reporter und 47 Blogger die ermordet wurden.

2013 - 133 getötete Journalisten im vergangenen Jahr, sind nach Zählungen des International Press Institute (IPI) ein seit Beginn der Aufzeichnungen nie erreichter Höchstwert.
Reporter ohne Grenzen
(ROG) spricht von 71 getöteten Journalisten, das INSI (International News Safety Institute) meldete 134 getötete Journalisten - 65 in einem Konfliktgebiet, 69 in "friedlichen" Ländern - 45 arbeiteten für Printmedien, 35 fürs Radio, 33 für TV-Sender, 12 für Nachrichtenagenturen,...

In den 21 Jahren des Vietnamkriegs wurden 63 Reporter getötet, während des algerischen Bürgerkriegs (1991 - 96) 58.

Reporter ohne Grenzen veröffentlicht jährlich einen "Index der Pressefreiheit". Darin sind 173 Staaten (Stand 10 / 2008) nach dem Grad der Pressefreiheit gereiht. Die beste Wertung ist 0, die schlechteste 100. Ein Auszug daraus:

 

Rang

Staat Note

Rang

Staat Note
1 Island, Norwegen,... 1,5 64 Serbien 13,5
7 Schweiz, Slowakei, ... 3,0 87 Ukraine 19,2
14 Österreich, Dänemark 3,5 102 Türkei 22,7
16 Tschechien, NL, ... 4,0 141 Russland 47,5
20 Deutschland 4,5 166 Iran 80,3
23 GB, Ungarn, Namibia 5,5 167 China 85,5
44 Italien 8,4 169 Kuba 88,3
47 Polen, Rumänien, ... 9,0 173 Eritrea 97,5

 

Das Journalistennetzwerk ICIJ (International Consortium of Investigative Journalists) machte sich im April 2013 außerhalb der Branche weltweit bekannt, als 86 seiner Mitglieder (aus 46 Nationen) in ihren Zeitungen Details zu Steueroasen veröffentlichten.   www.icij.org

Anfang 2012 waren dem ICIJ anonym Datensätze zu 130.000 Personen und 122.000 Trusts und Gesellschaften aus über 170 Staaten übermittelt worden. Während 15 Monate dauernden Recherchen gewannen die Journalisten detaillierte Kenntnis über die Verschiebung von Vermögen.
Der Datenschatz umfasst 2,5 Millionen Originaldokumente. Gesamtumfang: 260 Gigabyte

Das ICIJ wird vom Center for Public Integrity CPI finanziert, einer amerikanischen Bürgerrechtsorganisation, die sich der Aufdeckung von "Machtmissbrauch, Korruption und Pflichtverletzung durch mächtige öffentliche und private Institutionen" verschrieben hat.

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Manipulation

Die Medien sollten in ihrer Berichterstattung der Objektivität und Wahrheit folgen. Wahrheiten gibt es allerdings viele. Konkurrenten auch. Im Wettbewerb um Zuschauer und Leser kann es schon vorkommen, dass objektive Berichterstattung die schlechteren Verkaufszahlen bringt. Emotionalität lässt die Kassen klingeln: die Leistung eines Abgeordneten ist viel weniger interessant als die Drogensucht seines Kindes; ein paar tausend Erdbebenopfer in Mittelamerika sind nach zwei Tagen vergessen, Prinzessin Dianas Hormonhaushalt liefert Jahre nach ihrem Tod noch Schlagzeilenmaterial und die Einsamkeit eines Kanzlerhundes wiegt allemal schwerer als ein Grubenunglück in fernen Landen.
Wenn 50 Personen  - wogegen auch immer - lautstark in der Öffentlichkeit demonstrieren, und es stellt sich ein Kameramann mitten hinein oder direkt davor, dann entsteht im Bildbericht in den Abendnachrichten der Eindruck einer großen Menschenmenge. Womit wir wieder beim Anfang wären: einen Bericht gesehen heißt nicht selbst gesehen!
Die gesamte Bandbreite journalistischen Handelns kann man exemplarisch in diesen drei Filmen sehen: "Reporter des Satans",  "Die Unbestechlichen", "Wag The Dog".

In den Massenmedien befindet sich eine Minderheit im Besitz der Informationen, die sie in der ihnen angemessen scheinenden Form und Dosierung an die lesende, lauschende Mehrheit weiterleitet.
     Wolf Schneider

 

Statistiken liefern klare Ergebnisse. Wie diese jedoch gezeigt werden, liefert den Nachweis, wie mit Wahrheiten manipuliert werden kann. Hier ein Vergleich: 

Eine bestimmte Straftat hat zwischen 1998 und 2007 von 40.000 auf 45.000 zugenommen. In der linken Tabelle ist die Zunahme realistisch dargestellt, in der rechten mit der Absicht präsentiert, Aufregung zu erzeugen.

 

50.000 45.000  
   
40.000     44.000
 
30.000   43.000
 
20.000   42.000
 
10.000   41.000
 
          0   40.000  
1998 2008 1998 2008

 

Inseratausschnitt aus der Kronen-Zeitung vom 5. August 2008 Print-Schaltung des Privatradiosendes KRONEHIT:

Das Ergebnis des Radiotests "1. Halbjahr 2008" durchgeführt von Fessel GFK wurde für das Inserat zur Grafik umgearbeitet. Dabei wurden die Relationen ein wenig manipuliert.

Mit 448.960 "irgendwas" (Hörern, Hörerinnen, Kontakten?) wird dem Sender KRONEHIT ein fast  doppelt so hoher Wert von "irgendwas" ausgewiesen wie der  zweitplatzierten Radiostation ARABELLA (228.160).
In der Grafik ist der KRONEHIT-Kasten zwar richtig doppelt so hoch jedoch auch doppelt so breit und daher flächenmäßig nicht 2 x sondern 4 x größer.

 

Umfragen = von politischen Parteien, Interessengemeinschaften, Ministerien, Konzernen, Medien, ... in Auftrag gegebene Erkundung der Meinung des gewöhnlichen Volkes (Konsumenten, Wähler, ...) durch Befragung einer winzigen Anzahl desselben, wobei die Formulierung der Fragen so erfolgt, dass das vom Auftraggeber gewünschte Resultat erzielt wird.

Prognosen = sind von Wissenschaftern präsentierte Ergebnisse exakter Berechnungen unter der Annahme, dass alles so weiter geht, wie bisher. Ganz schlaue Prognostizierer erstellen Szenarien. Sie liefern einander widersprechende Ergebnisse, die dadurch entstehen, dass sie alle nur möglichen Annahmen einbeziehen.
Wirtschaftsprognosen - werden von Wirtschaftsforschungsinstituten für das kommende Jahr (manchmal sogar für die nächsten zwei, drei) erstellt. Sie treffen nie zu und werden daher meist im Abstand von drei Monaten korrigiert, wenn ohnehin schon jeder Konsument gemerkt hat, dass sie falsch waren.
Die Verfasser denken gar nicht daran, sich für ihre Fehleinschätzungen zu entschuldigen.

 
Für 2008 hatten deutsche Wirtschaftsforscher ihrem Land ein Wachstum des BIP von 2,4 % angekündigt. Bei der ersten Korrektur sprachen sie von 2,2 %, die zweite und die dritte lagen bei 1,8 %. Tatsächliches Wachstum: 1,3 %.
2009 lautete die Prognose 1,4 % Wachstum.
Erste Korrektur: 0,2 %, zweite Korrektur -4,0 %, dritte Korrektur (4/09) -6%

Die Prognosen für Österreich werden von zwei Instituten getroffen: Wifo und IHS.
Tabelle + Grafik zeigen wie weit die beiden mit ihren Voraussagen betreffend das Wirtschaftswachstum von der Realität entfernt waren:
 
 


 

"Für die meist unzutreffenden Vorhersagen der Prognoseindustrie werden jährlich 200 Mrd. Dollar ausgegeben. Dieses Geld könnte man in Zukunft für nützlichere Dinge verwenden". Gerd Gigerenzer, Psychologe + Bildungsforscher im Handelsblatt-Interview, 8. Juni 09.

 

Die UNSCHULDSVERMUTUNG, kein anderer Begriff lugt öfter aus den Texten der Printmedien.
"Es gilt die Unschuldsvermutung", "Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung", ... Formulierungen, die den Zeitungen Entschädigungszahlungen bis zu 20.000,- Euro pro Fall ersparen. Das ist der Betrag, den das Mediengesetz den Geschädigten maximal zuspricht.

Mediengesetz § 7b
Wird in einem Medium eine Person, die einer gerichtlich strafbaren Handlung verdächtig, aber nicht rechtskräftig verurteilt ist, als überführt oder schuldig hingestellt oder als Täter dieser strafbaren Handlung und nicht bloß als tatverdächtig bezeichnet, so hat der Betroffene gegen den Medieninhaber Anspruch auf eine Entschädigung für die erlittene Kränkung. .....

 

Der Österreichische Presserat hat einen Ehrenkodex für die österreichische Presse festgelegt, zu dessen Einhaltung sich Zeitungen und Zeitschriften freiwillig verpflichten können. Wer das getan hat, muss Erkenntnisse des Österreichischen Presserat , die sich gegen das eigene Medium richten, veröffentlichen.

 

PRESSEAGENTUREN

AUSTRIA PRESSE AGENTUR   AGENCE FRANCE PRESSE, FRANZÖSISCHE PRESSEAGENTUR   ASSOCIATED PRESS - USA   DEUTSCHE PRESSEAGENTUR   ITAR TASS - RUSSLAND   REUTERS - GROSSBRITANNIEN

 
Nachrichtenagenturen sammeln und verarbeiten Nachrichten. Die Medien als Abnehmer finanzieren die Agenturen durch den Ankauf der Meldungen. Das erspart ihnen eine Menge eigener Recherchearbeit. Sie vertrauen den Neuigkeiten, besonders, wenn diese von mehreren Agenturen verbreitet werden.

Informationen machen Geld: Im Rohstoffhandel, an den Aktienbörsen, im Devisenhandel. Naturkatastrophen, Rekordernten, Anschläge, politische Spannungen, militärische Auseinandersetzungen, Wahlergebnisse, Übernahmegerüchte, .... beeinflussen die Märkte.
Wer als erster davon erfährt kann noch günstig Vorräte anlegen oder abbauen, Aktien abstoßen oder zukaufen, Währungen tauschen, ... . Daraus ist leicht zu erkennen, dass Informationen Wirtschaftspolitik und nicht nur diese „machen“.

Die Politik wiederum „macht“ ihrerseits Informationen. Dabei wird häufig ungeniert verkürzt, geschönt, hinzugefügt, angedeutet. In totalitären Staaten geschieht das Konstruieren und Verbreiten von Lügen auf staatliche Anordnung. Die unschuldige Bezeichnung dafür: DESINFORMATIONSPOLITIK. Mit der internationalen Verbreitung beauftragt: die staatliche Nachrichtenagentur.

Nur ein Viertel der weltweiten Nachrichtenagenturen befindet sich nicht in staatlicher Hand. Darunter die als Genossenschaft registrierte österreichische APA (Austria Presse Agentur), die über mehrere Stationen aus der 1849 gegründeten staatlichen ÖSTERREICHISCHEN CORRESPONDENZ hervorgegangen ist.

15 Genossenschafter (14 Tageszeitungen und der ORF) besitzen zwischen 15 und 1.700 der insgesamt 3.805 Genossenschaftsanteile. Bekanntester Nicht-Genossenschafter ist die KRONEN ZEITUNG.

Die
APA unterhält eigene Büros in Brüssel, Washington und in den Hauptstädten der Bundesländer. Bei großen Katastrophen entsendet sie einen Redakteur an den Ort des Geschehens. Dazu sorgen noch Korrespondenten (hauptsächlich in Europa) und der Nachrichtenaustausch mit dem Weltnachrichtennetz für ein aktuelles, umfassendes Informationsangebot. 20 Auslandsagenturen und zwei internationale Wirtschaftsagenturen versorgen die APA mit 10.000 Meldungen pro Tag. Knapp 100 Redakteure sichten und bearbeiten den Datenstrom teilweise rund um die Uhr.
Die APA-Informationen können gesamt oder als Themenpakete gekauft bzw. abonniert werden. Der APA-Originaltextservice (APA-OTS) bietet die Verbreitung von Presseaussendungen an Medien und Zielgruppen im Inland und über die Partneragenturen auch im Ausland an, wobei auf Wunsch die Texte in die Landessprachen übersetzt werden.

Gut die Hälfte der Artikel und Meldungen einer Tageszeitung basieren auf dem Content von Presseagenturen. Bei den Nachrichtensendungen im TV und den Radioprogrammen ist der Anteil noch weit größer.

Die 1851 in London von Paul Reuter gegründete REUTERS begann ihr Geschäft mit der Übermittlung von Börsenkursen von London nach Paris. Bald darauf kamen auch der Verkauf von politischen Nachrichten ins Sortiment. Haupteinnahmequelle bis heute ist der Verkauf von Finanzdaten, Wirtschafts- und Börsennachrichten für Investoren und Medien.
Weltmarktführer auf dem Gebiet Finanzinformationen ist die Agentur BLOOMBERG (33 % Marktanteil) vor REUTERS (23 % Marktanteil) und dem Medienkonzern THOMSON  (11 % Marktanteil).
REUTERS ging 2007 an THOMSON (THOMSON zahlte 13 Mrd. Euro).

 

Wer sich ausführlich über das Geschehen auf dem internationalen Pressemarkt informieren möchte, findet auf der Seite des Weltverbandes der Zeitungen (www.wan-press.org) Newsletter (auch in deutscher Sprache), Berichte und Broschüren zum kostenlosen Download.
Laut WAN-Jahresreport 2006 stiegen im Jahr 2006 die Zeitungsauflagen auf 510 Millionen Exemplare, die Anzahl der Titel von Bezahlzeitungen auf 11.200. Auflage der Gratiszeitungen: 40,8 Millionen Exemplare. Mehr als 1,4 Milliarden Menschen lesen täglich eine Zeitung.
Die größten Zeitungsmärkte sind: China (tägl. 99 Mio. verkaufte Exemplare), Indien (89 Mio.), Japan (69 Mio.), USA (52 Mio.), Deutschland (21 Mio.).
Der WAN-Jahresreport 2007 nannte folgende Zahlen: weltweit täglich verkaufte Exemplare 532 Mio., Anteil der Tagespresse am Werbemarkt 27,5 % (Anteil Zeitungen + Zeitschriften 40 %, Anteil Fernsehen 38 %).
Größte Zeitungsmärkte: China (tägl. 107 Mio. verkaufte Exemplare), Indien (99 Mio.), Japan (68 Mio.), USA (51 Mio.), Deutschland (21 Mio.).
Tägliche Auflage der weltweit 312 Gratiszeitungen: 41 Millionen.
Auflagenstärkste Gratisblätter: Leggo (Italien, 1,95 Mio.), Metro (GB, 1,4 Mio.), 20 Minutos (Spanien, 1 Mio.), Metro (Kanada, 1 Mio.), Que (Spanien, 0,96 Mio.), ADN (Spanien, 0,96 Mio.).

Auf der Website des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ) gibt es Infos zum heimischen Zeitungsmarkt: www.voez.at

 

Der unabhängige, gemeinnützige Verein ZiS (Zeitung in der Schule) veranstaltet Seminare für Lehrerinnen und Lehrer, vermittelt Gratis-Zeitungen für die Unterrichtsarbeit, stellt Unterrichtsmaterialen zur Verfügung, ... . www.zis.at 

 

LESERANWALTSCHAFT

Der Ehrenkodex der österreichischen Presse ist die Grundlage der von den österreichischen Printmedien im Juni 2007 installierten Leseranwaltschaft. www.leseranwaltschaft.at
Personen, welche sich von einer Verletzung des Ehrenkodex betroffen fühlen, können sich an dieses Selbstkontroll-organ wenden. Die Leseranwaltschaft verurteilt nicht, vielmehr sieht sie sich als Vermittler zwischen Betroffenen und dem betreffenden Printmedium.

 

Ich schätze sie weit mehr in Erwägung der Übel, die sie verhindert, als des Guten, das sie leistet

Alexis de Tocqueville über die Pressefreiheit in seinem Werk "Über die Demokratie in Amerika" (1832)

 

Filme zum Thema:
  • Citizen Kane
  • Reporter des Satans
  • Die Unbestechlichen
  • Extrablatt

Letzte Aktualisierung  2. April  2014

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